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Freitag, 8. Mai 2026

Buchhaltung à la MVG – oder wie eine Rechnung bei Twitter & Co. über 300.000 Aufrufe generierte

Seit über einem Jahr prüft die Beratungsfirma PD Partnerschaft Deutschland den Produkthaushalt der städtischen Referate. Welche Kosten verursachen die städtischen Leistungen, welche davon sind freiwillig und welche sollten angesichts der düsteren kommunalen Haushaltslage eingespart werden? Oder in den Worten der Kämmerei: „PD unterstützt die verstärkte Suche nach sogenannten best-practice-Lösungen.“ 

Die Regiebetriebe und Beteiligungsgesellschaften der Landeshauptstadt sind davon nicht direkt betroffen. Das sei auch nicht nötig, betonten die SWM Stadtwerke München mir gegenüber im Januar, denn: „Natürlich arbeiten aber auch wir als im Wettbewerb stehendes Unternehmen mit wirtschaftlichem Auftrag laufend an unserer Kosteneffizienz.“

Das gilt wohl auch für die zu den SWM zählende Münchner Verkehrsgesellschaft MVG, die den Öffentlichen Nahverkehr betreibt. Dort hatte ich ein Deutschlandticket abonniert und angesichts der bevorstehenden Steuererklärung am 12. März einen Zahlungsnachweis für das zurückliegende Jahr 2025 abgerufen.

Dazu ruft man im Kundenportal der MVG den Bereich „Vertrag verwalten“ auf. Dann klickt man bei dem gewünschten Abovertrag das Stiftsymbol an, um die Vertragsdetails anzusehen. Es erscheint rechts oben der Button „Rechnung anfordern“. Nun kann man bis zu zwei Jahre rückwirkend den Zeitraum definieren, für den man einen Zahlungsnachweis wünscht. Das ist für jeden Zeitraum nur einmal möglich. Innerhalb von 24 Stunden wird dann die gewünschte Rechnung im Postfach des Kundenportals hinterlegt, wobei man dafür von der Kundenverwaltung in die Vertragsverwaltung wechseln muss. Effizienz!

Die so für das Jahr 2025 generierte Rechnung der MVG wies nun mehrere Merkwürdigkeiten auf. Es wurde darin der monatliche Preis von 58 Euro im letzten Jahr für ein Deutschlandticket korrekt aufgeschlüsselt in den Nettobetrag von 54,21 Euro und die gesetzliche Mehrwertsteuer von sieben Prozent in Höhe von 3,79 Euro. 

Dass dieser Teilbetrag mit zwölf zu multiplizieren ist, es sich also um eine Rechnung für zwölf Monate, sprich zwölf Deutschlandtickets, handelt, war nur indirekt abzuleiten, weil von einer Gültigkeitsdauer für das ganze Jahr die Rede war. Es wurden aber weder die zwölf geleisteten Tickets noch die gesamte Mehrwertsteuer ausgewiesen.

Zudem wurden beim Gesamtbetrag 100 Prozent aufgeschlagen. Die Rechnung bestätigte die Zahlung von 1392 Euro im Jahr 2025, obwohl man bei zwölf Deutschlandtickets insgesamt nur auf 696 Euro käme.

Ich fand das erstmal nur amüsant, verzichtete darauf, die falsche Rechnung in meine Steuererklärung aufzunehmen, veröffentlichte sie aber spontan auf diversen Plattformen, weil ich sie eben unterhaltsam fand: „Bei der MVG ergibt 12 x 58 nicht 696, sondern 1392 Euro.“ Das sorgte sofort für Likes, Kommentare und einen satten Algorithmus-Boost. Obwohl ich beispielsweise bei X/Twitter gerade mal etwas über 4400 Follower*innen habe und in der Ära Musk viele meiner Tweets auch nur zwei- bis dreistellige Reichweiten erreichen, kam dieser Tweet allein bei X auf über 309.000. Sechsstellige Reichweiten erreiche ich dort sonst nur mit Kommentaren gegen die AfD. Bei Bluesky, Mastodon, Threads und Facebook kam die Rechnung auch gut an.

Nun weckte der unerwartete Erfolg meine journalistische Neugier. Zumal weitere, sechs Wochen später, Ende April abgerufene Rechnungen für Teile der Jahre 2024 und 2026 fehlerfrei waren.

Also fragte ich bei der MVG nach, was da schief gelaufen war. Anders als von manchen Kommentierenden vermutet, hat sich da nicht ein Schülerpraktikant verrechnet und auch sonst sind nicht Mitarbeitende zur Rechenschaft zu ziehen. „Die Erstellung erfolgt im Hintergrundsystem.“ Sogar ganz ohne KI! 

