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Freitag, 8. Mai 2026

Buchhaltung à la MVG – oder wie eine Rechnung bei Twitter & Co. über 300.000 Aufrufe generierte

Seit über einem Jahr prüft die Beratungsfirma PD Partnerschaft Deutschland den Produkthaushalt der städtischen Referate. Welche Kosten verursachen die städtischen Leistungen, welche davon sind freiwillig und welche sollten angesichts der düsteren kommunalen Haushaltslage eingespart werden? Oder in den Worten der Kämmerei: „PD unterstützt die verstärkte Suche nach sogenannten best-practice-Lösungen.“ 

Die Regiebetriebe und Beteiligungsgesellschaften der Landeshauptstadt sind davon nicht direkt betroffen. Das sei auch nicht nötig, betonten die SWM Stadtwerke München mir gegenüber im Januar, denn: „Natürlich arbeiten aber auch wir als im Wettbewerb stehendes Unternehmen mit wirtschaftlichem Auftrag laufend an unserer Kosteneffizienz.“

Das gilt wohl auch für die zu den SWM zählende Münchner Verkehrsgesellschaft MVG, die den Öffentlichen Nahverkehr betreibt. Dort hatte ich ein Deutschlandticket abonniert und angesichts der bevorstehenden Steuererklärung am 12. März einen Zahlungsnachweis für das zurückliegende Jahr 2025 abgerufen.

Dazu ruft man im Kundenportal der MVG den Bereich „Vertrag verwalten“ auf. Dann klickt man bei dem gewünschten Abovertrag das Stiftsymbol an, um die Vertragsdetails anzusehen. Es erscheint rechts oben der Button „Rechnung anfordern“. Nun kann man bis zu zwei Jahre rückwirkend den Zeitraum definieren, für den man einen Zahlungsnachweis wünscht. Das ist für jeden Zeitraum nur einmal möglich. Innerhalb von 24 Stunden wird dann die gewünschte Rechnung im Postfach des Kundenportals hinterlegt, wobei man dafür von der Kundenverwaltung in die Vertragsverwaltung wechseln muss. Effizienz!

Die so für das Jahr 2025 generierte Rechnung der MVG wies nun mehrere Merkwürdigkeiten auf. Es wurde darin der monatliche Preis von 58 Euro im letzten Jahr für ein Deutschlandticket korrekt aufgeschlüsselt in den Nettobetrag von 54,21 Euro und die gesetzliche Mehrwertsteuer von sieben Prozent in Höhe von 3,79 Euro. 

Dass dieser Teilbetrag mit zwölf zu multiplizieren ist, es sich also um eine Rechnung für zwölf Monate, sprich zwölf Deutschlandtickets, handelt, war nur indirekt abzuleiten, weil von einer Gültigkeitsdauer für das ganze Jahr die Rede war. Es wurden aber weder die zwölf geleisteten Tickets noch die gesamte Mehrwertsteuer ausgewiesen.

Zudem wurden beim Gesamtbetrag 100 Prozent aufgeschlagen. Die Rechnung bestätigte die Zahlung von 1392 Euro im Jahr 2025, obwohl man bei zwölf Deutschlandtickets insgesamt nur auf 696 Euro käme.

Ich fand das erstmal nur amüsant, verzichtete darauf, die falsche Rechnung in meine Steuererklärung aufzunehmen, veröffentlichte sie aber spontan auf diversen Plattformen, weil ich sie eben unterhaltsam fand: „Bei der MVG ergibt 12 x 58 nicht 696, sondern 1392 Euro.“ Das sorgte sofort für Likes, Kommentare und einen satten Algorithmus-Boost. Obwohl ich beispielsweise bei X/Twitter gerade mal etwas über 4400 Follower*innen habe und in der Ära Musk viele meiner Tweets auch nur zwei- bis dreistellige Reichweiten erreichen, kam dieser Tweet allein bei X auf über 309.000. Sechsstellige Reichweiten erreiche ich dort sonst nur mit Kommentaren gegen die AfD. Bei Bluesky, Mastodon, Threads und Facebook kam die Rechnung auch gut an.

