Montag, 20. April 2026

Wochenplan

Frühlingsfest; Gastrofrühling / Hippodrom; Präsentation des bayerischen Verfassungsschutzberichtes / Innenministerium; Verkauf der Einrichtung und des Geschirrs des Salon Moët & Chandon; Vortrag Leda Bourgogne / Akademie der Bildenden Künste; Deutschland-Premiere von „Die reichste Frau der Welt“ in Anwesenheit des Regisseurs Thierry Klifa / Gloria-Palast; Verhandlung Oberärztin Katrin E. (TU-Sportcampus) vs. TUM / Landesarbeitsgericht; Vernissagen Joëlle van Autreve: „Les Miroirs“ / Knust Kunz, „Buntes Garten Ciao“ / Lenbachhaus, Giorgio Andreotta Calò: „The project deboleFORTE and the Island of Sant’ Andrea in Venice“ / Eres, Norbert Schmitz: „It's Never Just Black and White“ / Zoom Art Space 25, Leon Boden: „Hausmannskunst“ / Akademiegalerie, „Stadt - Verein - Menschen: der TSV von München 1860“ / VHS Ramersdorf, Wilhelm Sasnal: „Grey Eyes“ / Espace Louis Vuitton und „Neue Welten“ / Bergson; Eröffnung des Kammermusiksaals / Wohnheim Notburgastraße; „Casablanca“ / Filmmuseum; Evan Osnos: „Yacht oder Nicht Yacht – Nachrichten aus der Welt der Ultrareichen“ / Amerikahaus; Sidney Lumets „Network“ mit Faye Dunaway (Foto), William Holden, Peter Finch, Robert Duvall / arte; Grundsteinlegung Business-Quartier Heaven; Pressekonferenz zu Bayerns KI-Zukunft mit Keynote von Rod Evans (Nvidia) / Wissenschaftsministerium; Pressebegehung „Krishna – Religion, Kunst und Popkultur“ / Museum Fünf Kontinente; Hugo Helbing Lecture mit Michael Hutter: „Glanz und Elend der Kunstgütermärkte“ / Zentralinstitut für Kunstgeschichte; Munich Speech mit Karl Borromäus Murr: „Ich begreife das Textilmuseum als einen Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung“ / Behncke; Kulturpreis des Landkreises München / August-Everding-Saal; Pressekonferenz Martin Roemers: „Homo Mobilis“ / Verkehrszentrum des Deutschen Museums; Media Day / Goldberg-Studios; Erinnerungszeichen und Gedenkveranstaltung für Hugo, Fritz und Dora Helbing / St.-Anna-Gymnasium & Liebigstraße 21; Till Kössler: „Franco. Der ewige Faschist“ / NS-Dokumentationszentrum; Presseabend „Friuli Venezia Giulia – Eine Welt voller Wunder“ / Marriott City West; Podiumsdiskussion „Einfach nur wohnen“ / TUM; Literaturfest – Maria Aljochina (Pussy Riot): „Political Girl“ & Gabriela Adameșteanu: „Stimmen auf Abstand“ / Literaturhaus; Ehemaligentreffen des Wittelsbacher Gymnasiums / Augustinerkeller; Münchner Premiere von „Rose“ mit Regisseur Markus Schleinzer, den Schauspielerinnen Caro Braun und Marisa Growaldt sowie den Produzenten / Rio; Nirit Sommerfeld liest aus „Beduinenmilch“ / Klang im Dach; Maidult / Mariahilfplatz; TSV 1860 vs. SSV Ulm 1846 / Grünwalder Stadion & Bayerisches Fernsehen; „Kinoleben – Über das Tübinger Arsenal und andere Programmkinos“ in Anwesenheit von Regisseur Goggo Gensch und Stefan Paul, mit einem anschließenden Publikumsgespräch, moderiert von Thorsten Schaumann (Hofer Filmtage) / Werkstattkino; Encantada: Salón Sonoro / Salon Pitzelberger; Support your locals: Dana von Suffrin u. a. / Köşk; White House Correspondents' Dinner / C-Span; Buchpräsentation Joana Osman: „Wenn wir vom Fliegen träumen“ / Marstall; „Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)“ / Pro Sieben & Joyn

{Foto: Faye Dunaway in „Network“, Turner Entertainment/Goldwyn-Mayer-Studios/arte) 

Sonntag, 19. April 2026

Ioan Dragu şi Diplomația culturală a României în perioada interbelică

In Lucian Joras Buch „Diplomația culturală a României în perioada interbelică“  über die kulturellen Aktivitäten der rumänischen Außen- und Propagandaministerien im Ausland vor und während des Zweiten Weltkriegs werden neben Schriftstellern wie Eugène Ionesco (Seite 15), Emil Cioran und Mircea Eliade auch Diplomaten wie mein Großvater Ioan Dragu (als Ion Dragu auf den Seiten 109 und 169) erwähnt, der – obwohl Diplomat – dem im Zuge des Zweiten Weltkriegs am 3. Oktober 1939 neu geschaffenen Propagandaministerium unterstand und nicht mehr dem Außenministerium.

Fundsachen (46): Das Münchner Internet in den Jahren 2008 und 2011 laut jetzt.de

Seit 2008 war ich bei Twitter aktiv und diesem Zeitvertreib verdankte ich nicht nur eine „Spiegel“-Reportage über Vieltwitterer wie mich und zwei langjährige journalistische Jobs. Im April 2011 zählte mich die damals von Dirk von Gehlen geleitete „jetzt“-Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“ anläßlich der re:publica zu den zehn erwähnenswerten Bloggenden, Podcastenden und Twitternden in München.

Drei Jahre zuvor hatte bereits Patrick Gruban in einem Doppelinterview mit Lisa Sonnabend für die  jetzt.muenchen-Seite der „Süddeutschen Zeitung“ vom 22. April 2008 eine Lanze für mich gebrochen und auf der Frage nach einer „Münchner Bloggerstimme“ neben Klaus Eck und Roman Libbertz auch mich genannt.

jetzt.muenchen: Gibt es denn so was, wie eine Münchner Bloggerstimme?
Lisa: Vielleicht Don Alphonso, wenn der noch zu München zählt.
Patrick: Der ist eher in Ingolstadt, oder? Ich glaube, das ist schwierig. Eine Zeitlang war Klaus Eck mit seinem PR-Blog recht bekannt, aber eine Münchner Blogstimme ... 
Lisa: ... ich glaube, dass müsste dann eher persönlich gefärbt sein. 
Patrick: Vielleicht so wie das Tivoli- Blog von Dorin Popa. 
Lisa: Oder Nilz Bokelberg und Roman Libbertz, die halten sich wohl zumindest für die größten Münchner Blogger 
Patrick: Während meiner Minga-Zeit habe ich Roman Libbertz immer sehr gerne gelesen. Er ist ein Club-Besitzer und Jurist und dadurch eine kontroverse Person, das ist oft unfreiwillig komisch, er kann aber damit offenbar sehr gut umgehen.“

Und im „Münchner Web-ABC“ der „Süddeutschen Zeitung“ vom 16. Dezember 2008 empfiehlt die jetzt.muenchen-Redaktion unter T meinen Blog, der damals noch Tivoli-Blog hieß:

„Wer vom Englischen Garten ausgehend die Isar und den Eisbach überquert, nutzt dazu eine Straße, die namensgebende Funktion für das Blog von Dorin Popa hatte: Unter dem Titel Tivoli-Blog schreibt dieser über „München, Medien, Mädchen" und zeigt gern den Tivoli-Blick: Bilder von der Isar.“

Donnerstag, 16. April 2026

Wer hat an den AGB geschraubt? Oder: wie ich einmal Amazon erpresste

Zu den Gründermythen von Amazon zählt, dass man früher in den Konferenzräumen des Konzerns immer einen Stuhl freigehalten hätte. Einen symbolischen Platz für die Kundschaft. 

