Sonntag, 30. August 2020

Wochenplan (Update)


25 Jahre „Peep!“ mit Bonnie Strange / RTL2, Obsèques de Prof. Jean Dragesco / Chambre funéraire de Montferrier-sur-Lez, 2. Staffel von „Servus Baby“ (Foto) / BR-Mediathek, Vernissagen Thierry Geoffroy: „The Awareness Muscle Training Center“ / Stuck-Villa, Michael Armitage: „Paradise Edict“ / Haus der Kunst und Domagk-Ateliertage, Toto-Pokal Halbfinale Viktoria Aschaffenburg vs. FC Würzburger Kickers / Live-Stream, Luna BBQ / Blue Spa im Bayerischen Hof, Peter Probst liest aus „Wie ich den Sex erfand“ / Eulenspiegel Flying Circus im Innenhof des Deutschen Museums, Toto-Pokal Endspiel TSV 1860 vs. Aschaffenburg oder Würzburg / BR, Sommer in der Stadt: Thomas Herb & Michael Reinboth / Sommerbühne im Olympiastadion, Filmgespräch am See mit Katrin Gebbe, Nico Hofmann und Nina Hoss/ Evangelische Akademie Tutzing, Ines Anioli: Cumedy / Backstage Arena Süd, Pressevorführungen „Der geheime Garten“ und „After Truth“


Donnerstag, 27. August 2020

R.I.P. Jean Dragesco

Dienstag nacht ist mein Onkel Jean „Ţuţi“ Dragesco gestorben. (Auf dem Foto mit meiner Mutter Florica „Rica“ Popa, geborene Dragu.)


* 26. April 1920, Cluj 
† 26. August 2020, Saint-Clément-de-Rivière 

About 100 papers and books on Astronomy. The papers were published in journals as „Sky and Telescope“, „Astronomy Magazine“, „Journal of British Astronomical Association“, „Strolling Astronomer“, „Orion“, „L'Astronomie“, „Ciel et Espace“, „Astro-Ciel“, „Pulsar“. 

Among his books, „High Resolution Astrophotography“ (Cambridge University Press, 1995) is to be remarked. 
 More than 160 papers and books on Protozoology, Wild Birds and Mammals, Photography, Cinematography, Ballistics, etc. 
„Optique et photographie appliquées aux sciences biologiques (le microscope, la microphotographie, la microcinématographie, la macrophotographie, la photographie des plantes et des animaux), CDU, Centre de Documentation Univ., Paris 1948 
„Manuel de photographie scientifique, sciences physiques et biologiques“, by Gérard de Vaucouleurs, Jean Dragesco et Pierre Selme, Éditions de la „Revue d'optique“, 1956 
„Les Ciliés mésopsammiques littoraux, systématique, morphologie, écologie“, Thèse. Sc. nat. Paris. 1956.
„Ciliés mésopsammiques littoraux: systématique, morphologie, écologie“, Travaux de la Station biologique de Roscoff, 1960 
„Etude cytologique de quelqes Flagellés mésopsammiques“, „Cahiers de Biologie Marine“, 1965 
„Chasse d'Afrique“, by Philippe Diole et Jean Dragesco, Marguerat, Lausanne 1965
„Tiere in Afrika“, by Philippe Diole et Jean Dragesco, Fretz & Wasmuth, Zürich 1965 
„La photographie astronomique d'amateur“, by Pierre Bourge, Jean Dragesco and Yvon Dargery, Publications photo-cinéma Paul Montel, Paris 1977
„Flore et faune aquatiques de l'Afrique sahélo-soudanienne“, by André Iltis, Aline Raynal-Roques, Jean Dragesco, Jacqueline Goy, etc., Éd. de l'ORSTOM, 1980 
„Ciliés libres de l'Afrique intertropicale“, by Armelle Kernéis-Dragesco and Jean Dragesco, Éd. de l'ORSTOM, 1986. 
„Revision des Geléiides (Ciliophora, Karyorelictea)“, Biologiezentrum des OÖ Landesmuseums Linz, 1999 

