Dienstag, 30. Juni 2009

SZ: Für das Wahre, Schöne, Gute

Jedes SZ-Ressort hat so seine politischen Flausen, mal mehr (Feuilleton, Innenpolitik), mal weniger (Außenpolitik) aufgeschlossen, und da stutzt man auch nicht allzusehr, wenn etwa die Seite Drei heute mit einem ziemlich einseitigen Beitrag über die Vorzüge der Gentechnik in der Landwirtschaft aufmacht. Aber gestern war ich doch eher verblüfft, als ein ehemaliger Lehrer namens Werner Schneider auf der Bildungsseite der „Süddeutschen Zeitung“ eine Philippika gegen Filme wie „American Beauty“ absondern durfte: „Der Film beschränkt sich auf zwei dysfunktionale Familien; er zeigt Szenen brutaler Gewalt eines Vaters gegen seinen Sohn, Szenen gegenseitiger Verachtung und drastisch praktizierter Treulosigkeit von Ehepartnern; er stellt dar, wie gewinnbringend der Handel mit Drogen ist und wie man als jugendlicher Händler und Konsument seine Eltern täuscht.“ Nicht viel besser kam „The Great Gatsby“ beim Gastautor weg, der ihn für ebenso morbide hält. Stein des Anstoßes war die Entscheidung Nordrhein-Westfalens, diese Filme zum Abiturthema zu bestimmen, was der Pädagoge unhaltbar findet. Dysfunktionale Familien? Brutale Gewalt? Treulosigkeit? Mord und Selbstmord? Welche Dramen und Romane aus dem Kanon deutsch- wie englischsprachiger Literatur blieben denn noch auf dem Lehrplan, wenn das auf einmal pfui sein sollte?


Sonntag, 28. Juni 2009

Wochenplan

Filmfest München, arte-Stehrumchen, „Pelham 123“, Cover me/Café King, „Under construction“ / Marstallplatz, „The good, the bad and the weird“, „Chelsea Girls“/Filmmuseum


Samstag, 27. Juni 2009

Exit Polls & Twitter – Schluß mit dem Versteckspiel?

Bei den hessischen Landtagswahlen leugneten alle Beteiligten erst einmal grundsätzlich, daß Exit Polls überhaupt vor Schließung der Wahllokale zirkulieren würden. Bei den Europawahlen fiel auf, daß am frühen Nachmittag erste Zahlen getwittert wurden, und zwar ausgerechnet von politischen Insidern und erst zu einem Zeitpunkt, als die Wahlforscher die Parteien informiert hatten. Und jetzt entdeckt auch „Spiegel Online“ das Thema (auch Montag in der Printausgabe): Funktioniert der Insiderklüngel aus Politikern, Presse und Lobbyisten in Zeiten von Twitter noch oder ist das Spiel mit den Exit Polls passé?

Updates: Antonia Beckermann in der „Welt“ vom 24. August über die Angst der Politnomenklatur vor herausgetwitterten Exit Polls der Bundestagswahl 2009.

Beobachtungen vom 30. August anläßlich der Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland sowie der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen (Spiegel Online: „Prognosen-Verrat: Wahlergebnisse sickerten vorab auf Twitter durch“).


Freitag, 26. Juni 2009

Die SZ rockt

Wenn's nix wird, war's zumindest für einen guten Zweck. Ganz davon zu schweigen, daß es schön ist, mal nicht nur Blogger, Podcaster und Fernsehmoderatoren als Rampensäue zu erleben, sondern auch gestandene Printjournalisten einer seriösen Abonnementszeitung. Heute abend tritt Deadline, die Rock'n'Roll-Formation der „Süddeutschen Zeitung“ im Andechser Zelt des Tollwood-Festivals auf die Bühne: Bestehend u.a. aus Polizeireporterin Susi Wimmer (voc), Streiflicht-Feder Wolfgang Görl (g), Bayern-CvD Rudi Neumaier (tu, voc), Lokalchef Karl Forster (keyb) und den Feuilletonleitern Andrian Kreye (sax) und Dr. Thomas Steinfeld (b). Der Erlös geht an den Verein Journalisten helfen Journalisten.