„From the early days of Amazon, I kept an empty chair (for the customer) in the meeting room. The reason is to create an environment where we are always thinking about what kind of opinion the customer might have, or how our decisions in the meeting will affect the customer“, so Jeff Bezos. 

Mit dem Erfolg schwand die Kundenbindung. Für einen ganzen Sitzplatz reicht es schon lange nicht mehr. Selbst wenn Amazon neu bauen lässt, wie sein maßgeschneidertes, 45.000 Quadratmeter großes neues deutsches Headquarter in der Münchner Parkstadt Schwabing, das heute von Ministerpräsident Markus Söder und dem designierten Oberbürgermeister Dominik Krause eröffnet werden soll.

Inzwischen reicht es bei Amazon im Hause gerade mal noch für ein Kissen, das die Kundschaft symbolisieren soll, wie es Rocco Bräuniger, Chef von Amazon in Österreich, Deutschland und der Schweiz, hier im Bild bei einem ersten Presserundgang in seinen neuen Räumlichkeiten in der Anni-Albers-Straße präsentierte. (Ob das gegenderte Kissen dem Ministerpräsidenten heute erspart bleibt?) 

Wenn man schon bei symbolischen Akten kneift, kann man sich vorstellen, dass es im Geschäftlichen quer durch die zahlreichen Abteilungen noch weit arger zugeht, auch wenn Amazon „das kundenorientierteste Unternehmen der Welt sein möchte“. Am bekanntesten ist wohl der Streit um die einseitige Preiserhöhung der Amazon-Prime-Abos für Bestandskunden im Jahr 2022, das ist inzwischen Gegenstand einer Verbandsklage mit mehr als 90.000 beteiligten Abonnent*innen. Am aktuellsten ist die Entscheidung des Bundeskartellsamts, die es Amazon untersagt, die Preise von Händlern auf dem deutschen Amazon Marketplace zu beeinflussen.

Dieser Marketplace ist nun ein ganz besonderes Konstrukt, weil Amazon nicht nur einer Kundenseite gegenübersitzt, sondern gleich zwei. Ginge es nicht um Amazon, könnte man es sich vielleicht sogar wie ein Mexican Standoff vorstellen. Doch Amazon verliert nie. Im Marketplace stellt es seine Verkaufsplattform einerseits Drittanbieter*innen zur Verfügung, die dort Waren einstellen. Dabei kann es sich um Neuware handeln, aber auch um Sammlerstücke und gebrauchte Artikel wie etwa antiquarische Bücher. Diese Artikel stehen laut Amazon inzwischen für mehr als die Hälfte aller bei Amazon verkauften Produkte. Auf der anderen Seite sind die diese Ware bestellenden Verbraucher*innen. Beide Seiten sind für Amazon Kund*innen, nur dass die einen etwas verkaufen und die anderen kaufen wollen. Amazon verdient an beiden.

Nun gibt es auf der Händlerseite zum einen die gewerbsmäßigen Geschäftsleute, die im großen Stil Ware über Amazon verticken. Allein in Deutschland sind das über 45.000 kleine und mittlere Unternehmen. Amazon stellt ihnen die virtuelle Verkaufsplattform zur Verfügung, erledigt das Finanzielle, indem es die Käufer*innen abkassiert und der Ertrag abzüglich einer satten Provision an die Händler*innen weiterreicht und bietet bei Bedarf auch Lagerung und Versand in seinen Logistikzentren. 

Lief das Geschäft mit einem Produkt besonders gut, bekam es Amazon natürlich mit. Und da kam es durchaus vor, dass Amazon systematisch Bestseller kopierte und als Eigenmarke selbst anbot.

Wer so denkt, ist natürlich auch anderen gegenüber besonders mißtrauisch. Ungewöhnlich erfolgreichen Händlern schickt Amazon auch schon mal die Detektei Pinkerton vorbei, die dann in der Nachbarschaft Erkundigungen einzieht und die Geschäftsräume auskundschaftet. Pinkerton, deren Detektive im Auftrage Amazons auch Gewerkschaftsmitglieder auskundschaften, ist übrigens ein Tochterunternehmen von Securitas, die auch im neuen Headquarter von Amazon in der Anni-Alber-Straße für die Sicherheit zuständig ist.

Der Marketplace ist aber auch bei nichtgewerblichen Verkäufer*innen eine beliebte Plattform für Secondhand-Artikel, ähnlich wie eBay, Momox (Bücher, CD, DVD, Kleidung), Bookbot oder Vinted (Mode, Elektronik, Möbel, Bücher, Sport- und Hobbyartikel). Auf Amazon konnte man oft einen etwas höheren Verkaufspreis erzielen, wenn man die Geduld besaß, so lange zu warten, bis eine interessierte Person das Angebot entdeckte und zugriff.

Das lässt sich Amazon gut honorieren. Wer etwa ein Buch für 4,15 Euro zuzüglich 3 Euro Versand über Amazon verkauft, erhält von den 7,15 Euro, die Amazon beim Endkunden kassiert, gerade mal 3,73 Euro ausgezahlt und muss davon auch noch das Versandporto bestreiten. Die restlichen 3,42 Euro behält Amazon als Gebühren ein. Das sind fast 48 Prozent.

Dennoch hat es sich jahrelang, vermutlich sogar jahrzehntelang für mich gelohnt, Bücher, DVDs und CDs über Amazon zu verkaufen. Wie lange ich genau dabei bin, kann ich schwer sagen, denn Amazon hat mich aus der den Marketplace verwaltenden Seller Central ausgesperrt. Oder in den Worten von Amazon: Mein Konto ist plötzlich inaktiv.

Erfahren habe ich es nur, weil über Amazon eine Bestellung eingegangen ist. Um Empfänger*in und Anschrift der Bestellung zu erfahren, musste ich mich in die Seller Central einloggen. Was aber nicht mehr ging.