Nun weckte der unerwartete Erfolg meine journalistische Neugier. Zumal weitere, sechs Wochen später, Ende April abgerufene Rechnungen für Teile der Jahre 2024 und 2026 fehlerfrei waren.

Also fragte ich bei der MVG nach, was da schief gelaufen war. Anders als von manchen Kommentierenden vermutet, hat sich da nicht ein Schülerpraktikant verrechnet und auch sonst sind nicht Mitarbeitende zur Rechenschaft zu ziehen. „Die Erstellung erfolgt im Hintergrundsystem.“ Sogar ganz ohne KI! 

„Seit Mitte Februar war die automatische Erzeugung von Rechnungen über mehr als einen Kalendermonat fehlerhaft. Auf der Website gab es seitdem einen entsprechenden Hinweis sowie die Empfehlung, die Rechnung vorübergehend für jeden Monat einzeln zu beantragen. Der Fehler ist mittlerweile behoben, seit dem 21. April können Rechnungen wieder für mehr als einen Kalendermonat fehlerfrei über das Kundenportal abgerufen werden. Kunden, die den Hinweis übersehen haben und sich im Zeitraum Mitte Februar bis 21.04. eine Rechnung im Kundenportal generiert haben, wurde die Rechnung auf Wunsch manuell durch unsere Sachbearbeiter erstellt.“

Gott sei Dank, allein ich war schuld, weil ich den Hinweis offensichtlich übersehen habe.

Mittwoch, 6. Mai 2026

Derzeit keine Münchner Sozialtickets mehr aus den DB-Fahrkartenautomaten (Updates)

„Bahnland Bayern bringt Dich vorwärts“ steht auf den im Februar 2024 neu eingeführten Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn (DB) in München. Denn um vorwärts zu kommen, benötigt man heutzutage selbst im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) meist noch eine Fahrkarte. 

Der Fortschritt, sprich: der Trend zu Entbürokratisierung und Digitalisierung führt höchstens dazu, dass man sich beim Verkauf der Fahrausweise zunehmend aus der dinglichen Welt verabschiedet. Das Deutschlandticket: ein Handyticket und in Ausnahmefällen vielleicht noch als Chipkarte. Die Bahncard: digital in der Bahn-App hinterlegt, dort aber keineswegs mit den Fahrkarten verknüpft, sondern gesondert zum Nachweis aufzurufen. Die örtlichen Verkaufsstellen für Fahrkarten wie Lottoannahmestellen, Kioske oder Servicecenter der Beförderungsunternehmen: radikal abgebaut. Und die MVG reduziert selbst die Fahrkartenautomaten an den Bus- und Tramhaltestellen massiv.

Der in den Augen von Bahn, MVV und MVG gute Fahrgast ist digital unterwegs, also für die Unternehmen dank bargeldlos gezahlten Abonnements und In-App-Käufen kostengünstig und für die Verkehrsforschung leicht auslesbar.

Mit einer Ausnahme: allen das Sozialticket Nutzenden. Die MVV-Monatskarte S ist ein Relikt. Um sie zu nutzen, anerkannt arm zu sein, braucht man noch einen mehrseitigen, mit Stempeln und Passbild versehenen, befristet ausgestellten und daher alle sechs bis zwölf Monate zu erneuernden Berechtigungsausweis, den München-, Rosenheim- oder Landkreispass. 

Nun hat sich die Nachfrage nach der Monatskarte S seit der Einführung des Deutschlandtickets natürlich von durchschnittlich 26.550 monatlichen Sozialtickets Anfang 2023 auf 13.621 im Jahr 2024 nahezu halbiert. Aber je teurer das Deutschlandticket wird, desto interessanter bleibt das Sozialticket. Statt aktuell 63 Euro für das Deutschlandticket kostet die MVV-Monatskarte S für eine Landkreiszone gerade mal 27,90 Euro und für zwei Landkreiszonen oder die städtische Zone M 31,10 Euro. Erst ab zehn Zonen beziehungsweise M plus sieben Zonen ist ein Deutschlandticket günstiger. Wer etwa als Empfänger von Grund- oder Alterssicherung jeden Cent zweimal umdrehen muss, wird es sich also gut überlegen, für welche Fahrkarte er sich entscheidet.  