Chevalier de l’ordre national du Mérite Commandeur des Palmes Académiques 
Secretary of the Planet Commission of the SAF (1964-1969) 
President of the same Commission (1969-1986) 
Chairman of the GIOSP - International group of planetary observers, France (since 1986) 
Jupiter Assistant Recorder of the ALPO (USA)

1946: SAF prize for planetary observations 
1965: SAF prize for planetary visual observations
1975: Prix des Dames, the highest SAF prize, for general contribution to amateur astronomy 
1981: French prize of „the best technical photographic book“, a book on astronomical photography, written with P. Bourge and Y. Dargery
1984: First prize at the Lunar photography contest of the BAA (Great Britain)
1985: Prize for black and white solar system photography („Astrophoto6“)
1986: Halley comet photo prize („Science et Vie“)
1987: „Walter Haas Award“ of the ALPO (USA) for visual and photographic planetary observations
1988: Prize of the Centenary of SAF, awarded to the 12 best known amateur astronomers
1988: Prize for the better photographic contribution to the magazine „The Astronomer“ (Great Britain)
1990: „Stevenson Award“ for observational astronomy (British Astronomical Association)

In 2000, on the occasion of his 80th anniversary, his name was assigned to the asteroid 12498

„Cet autodidacte est à l'origine d'une centaine d'articles et d'ouvrages sur l'astronomie, qu'il écrit tout au long de sa carrière. Il publie au moins 160 articles sur la protozoologie, les oiseaux et les mammifères qu'il photographie. Jean Dragesco est aussi l'inventeur du premier fusil photographique, le Dragesco Tar.“ (Astrosurf)

„Am cunoscut o mulțime de personalități, dar nici una nu se poate compara cu Jean Dragesco… el a reușit să-și transpuna în realitate toate visele copilăriei”, Alexandru Marinescu (via „Evenimentul Zilei“). 





