Montag, 26. Februar 2024

Wochenplan

Verhandlung gegen drei Hausbesetzer des Hotels Goldener Hirsch wegen Hausfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte / Amtsgericht Rosenheim und Soli-Kundgebung „Die Häuser denen, die drin wohnen“ / Salingarten; Brechtfestival / Augsburg; Otto Premingers „Laura“ mit Gene Tierny, Dana Andrews, Clifton Webb und Vincent Price / arte; Festakt zur Auszeichnung fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern / Scholastika; John-Woo-Retrospektive: „Once a Thief“, „Hard-Boiled“, „Red Cliff“, „Hard Target“ und „The Sunset Warrior“ / Werkstattkino; Creditreform präsentiert den Schuldneratlas München 2023 / PresseClub; Vernissagen Inga Tränker: „Mi Corazón – Wir feiern die Liebe“ / Café Ignaz und Merlin Klein: „Endlich“ / Kunstpavillon; „Auf Peters Spuren“ – Ein Abend für und mit Peter Stephan Jungk / Jüdisches Gemeindezentrum; Vollgremium des Bezirksausschusses 12 Schwabing-Freimann / Oskar-von-Miller-Gymnasium; Vollversammlung des Stadtrats / Rathaus & Livestream; der Deutsche Presserat präsentiert seinen Jahresbericht; Pressegespräch „Hidden Champion Jugendherbergen in Bayern“ / Jugendherberge München Park; Starkbierprobe mit Singspiel / Nockherberg & Bayerisches Fernsehen; Munich Jewellery Week: Jasmin Matzakow: „Die Sage von Sünderinnen, Bixn und Huren“ / Kunstbüro Reillplast,  „Schmuck auf ganzer Linie“ / Galerie Handwerk, Sigurd Bronger: „Trag-Objekte“ / Die neue Sammlung, Buchpräsentationen der Arnoldschen Verlagsbuchhandlung / Galerie Handwerk und SMCK on reel / Galerie Handwerk;  Podiumsdiskussion „Woher kommt der Haß? Kontinuität von sozialer Ausgrenzung und Gewalt“ mit Frank Nonnenmacher und Anja Scheifinger / NS-Dokumentationszentrum; Podiumsdiskussion „Verfassungsgerichte als Richtungsentscheider“ / Bayerische Akademie der Wissenschaften; Veranstaltung der Fachstelle für Demokratie zum aktuellen Rechtsruck in Deutschland und möglichen Gegenstrategien mit Johannes Hillje, Hendrik Cremer, Heike Kleffner und Miriam Heigl / Altes Rathaus; Pressegespräch „München feiert 75 Jahre Grundgesetz“ / Rathaus; Verleihung des Bayerischen Verfassungsordens an Natalie Amiri, Uschi Glas, Charlotte Knobloch, Caroline Link, Rainer Maria Schießler u. a. / Bayerischer Landtag; Kinostart „Dune: Part Two“ (Foto) und „The Zone of Interest“; MAXX Royal Bodrum Launch Event / Sois Blessed; Rebranding Event / Hotel Koos; Afterwork Prompts / Microsoft; Eröffnung der Balkantage / Altes Rathaus; Uhrenpräsentation / Blancpain; Jew Talks: Filmvorführung „The Boy“ / Jüdisches Gemeindezentrum; Pressekonferenz „Radikal jung“ / Schmock; Elaste's 80s Bash / Charlie; Balkan-Basar / Willi-Graf-Gymnasium; „Bürgerbahn statt Größenwahn“ – Kundgebung zum Brenner-Nordzulauf / Max-Josef-Platz Rosenheim; Buchpräsentation „Status Quote – Theater im Umbruch“ und Diskussion mit Nora Abdel-Maksoud, Marie Schleef, Sabine Leucht und Katrin Ullmann / Habibi; Publikumslesung zum Kurzgeschichtenwettbewerb „Deine Geschichte“ / Alte Kongresshalle; „Two in a Row“ / Alte Papierfabrik

Dienstag, 20. Februar 2024

Giesinger Bräu und sein Stehausschank im Univiertel

Vor sechs Tagen teaste Giesinger Bräu auf Facebook seinen kommenden Stehausschank Universität an, ohne sich in Details zu verlieren. Doch offensichtlich nimmt die neue Filiale Gestalt an. Im ehemaligen Che Bordello an der Türken- Ecke Schellingstraße sind die ersten Markensignale von Giesinger Bräu unübersehbar. Stellt sich die Frage, ob dieses Lokal angesichts der Gentrifizierung des Univiertels ein gutes Zeichen oder ein böses Omen ist. 