Die MVG verzeichnet seit diesem Winter denn auch einen Anstieg von vier Prozent beim Verkauf der MVV-Monatskarte S. Das muss aber nicht an der Preiserhöhung des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro liegen, sondern kann auch darauf zurückzuführen sein, dass der ÖPNV im Winter generell stärker genutzt wird als im Sommer.

Im Unterschied zum Deutschlandticket kann man die MVV-Monatskarte S aber nicht abonnieren und es gibt sie auch nicht als Handyticket. Sie ist – wie beispielsweise auch das BayernTicket – nicht übertragbar. Aber während man beim BayernTicket nur die Namen der Reisenden eintragen muss, ob bereits bei Buchung als Online-Ticket oder erst handschriftlich beim aus dem Automaten gezogenen Fahrausweis, ist es bei der MVV-Monatskarte S natürlich komplizierter.

Und auch wenn die Landeshauptstadt in den nächsten Jahren den München-Pass als digitalisierte Variante anbieten will, darf man gespannt sein, ob sich an der bürokratischen Ausstellung des monatlichen Sozialtickets für den Nahverkehr etwas ändern wird.

Denn im Städte- oder Landkreispass ist, dem Amtsschimmel sei Dank, eine siebenstellige Kontrollnummer eingetragen. Und diese Kontrollnummer muss man beim Kauf der Monatsmarke für den MVV angeben, damit das Ticket personalisiert wird. (Und die ausgedruckte Monatsmarke ist natürlich auch ein paar Millimeter zu groß, um problemlos in die dafür im Sozialpass vorgesehene Hülle zu passen.) 

Die Alternative zu einer Kontrollnummer, die Monatsmarke ähnlich dem BayernTicket nur mit einer Namensangabe zu versehen, ist ausgeschlossen. Vielleicht damit zwei zufällig gleich heißende Grundsicherungsempfänger nicht den Staat hintergehen, indem sie sich ein Sozialticket teilen.

Kauft man nun eine Monatskarte S an einem der wenigen verbliebenden Fahrkartenautomaten der MVG, so gibt man während des Bestellvorgangs diese siebenstellige Nummer ein und erhält prompt die Marke. (Die MVG vertreibt 72 Prozent ihrer Sozialtickets via Automaten, drei Prozent über ihre Kundencenter und 25 Prozent über andere Verkaufsstellen.)

An den schicken neuen Bahnland-Bayern-Fahrkartenautomaten der DB an S- und Regionalbahnhöfen funktioniert das seit Mitte April nicht mehr. Natürlich kann man im Menü das MVV-Angebot aufrufen und dort wiederum die Monatskarte S. Dann fordert die DB, ähnlich der MVG, die Kundschaft auf, die siebenstellige Kontrollnummer aus dem Pass einzutippen. Doch welche Nummer man auch eingibt, stets erfolgt die Meldung: „Fehler. Prüfung der Eingabe erforderlich. Bitte überprüfen Sie die eingegebenen Ziffern und beachten Sie den Hinweis oben links.“

Tilt. So oft man es auch versucht. Und selbst wenn man etwa aus dem Vormonat eine Monatsmarke S mit QR-Code besitzt und den alternativen Weg über den im Automaten eingebauten Scanner geht, führt das nicht zum Erfolg.

Die Deutsche Bahn bestätigte gestern auf Anfrage den Fehler, der ihr seit über einer Woche bekannt ist: „Ursächlich ist ein fehlerhaftes Softwareupdate der Automaten, das Mitte April aufgespielt wurde. Erst seit diesem Zeitpunkt ist der Erwerb des Tickets nicht mehr möglich, da die Berechtigungsnummer nicht akzeptiert wird. 

Um den Fehler zuverlässig und nachhaltig zu beheben, spielt DB Vertrieb seit gestern ein entsprechendes Softwareupdate probeweise zunächst an einzelnen Automaten auf. Wenn diese Tests positiv verlaufen, kann das Update schon in den nächsten Tagen ausgerollt werden, sodass die Monatskarte S wieder an allen Automaten erworben werden kann. 