Montag, 24. August 2020

Die Flüsterpreise der Landeshauptstadt München

So kleinlaut habe ich das Kulturreferat nicht mehr erlebt, seit Jürgen Kolbe vor zig Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte und alle Welt es geheimhalten wollte… Dabei war der Anlaß heuer grundsätzlich erst einmal ein erfreulicher.
Es war sogar eine der letzten rauschenden Kulturnächte in München, bevor sich Corona wie Mehltau über die Stadt legte. Die Förderpreise der Landeshauptstadt München standen an und zur Vernissage in der Lothringer 13 strömte am 5. März tout Munich oder zumindest der kulturell interessierte Teil davon nach Haidhausen.
Alle zwei Jahre vergibt die Stadt sechs dieser jeweils mit 6.000 Euro dotierten Förderpreise als Auszeichnung einer künstlerisch herausragenden Leistung in den Bereichen Architektur, Design, Fotografie, Schmuck und sogar an zwei Preisträger*innen der Bildenden Kunst. Beurteilt wird dabei von der aus Stadträt*innen und Fachleuten gebildeten Jury das gesamte bisherige Schaffen.
Die Jurysitzungen sollten dann in den Wochen nach der Vernissage in den Ausstellungsräumen stattfinden, die Preisverleihung am 7. Mai. Doch dann schlugen die coronabedingten Ausgangsbeschränkungen Mitte März ein. Die Zeit, als in den Münchner Straßen Polizei und Feuerwehr via Lautsprecherdurchsagen davor warnten, das Haus ohne triftigen Grund zu verlassen. Im Wording des Kulturreferats: „ein kurzfristiger Shut Down“.
Und obwohl Kulturförderung und die Ausübung eines Wahlamtes sicherlich ein ausreichend triftiger Grund gewesen wären, die Lothringer 13 zudem groß genug, um sogar die jeweilige Fachjury mit ausreichend Sicherheitsabstand zu empfangen, und obwohl die Ausstellung selbst umgehend auch in digitaler Form online bereit stand und Jurysitzungen via Videokonferenz denkbar gewesen wären, geschah erst einmal gar nichts.
Außer einer Kommunalwahl, die dazu führte dass die aus dem Stadtrat entsandten Jurymitglieder nicht mehr zur Verfügung standen und der bürokratische Rattenschwanz: Wahl des Stadtrats, Besetzung des Kulturausschusses, Nominierung der Jurymitglieder für den Förderpreis, Wahl der Jurymitglieder von Neuem begann, während die für die Förderpreise Nominierten gerade während einer Pandemie, in der jedes Preisgeld ersehnt gewesen wäre, nicht einmal vertröstet wurden, sondern gar nichts mehr hörten. Stillstand. Schweigen.
Während die Stadt keine Probleme hatte, die Kinoprogramm- und Schwabinger Kunstpreise trotz Covid-19 wie geplant zu verleihen. Um Stadträtin Mona Fuchs von den Grünen zu zitieren: „Gerade Preisgelder sind in der jetzigen Situation ein wichtiges Zubrot.“
Anfang Mai nahm der neue Stadtrat seine Arbeit auf. Aber erst am 17. Juni erbarmte sich die in der Philharmonie im Gasteig tagende Vollversammlung endlich auch der Förderpreise und setzte die Kür der neuen Jury auf die Tagesordnung.
Weitere zwei Monate später wurden denn auch tatsächlich die Förderpreise verliehen. Der Feriensenat des Münchner Stadtrats folgte den Empfehlungen der Jurys und eine kleine Meldung in der „Rathaus-Umschau“ kündete davon. 
Die Nominierten sollen angeblich Nominierte und sogar Preisträger sind währenddessen tagelang nicht etwa vom Kulturreferat benachrichtigt worden, nichts davon erfahren und sondern haben erst auf Eigeninitiative der Webseite der Stadt München entnommen haben oder durch mich erfahren, wer die glücklichen Gewinner*innen sind: Der Designer Leonhard Rothmoser, die Architekten Carsten Jungfer & Norbert Kling/zectorarchitects, die Schmuckdesignerin Carina Shoshtary und die Fotografin Saskia Groneberg. In Bildender Kunst gewannen Sophia Süßmilch (Foto unten) und Maria VMier. Wobei Kulturreferent Anton Biebl (Foto oben) in seinem offiziellen Glückwunschschreiben Süßmilch zum Förderpreis für Architektur gratulierte…