Jahrelang hat meine Bankverbindung ausgereicht, um den Marketplace zu nutzen. Doch offensichtlich hat Amazon auch hier mal wieder einseitig den Deal geändert, an den AGB gedreht und postuliert, dass man eine Kreditkarte hinterlegen müsse, um über den Marketplace weiter verkaufen zu dürfen.

Genau weiß ich es nicht, denn Amazon säuselt nur schwammig: „In einigen Amazon Stores müssen sie a) eine neue Kreditkarte hinzufügen oder b) eine vorhandene Kreditkarte aktualisieren.“ Ob, seit wann und warum ich zu den „einigen Amazon Stores“ zähle, bleibt offen.

Amazon verprellt in diesem Dreiecksverhältnis namens Marketplace die Kundschaft gleich auf beiden Seiten. Den oder die Besteller*in des Buches, der oder die vergeblich darauf wartet. Und mich, der das Buch besitzt, es gerne verschicken würde, aber von Amazon nicht erfährt, wer es bestellt hat, so lange ich nicht „zwingenderweise“ meine Kreditkarteninformationen bei Amazon hinterlege.

Und mit Kreditkarte meint Amazon auch Kreditkarten. Debitkarten, wie sie beispielsweise Paypal und Klarna gerade massiv auf den Markt werfen, akzeptierte Amazon laut dem Seller Support und aus praktischer Erfahrung für den Marketplace nicht: „Beachten Sie auch, so genannte Prepaid-Kreditkarten werden nicht akzeptiert“. Obwohl es Amazon in seinen Finanzinformationen anders darstellt. (Update: Inzwischen scheinen auch Debitkarten zu funktionieren.)

Nur zur Erinnerung: Amazon ist in dem Fall nicht mein Gläubiger. Amazon ist bei jedem meiner Verkäufe über den Marketplace mein Schuldner, weil sie das Inkasso für meine Ware übernehmen und mir den Betrag, abzüglich ihrer satten Provision, überweisen müssen. Wenn ich etwas bei Amazon bestelle, genügt ihnen zur gleichen Zeit meine altbewährte Bankverbindung als Bonitätsnachweis und sie liefern mir Waren im dreistelligen Wert frei Haus. Ganz ohne hinterlegte Kreditkarteninformationen. 

Wie löst man also diese Blockade? Auf die gute jahrelange Geschäftsbeziehung setzend, indem ich mich an den Kundendienst wandte, den Amazon in der Seller Central längst nicht mehr per Mail, sondern als Chat mit dem Selling Partner Support abwickelt, der sich weniger als Partner auf Augenhöhe entpuppt, sondern als kafkaesker Albtraum.

Im neuen Amazon Headquarter in der Parkstadt Schwabing, das mich deshalb inzwischen eher an Kafkas Schloss erinnert, gibt es 2500 Arbeitsplätze. Mitarbeitende aller möglichen Abteilungen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob da auch Angehörige des Kundenchats dabei sind. Anfangs kämpft man wohl mit der – verdeckterweise eingesetzten – KI, die bei ungewöhnlichen Fragen schnell an ihre Grenzen gerät, wie Kund*innen weltweit beklagen und Amazon selbst einräumt: „Der Kundenservice-Chat lernt noch und wird Probleme wie diese bald lösen können“

Bleibt man hartnäckig dran, wechseln die Gesprächsteilnehmenden, es menschelt plötzlich, wobei sowohl die im Chat angezeigten Namen als auch der Hinweis auf Übersetzungssysteme vermuten lassen, dass sie eher nicht in München, ja noch nicht einmal in Deutschland sitzen. „Wir verwenden gelegentlich automatisierte Übersetzungen, um den Support zu verbessern.“

Die Kundenberatung ist so freundlich wie hilflos: „Damit wir das prüfen können, müssen sie das Konto reaktivieren, da wir nicht weiteren Zugriff haben als auf die Meldung, dass das Konto inaktiv ist.“ Also eine Kreditkarte hinterlegen, um zu erfahren, warum ich plötzlich eine Kreditkarte hinterlegen muss? Catch-22?

Dann ist die Kreditkarte plötzlich doch kein Thema mehr: „Ich sehe, dass sie anscheinend deaktiviert wurden, da sie ein neues Bankkonto hinzugefügt hatten und dieses unter einer Verifizierung lag. Wenn sie dies heute schon gemacht haben (die Bankdaten hochgeladen haben), werde ich sofort das dem Team melden und sehen, ob wir dies beschleunigen können. Sie werden für die Untersuchung der aktuellen Situation verantwortlich sein und Sie entsprechend informieren. Sie werden diesem Fall in Ihrem Fallprotokoll ein „Gelöst" sehen, aber das bedeutet nur, dass der Fall meine Kollegen erreicht hat und sie daran arbeiten.“

Ich hatte natürlich kein neues Konto angegeben, sondern nur die alte, seit vielen Jahren verifizierte Bankverbindung bestätigt. Mein Account blieb inaktiv, von den Kollegen habe ich nie gehört. Der Fall wurde weder gelöst noch als gelöst markiert.

Nicht nur dieses Mal wurde behauptet, das Anliegen an eine höhere zuständige Stelle weitergeleitet zu haben, die sich kümmern würde. Was nie geschah.

Chattet man werktags, zu den üblichen Bürozeiten, gerät man mit etwas Glück in einer Chatstaffette, bei der man von Pontius zu Pilatus weitergereicht wird und dann doch einmal an eine scheinbar fachkundige Person, womöglich sogar jemanden aus der Parkstadt?

Doch selbst diese Fachkraft scheint nicht willens oder in der Lage, Details preiszugeben oder gar eine Ausfertigung der AGB zur Verfügung zu stellen, auf die man mit einem inaktiven Konto offenbar keinen Zugriff hat. „Ich weigere mich nicht, Sie diese Richtlinie lesen zu lassen, es ist einfach technisch nicht möglich, da diese in den Hilfeseiten zu finden sind und Sie nicht auf diese zugreifen können, da das Konto vom System als ein inaktives eingestuft wurde.“ Was nicht ganz stimmt, weil manche Hilfeseiten, etwa für die Kunden der kostenpflichtigen Business Solutions, allgemein zugänglich sind. Nur scheinbar nicht die Hilfeseiten für nichtgewerbliche Privatkunden.

Nun wird im Marketplace seitens von Amazon viel Wert auf Höflichkeit gelegt. „Seien Sie höflich und geduldig, wenn Kunden Informationen, Warenrücksendungen oder Erstattungen anfordern“, heißt es in der Seller Central. Für die eigenen Mitarbeitenden wie beispielsweise G. scheint das bei Amazon nicht zwingend zu sein.

Ich weiß nicht, ob G. zu den glücklichen Parkstadt-Pendlern zählt, die im neuen Headquarter mit seinen zahllosen Grillterrassen, Billardtischen, Kickern und Flippern sitzen. So oder so scheint bei ihm aber die Lunte recht kurz zu sein.