Wir wurden über den Hinweis eines Kunden auf den Fehler aufmerksam, der Ende April bei uns einging. Darüber hinaus verzeichnet der Kundendialog keine ungewöhnliche Häufung von Beschwerden zum Thema.“

Update vom 6. Mai 2026: Offenbar war das Landratsamt Fürstenfeldbruck für die Problemerkennung mit ursächlich, das den Ablauf auch etwas anders schildert. „Am 29. und 30. April gingen im Landratsamt vereinzelte Rückfragen wegen Problemen beim Erwerb der Monatskarte S ein. Betroffen waren Fahrkartenautomaten an verschiedenen Bahnhöfen im Landkreis. Wir haben im Sinne der Fahrgäste unverzüglich Kontakt mit der Deutschen Bahn AG (DB) aufgenommen, damit das Problem dort schnellstmöglich lokalisiert und gelöst werden kann. 

Die DB hat festgestellt, dass ein für die Automaten der S-Bahn München vorgenommenes Update des Hintergrundsystems zu einem Fehler geführt hat. Deshalb konnten an allen S-Bahn-Automaten im MVV-Raum ab diesem Zeitpunkt keine Monatskarten S für Mai erworben werden. Andere Verkaufsstellen waren nicht betroffen. 

Zwischenzeitlich hat die DB einen sogenannten Hotfix aufgespielt, mit dem die Fehlfunktion nun behoben wurde. Probehalber am 5. Mai 2026 erst für den Landkreis Fürstenfeldbruck und ab 6. Mai nach dem erfolgreichen Test dann auch MVV-weit. Die Monatskarten S können inzwischen wieder über die Fahrkartenautomaten der S-Bahn-München bezogen werden.“

Auch den Landratsämtern Starnberg, Dachau und München lagen vor rund zwei Wochen Beschwerden dazu vor.

Montag, 26. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (26), den 54er-Bus und die Tramlinien 4, 20 und 22

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Meine Eltern besaßen bis in die 1970er-Jahre ein Auto, einen Ford Taunus 17 M, aber mein Vater fuhr immer öffentlich zum Sender.  Auf dem Weg zu Radio Freies Europa am Englischen Garten nahm er wohl, wie ich nach Rücksprache mit dem Stadtneurotiker vermute, am Rotkreuzplatz die Tramlinie 22 und stieg dann am Nikolaiplatz auf den 54er-Bus Richtung Tivolistraße um.

Zum Rotkreuzplatz lief er von  unserer Wohnung in der Tizianstraße zu Fuß, vielleicht nahm er für das Stück gelegentlich die Tramlinie 4.

Wann immer ich meinen Vater im Sender besuchte, nahm ich auch Tram und/oder Bus.

In den Tagen, in denen meinen Vater aufgrund seines Dolviran-Missbrauchs Ausfallserscheinungen hatte, kam es, wie ich bereits erzählt habe, vor, dass er abends überfällig war und ich dann Richtung Rotkreuzplatz lief. Meist fand ich ihn dann auf einer Parkbank im Grünwaldpark im Dämmerzustand.

Jahre zuvor will mein Vater beim Umstieg am Rotkreuzplatz meinen Bruder Dinu beim Betteln auf der Straße gesehen haben. Aber weder er noch ich sprachen mit ihm jemals darüber.

Gelegentlich müssen wir aber eine andere Route genommen haben, als die über Schwabing. Wohl die Tramlinie 20 von RFE Richtung Innenstadt und dann der Umstieg auf die Linie 4 über Maximilianstraße und Lenbachplatz Richtung Gern.

Denn ich kann mich erinnern, dass wir einmal am Stiglmaierplatz ausgestiegen sind, weil mein an der Prostata erkrankter Vater dringend aufs Klo musste. Er ging in den Löwenbräukeller, um sich zu erleichtern, während ich als Kind davor wartete. Seitdem bin ich auch so auf das Thema Öffentliche Toiletten fixiert.

(Oberes Foto: Reinhard Fuchs/Sammlung Straßenbahnfreunde München e.V.)