Vielleicht die letzten Förderpreisträger*innen überhaupt. Bisher wurde nur bei den Ausstellungskosten der Förderpreise gespart. (Zum Vergleich: In den städtischen Kunstarkaden erhalten die Ausstellenden beispielsweise ein Budget in Höhe von 1.500 Euro zur Deckung ihrer Kosten.) Ausgerechnet bei den Förderpreisen erhalten aber die teilnehmenden Künstler*innen weder eine Aufwandsentschädigung, noch eine Ausstellungsvergütung. Wir wurden dazu angehalten, Werkzeug selbst mitzubringen und zur Installation/zum Aufbau gab es keine Hilfskräfte vor Ort. Man hat ja Unkosten und Zeitaufwand und es ist ein städtischer Preis in einer städtischen Einrichtung einer der reichsten Städte Deutschlands. Das geht einfach nicht. Man lässt ja auch nicht umsonst mehrere Musiker für ein öffentliches Konzert aufspielen und gibt dann nur einem davon Geld. Fehlende Vergütung ist mitunter ein Grund. warum Künstler so prekär leben, und die Stadt müsste hier eigentlich Vorreiter sein, immerhin einen Mindestlohn für den Aufwand zahlen. Es reicht nicht, dass EINER einen prestigeträchtigen Preis bekommt und alle anderen mit Unkosten dastehen – und die Stadt sich für ihre Großzügigkeit auf die Schultern klopft.“
Inzwischen ist gerüchteweise sogar die Rede davon, nicht mehr nur bei der Ausstellung zu sparen, sondern im Rahmen der pandemiebedingten kommunalen Einsparungen die Förderpreise nicht mehr nur aufzuschieben, sondern abzuschaffen. 
Vielleicht schafft man es aber im Gegenteil auch, die Förderpreise nicht nur zu bewahren, sondern auch in ihrem Profil zu schärfen? Es gibt keine festgelegten Förderkriterien: gewinnt der Nachwuchs, der oder die Bekannteste, der/die kommerzielle oder der künstlerische Designer/Künstler/...? Die Jury ist nicht unabhängig. Die Nominierenden sind gleichzeitig die Jury, zusammen mit einer Auswahl vom Stadträten, die über keinerlei Expertise verfügen, aber deren Mehrheit schließlich entscheidet (gegeben, dass jeder Nominierende sich wohl für seinen Vorschlag aussprechen dürfte). Der Preis wird fürs Lebenswerk bzw. das gesamte Schaffen verliehen – aber das ist ja in der Ausstellung nicht zu sehen, man muss auch keine Mappe oder ähnliches abgeben. Es hängt dann wohl am eigenen Nominierenden/Juror, den anderen Teilnehmern der Jury das Lebenswerk nahe zu bringen oder man muss hoffen, dass die Jury schon mal irgendwo irgendwas von einem gesehen hat.“
Nominiert waren heuer übrigens aus der Bildenden Kunst Felix Burger, Lena Grossmann, Maria VMier, Cordula Schieri, Angela Stiegler und Sophia Süssmilch. Die Fotograf*innen Maria Leonardo Cabrita, Jutta Görlich & Edward Beierle, Saskia Groneberg, Peter Langenhahn, Michael Mönnich, Sigrid Reinichs und Anne Wild. Die Schmuckdesigner*innen Eunmi Chun, Nadine Kuffner, Nicola Scholz, Barbara Schrobenhauser und Carina Shoshtary. Die Architekt*innen Florian Heim & Markus O. Kuntscher, Wolfgang Huß, Martin Kühfuss & Christian Schühle, Julian Chiellino, Felix Reiner & Sophie Reiner, Max Otto Zitzelsberger, Carsten Jungfer & Norbert Kling und Carmen Wolf. Und die Designer*innen Mario Kellhammer, Ana Relvao & Gerhardt Kellermann, Leonhard Rothmoser, Maximilian Schachtner, Conor Trawinski und Barbara Yelin.
Die fünf Teiljurys werden turnusgemäß im Herbst des Vorjahres per Kommissionenbeschluß vom Stadtrat gekürt. Jeweils sechs Fachjuroren auf Vorschlag des Kulturreferats. Dazu jeweils fünf Mitglieder des Stadtrats, die diesen Sommer teilweise ausgetauscht wurden. 2020 waren das in der Bildenden Kunst: Lisa Britzger, Babylonia Constantinides (Preisträgerin 2018), Anita Edenhofer, Christian Landspersky (Preisträger 2014), Konstantin Lannert und Leo Lencses sowie vom alten Stadtrat Kathrin Abele, Beatrix Burkhardt, Sabine Krieger, Marian Offman und Constanze Söllner-Schaar. In der Fotografie: Gürsoy Dogtas, Ulrich Gebert, Elke Jordanow, Nadine Loes, Mara Pollak (Preisträgerin 2018) und ein mir vom Kulturreferat vorenthaltenes Mitglied sowie vom alten Stadtrat Horst Lischka, Thomas Niederbühl, Marian Offman, Julia Schönfeld-Knorr und Otto Seidl. Im Design: Xugen Dam, Erika Groll, Johannes Gumpp, Ulrike Rehwagen, Tanja Seiner und Antonia Voit sowie vom alten Stadtrat Kristina Frank, Horst Lischka, Thomas Niederbühl, Otto Seidl und Constanze Söllner-Schaar. In der Architektur: Nicola Borgmann, Gabriela Cianciolo, Natalie Essig, Urs Greutmann, Karl R. Kegler und ein mir vom Kulturreferat vorenthaltenes Mitglied sowie vom alten Stadtrat Kristina Frank, Sabine Krieger, Horst Lischka (vertreten durch Klaus Peter Rupp), Julia Schönfeld-Knor (vertreten durch Constanze Söllner-Schaar) und Walter Zöller. Und im Schmuckdesign: Angela Böck, Unk Kraus, Karen Pontoppidan, Annamaria Leiste (Preisträgerin 2018), Doris Sacher und Gisbert Stach sowie vom alten Stadtrat Horst Lischka, Thomas Niederbühl, Marian Offman, Richard Quaas und Constanze Söllner-Schaar. 


