Montag, 5. Oktober 2026

Wochenplan (Updates)

Expo Real / Messe; „War“ mit Sienna Miller (Foto) & Dominic West / Sky & Wow; Alain Corneaus „Police Python 357“ mit Yves Montand, Simone Signoret, François Périer, Stefania Sandrelli, Matthieu Carrière, Vadim Glowna u. a. / arte; Bavarian Data Summit / Macherei; KI-Gipfel / Bayerisches Digitalministerium; „Die Mitte Europas?“ Ein Abend mit Radka Denemarková und Michal Hvorecký / Literaturhaus; Pressetermin Flaucherquartier mit Dominik Krause, Verena Hubertz, Elisabeth Merk, Thomas Rehn, Florian Bieberbach und Gabriele Jahn / Gasteig HP8; „Abschiebeterminal MUC verhindern!" / Bellevue di Monaco; „Augstein. Ein deutsches Leben“ / Literaturhaus; Irvine Welsh: „Trainspotting“ und „Men in Love“ / Amerikahaus; Spatenstich für das Studierendenwohnheim Agnesstraße 33; AI@Strategy Conference / Audimax der Technischen Universität; Pressekonferenz „Die blauen Reiterreiterinnen“ / Lenbachhaus; Sondervorstellung des Dokumentarfilms „Sternbrücke forever“ in Anwesenheit des Regisseurs Christian Hornung / Monopol; Isarbass / Unter Deck; Spatenstich zum zweiten Bauabschnitt / Kirschgärten; Eröffnung Dasvinzenz / Kunstlabor 2; Underdox Filmfestival / Filmmuseum & Werkstattkino; Vernissagen Luisa Baldhuber / Museum Starnberger See, „Can You Imagine?“ und „Die Nacht berührt die Erde. Fritz Winters Kosmos der 1930er und 1940er Jahre“ / Pinakothek der Moderne sowie „Fake Noise, True Image“ / Pasinger Fabrik; „Revisiting Kammerspiele“ – Tagung zu Theater, deutsch-jüdischer Geschichte und NS-Erbe / Studiobühne & Werkraum; Euroleague: FC Bayern Basketball vs. Virtus Bologna / SAP Garden; Buchpräsentation von Helga Hengges „Abenteuer Heilige Berge“ / Canada Goose Store; Sendepremiere „DoppelHausHälfte“ / Im alten Fruchthof; Rodeo Tanz-, Theater- und Performance-Festival / schwere reiter, Zirka; Halle 6, Theatermuseum, HochX & Grünspitz; FREItag des Bayerischen Journalisten-Verbands / House of Communication; 25 Jahre EineWeltHaus; Kostümverkauf / Gärtnerplatztheater; TED x München / Munich Urban Collab; Preview „Whistleblower“ In Anwesenheit von Frederik Obermaier & Bastian Obermayer / City; Bayerischer Sportpreis / BMW-Welt; Minsk x Minga Festival / Bellevue di Monaco, Kulturzentrum Gorod, Prinzregentenstraße 7 & Einstein Kultur; Verleihung des Kurt-Meisel-Preises und Jubiläumsgala der Freunde des Residenztheaters / Residenztheater; Marktplatz der Genüsse / Jüdisches Gemeindezentrum St.-Jakobs-Platz; BCB x SIP Welcome Hospitality Brunch / Chou Chou by Hilton Berlin; Florentina Holzingers „A Year without Summer“ / Volksbühne Berlin; Opus Klassik Gala / Konzerthaus Berlin & ZDF; BCB Opening Party / Matrëshka Bar

Samstag, 3. Oktober 2026

Poparazzi (19): Alumni-Netzwerktreffen der Friedrich-Ebert-Stiftung für Journalist*innen

Bekannt aus Tweets, Blogs und der Medienfachpresse. Also überhaupt nicht. Dennoch erkennen mich immer wieder Fremde. Oder flüchtige Bekannte halten mich für wichtig. Und schießen mich ab.