Donnerstag, 25. Juni 2009

În caz de identificare, să fie reţinut *

Aus der Fahndungskartei der Securitate über meinen Vater Ion Popa (aka Pancrator aka Ion Măgureanu) und meinen Großvater mütterlicherseits Ionel Dragu (aka Ion Drăgescu):

1656. – POPA IOAN, zis IANI, fiul lui Ignat şi Ecaterina, născut la data de 1 ianuarie 1913 în Vereşti, cu ultimul domiciliu în Bucureşti, str. Dr. Tomescu nr. 10, ziarist.

Semnalmente: talia mijlocie, părul negru, ochii negri, vorbeşte cu accent moldovenesc.

Rude:
- POPA ECATERINA, cu domiciliul în Focşani, str. Cezar Boliac nr. 11, reg. Galaţi (mamă).
- POPA DUMITRU, profesor, domiciliat în Focşani, str. Cezar Boliac nr. 11, reg. Galaţi (frate).
- FILIMON POLIXENIA, domiciliată în Bucureşti, str. Parfumului nr. 28 (soră).
- BALABAN VASILICA, casnică, domiciliată in Focşani (soră).
- DIACONESCU HORTENSIA, domiciliată in Bucureşti, str. Dr. Tomescu nr. 10 (fostă soţie).
- POPA ANCA MARIA, domiciliată in Bucureşti, str. Dr. Tomescu nr. 10 (fiică).

In anul 1949 a fugit din RPR în Franţa, unde s-a încadrat în "Asociaţia gazetarilor
români din exil".
Este folosit de postul de radio Paris, ca şpiker pentru emisiunile în limba română. Este cunoscut ca agent al lui OPRAN MIHAIL.

În caz de identificare, să fie reţinut.
Dosar UŢ nr. 4.610 la Dir. a II-a MAI.


642. – DRAGU ION, născut la 5 noiembrie 1889 la Constanţa, fiul lui Ioachim şi Aurelia, de profesie zianst, cunoscut cu ultimul domiciliu in Bucureşti, str. Slătineanu nr. 4.

Semnalmente: talia mijlocie, gras, faţa rotundă, părul alb, chelie frontală, sprâncenele negre, stufoase, nasul mare, semne particulare nu are.

Rude:
- DRẮGESCU HORIA, cu domiciliul în Bucureşti, str. Slătineanu nr. 4 (frate).
- STEFẮNESCU ANGELA, cu domiciliul în Craiova, str. Simion Bărnuţiu nr. 30 (soră).
- DRẮGESCU MARIANA, cu domiciliul în Bucureşti, str. Lt. Dumitru Lemnea nr. 2 (nepoată).

În anul 1944, fiind rechemat în ţară din Franţa, unde fusese consilier de presă pe lângă Legaţia Română din Vichy, a refuzat să se întoarcă. S-a încadrat în organizaţiile fugarilor români care duc activitate duşmănoasă împotriva RPR.

Are legături de spionaj cu OPRAN MIHAIL.

În caz de identificare, să fie reţinut.
Dosar UŢ nr. 4.066 la Dir. a II-a MAI.

* Bei Identifizierung festzunehmen


Mittwoch, 24. Juni 2009

Insider-Tweets vom Filmfest München

Wenn Freitag das Münchner Filmfest startet, wird es neben dem Medienecho drumrum auch Nachrichten aus erster Hand, in Echtzeit geben.

Hier eine kleine, laufend aktualisierte Liste der twitternden Filmschaffenden, die ihre Werke nach München begleiten:



Pedro Almodóvar, Regisseur von „Zerrissene Umarmungen“

Duncan Jones, Regisseur von „Moon“

Max Kidd, Darsteller „Hangtime - Kein leichtes Spiel“

Ralph Kretschmar, Darsteller „Hangtime - Kein leichtes Spiel“

Kerstin Krieg. Produktion „Keine Angst“

Raya Martin, Regisseur von „Independencia“

Greg Mottola, Regisseur von „Adventureland“

Benoît Pilon, Regisseur von „Ce qu'il faut pour vivre“

Verne Troyer, Hauptdarsteller in „The Imaginarium of Doctor Parnassus“


Montag, 22. Juni 2009

Turi2: Sonntags nie




Sonntag, 21. Juni 2009

Wochenplan

„Taking Woodstock“, „The imaginarium of Doctor Parnassus“, Vernissage Olaf Martens/Galerie f 5.6, München-Extra-Party der SZ/Atomic, Ausstellung Daniel Montero/Schumann's am Hofgarten, Filmfest München, CocoRosie/Freiheiz


Samstag, 20. Juni 2009

Petit Déjeuner Musical (67)

Messieursdames, Mansfield TYA!