Sonntag, 23. August 2020

Ohne Titel (55)

 


Wochenplan

Klaus Lemkes „Ein Callgirl für Geister“ in Anwesenheit des Regisseurs und Teams (Foto) / Theatiner-Filmkunst, Entscheidung der Bundestarifkommission von Ver.di über ihre Forderungen zum Tarifvertrag Öffentlicher Dienst, KREW goes Gans woanders, Trainingslager des TSV 1860 in Windischgarsten, Pressevorführung „Mrs. Taylor's Singing Club“, Entscheidungsverkündung zur Bayerischen Grenzpolizei / Bayrischer Verfassungsgerichtshof, Pressekonferenz des Bayerischen Innenministeriums zum Einsatz von LKW-Abbiegeassistenten bei Polizeifahrzeugen, Pressebegehung zu den Domagk-Ateliertagen, Ausstellungseröffnung „100 Jahre Bergwacht Bayern“ / Alpines Museum, Testspiel FC Juniors Oberösterreich vs. TSV 1860


Montag, 17. August 2020

Extras

Bereits in den Achtzigern wäre ich beinahe zu meiner ersten Komparsenrolle gekommen: Désirée von Trotha wollte mich in einem Hochschulfilm als Tod besetzen. Aber dann zog ich vor Drehbeginn das erste Mal von München nach Berlin – und jemand anderes übernahm die Rolle des Boandlkramers. Erst fast vierzig Jahre später war es dann tatsächlich soweit, und ich begann – inspiriert von dieser Nebentätigkeit diverser Freundinnen – auch selbst als Statist zu arbeiten. Gegen Mindestlohn, bei Steuerklasse 6. Nur bei „Hindafing 2“ lag die Gage deutlich höher, weil ich blank zog. (Leider ist davon nichts in den ausgestrahlten Episoden zu sehen…)
  • Galileo (2019), Teilnehmer eines IQ-Tests.
  • Hindafing 2 (2019; von Boris Kunz mit Maximilian Brückner), Teilnehmer einer schamanischen Sitzung/Orgie.
  • Food Quiz Show (2019), Zuschauer.
  • Monday um zehn (2019; von Mareille Klein), Besucher eines klassischen Konzerts.
  • Die Chefin (2019; mit Katharina Böhm), Episode „Wetten, dass…“ (Erstausstrahlung am 4. Dezember 2020 im ZDF, eine Woche vorher bereits in der Mediathek), Ordner einer Radsportveranstaltung.
  • Meister des Todes 2 (2019; von Daniel Harrich mit Heiner Lauterbach, Veronica Ferres, Katharina Wackernagel, Axel Milberg, Désirée Nosbusch, Udo Wachtveitl), gegen illegale Waffenexporte Demonstrierender.
  • Werbespot der SWM – Stadtwerke München: „Munich was my first love“ (2019), Reisender im Hauptbahnhof.
  • Gottschalk liest (2019), Grieche in einem Einspieler für Karen Köhlers Debütroman „Miroloi“.
  • München Mord (2019; mit Alexander Held, Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier), Episode „Ausnahmezustand“ (Erstausstrahlung am 17. Oktober 2020 im ZDF), Fan des TSV 1860.
  • Caveman (2020; von Laura Lackmann mit Moritz Bleibtreu, Martina Hill, Wotan Wilke Möhring), Varieté-Zuschauer.
  • Der Alte (2020), Passant.
  • Geliefert (2020; von Jan Fehse mit Bjarne Mädel), „älterer Herr“. 