Wenn mal jemand einen Auftragskiller auf mich ansetzt, braucht er gar kein Foto von mir. Es reicht die Beschreibung, dass ich der einzige vor Ort sei, der ständig am Handy hängt. So auch dokumentiert von Per Jacob Blut beim Alumni-Netzwerktreffen der Friedrich-Ebert-Stiftung für Journalist*innen im Berliner Publix im September 2026.








Montag, 28. September 2026

Wochenplan (Updates)

Oktoberfest; Bits & Pretzels / Messe & Festhalle Schottenhamel;  Opening / Servus Habibi; Lesung und Podiumsdiskussion zum Thema reproduktive Gesundheit und körperliche Selbstbestimmung anläßlich des Safe Abortion Day / Rathaus; Patrick Radden Keefe: „London Falling“ / Amerikahaus; My Ugly Clementine (Foto) / Ampere; Ukrainisches Theaterfestival Soloway Fest / Pasinger Fabrik, Sammlungsgeschichten: „Die Schenkung des Nachlasses von Franz von Lenbach“ / Lenbachhaus; Bezirksausschuss Freimann-Schwabing / Schulcampus Alte Heide; Vollversammlung des Stadtrats / Rathaus & Livestream; Art & Design Tegernsee / Gut Kaltenbrunn; Slata Roschal: „Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet“ / Literaturhaus; Vorstellung des Schwarzbuchs 2026 „Die öffentliche Verschwendung“ / Bund der Steuerzahler; Pressekonferenz zur Weiterentwicklung der Liegenschaft Untere Grasstraße 11; Kollektionspräsentation Zeb's Mobile Closet / Blue Tomato; NFL Wiesn / Ochsenbraterei; Premiere „Bye Bye Lolita“ / Cuvilliéstheater; Feministischer Salon: Emily Brontës „Wuthering Heights“ / Glitch; „East of Eden“ mit Florence Pugh / Netflix; „Faust auf die Fresse – ein feministisches Sportfestival“ / Pathos Theater, Boxwerk, Blackbike Hofstatt & Bahnwärter Thiel; Vernissagen „Imaginarium“ / Literaturhaus, „Neugier im Fluss: Salzburger Kunst zwischen Aufbruch und Erinnerung“ mit Alexandra Baumgartner, Adele (Eva & Adele), Thomas Hörl und Elisabeth Schmirl. / Museum der Moderne Salzburg, „HER. Mitgliederausstellung 2026“ und Peter Schreiner: „Cabinet fluidifié“ / Salzburger Kunstverein, Marc Brandenburg: „All Hail the Berlinian“ und Valie Export & Ketty La Rocca: „Body Sign“ / Villa Kast Salzburg sowie Ssirus Pakzad: „Face to Face, Soul to Soul / Unterfahrt; „Das philosophische Foyer“ / Stuck-Villa; Anarchistisches Treffen / Salon Maudite, JUZ Ebersberg & Stattpark Olga; Punktoberfest / Glockenbachwerkstatt und Quax; Eröffnungsveranstaltung „Lange Nacht der Demokratie“ / Maximilianeum; EHC Red Bull München vs. Augsburger Panther / SAP-Garden 

Samstag, 26. September 2026

Erinnerungen an meinen Vater (49) und die Wiesn

Dadurch dass meine Brüder acht beziehungsweise neun Jahre älter waren als ich, erlebte ich viele Dinge vor meiner Zeit, einfach indem ich mich an sie hielt. Das führte ihrerseits auch zu Überdruss und Ablehnung, weil sie natürlich nicht immer mich als Nesthäkchen an der Backe haben wollten. Mein erstes Bier habe ich definitiv dank ihnen getrunken. Ich muss wohl sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein und sie auf das Oktoberfest begleitet haben, wo ich dann ein Noagerl austrinken durfte.

