Dienstag, 15. September 2026

Pop-Kunst für Kunst-Pop: Les Rita Mitsouko illustrés

Andy ist tot. Pop Art-Vater Warhol hat in Frankreichs Kultband Les Rita Mitsouko gute Schüler gefunden. Mit Hilfe von Gaultier (Mode) und Godard (Video) erreichte ihr Singsang aus Liebesrausch und Alk siebenstellige Verkaufszahlen und einen Platz im New Yorker Museum of Modern Art. 15 Maler*innen widmeten lovely Rita (richtig: Catherine Ringer) ein wildes Songbook: Zu Texten der beiden LPs „Marcia Baila“ und „The No Comprendo“ schufen sie Heiligenbildchen, Comic-Szenen und grelle Tableaus. 

Mâkhi Xenakis illustrierte „Marcia Baila“.

Blanchard setzte „Stupid Anyway“ grafisch um.

Die weiteren Künstler*innen waren Jean Philippe Delhomme, Alexandre Jacquinot, Jean Faucheur, Aurele, Ricardo Mosner, Hervé Di Rosa, Robert Combas, Muzo, Placid, S. Ringer (Catherines Vater, der 1940 von den Nazis deportierte und 1945 von den Sowjets befreite Aschknazim und Maler Samuel Ringer, 1918–1986), William Wilson, Olivia Clavel und Gérard Zlotykamien.

„Les Rita Mitsouko illustrés“, Éditions Virgin Musique, Paris 1987, ISBN 2-87612-022-4

Eine Version dieses Textes erschien 1987 in „ME/Sounds“. 

Erinnerungen an meinen Vater (48) und die Frage: War er Links- oder Rechtshänder?

Manche Details, derer ich mich entsinne, würde ich nicht als Erinnerungen an meinen Vater Ion Popa aka Ion Măgureanu bezeichnen. Es sind vielmehr Assoziationen, tief in mir vergrabene Bruchstücke, die plötzlich wieder getriggert werden und dadurch in mein Bewusstsein geschwemmt werden.

Ausgerechnet in der Berliner Wilhelmstraße, von der mein Vater oft erzählt hat, bin ich am Sonntag auf die Fresse geflogen. Am Bürgersteig ragte der kurze Rest eines Schilderpfostens aus dem Boden, den ich übersah, darüber stolperte und der Länge nach hinfiel. Ich stützte mich dann unglücklich mit der rechten Hand ab, doch glücklicherweise brach oder riss ich mir nichts. Selbst meine Hose blieb, in Unterschied zu früheren Stürzen, an den Knien heil.

Doch mit der geprellten Rechten tue ich mich schwer, Brot zu schneiden. Und da glimmte plötzlich ein Detail in meiner Erinnerung auf: Ich würde es nicht beschwören, aber ich meine, mich vage erinnern zu können, dass mein Vater als Linkshänder geboren worden war. Erst in der Schule erzog man ihn, wie es damals Sitte war, zum Rechtshänder um.

Auf Fotos hält er seine Zigarette meist mit der Linken, aber auch mal mit der Rechten. Auf anderen Fotos hält er zwar seinen Kuli mit der Rechten, aber wohl weil er mit der Linken raucht.



Montag, 14. September 2026

Wochenplan (Updates)