Auf meinen Hinweis, dass ich mich an höherer Stelle schlau machen muss, wenn der Kundendienst keine Antworten hat, entgegnet G.: „Wenn Sie meinen mich mit diesen Hinweisen erpressen zu wollen, um dann keine Kreditkarte hinterlegen zu müssen, muss ich Ihnen leider mitteilen, dass dies dennoch nichts an der Tatsache ändern wird, dass Sie eine Kreditkarte hinterlegen müssen.“

Laut eines Sprechers der EU-Kommission kann diese die einseitige Änderung der AGB durch Amazon noch nicht kommentieren. „Wir bewerten sie derzeit.“

Montag, 13. April 2026

Wochenplan (Updates)

„Euphoria“ season 3 / HBO Max, Sky & Wow; Tagung zu Annemarie Schwarzenbach / Monacensia; Eröffnung Terminal 1 Pier / Flughafen München; ATP 500 BMW Open / Iphitos; Münchner Premiere von „Vier minus Drei“ in Anwesenheit von Regisseur Adrian Goiginger, Autorin Barbara Pachl-Eberhart, Cast & Crew / City; Werner Fritsch: „faust sonnengesang IV, 2. Teil“ / Klang im Dach; Baran Kok / Rote Sonne; Players Night / Golden Racket Club by Käfer; Presserundgang zum 125. Jubiläum / Müller'sches Volksbad; zweite Staffel „Crooks“ (Foto) / Netflix; Präsentation der Studie „Tradition und Demokratie. Das bayerische Kultusministerium, seine Schulpolitik und die NS-Vergangenheit 1945–1975“ / Kultusministerium; Eröffnung Il Bolzanino; Buchpräsentation „Fürst und Residenzstadt. München und die Fürstenhöfe im Alten Reich (1350-1650)“ / Stadtarchiv; Maibock-Anstich mit Django Asül & Albert Füracker / Hofbräuhaus & Bayerisches Fernsehen; Hundreds / Strøm; Douglas Wolfsperger: „Denn dieses Leben lebst nur du“ in Anwesenheit des Regisseurs / Arena & Breitwand; Sky Spotlight mit Ralf Schumacher, Lothar Matthäus, Yeliz Koc, Natascha & Jimi Blue Ochsenknecht, Cheyenne & Nino Ochsenknecht-Sifkovits sowie Klaus Augenthaler / Bayerischer Hof; Vernissagen „Unbekleidet – ausgezogen, der Akt in der kunsthistorischen Forschung“ / Zentralinstitut für Kunstgeschichte, „Aggression – Gegen die Spirale der Gewalt“ / Klüser, „Sichtbar. Verknüpft. Frei – 100 Jahre GEDOK“ / DG Kunstraum und „United by Jazz“ / Pasinger Fabrik; Spielzeit-Pressekonferenz / Gärtnerplatztheater; Podiumsdiskussion „Demokratie in Gefahr. Nach der Wahl ist vor der Umsetzung – Impulse für eine handlungsfähige Kommune“ mit Martin Burgi, Claudia Alfons, Bertram Brossardt, Oliver Bär & Ursula Münch / Bayerischer Hof; Inji / Orangehouse; Eröffnung des neuen Münchner Amazon Headquarters durch Markus Söder und Dominik Krause; Presselunch mit Nuriel und Ilan Molcho / Neni; Think Ink Press Day / Lodenfrey-Park; Katie Smokers Wedding Party / Kap 37; Vicky / Hansa 39; Saša Stanišić / Literaturhaus; Melli Zech / Tanzcafé Roody Giesing; Eröffnung des KI-Reallabors vom KI-Kompetenzzentrum Medien / Bayerische Landeszentrale für neue Medien; Tutzinger Journalistenakademie: „Redaktionen und Rechtsextremismus. Wie berichtet man über demokratiefeindliche Akteure?“ / Akademie für politische Bildung Tutzing; „Berlin, Du coole Sau“ mit Sharon Brauner & Meta Hüper / Circus Krone; Frühlingsfest mit G.Rag y los Hermanos Patchekos / Zum Fischmeister; Frühlingsfest / Theresienwiese; Pop-up Nicole Hayduga & Marcel Ostertag / Parkhotel Rothof; Türkische Filmtage / Kammerspiele, Royal, Fat Cat & HP8; Glump Debütalbum-Release / Köşk; Bandcontest Soundcheck in Giesing / Giesinger Bahnhof; Großer BRK-Flohmarkt / Theresienwiese; Pro-Choice-Kundgebung gegen den rechten Marsch fürs Leben / Odeonsplatz; Kundgebung „Erneuerbare Energien verteidigen“ / Siegestor; 1. FC Saarbrücken vs. TSV 1860 München / Ludwigsparkstadion & Bayerisches Fernsehen; Epicycle Clothing Market / Habibi-Kiosk; Agnès-Varda-Retrospektive: „Agnès V. par Jane B.“ & „Jane B. par Agnès V.“ / Filmmuseum; „Die Tagespresse“ live mit Fritz Jergitsch / ARGE Kultur Salzburg; Buchpräsentation Joana Osman: „Wenn wir vom Fliegen träumen“ / Marstall Salon; Joko Winterscheidt & Klaas Heufer-Umlauf: „Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme“ / Pro Sieben & Joyn

Freitag, 10. April 2026

Erinnerungen (46) an meinen Vater Ion Popa als Berliner Korrespondent der Agentur Rador

Im „Curentul“ vom 4. April 1942 wurde ein Ion Popa als Berliner Korrespondent der Agentur Rador zitiert. Demnach hat mein Vater nicht nur nach dem Krieg für eine Radio Orient Telegram Press (Rador Telepress) aus Israel berichtet, sondern bereits während des Zweiten Weltkriegs für die gleichnamige Nachrichtenagentur Rador als Korrespondent im Deutschen Reich.

Die Frage ist nur, ob er das nach seiner Tätigkeit als Presseattaché der rumänischen Gesandtschaft in Berlin getan hat, parallel zu seiner diplomatischen Tätigkeit oder ob er seine Tätigkeit als Presseattaché an der Gesandtschaft überhaupt nur als Vertreter der seit 1926 verstaatlichten Nachrichtenagentur Rador ausübte. Seit dem 10. März 1938 unterstand die Agenția Rador der neu geschaffenen Direcția generală a presei și propagandei (Generaldirektion für Presse und Propaganda), welche bei der Preşedinţia Consiliului de Miniştri (Vorsitz des Ministerrats) angesiedelt war. 

Nach Deutschlands Überfall auf Polen gründete Rumänien am 3. Oktober 1939 ein Propagandaministerium, das sowohl Einrichtungen wie die Nachrichtenagentur Rador als auch die Arbeit der Presseattachés in den rumänischen Gesandtschaften kontrollierte, wie Lucian Jora in seinem Buch „Diplomația culturală a României în perioada interbelică“ (Rumäniens Kulturdiplomatie zwischen den Weltkriegen) ausführlich beleuchtet.