Mansfield.TYA "Lointaine" par Murmeltier Bar from brutale jean on Vimeo.


Mansfield TYA - "sur le plafond" from charlie mars on Vimeo.





Freitag, 19. Juni 2009

InStyle riskiert 'ne dicke Lippe – oder Nase?

Wer braucht bei der Burda Style Group schon journalistischen Nachwuchs? Ein weit unterhaltsameres Human Resource Management pflegt die Münchner „InStyle“-Redaktion. Praktikanten sucht man per Castingshow und nach diesem Flop wollte man sich offenbar etwas mehr Glamour gönnen, schließlich verkehrt doch „InStyle“ auf einem Level mit den Stars, von Du zu Du, und so muß offenbar bei irgendeinem Stehrumchen, so von Du zu Du, die Personalentscheidung getroffen worden sein, Chiara Ohoven
als Verstärkung der Beauty-Redaktion zu verpflichten (offenbar ein „Star“ auf dem Niveau der deutschen „InStyle“). Schließlich ist die 24-Jährige gleich doppelt prädestiniert, hat sie doch immerhin eine „Bild“-Kolumne (2005: „Chiara Ohoven - Ich riskier' 'ne dicke Lippe“) vorzuweisen und ein Paar Lippen, das sie zeitweise zur Heavy Userin in Sachen Hyaluronsäure, Lippenstiff, Gloss & Co machte, also zur Fachkraft. Nun soll sie, relativ unbemerkt von der Fachpresse, drei bis vier Mal die Woche eigens aus Düsseldorf eingeflogen werden, zu einer Art 3-monatigem „Praktikum“. Mit dabei: Ihre Chihuahuas Mogli und Prince. Letzterer soll Gerüchten zufolge bereits eine Kollegin in die Nase gebissen haben.

Im Impressum der aktuellen „InStyle“ taucht Chiara Ohoven nicht auf. Das Büro Ohoven hat auf eine schriftliche Anfrage bislang nicht reagiert, die Burda Kommunikation will von der Personalie nichts gewußt haben und geht der Information jetzt nach. Eine Stellungnahme steht derzeit noch aus.

Updates: Ex-Endemol-Manager Borris Brandt, der mit Chiara Ohoven längerfristig zusammenarbeitet, bestätigt das Praktikum: „Mode-Studium sehr erfolgreich abgeschlossen, jetzt das Praktikum bei der Instyle und noch die eine und andere Überraschung für dieses Jahr“ Ansonsten findet er meinen Blogeintrag „vorlaut“, während er betont, daß Chiara Ohoven „sehr gut schreibt“ und eben deswegen bei der „InStyle“ säße.

Doch nicht nur ein Praktikum? Gegenüber der „Bild“ erklärt Chiara Ohoven: „Ich schreibe eine Beauty-Kolumne für die Instyle‘.“


Mittwoch, 17. Juni 2009

Puma zeigt Fashion Spot die Krallen

Mal trägt sie rote Sneakers zum roten Oberteil, mal das ganze in blau, aber in beiden Fällen einen Schwall Sperma auf dem Oberschenkel: Das unbekannte, knieende Puma-Girl, dessen hochprofessionelles Modeshooting 2003 lange für besonders raffiniertes virales Marketing gehandelt wurde, bis Puma die Fake-Kampagne aus den meisten Webseiten löschen ließ. Nun feierte das Motiv ausgerechnet beim Thema alte Schuhe fröhlich Urständ. Das so gut informierte wie beliebte Modeportal Fashion Spot illustrierte mit der Blowjob-Szene eine Meldung zu einer Benefizaktion der Herzogenauracher in den USA, wo Puma Kunden 30 Prozent Rabatt einräumt, wenn sie ihre alten Schuhe wohltätigen Zwecken spenden. Offenbar hat es fünf Tage gedauert, bis heute das Schmuddelbild von der Redaktion wieder entfernt wurde.