Aber für erste Wiesnbesuche war mein Vater Ion Popa zsutändig. Zuerst gemeinsam mit meiner Mutter bei meinen Brüdern, als sie noch klein waren (Foto). Und später dann auch – ohne meine Mutter, und deshalb auch ohne Fotobeweis – bei mir. Ich kann mich aber nur an eine Episode erinnern. Da er unter dem Pseudonym Ion Măgureanu als Journalist für Radio Freies Europa arbeitete, besaß er einen Presseausweis. Und einmal zückte er diesen bei einem Schausteller, um mit mir kostenlos reinzukommen. Ob das nun ein Fahrgeschäft, eine Geisterbahn oder ein Spiegelkabinett war, daran kann ich mich nicht mehr erinnern.

Montag, 21. September 2026

Ralle Richter: Mal lieb, mal wütend, aber immer authentisch

Die drei Bad Boys des deutschen Fernsehens, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge und Ralf Richter verband nicht nur die gemeinsame Zeit vor der Kamera in Wolfgang Petersens Weltkriegs- Epos „Das Boot“. Sie schufen auch, teils durch Umgehung der Strafgesetze, eine Screen-Credibility, die auf ihrer Street-Credibility beruhte. Ihre Ausstrahlung im Fernsehen und Kino schien im Straßenkampf und nicht auf der Schauspielschule gestählt worden zu sein. Man traute ihnen vor oder auch abseits der Kamera jede Betrügerei, jede Schlägerei und jeden Drogendeal zu. 

Und auch wenn Ralf Richters Vater Architekt und Immobilienbesitzer gewesen war, lebte dieser strenggläubige Katholik mit Frau, Ralf und sieben weiteren Kindern im Bochumer Arbeiterviertel und führte ein offenes Haus. Ralf besuchte zwar eine Schauspielschule, hatte aber zuvor Schreiner gelernt, wobei der Vater das Handwerk seines Sohnes als sozialen Abstieg empfand und es begrüßte, als er zum Schauspiel wechselte. Den Erfolg seines Sohnes als Kult-Darsteller erlebte er aber nicht mehr.

Während Rudolph eher der gefährlich schweigsame Düstere blieb und Semmelrogge der spitzbübische Lustige, gab der in Essen geborene „Ralle“ Richter meist den derben Proleten mit eisblauen Augen und unwiderstehlichem Ruhrpott-Charme. Mal lieb, mal wütend, aber immer authentisch. Im Fernsehen etablierte er sich als Bergmann Otto Schablowski in Klaus Emmerichs „Rote Erde“. In Peter Thorwarths Kult-Komödien „Bang Boom Bang“ und „Was nicht passt, wird passend gemacht“ triumphierte er schließlich als „Kalle“ auch an den Kinokassen in diesem Rollenfach. 

Dass Richter damals vor der Deutschland-Premiere von „Bang Boom Bang“ in Köln direkt aus dem Tourbus heraus verhaftet und später wegen Kokainhandels zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, schadete ihm dann natürlich auch nicht, sondern unterstrich nur seine Glaubwürdigkeit vor der Kamera. Und Regisseure wie Dominik Graf („Die Katze“) oder Oskar Roehler („Suck My Dick“) griffen gerne auf dieses ungeschliffene Juwel zurück. 

Doch in den letzten Jahren war sein Glanz gesundheitsbedingt verblasst. Ihr in Köln lebender Vater sei in der vergangenen Nacht gestorben, schrieben seine Kinder Aline und Maxwell Richter am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung bei Facebook. Sie ergänzten: „Für uns ist gerae eine Welt stehen geblieben.“ Für viele Fans sei er Schauspieler, Kultfigur und ein Gesicht, das sie über viele Jahre begleitet habe. Für die Kinder sei er aber vor allem der Vater gewesen. Richter wurde 69 Jahre alt. 

Seinem Vater sei es seit längerem gesundheitlich schlecht gegangen, sagte Richters Sohn der „Bild“. „Er litt an COPD und einer Herzunterfunktion. Eine Vene zum Herzen hat nicht mehr richtig gearbeitet“, so Maxwell Richter. „Deshalb war er schon vor ein paar Monaten in der Klinik. Danach hat er weiter abgebaut.“ COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist eine chronische und fortschreitende Lungenerkrankung. 