Eben dieses unsanierte Eckhaus, wo früher auch das Antiquariat Kitzinger residierte, war vor drei Tagen Thema einer Reportage der „Abendzeitung“, in der die Bezirksausschussvorsitzende Svenja Jarchow-Pongratz von den Grünen „das Trauerspiel mit Baulücken, Baustellen und Leerstand“ in der Türkenstraße beklagte. Nun leer stand zumindest diese Gastrofläche nie, während die restliche Hausfläche entmietet wurde. Erst befand sich in den Erdgeschossräumen die Cantine Cantona, dann das Ciao Ragazzi, ein Ableger von Teo Veners Lo Studente schräg gegenüber. Dann übernahmen Philipp Schlick & Co., die rührigen Wirte vom Le Florida, Amistad, La Sophia und weiteren Läden, das Lokal und tauften es Che Bordello. Cantine, Ciao, Che – das war's dann mit dem hohen C in Folge. Jetzt wird es bodenständiger als Stehausschank. 

Montag, 19. Februar 2024

Wochenplan (Updates)

Pressekonferenz der MuSeenLandschaft Expressionismus: „Starke Frauen: Künstlerinnen, Musen, Macherinnen“ / Info-Point Museen & Schlösser; Saint Agnes / Orangehouse; Claire-Simon-Retrospektive: „Gare du Nord“ & „Le concours“ / Filmmuseum; Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft / Rathaus; Betriebsversammlung „tz“ & „Münchner Merkur“; Verleihung des Staatsehrenpreises für das bayerische Bäckerhandwerk / Residenz; Verhandlungstermin in Sachen KVB 69/23 – Google (Schutz von Geschäftsgeheimnissen bei Beteiligung von Wettbewerbern durch das Bundeskartellamt) / BGH; Moblitätsausschuss / Rathaus; Feierliche Abschlussveranstaltung des Modellprojekts „Lastenrad mieten, Kommunen entlasten“ / Verkehrsministerium; Vorstellung der neuen Fach- und Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung in Bayern / PresseClub; Abschlusspräsentationen der AICA-Projektwerkstatt / Wavelab; „Kultur des Protests: Würde, Ehre, Ressentiment“ / Seidl-Villa; Sondervorstellung „The Zone of Interest“ mit anschließender Podiumsdiskussion / Maximilianeum; Erich-Kästner-Jahr: Eröffnung der Ausstellung mit Original-Illustrationen von Walter Trier / Internationale Jugendbibliothek; Julia Ducournaus „Titane“ (Foto) / Filmmuseum; Erich-Kästner-Jahr: Tagung „Erich Kästner und der Humor“ / Internationale Jugendbibliothek; Jahrestagung Netzwerk Medienethik / Hochschule für Philosophie; Boxerloot-Tagung / Museum Fünf Kontinente; Medienpädagogische Jahresauftakttagung des JFF: „Kreativität neu denken?“ / Institut für Jugendarbeit Gauting; Kunstminister Markus Blume ernennt zehn Künstler*innen zu Bayerischen Kammervirtuos*innen bzw. Bayerischen Kammermusiker*innen / Gärtnerplatztheater; Meet & Greet / Rosewood Hotel; Vernissagen „Frank – Jüdisches Leben im Glockenbachviertel“ / mim Raum für Kultur, Eva & Adele: „Cowboys and Angels“ / Nicole Gnesa, Hannes Heinrich: „Even Demons Have Demons“ / Lohaus Sominsky, Danni Chen: „Drops of the Juice“ / The Tiger Room, Reiner Heidorn: „mentalscapes“ / Benjamin Eck und Joana Albuquerque & Patrik Graf: „Zähne kauen“ / Salon Maudite; Podiumsdiskussion „What happens to the Designszene“ ft. Mirko Borsche, Thorsten Buch, Matthias Edler-Golla, Hermann Iding, Susi Luger, Christine Moosmann und Marco Eisenack / Perle; Flatz: Performance-Filme / Pinakothek der Moderne; AMD Stage.24 – Graduate Fashion Show und Werkschau / AMD; John-Woo-Retrospektive: „A Better Tomorrow“, „Last Hurrah for Chivalry“, „From Riches to Rags“, „The Killer“ und „Bullet in the Head“ / Werkstattkino; LUNAparty / Bayerischer Hof; Verleihung des Erich-Kästner-Preises für Literatur an Wolf Haas / Internationale Jugendbibliothek; „Tokyo Vice“ / ARD; Pressekonferenz zur Münchner St.-Patrick's-Day-Parade / Killian's; Finest Spirits / Zenith; Brechtfestival Augsburg; Cérémonie des César;  Last Exit – Toytonics Pop-up-Gallery & Jam ft. COEO, Lars Eidinger, Kapote, Lea, Max NRG Supply und Zsa Zsa / Stuck-Villa; Buchpremiere von Juli Fabers „Unerhört! Unschlagbare Argumente für gendergerechte Sprache“ / Glitch; SC Verl vs. TSV 1860 / Sportclub-Arena; „Krawall!“ mit den FLINTA*-Künstler*innen Leber, Cute Fruit, fab, The Queenston und WarmDefeat  / Import Export