Dienstag, 16. Juni 2009

Eine wie keine: freundin 17/78

„Ohrläppchen durchstechen: Ist's gefährlich? Tut's weh?“

„Wenn die Eltern immer sagen: Nimm doch den, der ist so nett...“

„10 Mark Menü für zwei: Kassler-Aspik, Omelett mit Paprika, Baiser-Kranz“

„Nur noch chemisch reinigen? Viele Hersteller empfehlen, daß man sogar Baumwolle nicht mehr selbst waschen sollte“


Sonntag, 14. Juni 2009

Wochenplan

Media Coffee: Wer profitiert von der Medienkrise?, „Transformers: Die Rache“, Fetishism in Cinema/Kunstbau, Vernissage Munich and Washington Heights/Jüdisches Museum, Release-Party „Boris“/Weltraum, Update: Gruppenausstellung Style-Blogger, Jean Dubuffet/Hypo Kunsthalle, Anna Dumitriu: Hybrid Encounters/Muffatwerk, Vernissage Raum 500, Sommerfest im Akademiegarten, Brass Banda/Schwögler am See, „The Pawnbroker“ und „The Man in the Glass Booth“/Filmmuseum

(Foto: „Transformers – Die Rache“/Paramount)


Samstag, 13. Juni 2009

Berliner Jahre (3): Hellmuth Karasek

„Etwa zwölf Stunden veritabler Arbeits- und Lebenszeit muß man hergeben, bis man Hellmuth Karaseks 429 Seiten langes Buch 'Das Magazin' durchgelesen hat. Das ist keine schöne Arbeit und keine schöne Zeit: Durch viel Brei muß man hindurch, und am Ende hat man, außer reichlich Langeweile, nichts gewonnen. Denn Karasek, über zwanzig Jahre Angestellter beim Spiegel, hatte zwar die Ambition, einen Schlüsselroman über den Spiegel und die Spiegel-Leute zu schreiben. Andererseits aber ist er genau der Adabei-Journalist, als den man ihn kennt, und der möchte er auch bleiben. (...) So ist es fast schon egal, worüber Karasek schreibt, denn so, wie er schreibt, macht er alles gleich: In seinen Händen wird die Welt zu Soße.“
Wiglaf Droste in „Ticket“, dem Veranstaltungskalender und Kultursupplement des „Tagesspiegel“, 37/1998

Martina Kaden: In der Beilage Ihrer eigenen Zeitung, Tagesspiegel-Ticket, ist auch ein Verriß erschienen.
Hellmuth Karasek: Ja, da frage ich mich, wieviel Wut muß da vorhanden sein, daß sich jemand bei Ticket einschleicht, bei einer Beilage, in der sonst nie, nie Buchkritiken erscheinen? Das war eine echt linke Nummer. Und dann schreibt der Kritiker, er habe so eine unendliche Mühe, sich durch den Roman durchzuquälen. Warum tut er's dann überhaupt, frage ich mich. (...)
Kaden: Wird Wiglaf Droste, der Ticket-Kritiker, weiter für den Tagesspiegel schreiben?
Karasek: Ich werde einen Teufel tun und auf Personalentscheidungen Einfluß nehmen. Ich werde nur nicht mehr seine eigenen Werke lesen, das hat er sich jetzt verdient.“