(Versionen dieses Artikels erschienen in der „tz“, „Wasserburger Zeitung“, „Chiemgau-Zeitung“, im „Münchner Merkur“, „Mühldorfer Anzeiger“, „Mangfall-Boten“, „Oberbayerischen Volksblatt“, „Neumarkter Anzeiger“ und den „Waldkraiburger Nachrichten“ vom 16. September.)

Wochenplan (Updates)

„Youth“ / HBO Max; Gründung des IBA-M Netzwerks Bahnhofsquartiere / Veranstaltungsforum Fürstenfeld; Oktoberfest; Eight Cylinder Bigband / Unterfahrt; Pressegespräch der Linken zur Leerstandsbekämpfung / Rathaus; Buchpräsentation Konrad Bernheimer: „Briefe an meinen Vater“ / Jüdisches Gemeindezentrum; Pressegespräch 15-mal Festzelt Tradition auf der Wiesn / Oide Wiesn; Podiumsdiskussion „Umbau der Ludwigstraße – Visionen und Denkmalschutz im Widerstreit“ mit Robert Brannekämper, Andrea Gebhard, Christian Hierneis, Mathias Pfeil und Winfried Nerdinger / Kaufmanns-Casino; Presseabend / Hofbräuzelt; Buchpräsentation Klaus Zierer: „Wovon sprechen wir, wenn wir ‚Bildung‘ sagen? Auch ein Essay“ mit Julia Ruhs und Klaus Holetschek / Literaturhaus; Jahresbericht zur Aufgabenwahrnehmung im SGB II durch das Jobcenter / Rathaus; Präsentation von zwei Präventionsfilmen zum Ausstieg aus dem Rechtsextremismus und Podiumsdiskussion mit Joachim Herrmann, Daniela Marckmann und Andy Klein / Hochschule für Fernsehen und Film; Preisverleihung „Demokratie Next Generation“ / Pinakothek der Moderne; Rudolf Thomes „Detektive“ mit Ulii Lommel, Marquard Bohm, Iris Berben und Uschi Obermaier / Filmmuseum; JCOM x Doron Rabinovici: „Die Gegenwart der Vergangenheit“ / Kammerspiele; „Die Revoluzzer“ / arte; Monika Schnitzer: „Made in Germany – Wie zukunftsfest ist die deutsche Wirtschaft?“ / Bayerische Akademie der Wissenschaften; Vernissagen Mirjana: „Konjunktive Apokalpyse“ / Salon Maudite, Kitty Kraus / Kunstverein, „Dosenöffner“ ft. barkbank-Panta, Duo Ivandfrei & Lionel David, HUGO, Julia & Sarah, Kai Schatz, Karen Exner, luna & Anna, Philipp Kügler, PyserOne, Sonido Caribe und Tanya Vino / Unter der Brudermühlbrücke sowie Current III: „Inhabiting Time“ / Lothringer 13; Markus Naegeles Drug Stop, Weakboys & Die Pyramiden von Giesing / Giesinger Bahnhof; Shitkid / Milla;  „4 Blocks Zero“ (Foto) / HBO Max; Matthias Bublaths Fountain of Youth Band / Jazzbar Vogler; Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestags des rechtsextremen Oktoberfest-Attentats vom 26. September 1980 / Theresienwiese; „tz“-/„Merkur“-Redaktionswiesn / Schützenfesthalle; Nationale Olympiaentscheidung in Baden-Baden – „Public Viewing“ der ARD-Liveübertragung auf Einladung von Sportbürgermeisterin Verena Dietl für Unterstützer*innen aus Politik, Wirtschaft und Sport / Altes Rathaus; Modellflugtage / Flugwerft Schleißheim; Opening Party / Dance Space Munich; Sync Kitchen / Zirka; „Saturday Night Live“ season premiere with Jalen Brunson / NBC; Praetorius Wiesn / Marstall; Bauernmarktmeile / Odeonsplatz; „Encounters and Resonance: Ein Abend über Netzwerke“  mit Claire Siegert, Ansgar Oberholz & Dirk von Gehlen / St. Oberholz; Premiere „Die Dreigroschenoper“ / Residenztheater

Mittwoch, 16. September 2026

Poparazzi (18): Masterclass „Souverän vor und hinter der Kamera“ der Friedrich-Ebert-Stiftung

Bekannt aus Tweets, Blogs und der Medienfachpresse. Also überhaupt nicht. Dennoch erkennen mich immer wieder Fremde. Oder flüchtige Bekannte halten mich für wichtig. Und schießen mich ab.