Tutzinger Radiotage / Akademie für politische Bildung; Richtfest Zentrum für Digitale Medizin und Gesundheit / Klinikum Rechts der Isar; Fantasy Filmfest / City; Präsentation „DelikatEssen 2027“ / Mangostin; Medico International: „Klima vor Gericht“ – Diskussion zu nötiger Transformation und autoritären Verschiebungen mit Carla Hinrichs und Jerzy Montag / Import Export; Jolle / Ampere; Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ mit Lena Urzendowsky u. a. / ZDF; 78. Emmy Awards / Magenta TV; Conference „Negotiating the Nude: Unclothed Bodies in Art and its Historiographies (1860s–2026)“ / Zentralinstitut für Kunstgeschichte; Eröffnungsfeier des Weihenstephaner am Platzl mit Markus Söder, Markus Blume, Josef Schrädler u. a.; Gedenkveranstaltung und Erinnerungszeichen für Anna Paroubek / Kulturzentrum Guardini90 & Großhaderner Straße 18; Vernissagen „Fresh Horizons“ / Galerie der Künstler*innen, „Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel“ / Internationale Jugendbibliothek Schloss Blutenburg, Herlinde Koelbl: „Blendzeit – eine Lektüre“ / Ping Rodach, „Debütantinnen (m/w/d)“ / Neumeister, Gregor Hildebrandt / Lohaus,  Amélie Esterházy: „in uno omnia“ / Behncke sowie Anouschka Fechter, Theresa Hertin, Kateryna Lou, Nina Mann, Sophie Suttner, Valentin Hammlemann u. a.: „Ausschwellung – Das was bleibt“ / Candy; Verleihung des Katholischen Medienpreises / Künstlerhaus; Raoul Walsh: „They Drive by Night“ mit Humphrey Bogart, George Raft, Ida Lupino u. a. / Filmmuseum; Pressekonferenz Brotprüfung / Bäckerinnung; Bekanntgabe der  Nominierungen zum Deutschen Zukunftspreis / Deutsches Museum; Independent Hotel Show / MOC; Freebird Meets Sri Lanka / Freebird; „City of Blood“ / Disney+; Sechste Staffel „Slow Horses“ (Foto) / Apple TV; Zweite Staffel „The Paper“ / Wow & Sky; Präsentation der Tegernseer Haggada / Bayerische Staatsbibliothek; „Oper für alle“ / Max-Joseph-Platz; Sprungbrett / Kranhalle & Hansa 39; Ralf Möllenhoffs „Kito. Zombies und Kannibalen“ / Werkstattkino; Traditioneller Presserundgang mit Oberbürgermeister Dominik Krause auf dem Oktoberfestgelände / Theresienwiese; Richtfest Xperience Quartier Taufkirchen; Presserundgang „Stonehenge“ / Archäologische Staatssammlung; Presserundgang zu den MCube MOSAIQ-Maßnahmen Moosach; Elisabeth Pape liest aus „Halbe Portion“ / Glitch; „HeidiFest“ / Hofbräuhaus & RTL; PIN. Young Circle Ankaufscocktail / Kustermann Eventlocation; 2-Jähriges / Cœur by Fede & Phil; Buchpräsentation und Gespräch mit Ilit Azovlay / Stuck-Villa; Oliver Polak: „Comedy“ / Wirtshaus im Schlachthof; Lotte / Technikum; Velvet Two Stripes / Orangehouse; Zweite Staffel „Mobland“ / Paramount plus; Oktoberfest; Fünfte und letzte Staffel „Babylon Berlin“ / ARD; Barockfest / Schloss Lustheim; FC Bayern Basketball vs. Bamberg Baskets / BMW-Park; „Munich Folk Night“ mit Encantada u. a. / Import Export

Donnerstag, 10. September 2026

Polizei nimmt Drohung gegen Charlotte Knobloch sehr ernst

Es war schon immer ungeheuerlich, dass Charlotte Knobloch sich in ihrer Heimatstadt München nicht ohne Personenschutz bewegen darf. Ob in der Pinakothek der Moderne oder im Referat für Arbeit und Wirtschaft, vor dem Oberpollinger oder im Alten Rathaus, am Wittelsbacher Gymnasium oder in den Kammerspielen: Stets erkundet ein Zivilpolizist vorab die Lage, und wenn die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern schließlich eintrifft, begleiten sie zwei bis drei bewaffnete Beamte. Doch selbst das scheint nicht mehr sicher genug zu sein. 

Heute Abend präsentierte „SZ“-Journalist Ronen Steinke sein neues Buch „Meinungsfreiheit“ im Fat Cat im alten Gasteig. Und Knobloch sollte in Begleitung von vier Leibwächtern unter den Gästen der ausverkauften Veranstaltung sein, sagte aber heute Mittag kurzfristig ab. 

Veranstalterin Micky Wenngatz vom München ist bunt! e. V. hatte sich schon darauf gefreut, Knobloch nicht nur als Zuschauerin begrüßen zu dürfen, sondern ihr öffentlich für ihre Unterstützung danken zu können und ihr zu versichern, dass man auch künftig an der Seite der israelitischen Gemeinde stünde. Doch dann kam die Absage aufgrund einer „Bedrohungslage“. 