Freitag, 27. September 2024

Das MVG-Museum muss auf seine Events verzichten

Am Stand eine Auswahl an Single Malt Whiskies, an der Wand dahinter eine Präsentation von Zweileitungsbremsanlagen. Das MVG-Museum führte zusammen, was nicht zusammengehört, und war eben deshalb eine spektakulär einzigartige Veranstaltungshalle für Messen und Märkte aller Art.

Ob München Spirits, der Modellbahn-Markt, der Kunst & Design Markt oder der Heldenmarkt, sie alle müssen sich künftig neue Locations aussuchen und etwa in die Wappenhalle oder die MTC World of Fashion ausweichen.

Das MVG-Museum selbst bleibt zwar erhalten, doch mit dem Beginn der Bauarbeiten am Tram-Betriebshof in der Ständlerstraße muss die MVG darauf verzichten, diese Event- und Ausstellungslocation weiter anzubieten. Womit den Stadtwerken auch Tausende von Euro aus den Mieteinnahmen jeder Veranstaltung entgehen.

Mit der Nutzungsänderung der 4000 Quadratmeter großen Halle ändern sich auch die Zuständigkeiten innerhalb der städtischen GmbHs. Bis Jahresende oblag das Museum der Zuständigkeit des Geschäftsbereichs SWM-Events. Nun, wo es keine externen Veranstaltungen und Einnahmen mehr geben wird, ist das hinfällig.

Wie es heißt, könnte die Abteilung Strategie Mobilität des Geschäftsbereichs Mobilitätsentwicklung und Innovation ab kommendem Jahr das MVG-Museum übernehmen. Die MVG wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern, weil es sich um Interna handle.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Langweilt sich Petra Winter bei der „Cosmopolitan“?

Wer liest schon das Magazin „[mo:de]“ der Absolventen des Ausbildungsgangs Modejournalismus/ Medienkommunikation der Münchner AMD Akademie Mode & Design? Zum Glück die Kollegen von „werben & verkaufen“, sonst wäre mir – wie auch der darüber nicht ganz so glücklichen Waltraut von Mengden – die Porträtstrecke der da noch schwangeren* „Cosmopolitan“-Chefredakteurin Petra Winter entgangen.
Während Winter sich mit den Bildern für den Jungbäuerinnenkalender zu bewerben scheint, schwebt ihr beruflich weit höheres vor: „Irgendwann möchte sie in einer Führungsposition definitiv zurück zur Tageszeitung und sich einem weitläufigeren Spektrum an Themen widmen als jetzt bei der Cosmopolitan.“ Wobei Ihr aktueller Job auch nicht unterschätzt werden darf: „Als reine Schischi-Branche kann man den Modejournalismus nicht abstempeln. Schließlich trage ich trotz vieler Privilegien auch eine große Verantwortung. Natürlich bekomme ich viele Geschenke, aber darum geht es ja nicht nur.“

*Anfang September kam Sohn Vincent zur Welt.

Montag, 21. Juni 2010

Cosmopolitan und w&v wollen eine Miss Media küren

Wenn man früher eine neue Zeitschrift gründete, plazierte man in der Nullnummer oder ersten regulären Ausgabe immer gern das Porträt eines Werbeschaffenden. Einfach um sich die Aufmerksamkeit der Branche zu sichern. Heute spart man sich den inhaltlichen Aufwand, heute organisiert Petra Winter ein Casting für Germany's Next Top Mamsell: Bei Harald Schmidt hieß es immer nur „Entertainmentmuschi“, bei den Kollegen vom Print dagegen „Miss Media“. Da ist die gemeinsame Aktion der „Cosmopolitan“ und „w&v – werben & verkaufen“ schon mehrere Tage online und ich erfahre erst heute davon... 



Updates: Im Finale stehen Melanie Fuest (coolershop), Lisa Hug (Senzera), Tanja Opfermann (Zenithmedia), Silke Springensguth (DuMont Net) und Ariane Struve (Turtle Entertainment).