Masterclass „Souverän vor und hinter der Kamera“ mit Christiane Wittenbecher beim Alumni-Netzwerktreffen der Friedrich-Ebert-Stifung für Journalist*innen im Publix Berlin. Ausnahmsweise konnte ich einmal selbst auf den Auslöser drücken, um mich abzulichten, als ein Video mit mir abgespielt und besprochen wurde.

Dienstag, 15. September 2026

Pop-Kunst für Kunst-Pop: Les Rita Mitsouko illustrés

Andy ist tot. Pop Art-Vater Warhol hat in Frankreichs Kultband Les Rita Mitsouko gute Schüler gefunden. Mit Hilfe von Gaultier (Mode) und Godard (Video) erreichte ihr Singsang aus Liebesrausch und Alk siebenstellige Verkaufszahlen und einen Platz im New Yorker Museum of Modern Art. 15 Maler*innen widmeten lovely Rita (richtig: Catherine Ringer) ein wildes Songbook: Zu Texten der beiden LPs „Marcia Baila“ und „The No Comprendo“ schufen sie Heiligenbildchen, Comic-Szenen und grelle Tableaus. 

Mâkhi Xenakis illustrierte „Marcia Baila“.

Blanchard setzte „Stupid Anyway“ grafisch um.

Die weiteren Künstler*innen waren Jean Philippe Delhomme, Alexandre Jacquinot, Jean Faucheur, Aurele, Ricardo Mosner, Hervé Di Rosa, Robert Combas, Muzo, Placid, S. Ringer (Catherines Vater, der 1940 von den Nazis deportierte und 1945 von den Sowjets befreite Maler und Aschkenazim Samuel Ringer, 1918–1986), William Wilson, Olivia Clavel und Gérard Zlotykamien.

„Les Rita Mitsouko illustrés“, Éditions Virgin Musique, Paris 1987, ISBN 2-87612-022-4

Eine Version dieses Textes erschien 1987 in einer Ausgabe der Zeitschrift „Musikexpress/Sounds“. 

Erinnerungen an meinen Vater (48) und die Frage: War er Links- oder Rechtshänder?

Manche Details, derer ich mich entsinne, würde ich nicht als Erinnerungen an meinen Vater Ion Popa aka Ion Măgureanu bezeichnen. Es sind vielmehr Assoziationen, tief in mir vergrabene Bruchstücke, die plötzlich wieder getriggert werden und dadurch in mein Bewusstsein geschwemmt werden.

Ausgerechnet in der Berliner Wilhelmstraße, von der mein Vater oft erzählt hat, bin ich am Sonntag auf die Fresse geflogen. Am Bürgersteig ragte der kurze Rest eines Schilderpfostens aus dem Boden, den ich übersah, darüber stolperte und der Länge nach hinfiel. Ich stützte mich dann unglücklich mit der rechten Hand ab, doch glücklicherweise brach oder riss ich mir nichts. Selbst meine Hose blieb, in Unterschied zu früheren Stürzen, an den Knien heil.

Doch mit der geprellten Rechten tue ich mich schwer, Brot zu schneiden. Und da glimmte plötzlich ein Detail in meiner Erinnerung auf: Ich würde es nicht beschwören, aber ich meine, mich vage erinnern zu können, dass mein Vater als Linkshänder geboren worden war. Erst in der Schule erzog man ihn, wie es damals Sitte war, zum Rechtshänder um.