Ronen Steinke schrieb auf Facebook, dass Knoblochs „Personenschutz“ eine Teilnahme an der Buchvorstellung „aufgrund eines aktuellen VORFALLS nicht für ratsam“ hielt. 

Offensichtlich handelt es sich nach Darstellung des Münchner Polizeipräsidiums dabei wohl um ein am Dienstag entdecktes und erst heute entferntes Graffito auf einer Parkbank im Englischen Garten mit einer persönlichen Morddrohung gegen Knobloch.

Da schützt auch kein Disclaimer auf der Webseite zur Veranstaltung: „Dies ist eine geschlossene Veranstaltung. Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.“

Stand heute Abend hätte die Präsidentin laut der Pressestelle der Israelitischen Kultusgemeinde aber keine weiteren Veranstaltungen abgesagt.

Lag es womöglich auch am subkulturellen Veranstaltungsort? Wenngatz widerspricht dem entschieden, hält es dagegen aber auch für keinen Zufall, dass es wenige Tage nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zu so einer Bedrohungslage kommt: Die Gefährder aus der rechtsextremen Ecke könnten „vor lauter Kraft nicht mehr laufen“.

Update: In den Wochenendausgaben vom 12. September haben dann auch „Abendzeitung“, „Süddeutsche Zeitung“ sowie ein weiteres Mal „tz“ und „Münchner Merkur“ den Vorfall aufgegriffen. Dabei kursierten abweichende Datumsangaben.
Mir hatte eine Polizeisprecherin am Donnerstagabend auf Anfrage mitgeteilt, dass das Graffito im Englischen Garten „vorgestern“, also bereits am Dienstag, entdeckt und am übernächsten Tag, also Donnerstag, beseitigt worden sei.
Die „Abendzeitung“ behauptet nun, das Graffito sei erst am Donnerstag, am Tag der abgesagten Veranstaltung, von einer Zeugin gefunden worden.
Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt in Ihrer Printausgabe sogar, dass die Morddrohung erst am „frühen Donnerstagnachmittag“ gefunden worden sei.

Versionen dieses Textes erschienen in der „tz“ und im „Münchner Merkur“ vom 11. September 2026.

Montag, 7. September 2026

Wochenplan (Updates)