Sonntag, 16. August 2020

Wochenplan (Updates)

 

Komparsenrolle „Geliefert“, Vollgremium Bezirksausschuss 9 Neuhausen-Nymphenburg / Backstage, Stufenbar / Bayerische Staatsoper,„tz“-Spätdienst, Pressevorführung „Drachenreiter“, Premiere von Eckhart Schmidts „Hallo Leute“ / ABC, Eröffnung Cannabis Pop-up-Space / MucBook Clubhouse,  Pressetermin zum Radschnellweg mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer / Garching, AKIM / Wedekindplatz, Testspiel TSV 1860 vs. SSV Jahn Regensburg / Trainingsgelände, Champions League Finale: Paris Saint-Germain vs. FC Bayern / ZDF


Samstag, 15. August 2020

Helmut Käutners „Ludwig II.“ mit O.W. Fischer und Klaus Kinski

„Die Rolle aber, die ihn unsterblich machen wird, die eines verklemmten Liebhabers, eines vom Schicksal Gebeutelten, von Dämonen getriebenen“ („Der Spiegel“) steht ihm erst bevor: Ludwig II. unter der Regie von Helmut Käutner. „Es war kein großer Film. Intellektuelle Filmkritiker haben ihn ein weiß-blaues Märchen genannt. Trotzdem hatte der Film etwas von der Unwirklichkeit des Schicksals, die Ludwig II. umgab. Man konnte ihr nur nachtwandelnd folgen, um ihr gerecht zu werden“,  beschreibt O.W. Fischer seine Annäherung an den mystischen Alpenkönig, den er als religiösen Einzelgänger versteht. Er schreibt sich einige Szenen auf den Leib, die diesen Zug herausarbeiten, aber vom entsetzten Helmut Käutner ersatzlos gestrichen werden: „Der König war ja wohl fromm, aber Ludwig II. auf du und du mit Jesus wäre nun wirklich zu abstrus gewesen.“

Schließlich unterbreitet man das Drehbuch dem Hause Wittelsbach, um sich durch Vorzensur die Drehgenehmigung in Hohenschwangau, Neuschwanstein und Herrenchiemsee zu erkaufen. An diesen Schauplätzen gestalten Kameramann Douglas Slocombe und der phantasmenerprobte Architekt Hein Heckroth (Oscar für The Red Shoes) mit von ihnen entwickelten Silberspiegelglasplatten und maßstabsgetreuen Modellen die einzelnen Bauphasen der Märchenschlösser und Gralsburgen nach, erwecken in den Interieurs Ludwigs Rauschgoldphantasien zu neuem Leben und lassen die Technicolor-Farben verrückt spielen.

„Das Schönste an den Dreharbeiten war“ für Drehbuchautor Georg Hurdalek, „daß alle, die damit zu tun hatten, ein bißchen zu spinnen anfingen. Er (Helmut Käutner; d. A.) hatte gerade Citizen Kane gesehen, der ja damals – 1954 – bei uns noch ganz unbekannt war – und nun wollte er unbedingt die von Orson Welles erfundene Erzählweise für Ludwig II. übernehmen. Der Leichenzug für den toten König sollte zum Angelpunkt werden, zu dem die Erzählung immer wieder zurückkehrt, nachdem Ludwig als Staatsmann, als Liebhaber, als Baumeister und so weiter betrachtet worden war. Doch für solchen Avantgardismus war es schon zu spät oder zu früh, wenn man an die Erwartungen des Publikums denkt.“ Der Film beginnt zwar, wie von Käutner geplant, mit dem Leichenzug, erzählt dann aber in einer chronologisch geradlinigen Rückblende die Lebensgeschichte des Königs. Die kostbaren Tableaus stört dabei kein argumentativer Exkurs. Käutner zeigt ein traumatisches Leben in Einsamkeit und Purpur, ohne es analysieren zu wollen.

Bei aller kongenialen Zuarbeit ist der überragende Erfolg dieses Filmes wohl vor allem O.W. Fischer zuzuschreiben, der in grenzenloser Identifikation selbst das schier unmögliche Flackern in den wahnsinnigen Augen des Königs zustande bringt und selbstgefällig feststellt: „Wenn man vor der Peterskirche steht, hält man dieses Werk auch für unmöglich. Aber jeder von uns Künstlern hat doch etwas von einem Michelangelo.“ Für sein monumentales Werk erntet er neben dem Deutschen Filmpreis und dem Bambi ganz besonderen Dank. Am 7. Februar 1955 fährt O.W. Fischer kurz nach elf Uhr in Schloß Nymphenburg vor, um von Kronprinz Rupprecht zu einer Audienz empfangen zu werden.