„Seit Mitte Februar war die automatische Erzeugung von Rechnungen über mehr als einen Kalendermonat fehlerhaft. Auf der Website gab es seitdem einen entsprechenden Hinweis sowie die Empfehlung, die Rechnung vorübergehend für jeden Monat einzeln zu beantragen. Der Fehler ist mittlerweile behoben, seit dem 21. April können Rechnungen wieder für mehr als einen Kalendermonat fehlerfrei über das Kundenportal abgerufen werden. Kunden, die den Hinweis übersehen haben und sich im Zeitraum Mitte Februar bis 21.04. eine Rechnung im Kundenportal generiert haben, wurde die Rechnung auf Wunsch manuell durch unsere Sachbearbeiter erstellt.“

Gott sei Dank, allein ich war schuld, weil ich den Hinweis offensichtlich übersehen habe.

Samstag, 12. August 2023

Twitter-Reichweite

Mein bislang erfolgreichster Tweet (X?) heuer kam – mit Ausnahme des Hashtags #noafd – ohne ein einziges Wort von mir aus …



Freitag, 3. Juli 2020

Münchner Rathaus-Tweets (Updates)

Eine Übersicht twitternder Stadtratsmitglieder, Fraktionen, Dienststellen der Landeshauptstadt und Rathaus-Reporter*innen in München. (Wird laufend aktualisiert.)

Andreas Babor (CSU)
Sabine Bär (CSU)
Anja Berger (Wiesnstadträtin, Die Grünen)
Beppo Brem (Die Grünen)
Simone Burger (SPD)
Marie Burneleit (Die Partei)
Verena Dietl (3. Bürgermeisterin, SPD)
Mona Fuchs (Die Grünen)
Nikolaus Gradl (SPD)
Judith Greif (Die Grünen)
Ulrike Grimm (CSU)
Katrin Habenschaden (2. Bürgermeisterin, Die Grünen)
Sonja Haider (ÖDP)
Anna Hanusch (Die Grünen)
Anne Hübner (SPD)
Stefan Jagel (Die Linke)
Heike Kainz (CSU)
Christian Köning (SPD)
Dominik Krause (Die Grünen)
Sabine Krieger (Die Grünen)
Thomas Lechner (Die Linke)
Haimo Liebich (SPD)
Barbara Likus (SPD)
Marion Lüttig (Die Grünen)
Gudrun Lux (Die Grünen)
Lars Mentrup (SPD)
Christian Müller (SPD)
Clara Nitsche (Die Grünen)
Lena Odell (SPD)
Julia Post (Die Grünen)
Manuel Pretzl (CSU)
Richard Progl (Bayernpartei)
Florian Roth (Die Grünen)
Klaus Peter Rupp (SPD)
Sebastian Schall (CSU)
Thomas Schmid (CSU)
Florian Schönemann (Die Grünen)
Christian Smolka (Die Grünen)
Felix Sproll (Volt)
Christian Vorländer (SPD)
Markus Walbrunn (AfD)
Micky Wenngatz (SPD)

Bayernpartei im Rathaus
CSU-Fraktion im Rathaus
Grüne Fraktion/Rosa Liste im Rathaus
SPD/Volt-Fraktion im Rathaus

Heiner Effern (Rathausreporter „Süddeutsche Zeitung“)
Emily Engels (Rathausreporterin der „Abendzeitung“ „BILD“)
Christina Hertel (Rathausreporterin der „Abendzeitung“)
Sascha Karowski (Rathausreporter der „tz“ und des „Münchner Merkur“)
Andreas Schubert („Süddeutsche Zeitung“)
Melanie Staudinger („Süddeutsche Zeitung“)

Thomas Bönig, IT-Referent und CDO der Landeshauptstadt München
Beatrix Zurek, Stadtschulrätin und Sportreferentin