(Foto: Carole Bethuel/Koch Films)

Freitag, 16. Februar 2024

Sushi-Wirtin schnappt sich den Atzinger

Nachdem im Dezember Vassilios Galanopulos, der Wirt der Kult-Kneipen Atzinger  und Alter Simpl, Insolvenz anmelden musste,  war im Univiertel schnell davon die Rede, dass vor allem Betreiber*innen asiatischer Lokale sich bei Löwenbräu bzw. dem Brauereikonzern Anheuser Busch Inbev um die Übernahme der Wirtshäuser beworben hätten.  Gegenüber der „tz“ betonte die Brauerei Ende Januar aber, es werde „angestrebt, die Traditionsgaststätten im bisherigen Konzept weiterzuführen“.

Nun muss zumindest beim Atzinger das eine nicht zwingend das andere ausschließen. Denn am 13. Februar wurde ins Handelsregister die Atzinger München GmbH mit der Adresse Schellingstraße 9 eingetragen. Geschäftsführerin des am 25. Januar gegründeten gastronomischen Betriebs ist Thi Thuy Dung Dang.  

Die 44-Jährige ist seit April 2021 Gründungsgesellschafterin von Maggie Sushi am Viktualienmarkt, war seit Januar 2023 auch Geschäftsführerin, schied aber im Oktober letzten Jahres dort als Geschäftsführerin wieder aus. 

Ob sie nun den Atzinger in altbewährter Manier fortführt oder die Speisekarte künftig um gebackenes Sushi, Tempura und Mango-Ente erweitern wird, bleibt abzuwarten.

Auch der Alte Simpl soll wieder weiblich geführt werden. Wie es heißt, übernehmen ihn zwei Wirtinnen, die sich jetzt erst einmal um die Konzession bemühen und den Laden dann renovieren werden. Ab April soll es dort in altbewährter Manier weitergehen.

Montag, 12. Februar 2024

Wochenplan (Updates)

„The Daily Show“ mit Jon Stewart / Comedy Central; Premiere von „Ich, dein großer analoger Bruder, sein verfickter Kater und du“ / Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater; Trauerfeier und Beisetzung Florian Wolf / Ostfriedhof; Paneldiskussion „Internationale Kooperation im Systemwettbewerb – Zeit für eine Zeitenwende“ mit Fonteh Akum, Jakkie Cilliers, Thomas Erndl, Ottilia Anna Maunganidze und Wolfgang Niedermark / Hanns-Seidel-Stiftung; Vernissage Angela Anzi, Jennifer López Ayala, Sebastian Maas & Martin Werthmann: „Anna Blume, der Raum ist weit“ / Heldenreizer @ Bunker Grünwald; Stammtisch Neue deutsche Medienmacher*innen / Augustiner-Keller; Tasting Dinner ANICAV: „Red Gold from Europe“ / Eataly; Jean-Rollin-Retrospektive: „Vierges et Vampires“, „Le Frisson des Vampires“ und „La Rose de Fer“ / Werkstattkino; Def Tech Night / Herzog; Meredith Monk – Konzerte und Künstlerinnengespräch / Haus der Kunst; „Germany's Next Top Model“ / Pro Sieben; Responsible Leaders Hub mit Hillary Clinton, Nancy Pelosi, Ban Ki-Moon, Gordon Brown, Bettina Stark-Watzinger, Mathias Döpfner, Ulrich Wilhelm u. a. / Mini-Pavillon; Emerging Leaders – Munich Security Conference @ Amerikahaus ft. Hillary Clinton, Katharina Schulze u. a. / Amerikahaus; Trauerfeier Gert Rabanus / Aetas; Starkbier-Anstich / Weißes Bräuhaus; BMW Night of the Legends / BMW-Welt; Opening Party des Milchbar-Pop-ups; Gaming-Messe GG Bavaria / Motorworld; David Cronenbergs „Crash“ (Foto) mit James Spader, Holly Hunter, Rosanna Arquette, Elias Koteas und Deborah Kara Unger / Werkstattkino; Holm Dressler: „Hinter den Kulissen des Showbusiness“ / Kulturverein Herrsching; BAFTA Film Awards