„BZ“ vom 18. September 1998

„'Sehr, sehr langfristig', können sich die Tagesspiegel-Geschäftsführer Joachim Meinhold und Hans Homrighausen eine 'Synergie' zwischen ihrem Neuerwerb Zitty und der Tagesspiegel-Beilage Ticket vorstellen – was nichts anderes heißen dürfte, als den teuren Verlustbringer Ticket sehr, sehr langfristig abzuwickeln. Sehr, sehr kurzfristig kam dagegen der erste Querschläger aus dem eigenen Hause. Ticket-Redaktionsleiter Dorin Popa hatte in der letzten Ausgabe den neuen Schlüssel-Roman ('Das Magazin') des Tagesspiegel-Herausgebers Hellmuth Karasek verrissen – und für den Verriß den zweifellos besten Experten in dieser Gattung gewonnen: Wiglaf Droste. Zitat: 'Karasek ... ein Schmock unter Schmöcken.' Das sorgte für ein mittleres Erdbeben in der Holtzbrinck-Etage, beim Herausgeber für üble Verstimmung – die Noch-Chefredakteure schauten betreten – und bei allen anderen für die Vermutung, daß die angestrebte Synergie mit Zitty nun doch nicht so lange auf sich warten läßt. Wie dem auch sei: wenn es Popas Absicht war, den Arbeitgeber von einer beschleunigten Freistellung vom Vertrag (inkl. Abfindung) zu überzeugen, dann dürfte er mit dem Droste-Stück weitergekommen sein.“
„tip“ 20/1998

Denkste! Es gab weder eine keine Kündigung, geschweige denn eine Abfindung. Der Art Director/Objektleiter und ich verließen zum Jahresende 1998 aus eigenem Entschluß das Haus. In einer der letzten von uns verantworteten Ausgaben schrieb Wiglaf Droste zu Weihnachten über Hausgeburten, Nachgeburten und die perfekte Festtagssuppe.


Freitag, 12. Juni 2009

Nachtkonsum 2009

Nach dem Rechtsstreit der Nachtkonsum-Gründer scheint Florian G. Liss bei der Fortsetzung des abendlichen Kaufvergnügens die Nase vorne zu haben. Nur steht die perfekt geeignete Unimensa nach all dem Hickhack nicht mehr zur Verfügung, weshalb man umzieht und der nächste Nachtkonsum am 25. Juli in der Reithalle stattfindet. Größtes Manko gegenüber der alten Location an der Leopoldstraße: „Verkaufstische müssen selbst mitgebracht werden!“
Mit neun Euro pro Standmeter ist Nachtkonsum wohl Münchens teuerster Flohmarkt (Frühlingsfest 4 Euro/Meter; Zenith maximal 14,50 für vier Meter; Parkharfe Olympiapark maximal 10,50 Euro für drei Meter; Riem 3 Euro/Meter) – und der einzige, bei dem die Besucher Eintritt zahlen müssen.

(Fotos: Nice Bastard, Promo/Presse Anzeiger)


Erogene Zonen bei McFit


Ich weiß nicht, was mich mehr irritiert: Daß die Klitschko-Muskel-Klitsche McFit in ihrer Mitgliederpostille „Einfach gut aussehen“ neben dem Playmate „Mitglied des Monats“ auch Sextips mit Hilfe von Playmobil-Figuren erteilt oder unterhalb des Knies keine erogenen Zonen kennt.


Donnerstag, 11. Juni 2009

Neue Münchner Freiheit


video
Vernissage der AkademieGalerie („Meine Projektion ist größer heller und schneller als deine“ von Susi Gelb, Janina Roider, Nele Müller und Camilla Guttner) im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Universität (U3/U6) mit DJ Hell


Mittwoch, 10. Juni 2009

Fünf gegen Fahrkartenkontrolleure

Wenn schon Warn- und Verbotszeichen eine Renaissance erleben, wäre es an der Zeit, an eine schöne Sitte der siebziger Jahre zu erinnern, die in München vom „Blatt“, der anarchistischen Stadtzeitung (Seyfried & Co!), propagiert wurde: Wenn in einem öffentlichen Nahverkehrsmittel gerade Fahrkartenkontrolleure zugange waren, warnte man an den Haltestellen die wartenden Fahrgäste, indem man seine Hand vom Wageninneren aus ans Fenster hielt. Wäre doch eine Renaissance wert, oder?


Berliner Jahre (2): Panorama

„Dorin Popa, giornalista e pubblicitario di Monaco trasferitosi a Berlino da dieci anni, e grande esperto della vita notturna della metropoli, non ha dubbi: 'Tempo dieci anni ed è finita. Nel 2005, quando Berlino diventerà capitale, io tornerò a Monaco'.“
„Panorama“ 14/12/95

So kann man sich täuschen, ich bin bereits 2000 nach München zurück.


