Sonntag, 6. November 2011

Dahinter steckt immer ein kluger Kopf – oder zwei oder...eh wurscht, alles einerlei

„Die lieben Kollegen“ hat Frank Schirrmacher wieder einmal im Visier, und bei aller Liebe für die digitale Zukunft kann man sich bei einem klassischen Medium wie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ darauf verlassen, daß so ein Kollege das Handwerkszeug beherrscht, solche Petitessen wie Recherche, Sprache und die Wahrhaftigkeit der Tatsachenbehauptungen, jedenfalls zitiert die „F.A.S.“ heute auf der Medienseite offenbar den Branchendienst „turi2“: „Mit seiner neuen täglichen Vorabendshow zieht Thomas Gottschalk nun also in das Berliner Humboldt Carré ein, eine der 'feinsten Adressen der Hauptstadt‘, wie der Walldorfer Medienkenner Peter Turi weiß.“
(Daß hier der Branchendienst Turi2 wiederum nur den Berliner „Tagesspiegel“ paraphrasiert: „Der Gendarmenmarkt gehört zu den feinsten der an feinen Adressen nicht eben reichen Hauptstadt“, hätte man mit einem weiteren Klick feststellen können, aber so viel Rechercheleistung will ich von der „Frankfurter Allgemeinen“ gar nicht fordern.)
Nun weiß Peter Turi nicht nur zu lesen, sondern auch sonst eine Menge, manches davon veröffentlicht er sogar. Aber so wie Frank Schirrmacher sein Holzmedium keineswegs allein aus der Kraft seiner Lenden und Gehirnwindungen vollkritzelt, füllt auch der Walldorfer seine Webseite nicht etwa als Einzeltäter, sondern mit einer kleinen Mannschaft. Florian Treiß steht denn auch tatsächlich bei turi2 in der Autorenzeile des zitierten Gottschalk-Beitrags – und natürlich hat sich nicht Schirrmacher himself – wie von mir oben behauptet – in die Niederungen des Branchenkatsches begeben, sondern Harald Staun in seiner Medienkolumne über Turi ausgelassen. Aber Namen sind offenbar nur Schall und Rauch, so klug die Köpfe sich auch sonst geben mögen. Da konnte ich es mir einfach nicht verkneifen, dem gewöhnlich gut informierten Kollegen Staun nachzueifern und – pars pro toto – Leistungen aus der Truppe dem Oberkommandierenden zuzuschreiben.

Updates:  Da es bei turi2 hin und wieder mit der Autorenkennzeichnung seine Tücken hat (Teamwork! „Gesamtkunstwerk“), habe ich sicherheitshalber bei Florian Treiß nachgefragt, der mir versicherte: „Peter Turi hatte mit dem Text nichts zu tun, er stammt größtenteils von Björn Czieslik, wurde dann aber unter meinem Namen veröffentlicht, weil er es nachts formuliert hat und ich es morgens finalisiert hab. Das, was Staun zitiert, hätte er aber dem Tagesspiegel zuschreiben müssen. Denn die Formulierung 'feinste Adressen' war ein indirektes Zitat von dort.


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