Sonntag, 11. Februar 2024

Traumtagebuch (19): Hasan Ismaik und der TSV 1860

Der TSV 1860 spielt, aber ich bin daheim und gucke das Spiel im Fernsehen. Dafür taucht Hasan Ismaik im Stadion auf (das nicht das Grünwalder Stadion ist, sondern ein Traumstadion, dessen Umfeld eher dem Trainingsgelände ähnelt). Ismaik wird von drei Leibwächtern begleitet, von denen jeder einen Meter breiter ist als der vorherige, also der erste ein Meter breit, der zweite zwei Meter breit und der dritte drei Meter breit, was alle zum Lachen bringt. Daheim stoße ich mir das Knie, woraufhin das Blut unaufhörlich aus der Wunde quillt. Meine Mutter meint, dass eine Arterie getroffen sei und legt einen Pressverband an. Ich wache auf.

Montag, 5. Februar 2024

Wochenplan (Updates)

Philly Cheesesteak Day / American Burger Bar; Vernissagen Johannes Müller: „Faces – Mensch & Konflikt“ / Neumeister, Christian Springer & Albert Kapfhammer: „Eine bomben Aussicht“ / Valentin-Karlstadt-Musäum, Diplom 2024 / Akademie der Bildenden Künste, Flatz: „Something Wrong With Physical Sculpture“ (Foto) / Pinakothek der Moderne mit After Party ft. DJ Hell / P1, „Kunst, Körper, Widerstand“ / Habibi-Kiosk der Kammerspiele und Janitzky: „Kompliziertes“ / Salon Maudit; „Public Sector and Friends meets Zukunftskongress Bayern“ / Zum Franziskaner; Sondervorführung von „Gondola“ für HFF-Absolvent*innen mit anschließendem Q+A von Marcus H. Rosenmüller mit Regisseur Veit Helmer / HFF; Aufzeichnung „Ringlstetter“ mit Josef Hader & Nadine Nurasyid; „Ghost in the Shell“ / City; Jahrespressekonferenz / NS-Dokumentationszentrum; Presselunch Green Beetle; Gambero Rosso Tre Bicchieri Worldtour / Löwenbräukeller; „Kultur des Protests: Ungehorsam, Opposition, Widerstand“ / Seidlvilla; Podiumsdiskussion „Neues Gesetz zerbricht die Ordnung: Die Welt aus den Fugen“ mit Ulrich Haltern, Elsa-Sophie Jach, Herfried Münkler und Florian Roth / Große Aula der LMU; „Im Wettstreit der Künstler“ – Ernst-Wilhelm Händler im Gespräch mit Kia Vahland zu seinem aktuellen Kunst-Roman „Der absolute Feind“ / Café Luitpold; Zukunftskongress Bayern / Holiday Inn; Grand Opening Mariott City West; Podiumsdiskussion „Die Welt ordnet sich neu. Gefahren und Chancen“ mit Andrea Behrends, Nicole Deitelhoff, Alicia Hennig, Saskia Hieber, Timothy Liston, Carlo Masala, Herfried Münkler, Michael Reder, Monika Schnitzer, Moritz Schularick, Christian Walter und Azadeh Zamirirad / Bayerische Akademie der Wissenschaften & ARD alpha; Album Release des Ippio Payo Ensembles / Favorit-Bar; Jean-Rollin-Retrospektive: „La Rose de Fer“ und „La Vampire Nue“ / Werkstattkino; Klage von Benjamin Ruß gegen den Freistaat Bayern in Sachen Berufsverbot an der Technischen Universität München & Kundgebung der Münchner Gewerkschaftslinken / Arbeitsgericht; Forum für Theater, digitale Transformation und Nachhaltigkeit / Kammerspiele; Überreichung eines Preises für Galerien und Off-Spaces an mim – Raum für Kultur; Les Victoires de la Musique / France 2; Love Slam / Arge Salzburg; Tina Satters „Reality“ mit Sydney Sweeney und Josh Hamilton / Werkstattkino; Fantasy Filmfest White Nights / City; Modenschau der Juronoid-Kollektion AIgnorance / Lost Weekend; „München Mord: A saisonale G'schicht“ / ZDF; Closing Milchbar; Lichterkettemeer München / Theresienwiese; „Wer stiehlt mir die Show?“ mit Sarah Connor, Lena Meyer-Landrut, Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt / Pro Sieben; Super Bowl LVIII: Kansas City Chiefs vs. San Francisco 49ers / RTL