Wiesnkantine; Eisbärenumzug der Initiative Abbrechen Abbrechen von der Tramhaltestelle Sandstraße zum ehemaligen Strafjustizzentrum; Dampferfahrt des Fünf-Seen-Filmfestivals / Starnberg; Şeyda Kurt liest aus „Zeit der Monster“ / Gasteig HP8; Taiwan-Empfang des Fünf-Seen-Festivals / Schlossberghalle Starnberg; Mona Fuchs, Edwin Grodeke und Iris Lemke eröffnen den Ersatzneubau des dritten Wertstoffhof plus / Truderinger Straße 2a; Kirche und Staat im Gespräch: Joachim Herrmann im Dialog mit Reinhard Kardinal Marx / Odeon des Innenministeriums; Angermaier Trachten-Nacht / Alte Kongresshalle; International Music Business Research Days / Hochschule für Musik und Theater & Gasteig HP8; Besichtigung Druckzentrum Penzberg; Deutscher Fernsehpreis / Confex Center Köln & RTL; Isarbass / Unter Deck; Fantasy Filmfest / City; 5. und letzte Staffel von „Babylon Berlin“ / ARD-Mediathek; Presserundgang Städtisches berufliches Schulzentrum Thomas Wimmer; Programm-Pressekonferenz / Münchner Volkstheater; Gardena Garden Escape / Alte Gärtnerei; Motorworld Buchpreis / Motorworld; Vernissagen Franz Hitzler: „Manifeste des Geistigen“ / Braun-Falco, „Disturbance“ / Stephan Stumpf, Ewelina Bialoszewska, Tara Sarasvati Chandel, Paula Niño, Alexandra Pikunova, Natalia Castillo Rincón, Kathi Seemann & Esther Zahel: „How to Build a Home“ / Schleicher Kunst Fabrik sowie Kaori Nakajima: „Noren – Sanfte Grenzen“ / Kunstpavillon; Pressekonferenz des Aicher-Sanitätsdienstes zur Wiesn / Servicezentrum Theresienwiese; Presserundgang „Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel“ / Internationale Jugendbibliothek in Schloss Blutenburg; Vorstellung des Wiesn-Playmates / Hofbräu im Deutschen Theater; Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ (Foto) mit Lena Urzendowsky u. a. / ZDF-Mediathek; „Call my Agent – The Film“ / Netflix; Berlin Art Week; Vernissage „On/Off-Beziehung“ & Christian Fogarolli: „TECHnotOXIC“ / Futurium; Positions Berlin Art Fair / Flughafen Tempelhof; 20 Jahre Radialsystem Berlin; Maison Anthony Fashion; „Walking Pieces of Art“ / Löwenpalais; Internationales Literaturfestival Berlin – Tishani Doshi & Natsuko Kono: „Movement is the Message“ und ILB-Closing x Tropen-Party / Haus der Festspiele; Happy 19th Birthday / RenateFashion Positions / Flughafen Tempelhof; „Illusions – bones & keys“ / Uferstudios; „Adult Entertainment“ mit Francis Whorrall-Campbell, James Massiah, Olga Hohmann, Vittoria Totale sowie Afterparty / Julia Stoschek Foundation; Soft Power Festival / Haus der Visionäre; Luc-Besson-Nacht: „Nikita“ mit Anne Parillaud, Jean-Hugues Anglade, Tchéky Karyo, Jeanne Moreau & Jean Reno sowie „Big Blue – Im Rausch der Tiefe“ mit Rosanna Arquette, Jean-Marc Barr, Jean Reno, Valenina Vargas & Griffin Dunne / Bayerisches Fernsehen; Ryuichi Sakamoto: „seeing sound, hearing time“ / Hamburger Bahnhof; „Kunst Salon. Richtungswechsel 2026“ mit Alvine Bonjer, Joseph Crachiola, Pia Engelbrecht-Affeld, David Gunderlach, Albert Heiser, AH, Karin Hirsch, Bruno Jod, Norbert Kluge, Diether Münchgesang, Bodo Niggemann, Peter Scholz & Visuman / Creative Game; Stern-Demo / Rotes Rathaus; Alumni-Netzwerktreffen der Friedrich-Ebert-Stiftung / Publix; Premiere Sophia Süßmilch: „Etwas Schreckliches wird passieren: Die Menschenfresserin“ / HAU; WBC-Weltmeisterkampf im Weltergewicht: Ryan Garcia vs. Connor Benn / Paramount +; Buchvorstellung Didier Eribon: „Michel Foucault. Eine Biografie. Erweiterte Neuausgabe“ / Schaubühne; Tag im Grünen / Kulturforum; Ersan Mondtag & Nadim Samman: „Alternde Meister“ / Gemäldegalerie; Chicago Williams Sommerfest / Maaya

Dienstag, 1. September 2026

Stühlerücken in der Landeshauptstadt: die Bezirksinspektion Mitte und das Mobilitätsreferat schlüpfen bei der Stadtbaurätin unter

Wenn die Stadtverwaltung umzog, schwelgte man früher gern in großen Zahlen: 13.000 Quadratmeter für das Kreisverwaltungsreferat & Co. in den Implerhöfen. 12.000 25.200 Quadratmeter für das IT-Referat im Qubes. Klötzchen gewordene Erfolgsgeschichten der Verwaltung.

Klötzchen wie sie die Modellwerkstätte des Referats für Stadtplanung und Bauordnung im Erdgeschoss des Dienstgebäudes an der Blumenstraße 28b/31 gern bastelt. An der Fassade im Innenhof die überdimensionierte Uhr, dahinter die Stadt im Miniaturformat in ihren Zeitläuften.

In dem Gebäudekomplex wird es künftig deutlich enger zugehen. Denn mit den schwindenden Finanzen der Landeshauptstadt wandeln sich auch die Umzugsusancen. Man spart, indem man zusammenrückt und angemietete Büroflächen aufgibt. Das Mobilitätsreferat und die Bezirksinspektion Mitte ziehen künftig ein in die bisher ausschließlich vom Team der Stadtbaurätin Elisabeth Merk genutzten Räumlichkeiten. Städtebaulich könnte man das Nachverdichtung nennen, nur dass nicht etwa im Innenhof neu gebaut oder auf dem Dach aufgestockt wird, sondern in der bestehenden Baumasse die städtischen Angestellten und Beamte einfach etwas enger zusammenrücken und Desksharing leben dürfen.