Dienstag, 9. Juni 2009

Berliner Jahre (1): Uli Haase
















„DDR-Model“ Uli Haase


Montag, 8. Juni 2009

Politiker twittern wieder mal vorschnell

Keine Wahlprognosen vor Schließung der Wahllokale? Von wegen, auch bei den gestrigen Europawahlen galt, was bei allen Wahlen eine wichtige Rolle fürs Ego spielt: Wer unter Politikern, Lobbyisten oder Journalisten etwas gelten will, muß bereits zwischen 15 und 16 Uhr die ersten Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) oder ihrer Kollegen bei der ARD: infratest dimap in Händen halten. So auch diesen Sonntag.
„Die SPD-Oberen wussten schon früher am Tag von den schlechten Resultaten. Den Gesichtern ihrer Mitarbeiter war anzusehen, dass es schlimm, sehr schlimm kommen würde. (...) Am Nachmittag war bei Seehofer eher Erleichterung zu spüren. (...) Die CSU sei sicher über der Fünf-Prozent-Hürde, hatten ihm die Demoskopen da schon gemeldet.“ (Die „Süddeutsche Zeitung“ heute auf Seite Drei – online bei jetzt.de)
Zwar verbieten es die Wahlgesetze (§ 4 EuWG i.V.m. § 32 Abs. 2 BWG, § 32 Abs. 2 BWG), Ergebnisse der am Wahltag nach der Stimmabgabe durchgeführten Befragungen von Wählern über den Inhalt ihrer Wahlentscheidung, sog. exit polls, vor Schließung der Wahllokale zu veröffentlichen. Aber wie der Bundeswahlleiter in Bezug auf frühere Bundestags- und Europawahlen mitteilen läßt, ist „er in diesen Fällen bisher nicht tätig geworden, da er, soweit ihm hierzu Kenntnisse vorlagen, hierin keine 'Veröffentlichung'“ im Sinne des Wahlgesetzes gesehen hat.
Doch heute kursieren solche Insiderinfos nicht nur wellenartig via SMS und E-Mail, und somit noch „privat“, heute gibt es Twitter. Bei der Wahl des Bundespräsidenten kamen die Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD) und Julia Klöckner (CDU) der offiziellen Meldung des Wahlergebnisses zuvor und plauderten Köhlers Sieg per Twitter aus.
Sollte man den Politikern gestern mehr Selbstbeherrschung zutrauen?
Merkwürdigerweise gab es den Wahlvormittag über keinerlei Tweets mit Wahltips, Prognosen etcetera. Erst nach 15.30 Uhr, wenn erfahrungsgemäß die ersten exit polls der Wahlforscher in den Parteien zirkulieren, tauchen auch die ersten Tweets auf, bezeichnenderweise auch nicht bei stinknormalen Twitterern, sondern bei Politikern und Parteinahen, auch wenn sich die ersten noch verschämt geben: Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler „tippt“ um 15.44 Uhr: „#CDU 38, #SPD 26, #FDP 9, #Grüne 10, #Linke 8“.
Henrik Bröckelmann aus dem Bundesvorstand der Jungen Union „tippt“ gegen 16 Uhr auf: „#CDU 36, #SPD 27, #FDP 10, #Grüne 9, #Linke 10“.
Zwischen 16.16 und 16.26 Uhr tauchen dann plötzlich erste „ARD-Prognosen“ als Tweets auf, mehr als anderthalb Stunden vor Schließung der Wahllokale:
Ein Frodo Lübcke (@frolueb, der Berliner FDP-Mann Michael Unterberger?) zitiert die ARD ausdrücklich gegen 16.16 Uhr mit der Prognose „FDP 9-10 %, SPD ca. 25%, Union unter 40%, Grüne 10% Linke um die 8%“, löscht diesen Tweet aber offenbar wieder und bleibt nur hie und da indirekt überliefert. Update: frolueb meint, sein Tweet wäre ein „fake“ gewesen, siehe unten.
Ein Rainer Michael Rilke zitiert zehn Minuten später ARD-Quellen mit: „CDU 38, SPD 26, FDP 9, Grüne 12, Linke 7, (CSU drin)“.
(Parteiferne Twitterer fühlen sich dann offenbar herausgefordert und antworten mit Gegenprognosen, die wohl nicht auf Insiderinfos basieren, aber den Ball ins Spiel gebracht haben eindeutig Leute aus dem inner circle, denen man Zugang zu den exit polls zurechnen darf.)
Natürlich sind diese Zahlen sehr unterschiedlich, aber wenn man davon ausgeht, daß ARD und ZDF unterschiedliche Zahlen errechnen und die ersten Hochrechnungen zwischen 15 und 16 Uhr in der Regel von den qualifizierteren Prognosen um 18 Uhr abweichen, wäre es schon interessant, herauszufinden, wie die Zahlen von infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen am frühen Nachmittag aussahen und ob diese tatsächlich von Dritten via Twitter veröffentlicht worden sind, was eine Ordnungswidrigkeit darstellte.
Nach der hessischen Landtagswahl, bei der sogar BILD eine erste Prognose aus Wahlnachfragen vor Schließung der Wahllokale online getickert hat, hatten ARD, ZDF, Forschungsgruppe Wahlen und infratest dimap lange, wenn nicht sogar bis heute gänzlich bestritten, daß überhaupt jemand, also auch Politiker und Presse, vor 18 Uhr Zahlen erhielte. Das ist längst widerlegt. Stellt sich nun die Frage, ob diese Privilegierten mit dem Zahlenmaterial weiterhin nur untereinander schachern oder ob nicht Twitter die Grenzen zur Öffentlichkeit längst geöffnet hat.