Samstag, 3. Februar 2024

Poparazzi (12): Akademie der Bildenden Künste

Bekannt aus Tweets, Blogs und der Medienfachpresse. Also überhaupt nicht. Dennoch erkennen mich immer wieder Fremde. Oder flüchtige Bekannte halten mich für wichtig. Und schießen mich ab. 

Auch im Winter mein Lieblingsplatz, um die Sonne zu genießen, Musik zu hören und die Zeitung zu lesen. Nur meine Krähen kommen leider nicht mehr.

Montag, 29. Januar 2024

Wochenplan (Updates)

Vernissagen Projektklasse Dirk Fleischmann: „Runaway Process“ / Akademiegalerie, Mari Iwamoto & Zhipeng Wang: „Double Shadows“ / Kunstarkaden, Käthe deKoe, Eva Gantar, Korbinian Vogt & Laura Zalenga / Ingo Seufert  und Milen Till: „Parkett“ / Klüser; Cheers #28 – Treffen der Münchner Musikszene: „Wie komme ich auf die Münchner Bühnen?“ / Milla; „Role Models: Haya Molche“ / ZDF-Mediathek; Rapunzel-Challenge / Lipperts; Weiße-Rose-Gedächtnisvorlesung mit US-Botschafterin Amy Gutmann: „Standing Up & Speaking Out for Democracy“ / LMU-Audimax; „Ach Europa!“: Podiumsdiskussion „Gibt es eine europäische Verfassungsidentität?“ mit Dieter Grimm, Ulrich Haltern und Eva Ellen Wagner/ Center for Advanced Studies der LMU; Vortrag von Jeff Wall / Lenbachhaus; Richard Linklaters „A Scanner Darkly“ / City; Thomas-Brasch-Retrospektive: „Lieber Thomas“, „Engel aus Eisen“, „Domino“ (Foto) und „Der Passagier – Welcome to Germany“ / Filmmuseum; Vollversammlung des Stadtrats / Rathaus & Livestream; Festakt 125 Jahre Maria-Theresia-Gymnasium / Salesianum; Grand Opening der Stadtsparkassenfiliale für Studierende und junge Erwachsene / barer41; „Global und gerecht – Wege aus einer Ökonomie der Ungleichheit“ mit Flávio Benites, Kathrin Hartmann, Nina Treu, Aram Ziai und Aïda Roumer / EineWeltHaus; Moshtari Hilal liest aus „Hässlichkeit“ / Zirka; Munich Spirits / MVG-Museum; Chinesisches Neujahrsfest / Chinesische Schule; Erstausschank des alkoholfreien Hellen der Klosterbrauerei Andechs / Bräustüberl; Kida Khodr Ramadans „Testo“ / ARD-Mediathek; Rock-Festival: Michael Sandvoss über magische Kommunikation / Lakoula; Frauen unter Palmen: Justine Triets „Solférino“ über die französische Präsidentschaftswahl 2007 / Filmmuseum; „Sløborn III“ / ZDFneo; Tag der offenen Akademie / Theakerakademie August Everding; Grammy Awards / MagentaMusik