Jora zitiert Überlegungen, die Presseattachés an den wichtigsten Gesandtschaften in Kulturattachés umzuwandeln und die Kontakte zur Presse den Repräsentanten der Nachrichtenagentur Rador in diesen Städten zu überlassen. Adrian Viţalaru schreibt dagegen in seinem Aufsatz „Diplomacy and war. Diplomatic missions of Romania during WWII“, dass die rumänische Gesandtschaft in Berlin 1941 allein vier Presseattachés beschäftigt hätte und die rumänischen Botschaften in den Jahren bis 1944 oft ihren Personalbestand noch weiter deutlich erhöht hätten.

Die Bukarester Tageszeitung „Timpul“ berichtete am 4. September 1942 von einem Empfang, den mein Vater Ion Popa zum einjährigen Bestehen des Berliner Korrespondentenbüros gegeben hätte. Da Dumitru Cristian Amzăr in seinem „Jurnal Berlinez“ (Berliner Tagebuch) am 23. August 1941 die bevorstehende Ankunft meines Vaters an der Berliner Gesandtschaft erwähnte, scheint die Rolle meines Vaters in der Gesandtschaft wohl darin bestanden zu haben, Rador in der Reichshauptstadt zu vertreten. Weitere Korrespondenten gab es beispielsweise in Rom, Vichy, Paris und Sofia. Ein Organigramm von 1942 erwähnt auch noch Madrid, Bern, Zagreb, London, Ankara, Helsinki, Stockholm, Budapest, Lissabon, Bratislava und Moskau.

Die rumänische Nachrichtenagentur Rador (Agenţia Orient-Radio – Agence Radio Orient) wurde am 16. Juni 1921 mit „ideeller und materieller Unterstützung des rumänischen Außenministeriums“ (Dumitru Preda 2001 im Vorwort zu Noti Constantinides „Valiza diplomatică“) als Kapitalgesellschaft gegründet, lieferte Nachrichten auf Rumänisch sowie Französisch und war zwischen den Weltkriegen die wichtigste Nachrichtenagentur des Landes. 

Carmen Ionescu nennt in ihrem Buch „Agenţiile de presă din România“ Noti Constantinide, Legationssekretär an der rumänischen Gesandtschaft in Paris, und Sebastian Șerbescu, Anwalt und Doktorand an der Sorbonne, als wichtigste Gesellschafter von Rador. Die französische Nachrichtenagentur Havas unterstützte die Gründung, das rumänische Außenministerium war der wichtigste Kunde und subventionierte zudem Rador. Im Gegenzug verpflichtete sich die Nachrichtenagentur, die politischen und militärischen Interessen Rumäniens zu wahren und der Propaganda zu dienen. Weitere Gesellschafter waren Grigore Gafencu, Ioan Cantacuzino, Dimitrie Ghika, Emil Sturdza, Grigore Trancu, D. Leonida und die Chrissoveloni-Bank. Geleitet wurde die Nachrichtenagentur anfangs von Vasile Stoica.

1925 übernahmen das Außenministerium, die Nationalbank und die Industrie- und Handelskammer alle Anteile. Ein Jahr später wurde die Nachrichtenagentur Rador verstaatlicht. Florica Vrânceanu geht in ihrem Buch „Un secol de agenţii de presă româneşti 1889-1989“ sehr detailliert auf die Gründungsgeschichte von Rador und die Entwicklung der Nachrichtenagentur vor und während des Zweiten Weltkriegs ein. Nach Kriegsende und der Machtübernahme durch die Kommunisten wurde Rador 1949 in Agerpress umbenannt bzw. von Agerpress übernommen. 

Nach dem Sturz der Kommunisten 1989 griff der öffentlich-rechtliche rumänische Rundfunk, Radio România, auf den bewährten Namen zurück und gründete eine Nachrichtenagentur Rador, ohne dass die beiden gleichnamigen Agenturen eine Verbindung hätten. Die Abkürzung stand nun für Radio Observator.

Die in Paris ansässige Radio Orient Telegram Press (Rador Telepress), für die mein Vater in den 1950er-Jahren gearbeitet hat, war wiederum auch nicht identisch mit der gleichnamigen staatlichen rumänischen Nachrichtenagentur der 1930er- und 1940er-Jahre, aber es scheint wohl personelle Kontinuitäten gegeben zu haben. Möglicherweise wurde sie von Exil-Rumänen gegründet oder übernommen. Denn es könnte sich um das Pariser Korrespondentenbüro der staatlichen Agentur Rador gehandelt haben, das sich vielleicht nach der Machtübernahme durch die Kommunisten in Rumänien abgespalten hat. 

Disclaimer: Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Montag, 6. April 2026

Wochenplan (Updates)

Wanja Belaga: Klavier und Kurzgeschichten / Little Odessa; Jahrestreffen von Mensa in Deutschland / Novotel City; „The Testaments“ / Disney+; 50 Jahre Werkstattkino: „Sacco & Vanzetti“, „Why Not“, „Black Robe“, „The War Game“, „Twentynine Palms“ und ein Stehrumchen / Werkstattkino; Premiere der neuen Staffel von  „Kommissar Rex“ mit Maximilian Brückner / Astor Film Lounge im Arri; „Kino mal anders – Bilder mal anders“: vier Kurzfilme zur Lebensrealtät von Sinti und Roma / Neues Maxim; Agora Hacks Auftaktveranstaltung sowie Pitches & Preisverleihung / Café Luitpold; Trauerfeier für Karsten Wettberg / Nazarethkirche; Kae Tempest: „Echoes with Jehnny Beth“ / arte; BMW Open / Iphitos; „Ein Abend in memoriam Wiglaf Droste“ mit Christof Meueler & Franz Dobler / Optimal; Tyson Fury vs. Arslanbek Makhmudov / Netflix; Extinction-Rebellion-Filmmatinee / Werkstattkino; dritte Staffel von „Euphoria“ (Foto) / HBO Max, Sky & Wow; Kundgebung „Gegen patriarchale Gewalt – für ein Ende der Unterdrückung“ / Königsplatz; Vernissage Tanja Major:  „Mykobütten“ / CafédotKom 

Freitag, 3. April 2026

Erinnerungen (45) an meinen Vater und seinen pathetischen königstreuen Leitartikel

Im Sommer 1940 war Rumäniens faschistische Eiserne Garde erstmals an der Regierung beteiligt. Am 3. September versuchte sie dann, gegen König Carol II. zu putschen, der zu seiner Verteidigung am folgenden Tag General Ion Antonescu zum Ministerpräsidenten mit diktatorischer Vollmacht ernannte. Antonescu verbündete sich mit der Eisernen Garde und zwang den König zum Rücktritt und ins Exil. Sein 18-jähriger Sohn Mihai I. folgte ihm auf den Thron.