P.S. Konnte gestern die Tweets nur bis gegen 16.30 Uhr verfolgen, da ich dann wieder ins Wahllokal mußte. Meine Twitter-Search lief dann noch weiter, aber angesichts von weit über 600 Tweets hatte ich bisher noch nicht den Nerv, nachzulesen, wer zwischen 16.30 und 18 Uhr noch so alles geplaudert hat...

Updates:



Der „Spiegel“ weiß von der Furcht des Bundeswahlleiters und der Politiker vor zu früh getwitterten Exit Polls.

Antonia Beckermann in der „Welt“ vom 24. August über die Angst der Politnomenklatur vor herausgetwitterten Exit Polls der Bundestagswahl 2009.

Beobachtungen vom 30. August anläßlich der Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland sowie der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen (Spiegel Online: „Prognosen-Verrat: Wahlergebnisse sickerten vorab auf Twitter durch“).

(Foto: WDR/Herby Sachs)


Mehr Demokratie wagen

„Man sollte endlich damit aufhören, Gegensätze zu konstruieren, die es nicht gibt - hie Zeitung und klassischer Journalismus, da Blog mit einem angeblich unklassischen Journalismus. Der gute klassische ist kein anderer Journalismus als der gute digitale Journalismus. Die Grundlinien laufen quer durch diese Raster und Cluster: Es gibt guten und schlechten Journalismus, in allen Medien. (...)

Der Amateur-Journalismus, der in den Blogs Blüten treibt, ist kein Anlass für professionellen Griesgram. Dieser Amateur-Journalismus bietet Chancen für eine fruchtbare Zusammenarbeit. Er ist ein demokratischer Gewinn. Diese Blogger erinnern an die bürgerlichen Revolutionäre von 1848/49, die Kommunikationsrevolution heute gemahnt an die vor 160 Jahren. (...)

Blogs sind 'mehr Demokratie'.“


Aus Heribert Prantls Eröffnungsvortrag bei der Jahrestagung der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche, zitiert nach der „Süddeutschen Zeitung“ von heute (pdf-Download des Vortrags)


Sonntag, 7. Juni 2009

Wochenplan

Pressevorführung „Oben – Up“, Showcase Lenka/59:1, „Kopfschuß“/Filmmuseum (in memoriam Barbara Rudnik)


Samstag, 6. Juni 2009

Tivoli-Blick (27)


Max-Joseph-Brücke, 4. Juni 2009, 15.09 Uhr


Bullenreiten mit Davorka

Also wenn man schon einen Bullen besteigt, dann bitteschön so. Aber wenn sich freitags bei Taff ein paar Mädels bei den „Hot Summer Games“ messen, wird es wohl eher so wie beim Finale von Germany's Next Top Model zugehen. Und Davorka Tovilos Outfit sieht auch so gar nicht nach Agent Provocateur, sondern vielmehr nach Hasenbergl oder Neukölln aus. Was man eben so trägt, wenn man sich beim Schlammbahn-Rutschen auf dem White Sands Festival in Norderney und beim Bullenreiten auf unserer Theresienwiese entblößt.