Nun ist der Wechsel des Mobilitätsreferats aus dem fünfjährigen Provisorium in der Implerstraße nicht unbedingt eine Verschlechterung. So großspurig Implerhöfe klingen, ist dem schmutzig-weißen Verwaltungsriegel zwischen Aldi-Filiale, Parkplatz und Jacques' Wein-Depot zumindest von außen eine Mischung aus Ennui und Tristesse nicht abzusprechen. Den rund 300 Beschäftigten des Mobilitätsreferats standen dort rund 7.600 Quadratmeter zur Verfügung

Die Bezirksinspektion Mitte des Kreisverwaltungsreferats mit ihren ca. 45 Beschäftigten gibt ihrerseits rund 1300 Quadratmeter im Tal 31 auf.

„Zur Entlastung des städtischen Haushalts sollen die angemieteten Standorte Implerstraße 7-9 und Tal 31 dauerhaft aufgegeben werden“, erklärte mir das Kommunalreferat auf Anfrage. „Im Rahmen der nichtöffentlichen Sitzungsvorlage »Verwaltungsstandorte der Landeshauptstadt München – Flächenoptimierung und Anpassung der Standortstrategie« wird dem Kommunalausschuss am 29.10.26 u.a. die Aufgabe der beiden Standorte zur Entscheidung vorgelegt. Sofern der Stadtrat der Aufgabe der beiden Standorte zustimmt, erfolgt die weitere Umzugsplanung.“

Montag, 31. August 2026

Wochenplan (Updates)

Pressekonferenz zum Start des neuen Kita-Jahres / Bayerisches Sozialministerium; Vorstellung des Berichts zur Cybersicherheit in Bayern / Landeskriminalamt; Vernissagen Künstlergruppe Frequenzen: „Geht alle an!“ / Künstlerhaus, „The Art of Snowboards“ / Orangerie, Alexander Deeg: „40 Jahre, 40 Gesichter“ / Sub, „Memory Gap – Potentiale archivalischer Praxen in der Gegenwartskunst“ / Haus der Kunst, Ilinca Fechete: „Memory Magnified by Memory of Course“ / Akademiegalerie und Charlotte Carolin Schober: „Femscapes“ / Farbenladen; „Der Heimatlose“ und anschließend Filmgespräch mit Regisseur Kai Stänicke und den Darstellern Paul Boche & Philip Froissant / Neues MaximSusanne Brokesch / Favorit-Bar; „Profis – Ein Jahr Fußball mit Paul Breitner und Uli Hoeneß“ / Bayerisches Fernsehen; Schiffstaufe des Elektromotorschiffs Gmund durch Taufpatin Charlotte Knobloch / Gmund; Horsegirl / Milla; Huawei Global Launch Event / Showpalast; Karl Schlögel: „Die ukrainische Spur oder: Die verlorene Unschuld der deutschen Provinz“ / Bayerische Akademie der Wissenschaften; Premiere „Bonnie“ / Rio-Filmpalast; Deutschlandpremiere „The Uprising – Für die Freiheit“ in Anwesenheit der Produzenten / Astor im Arri; „Staatsschutz“ und anschließend Filmgespräch mit Hauptdarstellerin Chen Emilie Yan (Foto) / Monopol; „Souleymans Geschichte“ / arte; Pressekonferenz anlässlich der internationalen Jahrestagung der International Society for Environmental Epidemiology / Deutsches Museum; Zweite Staffel von Guy Ritchies „The Gentlemen“ / Netflix; Einkleidung des EHC Red Bull München / Angermaier-Trachten; Eröffnung des Fünf-Seen-Filmfestivals und Verleihung des Hannelore-Elsner-Preises an Luna Wedler / Schlossberghalle Starnberg; Design Market / Love Harder; Open Air Closing / Wannda Circus; CSD Pride-Demo Salzburg; Printhouse Open Air / ehemaliges Druckhaus Dessauerstraße; Ecca Vandal / Hansa 39, Ochsenrennen / Wallgau, Testspiel FC Bayern Basketball vs. Bamberg Baskets / BMW-Park; Premiere des Dokumentarfilms „Albrecht Weinberg - Es ist immer in meinem Kopf“ / Rio-Filmpalast; Sierra Veins / Strøm; Rebecca Lane: „Light & Chant“ for singing bass flutist & „Regions of Resonance“ for quarter-tone bass flute and electronics / Klang im Dach