Mittwoch, 24. Januar 2024

barer41 oder die Gentrifizierung meiner Straße

Als ich 2003 in die Barer Straße zog, hieß sie unter den hier ansässigen Geschäftsleuten wegen schwacher Umsätze die Null-Euro-Meile. Und von deren Betrieben, ob Metzger, Lüsterladen, Modernes Antiquariat, Boutique, Buchhandlung, Schreibwarengeschäft oder Nagelstudio, existiert zweizwanzig Jahre später kaum noch eines. Rundherum das Univiertel, seit der Bezirksreform der 1970er-Jahre offiziell Maxvorstadt, aber im Volksmund Schwabing, wenn auch nur gefühltes Schwabing. Aber shoppen, Kaffee trinken, essen oder feiern gingen die Studierenden um die Ecke, in der Schelling-, Türken- oder Amalienstraße. Die Barer Straße, benannt nach dem französischen Bar-sur-Aube und den Befreiungskriegen, war tot. Bis 2007 die Berisha-Brüder kamen und das Barer 61 gründeten.

Wenn die Stadtsparkasse nun am 1. Februar, nach über einem Jahr Umbauzeit, ihre erste Filiale für Studierende und junge Erwachsene präsentiert, das barer41, das mehr einem hippen Café als der Niederlassung einer Bank ähnelt, dann wären wohl weder diese schnieke Sparkasse, noch ihr Name ohne die Vorarbeit der Berishas vorstellbar.

2007 verwandelten Barry und Avni Berisha einen ehemaligen Schuhladen in das Barer 61, einem Café, das mehr nach Berlin als München aussah. Ein Sammelsurium an Einrichtungsstilen („Villa Kunterbunt“, so der „Prinz“). Eine Karte, die mit ihren frisch gepressten Säften, Wraps und Piadine heute Standard wäre, damals aber neue Maßstäbe setzte, die dann viele kopierten. Der beste Kaffee im Viertel, die schönsten Kellner*innen, Zeitungen und WLAN, kurzum: der perfekte Nachbarschaftstreff, der die ganze Nachbarschaft aufrüttelte und verwandelte. 

Und selbst Vice in Erregung versetzte: „Wäre einfach ein ganz passabler Laden, um zu frühstücken oder Mittag zu essen, wenn es da nicht noch die Mädchen hinter der Bar gäbe, die so unglaublich heiß sind, dass es keinen besseren Ort gibt, um schon um elf Uhr morgens beim Zeitungslesen einen Ständer zu kriegen.“ 

Ich war vom ersten Tag Gast, Stammgast und nannte es alsbald mein Wohnzimmer, wo mich dann auch der „Stern“ fotografierte und „Spiegel“-Reporterin Laura Backes interviewte.

Nach dem erfolgreichen Blitzstart des Tagescafés Barer 61 übernahmen die Brüder ein paar Häuser weiter das legendäre Schultz, nannten es BARer 47 und hatten nun auch noch ein nächtliches Standbein. Die Straße war bald nicht mehr wiederzuerkennen. Pures Leben, Pop-up-Läden (als einer der ersten 2007 meine 100 Tage Bücher), hippe Boutiquen, aber auch Gewerbemieten, die sich verdreifacht haben. Gentrifizierung.

Aus dem Barer 47 wurde inzwischen Klaus Gunschmanns Fox, das Barer 61 gehört immer noch den Berishas, wurde aber nach einem Konzeptwandel während der Corona-Zeit in Nebenan unbenannt. Und jetzt kommt ausgerechnet die Stadtsparkasse recht spät zur Party und nennt ihre neue hippe, junge Filiale barer41: „Deine Homebase.“ „Ein Raum für frische Ideen.“ „Und leckeren Kaffee gibt es natürlich auch.“ Samt „Grand Opening“ am 1. Februar mit „Showtime“ um 13 Uhr und „Party“ ab 19 Uhr. Das war's wohl mit meiner Straße.