Das politische Klima verschärfte sich weiterhin drastisch. Die Eiserne Garde, die bereits seit Jahren auch vor politischen Morden nicht zurückgeschreckt war, steigerte sich in ihrem Blutrausch und startete Pogrome und eine Mordserie, der auch Nicolae Iorga zum Opfer fiel. Sicherheitshalber war der von der Eisernen Garde bedrohte Direktor der Bukarester Tageszeitung „Curentul“, Pamfil Șeicaru (46), zu seinem Schutz von Benito Mussolini nach Italien eingeladen worden. Mein damals gerade mal 28-jähriger Vater Ion Popa vertrat ihn derweil. Vom 21. bis 23. Januar versuchten die sogenannten Legionäre der Eisernen Garde dann, die Macht zu übernehmen und gegen Antonescu zu putschen. Wenige Tage vorher, am 18. Januar 1941, veröffentlichte mein Vater den heute unangenehm pathetisch wie nationalistisch klingenden Leitartikel „Regele şi ţara lui“ („Der König und sein Land“) auf der Titelseite des „Curentul“:

„Un prinţ prin ţara Lui. Astfel se intitulează lucrarea d-lui Ion Conea, fostul profesor de geografie al Marelui Voevod de Alba-Iulia. 

Plaiurile pandurului Tudor, munţii spre semeţia cărora urcă potecile înguste, cari au călăuzit odinioară paşii nefericitului Avram Iancu, limanurile unde a durat cetăţi Ştefan Vodă al Moldovei, altarele în faţa cărora supuşi au murmurat imn de slavă atâţia Domni victorioşi în războaele purtate pentru apărarea moşiei străbune, ţinuturi de podgorie - belşug şi bună voe - toate, alături de monumentele istorice, cari stau mărturie de netăgăduit a nobleţei noastre rasiale, au însemnat lecţia vie şi legământul pentru mâine al Regelui Mihai I. 

O tinereţe împletită din suferinţă şi demnitate, o dragoste toarsă din firul fin al viitorului şi o înţelepciune zăgăzuită între adânca înţelegere şi impresionanta disciplină a şcolarului, au fost darurile Prinţului când ţara Lui L-a vrut Domn. 

In cele mai grele ceasuri din istoria acestui necăjit popor, la răscruce de vremuri, când făuritorii unei noui lumi angajează în luptă forţe cu putere de legendă, simbol al dreptăţii cauzei noastre şi chezăşie de victorie stă Regele Mihai I. 

Desprins din mintea fiecărui român, icoana Lui e în armură, ea viteaz, iubitor de ţară şi larg înţelegător al poporului Său, ea Domn, şef de oaste niciodată învins. Gloria Lui, e gloria ce I-o visăm cu toţii.

Speranţele noastre se leagă de speranţele Lui, cum se leagă pruncul de gâtul mamei. După furtună, apele se liniştesc, cerul se luminează, pădurea-şi modulează freamătul şi totul reintră în normal, ca mai ’nainte.

Când soldatul lasă puşca, mâna lui va purta sapa, iar în locul tunului, plugul va răsturna brazda, mereu dătătoare de viaţă nouă. 

Atunci Regele de azi îşi va privi mândru ţara Lui, ca Prinţul de eri.

O ţară de munte şi de şes, de dealuri şi de ape, o simfonie perfectă. una ca formă şi viaţă.

N'a fost luminiş de codru, unde Voevodul şi colegii Săi să nu poposească împreună cu profesorii, să adune şi să-şi împărtăşească fericirea că aceasta-i ţara lor şi nu alta. Iar Regele cunoaşte ţara de atunci şi peste ea va domni.

„Din primii ani de şcoală, copil, a avut ţara adusă acasă“, - spune d. Ion Conea în prefaţa minunatei sale cărţi - întrupată pe provincii, pe strate sociale, ba şi pe naţionalităţi - în colegii de clasă al căror număr a suit uneori la doisprezece. Iar excursiile şi şcoala pe teren, la fiecare sfârşit de an, au fost o continuă aplicare la realităţile patriei, pe care astfel a cunoscut-o în tot ce are ea mai de valoare şi mai caracteristic. A fost în toate acele locuri, care „te invită să reflectezi cel mai mult asupra istoriei“ şi Şi-a purtat privirile peste toate acele orizonturi peste care şi le-au purtat Decebal şi toţi marii Lui înaintaşi făuritori pe ale lor; a cunoscut pas cu pas ţara peste care va domni şi despre care S'a convins că, la fel cu Galia lui Camille Jullian, e aşa fel construită încât ea „nu poate fi rezultatul întâmplării oarbe; ci că, dimpotrivă, aşa fel este zidită, încât pare opera unui zeu, un edificiu clădit de o providenţă". S'a convins Insuşi că Ţara Lui este ca şi Galia: „un organism construit după dorinţă, parcă în virtutea unei previziuni inteligente“ (Strabo).

Şi iată ce ne invată pentru această ţară Vicarul Haţegului Ştefan Moldovan în „Foaia pentru minte, anima şi litteratura“ din 26 Septembrie 1853:

„Inchipuiţi-vă acum, cari pe această ţeară călătoriţi, cum că aceasta toate stau în sus, în primeva lor frumuseţe, înnaintea ochilor voştri - şi apoi recugeţati ce însemnează a avea patrie şi pentru ea a trăi şi a jertfi toate, apoi priviţi cum strămoşii noştri – pe cari azi mintea întunecată a strănepoţilor îi numeşte Urieşi“ - cu braţ înnalt s’au nevoit a eternă numele său prin clădiri măreţe şi strălucite, cum ei, puţin timp vieţuind, au rămas nemuritori în ostenelile sale, şi apoi căutaţi la dânşii şi vedeţi cum pentru apărarea patriei sale, sub noianul barbarilor cu arma în mână se sting sub dărâmăturile ostenelilor sale, şi strigaţi: „O cât de dulce este pentru patrie a muri!“

Ţara plânsă şi cântată de Nicolae Bălcescu şi Alecu Russo - unul aşteptând sfârşitul departe peste hotare, iar celălalt depănând din caerul vremii închis la mănăstire în ţara Vrancei – o purtăm toţi întreagă în suflet.

Cartea d-lui Ion Conea, profesorul de geografie al Măriei Sale este astăzi cartea neamului.

– „Am mers“, – scrie d-sa – „în Zarand şi am făcut, în sfârşit, la capătul celor două săptămâni de carte pe teren, cel din urmă popas la cetăţile dace – sarmisegetuzele – din munţii Orăştiei: un stol de muncele care au purtat cândva pe frunte, fiecare, coroana unei cetăţi dace. In fund departe, spre inima muntelui, se vedea - ca şi de pe Băleea, - spatele culmii Muncelului, pe versantul de sud al căreia, scăldată în soare, se înnălţa pe vremuri Sarmisegetuza lui Buerebista si a lui Decebal. După lectia de popor si de pământ românesc făcută aici, Augustul nostru şcolar mărturisea, la coborârea de pe „Cetăţuia“, colegilor Săi, dându-Şi părerea: „să stiţi voi că nicăiri nu este mai interesant ca aici“.