Auf Fotos hält er seine Zigarette meist mit der Linken, aber auch mal mit der Rechten. Auf anderen Fotos hält er zwar seinen Kuli mit der Rechten, aber wohl weil er mit der Linken raucht.



Montag, 14. September 2026

Wochenplan (Updates)

Tutzinger Radiotage / Akademie für politische Bildung; Richtfest Zentrum für Digitale Medizin und Gesundheit / Klinikum Rechts der Isar; Fantasy Filmfest / City; Präsentation „DelikatEssen 2027“ / Mangostin; Medico International: „Klima vor Gericht“ – Diskussion zu nötiger Transformation und autoritären Verschiebungen mit Carla Hinrichs und Jerzy Montag / Import Export; Jolle / Ampere; Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ mit Lena Urzendowsky u. a. / ZDF; 78. Emmy Awards / Magenta TV; Conference „Negotiating the Nude: Unclothed Bodies in Art and its Historiographies (1860s–2026)“ / Zentralinstitut für Kunstgeschichte; Eröffnungsfeier des Weihenstephaner am Platzl mit Markus Söder, Markus Blume, Josef Schrädler u. a.; Gedenkveranstaltung und Erinnerungszeichen für Anna Paroubek / Kulturzentrum Guardini90 & Großhaderner Straße 18; Vernissagen „Fresh Horizons“ / Galerie der Künstler*innen, „Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel“ / Internationale Jugendbibliothek Schloss Blutenburg, Herlinde Koelbl: „Blendzeit – eine Lektüre“ / Ping Rodach, „Debütantinnen (m/w/d)“ / Neumeister, Gregor Hildebrandt / Lohaus,  Amélie Esterházy: „in uno omnia“ / Behncke sowie Anouschka Fechter, Theresa Hertin, Kateryna Lou, Nina Mann, Sophie Suttner, Valentin Hammlemann u. a.: „Ausschwellung – Das was bleibt“ / Candy; Verleihung des Katholischen Medienpreises / Künstlerhaus; Raoul Walsh: „They Drive by Night“ mit Humphrey Bogart, George Raft, Ida Lupino u. a. / Filmmuseum; Pressekonferenz Brotprüfung / Bäckerinnung; Bekanntgabe der  Nominierungen zum Deutschen Zukunftspreis / Deutsches Museum; Independent Hotel Show & The IH Munich 26 Awards / MOC; Freebird Meets Sri Lanka / Freebird; „City of Blood“ / Disney+; Sechste Staffel „Slow Horses“ (Foto) / Apple TV; Zweite Staffel „The Paper“ / Wow & Sky; Präsentation der Tegernseer Haggada / Bayerische Staatsbibliothek; „Oper für alle“ / Max-Joseph-Platz; Sprungbrett / Kranhalle & Hansa 39; Ralf Möllenhoffs „Kito. Zombies und Kannibalen“ / Werkstattkino; Traditioneller Presserundgang mit Oberbürgermeister Dominik Krause auf dem Oktoberfestgelände / Theresienwiese; Richtfest Xperience Quartier Taufkirchen; Presserundgang „Stonehenge“ / Archäologische Staatssammlung; Presserundgang zu den MCube MOSAIQ-Maßnahmen Moosach; Elisabeth Pape liest aus „Halbe Portion“ / Glitch; Yao Bobby x Simon Grab / Stattpark Olga; Bühnendinner der Bayerischen Staatsoper; „HeidiFest“ / Hofbräuhaus & RTL; PIN. Young Circle Ankaufscocktail / Kustermann Eventlocation; 2-Jähriges / Cœur by Fede & Phil; Oktoberfest-Baustellenführung Münchner Löwen Club / Theresienwiese; Buchpräsentation und Gespräch mit Ilit Azovlay / Stuck-Villa; Oliver Polak: „Comedy“ / Wirtshaus im Schlachthof; Lotte / Technikum; Velvet Two Stripes / Orangehouse; Zweite Staffel „Mobland“ / Paramount plus; Oktoberfest; Fünfte und letzte Staffel „Babylon Berlin“ / ARD; Barockfest / Schloss Lustheim; FC Bayern Basketball vs. Bamberg Baskets / BMW-Park; „Munich Folk Night“ mit Encantada u. a. / Import Export; Joko & Klaas: „Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)“ – 3. Staffel / Pro Sieben & Joyn