(Foto: Lotta Kilian/Jünglinge-Film/Plaion Pictures)

Donnerstag, 27. August 2026

Und die Augenbrauen tanzen Rumba: Dominique Horwitz singt Brel

Das Gute gleich vorweg: Für einen Schauspieler singt Dominique Horwitz die Lieder Jacques Brels recht famos, auch wenn sich seine stimmliche Bandbreite im Laufe des Chansonabends als erschöpfend schmal entpuppt. Für einen Schauspieler legt Horwitz aber ein abschreckendes Schmierentheater hin: Unentwegt hüpfen, zittern, tanzen seine Augenbrauen Rumba. Der Mund verzerrt sich, Augenrollen, Nasenbeben – fehlt nur noch, daß er mit den Ohren wackelt. 

Keinen Augenblick kommt Horwitz zur Ruhe, nie findet er zu jener Verzögerung, Ruhe, mit denen man sogar Lachnummern zuspitzen kann. Statt wallonischer Melancholie, frechem Witz und anarchistischer Poesie wird der Grand Guignol gegeben, der französische Hanswurst, als sei Horwitz' blendendes Rollenrepertoire, sein Film- und Bühnenruhm („Black Rider“, „Der große Bellheim“, „Stalingrad“) nur eine Verirrung in der Entwicklung vom Suppen- zum Superkaspar. 

Doch dem Publikum gefällt's, das Fratzenschneiden à la Louis de Funès erweist sich als Schenkelklopfer, die Stimmung steigt. Der lächerliche französische Akzent, mit dem der perfekt zweisprachige Mime anfangs auf Deutsch zwischen den Originaltexten moderiert, geht im Laufe der Vorstellung glücklicherweise verloren. Die Verwirrung bleibt, ob da nun jemand – wie Klaus Hoffmann letztes Jahr – Jacques Brel spielt oder nur singt. Bisweilen geht der agile Interpret auf Distanz („Das ist nicht von mir, sondern von Jacques Brel“), um dann wieder genüßlich den Applaus zu schlürfen.

Abseits der gefühlsschwangeren, impressionistischen Klassiker („Amsterdam“, „Ne me quitte pas“) finden sich bei Brel einige angejahrte Pretiosen, deren Gesellschaftskritik, Frauenbild oder Weltkriegsatmosphäre eine kluge Brechung oder Neuinterpretation gut vertragen hätten. Dominique Horwitz und sein hervorragendes Begleitquintett rund um den Akkordeonisten Efim Jourist blieben lieber harmlos werkgetreu.

Dieser Artikel erschien unter meinem Pseudonym Fredi Hallenberger in der „Berliner Morgenpost“ vom 4. Oktober 1998. Am 28. und 29. November 2026 tritt Dominique Horwitz mit einem gleichnamigen Programm wieder in der Berliner Bar jeder Vernunft auf. Nur dass ihn diesmal kein Quintett, sondern nur der Pianist Andreas Reukauf begleitet.

(Foto: Barbara Braun/Bar jeder Vernunft)

Mittwoch, 26. August 2026

Feine erste Sätze (76)

„Die Geschichte begann als Märchen, verwandelte sich in eine Farce und eskalierte zur Tragödie.“

Sebastian Herrmann in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 22./23. August 2026 über den Tod des Cambridge-Professors Jason Arday.