Aşa s'au adaos în mintea de copil, pe rând, imaginele ţărilor celor mici din vechime, care s'au topit pe rând una într'alta, spre a da astăzi Ţara cea mare şi unică“.

„Astăvarăîn celălalt triplex confinium carpatic, lângă hotarul de miazănoapta, a străbătut pasul Mestecănisului, din ţara Câmpulungului lui Cantemir în aceea a Dornelor, marea cetate internă „leagăn de veche viaţă românească în inimă de munţi” cum stă scris în caetul de note al Măriei Sale. A mers apoi din Dorna spre miază-noapte, pe valea de aur a Bistriţei până în pasul Prislopului, sus, şi a făcut acolo popas de lecţie poate în acelaş loc în care, pornind la descălecarea Moldovei, s’au oprit să odihnească Dragoş şi Bogdan... A mers la stâna din Prislop, a fotografiat-o de zeci de ori, a stat de vorbă cu păcurarii, i-a cinstit şi le-a gustat din produsele laptelui”. 

Regele şi ţara Lui. 

Dragostea poporului nu se împarte, ea se revarsă cu aceeaşi căldură şi intensitate şi pentru Rege şi pentru ţară.“

(Übersetzung folgt.)

Montag, 30. März 2026

Poparazzi (17): Soli-Kundgebung für Collien Fernandes

Bekannt aus Tweets, Blogs und der Medienfachpresse. Also überhaupt nicht. Dennoch erkennen mich immer wieder Fremde. Oder flüchtige Bekannte halten mich für wichtig. Und schießen mich ab.

Thomas Witzgall hat gestern den gewählten Oberbürgermeister Dominik Krause und mich am Königsplatz bei der Kundgebung „Solidarität mit Collien Fernandes – Demo gegen sexualisierte Online-Gewalt“ fotografiert.

Wochenplan (Updates)

LIX – Literatur im HochX mit Clara Heinrich, Michael Pilzweger & Pandora Magri / HochX; Pressegespräch & Vernissagen Georg Baselitz: „Baselitz jetzt“ & Stano Filko: „12 Chakras of Becoming“ / Museum der Moderne Salzburg; LUNAparty / Bayerischer Hof; Spargelsaison-Eröffnung / Viktualienmarkt; Agnès Varda: „L'Univers de Jacques Demy“ / Filmmuseum; „Ich, Capitano“ / ZDF; Jacques Demys „Les Parapluies de Cherbourg“ mit Catherine Deneuve (Foto) / Filmmuseum; „Der Alte: Wunschkind“ mit mir als Komparsen / ZDF; The Irrigators & Byde / Tam Tam Treppenbar im Werkraumtheater; Deutschland-Cup der Boulder Bundesliga / Element Boulders; German Darts Grand Prix / Zenith; 50 Jahre Werkstattkino; Artist Talk: Joan Punyet Miró / Thaddaeus Ropac Salzburg; Isarflux-Festival ft. IMAL, Driftwood, Rosa Rost,  pogendroblem, DJ Cosmo, Charleen Herzig  u. a./ HP8 Gasteig; Jacques Demys „Les Demoiselles de Rochefort“ mit Catherine Deneuve, Françoise Dorléac, Jacques Perrin, Danielle Darrieux & Michel Piccoli / Filmmuseum; Wiedereröffnung des Wirtshauses am Kapuzinerplatz; TSV 1860 vs. SV Waldhof Mannheim / Grünwalder Stadion & Bayrisches Fernsehen; orthodoxer Palmsonntag

Mittwoch, 25. März 2026

Erinnerungen (44) an meinen Vater, als ihn die faschistische Eiserne Garde festnahm

Zwischen dem 21. und 23. Januar 1941 versuchte Rumäniens faschistische Eiserne Garde gegen den faschistischen Diktator Ion Antonescu zu putschen. „Curentul“, die Bukarester Tageszeitung, in der mein Vater arbeitete und in diesen Tagen auch den aus Gründen der Sicherheit vorübergehend nach Italien geflüchteten Verleger, Herausgeber und Chefredakteur Pamfil Șeicaru vertrat, hielt zum Regime.

Daraufhin besetzte die Eiserne Garde Redaktion und Druckerei. Mein Vater, damals gerade mal 28 Jahre alt, wurde vorübergehend festgenommen, da er einen Aufruf des Generals Antonescu gegen die Putschisten veröffentlichen wollte.

Doch der Staatsstreich scheiterte. In der Ausgabe vom 27. Januar 1941 erschien Antonescus Appell auf der ersten Seite, neben einem Bericht zum Überfall der faschistischen Schergen auf die Zeitung und meinen Vater:

„După luni de zile de teroare, in noaptea in care s'a incercat atentatul impotriva Țării, și a Armatei, »Curentul« a fost invadat de bande fără ideologie, fără crez, fără inimă românească. Secretarul nostru general de redacție, colegul lon Popa, a fost arestat pentru vina de a fi vrut să publice apelul la ordine semnat de Generalul Antonescu, Conducătorul Statului. 

Tipografia ziarului a fost ocupată. Membrii Redacției alungați, terorizați, insultați. In aceeaşi noapte, s'a introdus in coloanele noastre, textul de indemn la revoluție, și concomitent a fost radiat de pe frontispiciul ziarului, numele Directorului nostru, Pamfil Șeicaru, după ce, de mai multe zile, printr'o măsură samavolnică, ni se interzisese publicarea articolelor sale.“

„Nach monatelangem Terror wurde »Curentul« in der Nacht, in der man einen Anschlag auf die Heimat und die Streitkräfte versuchte, von einer Bande ohne Werte, ohne Glauben, ohne rumänisches Herz überfallen. Unser Redaktionsgeneralsekretär, der Kollege Ion Popa, wurde festgenommen, weil er einen Aufruf des Staatsführers General Ion Antonescu zur öffentlichen  Ordnung abdrucken wollte.

Die Druckerei der Zeitung wurde besetzt. Die Redaktionsmitglieder mussten sich in Reih und Glied aufstellen. Sie wurden terrorisiert und beschimpft. In dieser Nacht wurde auf unseren Seiten ein Aufruf zur Revolution veröffentlicht, während der Name unseres Direktors, Pamfil Șeicaru, von der Titelseite verschwand. Die Veröffentlichung seiner Beiträge war bereits einige Tage zuvor willkürlich untersagt worden.“

Montag, 23. März 2026

Der Tatortreiniger: Eine kleine Nachbetrachtung zu Dieter Reiters gelöschtem Instagram-Account

Bei all meiner Kritik an Dieter Reiters Amtsführung, nicht nur in den letzten Wochen, hatte ich doch erwartet, dass Münchens Oberbürgermeister seinen Posten noch bis zuletzt mit Anstand und Ehre ausübt. Aus dem kurzfristig für den Wahlkampf genommenen Urlaub zurückkehrt, die ausstehenden Vollversammlungen des Stadtrats diesen Mittwoch und Ende April leitet, und auch wie versprochen nicht nur eine rechtliche Prüfung der FC-Bayern-Sachverhalte zur Verfügung stellt, sondern auch alle Fragen des Stadtrats beantwortet. Quasi eine Abschiedstournee gewährt und sich bei allem bösen Blut im Guten von der Stadt verabschiedet. Vielleicht sogar Trauerarbeit leistet.