Alle Beiträge zu Davorka Tovilo

(Fotos: ProSieben/Schelke Bonnetsmüller)


Blogger-Brause

Persönlich hatte ich nur einmal, auf der re-publica, das Mißvergnügen einer Club Mate, aber da immer wieder via Google oder Twitter danach gefragt wird, arbeite ich nunmehr an einer – laufend aktualisierten – Übersicht, wo man in München die Brause erhält.






Einzelhandel

Gastronomie
Im Versand


Freitag, 5. Juni 2009

Publizisten & Terroristen

„Da gab es etwa diesen Publizisten, der ansehnliche Summen für die radikale Linke spendete. Meint er den Spiegel-Gründer Rudolf Augstein und den Stern-Chef Henri Nannen, die Geld für die Kampagne >Enteignet Springer< gaben? Nein, sagt Delius, die meint er nicht, sondern einen Konservativen, der es schick fand, Andreas Baader 1000 Mark zuzustecken, als der schon in Sachen Terrorismus unterwegs war. Er will nicht verraten, wen er da meint, er will nur sagen, dass manche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens heute nichts riskieren würden, wenn sie mal ehrlich auspacken.“

Constanze von Bullion und Evelyn Roll auf Seite Drei der „Süddeutschen Zeitung“ heute unter Bezug auf ein Gespräch mit Friedrich Christian Delius

„Gudrun und Andreas jedenfalls brauchen Geld. Weil Hamm keines hat, geht er mit ihnen zu Christa und Hubert Burda, die jetzt in einer großbürgerlichen Stadtpalast-Etage aus dem Besitz des Prinzen Konstantin von Bayern in der Schackstraße, gleich hinter dem Siegestor, wohnen. Dort werden alle nach guter Sitte des Hauses großzügig verköstigt, bevor man, München ist nun mal München, weiterzieht in den Biergarten. Haben Baader und Ensslin Geld bekommen? Christa Maar: >>Ich kann mich nicht erinnern. Vielleicht. Jedenfalls haben sie nicht bei uns übernachtet.“

Gisela Freisinger: „Hubert Burda – Der Medienfürst“, Seite 85 (seltsamerweise tauchen weder Ensslin noch Baader im Personenregister der Biografie auf)


Donnerstag, 4. Juni 2009

Kiralys Freundin im Arabellapark

Torhüter Gabor Kiraly zu 1860? Da wird vielleicht sogar „freundin“-Chefredakteurin Ulrike Zeitlinger zum Löwenfan. Als sie 2002 noch Droll hieß und „Cosmopolitan“ leitete, verriet sie der „Zeit“: „Ich bin vom Fußballfieber gepackt. Da jagen knackige Männer dem Ball hinterher, spielen sich emotionale Dramen ab - deshalb muss ran sein. Gott sei Dank hat es auch meine Freundinnen erwischt, sodass wir über die Vorzüge von Ballacks famoser Schusstechnik und die modischen Nachteile von Gabor Kiralys schlabbrigen Jogginghosen philosophieren können.“


Haberfeldtreiben

Haberfeldtreiben der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) gegen Seehofer am 3. Juni 2009 in München am Odeonsplatz sowie vor der Staatskanzlei am Franz-Josef-Strauß-Ring.

Hanse Schoierer mit dem Haberfeldtreiberlied:

video

Umzug der Haberer vom Odeonsplatz die Ludwigstraße lang zur Staatskanzlei:

video

Haberfeldgericht des Haberermeisters Anton Prechtl vor der Staatskanzlei:

Haberfeldtreiben from Dorin Popa on Vimeo.


Ein paar unscharfe Bilder bei flickr