Montag, 24. August 2026

Wochenplan (Updates)

Pressegespräch mit Elisabeth Merk und Thomas Hobohm zur Gründung der Umbauagentur / PlanTreff; 10-Jähriges / Usagi; Pressekonferenz zum 20. Fünf-Seen-Filmfestival mit Regisseurin Pauline Roenneberg & Produzent Fabian Halbig / Breitwand Starnberg; Anstich des 100.000. Holzfasses / Der Pschorr; Premiere „Becoming Kim“ mit Regisseurin Susanne Kim / Theatiner; Einkleidung des TSV 1860 & Wiesn-Warm-up / Angermaier Trachten & Hotel Das Viktualienmarkt; Auszeichnung des Hofbräu-Oktoberfestbiers als Bier des Monats durch Pro Bier / Hofbräuhaus; Vernissagen Annemarie Faupel: „Süße Sehnsucht“ (Foto) / Window Galerie im Innenhof der Residenzstraße 13, Ulrike Lauber: „Fotografie“ / Architekturgalerie sowie Alexandra Müller & Antonia Lippert: „Frictions“ / Florida Lothringer 13; „Für immer 16“ mit anschließendem Live-Podcast mit Regisseur Brezel Göring im Gespräch mit Doris Kuhn, Dunja Bialas und Lukas Förster / Werkstattkino; LUNAparty / Bayerischer Hof; TSV 1860 München vs. TSV Landsberg / Grünwalder Stadion & BR-Livestream; Rote Sonne x Bahnwärter Thiel Open Air & Club / Bahnwärter Thiel; Free-TV-Premiere von Emerald Fennells „Saltburn“ mit Jacob Elordi u. a. / ZDF

Donnerstag, 20. August 2026

Der Hans und ich: die Rentner-Gang von morgen

Kennengelernt habe ich den Hans im Venezia an der Leopoldstraße über einen gemeinsamen Bekannten. Dann trafen wir zufällig auf der Tanzfläche im P1 wieder aufeinander – und er lieh mir, ohne dass wir uns sonderlich gut kannten, spontan einen Fuffi. München in den 1980er-Jahren eben.

Er zog dann nach Berlin, um dort für Maredo zu arbeiten. Ich war in der Zeit mit einer Berlinerin liiert, die in München studierte und nach dem Mauerfall unbedingt zurück nach Berlin wollte. Also folgte ich ihr.

So landeten Hans und ich nahezu gleichzeitig in einem wiedervereinigten Berlin und freundeten uns dort erst wirklich an. Über ihn lernte ich Britt Kanja, die Love Parade und das 90° kennen. Wir gaben ein paar wilde Partys in seiner Wohnung. Die 1990er-Jahre waren in Berlin eine aufregende wie einmalige Zeit.

Und selbst als ich die Stadt 1999 verließ, hielt der Kontakt noch einige Zeit. Ich blieb vorübergehend in der Hauptstadt mit einer Belarussin verbandelt und kam öfters übers Wochenende. Hans wiederum besuchte mich in Strasbourg und las später wiederholt in München in meiner Pop-up-Buchhandlung 100 Tage Bücher, bis wir uns dann irgendwann doch eher aus den Augen verloren.

Nun erreichen wir beide in einem Jahr das Rentenalter – und Hans nutzt die Gelegenheit, um in den kommenden Wochen und Monaten über seinen beruflichen Werdegang zu bloggen. Ich werde es mit Vergnügen lesen.








Montag, 17. August 2026

Wochenplan (Updates)

Musiksommer ft. Laundromat Chicks, Polar Noir, Not a Giant u. a. / Theatron; Frank Beyers „Nackt unter Wölfen“ mit Erwin Geschonneck, Armin Mueller-Stahl u. a.; „Funeral Casino Blues“ (Foto) / Werkstattkino & Monopol; Verbandsgericht / Bayerischer Journalisten-Verband; Guest Shift von Vito Nicotra (Buck and Breck Berlin) / Dorothy Day Bar; Öffentliche Trauerfeier, Trauerzug & Beisetzung Werner Brombach / Erdinger Weißbräu, Lange Zeile Erding & Friedhof St. Paul; Frauke Finsterwalders „Sisi & ich“ mit Sandra Hüller, Susanne Wolff, Angela Winkler, Stefan Kurt, Sibylle Canonica, Johanna Wokalek u. a. / Bayerisches Fernsehen; Kae Tempest: „Echoes with Jehnny Beth“ / arte; Rexel Handball-Super-Cup / SAP Garden; DFB-Pokal: TSV 1860 vs. KSV Holstein Kiel / Grünwalder Stadion; Atelierpark Sommerfest / Bahnwärter Thiel, Demo gegen rassistische Polizeigewalt / Hohenzollernplatz; Brezel Görings (Stereo Total) „Für immer 16“ mit kleinem Konzert und Filmgespräch / Monopol