Wäre sein mea culpa, mea maxima culpa im Endspurt zur Stichwahl ernst gemeint gewesen, hätte er das dem Wahlvolk, wie den städtischen Bediensteten und seiner Partei geschuldet. Doch offenbar schleicht er sich bei Nacht und Nebel vom Hof, lässt sich krankschreiben und schmeißt aus Enttäuschung alles trotzig hin, als ob all seine Läuterungen und Beteuerungen der letzten Wochen eine wahltaktische Charade gewesen wären und er etwa in seinem „Zeit“-Interview nur Kreide gefressen hätte.

Noch am Wahlabend gestern erklärte er laut dpa, es sei der letzte Tag seiner politischen Karriere. Heute morgen war dann unter anderem sein Instagram-Account gelöscht. Der Instagram-Account, den Melanie Staudinger, Mitarbeiterin im Büro des Oberbürgermeisters, betreute und den selbst Anne Hübner, die Fraktionsvorsitzende der Rathaus-SPD, dem Amt zuordnete und nicht etwa der Privatperson.

Da würde man vielleicht gerade in Hinblick auf die zu schreibenden politischen Nachrufe gern etwas darin stöbern. Und die Vernichtung dieser amtlichen Verlautbarungen der Stadtspitze ist ein klein wenig so, als wenn der OB nach seiner Niederlage das Fahrtenbuch seines Chauffeurs geschreddert oder die elektronische Kommunikation mit seinen Untergebenen gelöscht hätte.

Vielleicht ist ja jetzt, nach der Niederlage, dieser Instagram-Account auch gar nicht mehr offiziös gewesen, auch wenn er im Rathaus auf öffentliche Kosten erarbeitet wurde. Vielleicht kommt jetzt plötzlich wieder die Privatperson Dieter Reiter zur Geltung, die auch die ganzen Posten beim FC Bayern ausgeübt haben soll.

Ein Impressum hätte da vielleicht geholfen, doch das hat sich der Oberbürgermeister bei seinem Instagram-Auftritt gespart, was manche Kollegen für einen eindeutigen Rechtsverstoß halten. 

Der Account, der in den sieben Jahren seines Bestehens seltsamerweise zweimal den Benutzernamen geändert hat, lief zuletzt unter dieter_reiter_089, wobei man die Münchner Vorwahl sonst als Hashtag der SPD-Rathaus-Fraktion kennt (#089vorOrt).

Auf meine kritische Betrachtung des OB-Instagram-Accounts in Zeiten des Wahlkampfs erwiderte Hübner: „Pressesprecher werden auch öffentlich finanziert. Wollen Bürgermeister einfach gar nicht mehr kommunizieren? Das kann ja nicht das Ziel sein.“

Nun ist es bei Accounts wie dem des US-Präsidenten oder des Papstes eindeutig: sie laufen auf Potus oder Pontifex und der Amtsnachfolger erbt sie. Ein Münchner Oberbürgermeister mag sich ähnlich wichtig fühlen, ist es aber natürlich nicht ganz. Dennoch stellt sich aber die Frage, inwieweit so ein Auftritt des Stadtoberhaupts in den Sozialen Medien eine Privatveranstaltung bleibt oder nicht doch den Regeln einer ordentlichen Verwaltung unterliegt. 

Gewöhnlich kommunizieren Stadt wie Oberbürgermeister über Medien wie die „Rathaus-Umschau“ oder „muenchen.de“. Reglementierte Auftritte, die bei Bedarf auch gerichtlicher Prüfung unterliegen.

Dieter Reiters persönlicher Instagram-Auftritt wurde im Januar 2019 angelegt, offensichtlich zeitlich abgestimmt auf seinen anstehenden Wahlkampf zur ersten Wiederwahl im März 2020.

Es wäre altersbedingt die letzte Amtszeit Reiters geblieben. Doch im Juli 2023 änderte Markus Söder die bayerische Altersbegrenzung für Landräte und Bürgermeister und ermöglichte so durch die sogenannte lex Reiter dem OB, ein weiteres Mal in München anzutreten.

Im September 2024 wurde Reiters Instagram-Account verifiziert. Im Frühjahr 2025 wechselte dann die Pressesprecherin der Rathaus-SPD, Melanie Staudinger, ins Büro des Oberbürgermeisters. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde der Account also mit öffentlichen Geldern befeuert. Damit nahm aber auch der Wahlkampf auf Instagram Fahrt auf. Zuletzt hatte Dieter Reiter rund 63.600 Follower*innen. 

Es wäre nun interessant gewesen, wie viele seiner 566 Beiträge in Wahlkampfzeiten und wie viele in ruhigeren Zeiten veröffentlicht wurden. Aber diese Nachlese hat das Team Reiter durch die Löschung verhindert. 

Ebenso interessant wäre es gewesen, die in Reiters Namen verfassten Inhalte und Kommentare zu analysieren.

Viele seiner Instagram-Veröffentlichungen wirken auf den ersten Blick dem Amt angemessen, nur manchmal, etwa beim Tempolimit auf der Landshuter Allee, verstieg er sich ins boulevardeske, wahlkämpferische.

Und auch bei den Kommentaren in Reiters Namen („0 Beiträge, 0 Follower – 0 Ahnung“; „Ja wenn da SZ hoit sonst nix einfoid, de san hoit arm dro“; „Nur bla bla hilft nix!“) wäre ich mir nicht sicher, ob das nun eher als authentisch, unverblümt ankommt oder doch vielleicht nur als besserwisserisch, von oben herab.

Updates vom 14. April 2026: Wie die „Abendzeitung“ als erste meldete, ist Dieter Reiters Instagram-Profil inzwischen wieder da, wenn auch auf privat gestellt, ohne Beiträge und in der Bio als „stillgelegt“. markiert. 

 »„Wir haben den Account fürs Archiv gesichert“, sagt eine Sprecherin“ der „tz“. „Das Profil werde wieder entfernt, das gehe allerdings erst nach sieben Tagen – also ab kommendem Montag ist der Account wieder Geschichte.“«

»Die sozialen Medien seien für Politiker „mittlerweile eine der bevorzugten Möglichkeiten, mit der Bevölkerung zu kommunizieren“, sagte der Leiter des Stadtarchivs, Daniel Baumann, der SZ. Wenn eines Tages die Geschichte von Reiters Amtszeit aufgearbeitet werde, so wie es zurzeit in einem Forschungsprojekt über die Ära Kronawitter geschehe, stelle ein solcher Account dafür einen wichtigen Baustein dar.r entfernt, das gehe allerdings erst nach sieben Tagen – also ab kommendem Montag ist der Account wieder Geschichte.«