Montag, 22. Januar 2024

Wochenplan (Updates)

Vernissagen Bayerischer Kunstförderpreis ft. Lukas Hoffmann, Jonathan Penca, Gülbin Ünlü und Max Wencelides / Galerie der Künstler, Ilit Azoulay: „Queendom – Navigating Future Codes“ / Museum der Moderne Salzburg, „Geliebte Gabi. Ein Mädchen aus dem Allgäu – ermordet in Auschwitz“ / Bayerischer Landtag, Nomi Baumgartl: „Eternal Icons“ / Leica Galerie, „Chapeau Fred“ / Jahn & Jahn, Christian Jankowski, Alastair Mackie, Yves Netzhammer & The Icelandic Love Corporation: „Catch Me if You Can“ / Eres und Irving Penn: „The Bath“ sowie Jonathan Lasker: „Painting and Drawing“ / Thaddaeus Ropac Salzburg; „Blue Velvet“ / arte; Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen; Verleihung der Ernst-Hoferichter-Preise an Katja Huber und Pierre Jarawan / Literaturhaus; Nicolas Roegs „Walkabout“ / Filmmuseum; Fokus LMU: Podiumsdiskussion „Künstliche Intelligenz verstehen – Chancen, Grenzen und Gefahren“ mit Björn Ommer, Jelena Spanjol, Maximilian Eder und Oliver Jahraus / Große Aula; Mobilitätsauschuss / Rathaus; 3. Katholische Armutskonferenz / Katholische Akademie; Lagerverkauf / Kostüme Breuer; Buchpräsentation „Das Paulanerkloster in der Au. Eine Spurensuche am Mariahilfplatz“ / Paulanerkloster; Vorstellung des Computerspiels „Last Seen“ zu NS-Deportationen / Wittelsbacher Gymnasium; Alumni Forum: Susanne Hermanski & María Inés Plaza über Kunstkritik / Akademie der Bildenden Künste; FC Bayern vs. 1. FC Union Berlin / Allianz-Arena; Kerstin Stremmel & Dorothea Volz: „Eine kleine Geschichte der Theaterfotografie“ / Deutsches Theatermuseum; „Wie denkt die Generation Future über die Welt von morgen?“ Vorstellung der Zukunftsstudie der Schörghuber-Gruppe / Presseclub; Demo für das B2-Kulturprogramm und gegen den „Bayerischen KulturSchrumpfFunk“ / Rundfunkplatz; „Dialog mit der Wirtschaft: KI in der Praxis – Cybersicherheit, Datenschutz, Urheberrecht“ / IHK; Art & Tech Talk: Betty Mü – „Von Super 8 zum Megamapping - Videoart, Immersion und AR“ / Wavelab; „Liebe & Hot Schoki“ – ein cozy Leseabend / Glitch BookstoreThe Perfect Runway Charity Gala / BMW-Welt; Bayerischer Landesfrauenrat: „Feminismus – wann, wenn nicht jetzt?“ / Allerheiligen Hofkirche; LUNAparty / Bayerischer Hof; „Expats“ mit Nicole Kidman / Amazon Prime; andererseits. Literatur trifft Wissenschaft: Lesung und Gespräch über „Die Verwandelten“ mit Ulrike Draesner, Heide Glaesmer und Frieder von Ammon / LMU; Special Screning von „Stella. Ein Leben“ mit Regisseur und Drehbuchautor Kilian Riedhof / Astor im Arri; Podiumsdiskussion „Trauma und Wirklichkeit. Antisemitismus und jüdische Lebensrealitäten“ mit Doron Rabinovici, Laura Cazés, Lena Gorelik und Richard Chaim Schneider / NS-Dokumentationszentrum; Thomas-Brasch-Retrospektive: „Lieber Thomas“ (Foto) und „Engel aus Eisen“ / Filmmuseum; Jugendpolitischer Jahresauftakt des Bayerischen Jugendrings mit Ursula Münch, Thomas Rudner, Julia Post, Christian Schoppik, Philipp Seitz und Antonia Goldhammer / Institut für Jugendarbeit ; Konferenz „War Unmasked“ / Bellevue di Monaco & Fat Cat; Lesung & Live-Performance Hans Platzgumer & Carl Tokujiro Mirwald / Optimal

Donnerstag, 18. Januar 2024

Agora (10): Anton G. Leitner über Hans Schober, Studiendirektor des Wittelsbacher Gymnasiums

Meine alte Schule, das Wittelsbacher Gymnasium, war schon eine prägende – oder deformierende? – Anstalt. 1907 gegründet, von 1922 bis 1930 unter der Leitung von Gebhard Himmler, Vater von Heinrich Himmler und Protagonist von Alfred Anderschs „Der Vater eines Mörders“. Neben Andersch gingen hier auch Eugen Roth, Carl Orff, Gustl Bayrhammer, Dieter Kronzucker, Fritz & Elmar Wepper, Peter Sloterdijk, Ulrich Chaussy, Rainer Maria Schießler und Anton G. Leitner zur Schule. Und ab 1974 sogar Mädchen. Was alsbald zu einem ersten Verweis wegen Knutschens am Sportplatz führte. Verschärfend kam zum Tragen, dass es sich beim Partner der Schülerin um ein „schulfremdes Element“ gehandelt hatte. 

