Mittwoch, 13. Oktober 2010

Burda hat das Internet doch noch lieb

„Wir werden einen nicht unerheblichen Teil unserer verlagsgetriebenen Online-Aktivitäten auf ein notwendiges Minimum herunterfahren.“ Nach diesen Worten Philipp Weltes und diversen (auch noch bevorstehenden) Abgängen der Vorzeige-Onliner im Hause wähnten nicht wenige einen Paradigmenwechsel bei Burda. Um so beruhigender mag es sein, daß der Verleger selbst gestern bei einem Auftritt im Bayerischen Landtag ganz die alten Visionen lieferte.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Der Landtag im Gespräch mit...“ nutzte Hubert Burda seinen Lobgesang auf die Fugger, um vom revolutionären Buchdruck seinerzeit auf den Paradigmenwechsel der Gegenwart zu sprechen zu kommen, auf die „epochale Veränderung“ durch das Internet, die er nicht nur mit Gutenbergs Erfindung gleichsetzte, sondern dazu auch noch die Entdeckung Amerikas mit in die Waagschale warf.
Der Verleger sprach frei, die Burda-Kommunikation wies meinen Wunsch nach einem Redemanuskript mit dürren Worten ab: „Eine schriftliche Fassung der Rede gibt es leider nicht. Ich bitte um Ihr Verständnis.“ Und unterließ es zugleich, mich auch nur auf die konzerneigene schriftliche Zusammenfassung im Internet hinzuweisen. (Wo bleibt die Pressemitteilung dazu?)
Die Landtagsverwaltung dagegen gab mir nicht nur den Tip mit der Burda-Veröffentlichung, sondern war insgesamt auskunftsfreudiger: „Eine Zusammenfassung der Rede ist in Abstimmung. In den nächsten Tagen wird diese Zusammenfassung auf der Homepage des Landtags eingestellt. Gerne können wir die Ihnen auch per Mail zukommen lassen.“

Updates: Die „Bayerische Staatszeitung“ über den Vortrag.
„Denken Sie an die Debatten über Google Street View, denken Sie an die Demonstrationen gegen Stuttgart 21, die mit Hilfe von Twitter, Facebook, SMS und Handy eine vollkommen neue Qualität an Organisationsstruktur haben“, zitiert die Website des Bayerischen Landtags Burda und prokolliert den Abend.

(Foto: Bildarchiv Bayer. Landtag, Fotograf Rolf Pos)


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