Donnerstag, 10. September 2026

Polizei nimmt Drohung gegen Charlotte Knobloch sehr ernst

Es war schon immer ungeheuerlich, dass Charlotte Knobloch sich in ihrer Heimatstadt München nicht ohne Personenschutz bewegen darf. Ob in der Pinakothek der Moderne oder im Referat für Arbeit und Wirtschaft, vor dem Oberpollinger oder im Alten Rathaus, am Wittelsbacher Gymnasium oder in den Kammerspielen: Stets erkundet ein Zivilpolizist vorab die Lage, und wenn die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern schließlich eintrifft, begleiten sie zwei bis drei bewaffnete Beamte. Doch selbst das scheint nicht mehr sicher genug zu sein. 

Heute Abend präsentierte „SZ“-Journalist Ronen Steinke sein neues Buch „Meinungsfreiheit“ im Fat Cat im alten Gasteig. Und Knobloch sollte in Begleitung von vier Leibwächtern unter den Gästen der ausverkauften Veranstaltung sein, sagte aber heute Mittag kurzfristig ab. 

Veranstalterin Micky Wenngatz vom München ist bunt! e. V. hatte sich schon darauf gefreut, Knobloch nicht nur als Zuschauerin begrüßen zu dürfen, sondern ihr öffentlich für ihre Unterstützung danken zu können und ihr zu versichern, dass man auch künftig an der Seite der israelitischen Gemeinde stünde. Doch dann kam die Absage aufgrund einer „Bedrohungslage“. 

Ronen Steinke schrieb auf Facebook, dass Knoblochs „Personenschutz“ eine Teilnahme an der Buchvorstellung „aufgrund eines aktuellen VORFALLS nicht für ratsam“ hielt. 

Offensichtlich handelt es sich nach Darstellung des Münchner Polizeipräsidiums dabei wohl um ein am Dienstag entdecktes und erst heute entferntes Graffito auf einer Parkbank im Englischen Garten mit einer persönlichen Morddrohung gegen Knobloch.

Da schützt auch kein Disclaimer auf der Webseite zur Veranstaltung: „Dies ist eine geschlossene Veranstaltung. Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.“

Stand heute Abend hätte die Präsidentin laut der Pressestelle der Israelitischen Kultusgemeinde aber keine weiteren Veranstaltungen abgesagt.

Lag es womöglich auch am subkulturellen Veranstaltungsort? Wenngatz widerspricht dem entschieden, hält es dagegen aber auch für keinen Zufall, dass es wenige Tage nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zu so einer Bedrohungslage kommt: Die Gefährder aus der rechtsextremen Ecke könnten „vor lauter Kraft nicht mehr laufen“.

Update: In den Wochenendausgaben vom 12. September haben dann auch „Abendzeitung“, „Süddeutsche Zeitung“ sowie ein weiteres Mal „tz“ und „Münchner Merkur“ den Vorfall aufgegriffen. Dabei kursierten abweichende Datumsangaben.
Mir hatte eine Polizeisprecherin am Donnerstagabend auf Anfrage mitgeteilt, dass das Graffito im Englischen Garten „vorgestern“, also bereits am Dienstag, entdeckt und am übernächsten Tag, also Donnerstag, beseitigt worden sei.
Die „Abendzeitung“ behauptet nun, das Graffito sei erst am Donnerstag, am Tag der abgesagten Veranstaltung, von einer Zeugin gefunden worden.
Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt in Ihrer Printausgabe sogar, dass die Morddrohung erst am „frühen Donnerstagnachmittag“ gefunden worden sei.

Versionen dieses Textes erschienen in der „tz“ und im „Münchner Merkur“ vom 11. September 2026.