In schwarzem Mantel und dunkelblauem Schal noch immer ganz König Ludwig II., betritt er den Spiegelsaal und taucht in andere Sphären ein: „Aus einer Welt des Hastens und der Sensation kam ich am Montag in ein Retiro selbstverständlicher Hoheit und Nonchalance, und die halbe Stunde, die ich beim Kronprinzen verbringen durfte, gehört zu den unauslöschlichen Eindrücken meines Lebens. Ein Grandseigneur ohne Pose plauderte voll ungebrochener Vitalität über seine Kindheitserinnerungen an König Ludwig, und bald verwickelte einen der große alte Mann in Gespräche über Kant und Goethe, mit der Bildung eines Universitätsprofessors und mit so viel hinreißendem Humor, daß man vergißt, dem Oberhaupt einer großen Dynastie gegenüberzusitzen, sondern einfach eine Stimme zu hören glaubt, die einem ein ganzes Leben vertraut war, nämlich die der unsterblichen Kultur des Abendlandes, (…) Jedes Gelingen im Leben sei Gnade und berechtige nicht zu persönlicher Eitelkeit.“

Als Prinz Otto, König Ludwigs wahnsinniger Bruder, erregte Klaus Kinski zum ersten Mal die Aufmerksamkeit der Filmwelt und wird von dem ihn bewundernden O.W. Fischer gleich wieder für Hanussen engagiert, wo Kinski als gefährlich charmanter Nazi aus gutem Hause ebenso zu überzeugen weiß.

Dieser Text erschien in Dorin Popa: „O.W. Fischer. Seine Filme – sein Leben“, Heyne Verlag, München 1989.

Helmut Käutners „Ludwig II.“ mit O.W. Fischer, Klaus Kinski, Marianne Koch, Ruth Leuwerik u.a. wird heute abend um 22 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.    


Montag, 10. August 2020

Wochenplan (Updates)

 

„Es hätte schlimmer kommen können – Mario Adorf“ / arte, Ordentliche Betriebsratssitzung / MVV, Guest Shift Christian Wu (Ming River Baijiu Brand Ambassador) / Gingko Bar, „tz“-Spätdienst, Vernissage Annika Juds; „Uncovered Faces“ / Be Art Galerie, Erstaufführung „Leif in Concert Vol. 2“ / Werkstattkino, Corona-Test, Testspiel TSV 1860 vs. SpVgg Bayreuth / Löwen.TV, 68. Filmkunstwochen: Trilogie Albert Meisl / City, „Der größte Gegner ist das Klischee: 50 Jahre Frauenfußball“ / ARD Sportschau, Sommer in der Stadt: F.S.K. (Foto) / Sommerbühne im Olympiastadion 


Sonntag, 9. August 2020

Querelle für Heteros: Jean-Jacques Beneix' „Der Mond in der Gosse“ (1984)