Zwischen Circus Krone, Spaten-Brauerei, Finanz- und Landeskriminalamt gelegen, war die Stimmung am Wittelsbacher eben streng-konservativ, was man seinerzeit gern als humanistisch verbrämte. Selbst wenn der Lehrer unaufmerksamen Schülern den Schlüsselbund an den Kopf warf. 

Anton G. Leitner, Mitbegründer und Herausgeber der Zeitschrift „Das Gedicht“, war mit mir in einem Jahrgang, wenn auch im humanistischen Zweig mit Altgriechisch. Das lehrte Studiendirektor Hans Schober, Ständiger Erster Stellvertreter des Schulleiters. Uns Neusprachlern blieb er als Lehrer erspart, aber alle Schüler*innen fürchteten ihn als Höllenhund an der Schulpforte, der pünktlich zum Unterrichtsbeginn um 8.15 Uhr jedem auflauerte, der zu spät kam, um ihn aufzuschreiben. 

In den letztes Jahr veröffentlichten Erinnerungen „Vater, unser See wartet auf dich“, widmete Leitner unter der Überschrift „Die alte und neue Schule des Werdens“ eine Doppelseite auch Schober: 

»Mei, Donal, des wead schwea füa di, wei dei Vadda scho ois Bua bei mia an Homäa vom Blaadl weg üwasezzn hod kenna«, unkte unser Kondirektor Hans Schober schon vor meiner allerersten Altgriechischstunde bei ihm. Schober, jener holzgeschnitzte Steißtrommler, der selbst Hitlers Russlandfeldzug überstanden hatte, als junger Leutnant, unverwechselbar durch die rosazeageröteten Wangen und seine mit grauem Haarflor umkränzte, tagtäglich auf Hochglanz polierte Glatze, kurzum: die unbestrittene Koryphäe des Nachkriegs-Humanismus an den höheren Lehranstalten im Freistaat. 

Er war ein erklärter Gegner der Koedukation, versteht sich, Vertreter der ziemlich nassen Käsar-und-Kikero-Aussprache im Lateinischen. Damals beherrschte ich noch nicht einmal das griechische Alphabet. Weil Vater es sehr angebracht erschien, mich zu einem besseren Menschen erziehen zu lassen, hatte er meinen Wechsel ans humanistische Gymnasium fürs neunte Schuljahr veranlasst, ohne dabei zu bedenken, dass ja meine zukünftigen Leidensgenossen schon ihr ganzes achtes Schuljahr lang im Gegensatz zu mir zwei Stunden Altgriechisch pro Woche eingetrichtert bekommen hatten. »Des wead scho, Bua«, so sein altbewährtes Baldrian-Ersatz-Placebo, und im äußersten Notfall verabreichte er mir als naturbelassenes Allheilmittel eine Einzeldosis »Scheiß da nix!« 

Als mir Schober die erste Extemporale mit geschwungener roter Riesensechs plus Stern auf die Schulbank knallte und bemerkte: »Du bist vollkommen unbegabt!«, war ich noch nicht einmal fähig, seine Stegreifaufgabe zu lesen, geschweige denn zu lösen, und schiss mir fast in die Hose vor Angst. Jahre später klopfte mir der alte Schober nach einer Lesung im Lyrik Kabinett München jovial auf die Schulter und schlug mich nebenbei auch noch zum Ritter: »Des hädd i ma damois need dengd, dass aus dia aa no amoi wos wean kannd, awa a Hundling bisd ja oiwei scho gwen.« Spätestens da begann mir Vaters Panazee, sein metaphorischer Stein des Weisen »Das wird schon« einzuleuchten, weil das, was werden kann, auch wird. Vielleicht. Einmal.