„Einfach nur ein peinlicher Fehltritt von Cosmopolitan und W&V mit einer schlecht durchdachten Kampagne“, so Ingrid Breul und Julia Prockl auf netz-reputation.de

Sonntag, 28. Februar 2010

Ulrike Zeitlinger: Vom Blattmacher zum V.I.P. Chocolatier

Wir kennen Sie als langjährige Blattmacherin („Mädchen“, „Cosmopolitan“, „freundin“) und working mom, doch nun hat sich Ulrike Zeitlinger, derzeit mit vier fünf Blättern („freundin“, „Wellfit“, „Burda Style“, „Alley Cat“, „Anton“ „freundin DONNA“) nicht gerade unterbeschäftigt, auf völlig neuem Terrain bewiesen, als V.I.P. Schokofee: Anläßlich der Eröffnung der Bunten Schokowelt von Ritter Sport in Berlin kreierte Zeitlinger neben Stars wie Iris Berben, Amelie Fried, Sarah Kuttner, Michaela May, Boris Entrup, Caroline Link und Florian Langenscheidt ihre ganz persönliche V.I.P.-Mischung aus Cranberry, Rotem Pfeffer und Macademia.
Ganz so neu ist das süße Geschäft für Zeitlinger auch nicht, schließlich beweist sich die Chefredakteurin seit der Geburt ihres nunmehr 5-jährigen Sohnes Ben als begeisterte wie begnadete Plätzchenbäckerin und Geburtstagstortenkünstlerin. Vom geschickten Einsatz vielfältiger Süßigkeiten zur Befriedung ihrer Redaktion ganz zu schweigen, da hat sie von ihrer langjährigen Mentorin Patricia Riekel gelernt, die erst unlängst wieder postulierte, daß Redakteurinnen nicht weinen könnten, wenn man ihnen etwas Süßes in den Mund steckt. 
Verkauft wurden die Promitafeln auf eBay, das ein noch härterer Bekanntheitsbarometer ist als „Buntes“ Star Control. Während Berben, Kuttner, Langenscheidt und ein Max Herre für ihre Tafeln zwischen 13 und 20 Euro zugunsten der – von Langenscheidt gegründeten – Kinderhilfsorganisation Children for a better World e. V. erzielten, liegt Zeitlinger immerhin noch mit ihren erlösten Geboten über Bestsellerautorin und Talk-Veteranin Amelie Fried oder Oscar-Preisträgerin Caroline Link.
Was wohl als nächstes kommt: eine Teemischung von Giovanni di Lorenzo oder Nagellack von Petra Winter?

Mittwoch, 26. August 2009

Nabelschau (1): Cosmopolitan & GQ

Ehrlich gesagt hat wohl kaum ein Journalist geglaubt, daß sich Petra Winter vormals Gessulat so lange als Chefredakteurin der deutschen „Cosmopolitan“ halten würde, als sie das Blatt 2005 übernahm. Und Angela Merkel offenbar auch nicht, wie ein Interviewtermin im Kanzleramt offenbart, den Winter im September-Editorial in der ihr eigenen Bescheidenheit als „Gipfeltreffen“ unter ihresgleichen tituliert:
„Als ich Angela Merkel das erste Mal gegenübersaß, um sie für Comopolitan zu interviewen, wirkte sie misstrauisch und verspannt auf mich. Kein Wunder im Angesicht eines Wahlkampfes, der für sie die Kanzlerschaft bedeuten konnte. Vier Jahre später überrascht sie mich mit den Worten: 'Ach, ich hätte gar nicht gedacht, dass man sich auf Ihrem Posten so lange halten kann.' Ein Kompliment, das ich gern zurückgebe.“
Ausdauer beweist auch GQ-Textchef Jesko Priess, den sein Blatt im aktuellen Heft als „Mitarbeiter des Monats“ präsentiert. Priess als Marathonläufer, Priess als Wadlbeißer, der in der Münchner Freizeitliga angeblich den Gelbe-Karten-Rekord hält, Priess als Fußballfanatiker, der von allen Bundesligaspielern Vornamen, Geburtsort und Blutgruppe auswendig gelernt hat. Wollen wir mal hoffen, daß sein aktueller Arbeitgeber mehr Stehvermögen beweist als die vorherigen: „Maxim“ und „Matador“.