Ertönte bei seinem Erstlings-Kultfilm noch der Vorwurf, „zwischen Kitsch und Kunstfertigkeit zu balancieren“, so beweist „Diva“-Regisseur Beneix mit seinem zweiten Kunstwerk, fest und stilsicher mittendrin zu stehen. Bei Vorführungen des „Monds in der Gosse“ teilt sich daher das Publikum schnell in die Fraktion der fassungslos-hysterisch Lachenden und in die Gemeinde von nach der Macht der Gefühle Gierenden.
Es geht um Vollmond und Neon, um Wasserlachen und Eisblöcke, um verwinkelte Gassen und dunkle Gewölbe einer Kirche, um Nutten und Dockarbeiter – und am Anfang von all dem war das Studio. Der Mond scheint in der Gosse von Cinecitta, dieser Film ist ein studiobedingtes Kunst-Werk, dessen maniriert unnatürliche Ausstattung und Bildgestaltung ihn vor dem Vergessen bewahren werden. „Nie ist das Licht so diffizil gesetzt worden und nie ist so differenziert fotografiert worden wie in diesem arbeitsteiligen Prozeß“, beschreibt dr Kameramann Heinz Pehlke die vergangene Studio-Ära. Und Jean-Jacques Beneix' Hafenepos ist eine einzige Hommage an die arbeitsteilige Filmgestaltung, ein perfektes Produkt von Handwerk und Technik.
Hilton McConnico, dessen Filmausstattungen charakteristisch für den französischen Film geworden sind, und dem die neue Filmzeitschrift „Fahrenheit“ im Winter eine Ausgabe widmen wird, erschuf, in der Tradition von Genets Brest und Préverts Le Havre, eine Hafenstadt voll von der schwülen Atmosphäre um ihr Leben Liebender und Kämpfender. Der Bildgestalter Philippe Rousselot kriecht mit seiner Kamera durch den Rinnstein, fährt und chwebt durch die Dekoration und tastet diva-gerecht Nastassja Kinski ab, die natürlich ihr Führungslicht bekommt.
Jean-Jacques Beneix hat sich hier an Papas Kino versucht, nahm mit einer einstudierten Vollkommenheit Frankreichs Vorkriegs-Melodramen zum Vorbild, um eine ebenso fatalistische Geschichte zu erzählen. Nacht für Nacht zieht es einen Dockarbeiter (Gérard Depardieu) in die schmutzige Sackgasse der Hafenstadt, wo sich seine Schwester nach einer Vergewaltigung umgebracht hat. Ruhelos durchstreift er Spelunkenund Straßen nach dem Täter, um seine – nur eingebildete? – Schuld an dem Unglück zu sühnen. In einer der Kneipen begegnet er der schönen Reichen aus dem Villenviertel (la Kinski), zu der er eine leidenschaftliche, doch unerfüllte Beziehung entwickelt. Sie ist die Fremde aus einer anderen, vielleicht besseren Welt, zu der er nie das Vertrauen haben wird, um aus seiner eigenen Welt auszubrechen.
Um die Affäre knüpft Beneix eine Vielfalt eindringlicher Szenen, die die leidenschaftliche Gewalt dieser Welt (Stromboli heißt hier ein oft gezeigtes Getränk), aber auch die triste Ausweglosigkeit der – umsonst – Handelnden unterstreichen sollen. Also Depressions-Kino, aber zugleich erotisches Kino, wie es auch nur annähernd kaum auf der Leinwand zu sehen ist. Denn das Spiel der Gefühle schließt hier den Körper ein, insbesondere wenn Gérards Geliebte (Victoria Abril) ihre Auftritte hat.
In dieser Sinnlichkeit unterscheidet sich „Der Mond in der Gosse“ auch am stärksten von Fassbinders „Querelle“, dessen schwüle Atmosphäre der studio-bedingt surrealen Hafenwelt er im übrigen teilt

Die Filmbesprechung erschien im „Plärrer“ 9/1984.


Sonntag, 2. August 2020

Wochenplan (Updates)

Trainingsauftakt TSV 1860, Pressevorführung „Made in Italy“, fortiss Pressereise Bayern-Cloud in die Pilotregion Allgäu (Foto: Alpe Schlappold), Eröffnung der Pop-up Sommerbibliothek in der Messestadt Riem, Spätdienst „tz“, Vernissage „14x2m“ mit den Fotografinnen Silvia Beres, Marianne Bohn, Anna Duschl, Lara Freiburger, Tina Groh, Sonja Herpich, Mirja Kofler, Jana Erb, Sophia Lasson, Andrea Mühleck, Lissy Routil, Vipasana Roy, Sarah Domandl und Franziska Schrödinger / Feierwerk,  Baustellenbesichtigung Munich Urban Collab, Finissage Wolfgang Moser: „Menschen Affen Idioten“ / Be Art Galerie, Buchpräsentation Moses Wolff: „Liebe machen“ / Be Art Galerie, AKIM / Wedekindplatz, Flohmarkt / Grünspitz