IT-Referat der Stadt München
Presseamt der Stadt München
Stadtarchiv

Samstag, 25. April 2020

Duden-Challenge: alle Wörter vertwittern

Wann und wer (Christiane Heinrich, Christian Beck, ich?) diesen Gedanken zuerst hatte, kann ich nicht mehr sagen… War es in den ersten Jahren des „In München“ Magazins, wo ich Woche für Woche Seiten voll schrieb? Oder anderthalb Jahrzehnte später, als wir in der „Ticket“-Redaktion des Berliner „Tagesspiegel“, eine im besten Sinne des Wortes durchgeknallte Truppe, uns so ziemlich alles trauten, was den herkömmlichen Dahlemer Abonnenten verstören könnte? Oder doch erst in den Nuller Jahren, als ich Blogchef der „freundin“-Redaktion war und in einem Scoop enthüllen durfte, dass der Duden den in der Blogosphäre erbittert geführten Streit, ob es das oder der Blog hieße, ein für alle mal entschied: sowohl als auch!
Nicht dass mir der Duden sonderlich heilig wäre. Als jemand, der Deutsch erst mit drei Jahren auf der Straße gelernt hat, nutze ich ihn zwar gern, wenn ich mir einer Formulierung oder Schreibweise nicht sicher bin. Und je länger ich bei einem Ausdruck über Deklination, Konjugation oder Pluralbildung nachdenke, desto unsicherer werde ich mir. Immer. Mein Deutsch kommt mir oft wie ein Blindflug vor. (Ohne dass ich etwa meine Muttersprache, Rumänisch, besser beherrschte. Ganz im Gegenteil.)
Aber als einer, der vom Schreiben lebt, habe ich Sprache immer als etwas Lebendiges betrachtet, das wächst, wuchert, ausgetretene Wege verwildern läßt und den Duden keineswegs als unumstößliche Referenz akzeptiert. Gerade Begriffe, die es nie ins Mannheimer Mausoleum schaffen, liebe ich: Moritz Müller-Wirths „Stehrumchen“. Sigi Sommers „Mäusefäuste“… 
Jedenfalls entstand in den vielen Jahrzehnten als Lohnschreiber zwischen München, Berlin und Offenburg diese hirnrissige Idee, jedes in einem Artikel benutzte Wort im Duden auszustreichen und zu sehen, wie weit man käme.
Rund 130.000 Stichwörter umfasst der Duden von 2006 (24. Auflage), den ich sonst kaum benutze, weil ich an der alten Rechtschreibung und meinen Duden von 1986 (19. Auflage) festhalte. Aber zum Drinrumschmieren ist mir der Neuere gut genug. Und so werde ich ab heute jedes von mir in einem Tweet benutzte Wort darin ausstreichen…

Donnerstag, 6. Juni 2019

Geblockt oder gelöscht?

Schon die zweite Frau, die irrtümlich annahm, ich hätte sie geblockt, obwohl ich doch nur meine Accounts bei Facebook, Instagram und Twitter gelöscht hatte. Sagt das jetzt mehr über die Frauen oder über mich aus?

Montag, 20. Mai 2019

Sechs Gründe, mich von Facebook, Instagram und Twitter abgemeldet zu haben


  1. Das Ende von „Game of Thrones“ spoilerfrei genießen.
  2. Mein Smartphone-Akku hält jetzt nicht mehr nur drei Stunden, sondern länger als einen Tag.
  3. Facebook, Instagram und Twitter hatten für mich persönlich keine Relevanz mehr.
  4. Statt mich durch Snippets in der Echokammer zu informieren wieder Originalbeiträge lesen. 
  5. RL statt followers & friends.
  6. Und selbst nicht mehr viel zu sagen. Es genügt, zu trinken und Dinge wissen.
P.S. Mit dem Nichtrauchen habe ich nach ein paar Monaten wieder aufgehört, weil ich es für mich untypisch fand, etwas konsequent durchzuziehen. Mal sehen, wie lange meine Social-Media-Diät hält.

Update vom 14. Juni 2019:  Wieder bis auf weiteres dabei. Facebook und die Twitter-Accounts problemlos wiederhergestellt. Instagram alles auf Anfang.

Donnerstag, 16. Mai 2019

Das war's


Update: Sechs Gründe, mich von Facebook, Instagram und Twitter abgemeldet zu haben

Update vom 14. Juni 2019: Wieder bis auf weiteres dabei. Facebook und die Twitter-Accounts problemlos wiederhergestellt. Instagram alles auf Anfang.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Auf Twitter geblockt

Manche, wie SPIEGEL-Kollegin Annett Meiritz, machen es mit Ansage. (Und dabei siezte sie mich auch noch.) Andere klammheimlich. Nutzen tut es nicht wirklich etwas. Denn selbst wenn man von einem User auf Twitter geblockt wurde, kann man dessen öffentlichen Tweets weiter lesen. Es ist nur etwas umständlicher.
Insofern, und da spreche ich aus eigener Erfahrung, dient es primär der Triebabfuhr, jemanden zu blocken. Nimm das, Du Schurke! Meines Erachtens bleibt so eine Blockade auch nur bestehen, weil man sie längst wieder vergessen hat.
So wie ich erst nach fast einem Jahr eher zufällig daran erinnert wurde, daß ich mal die Exkolleginnen von der „DONNA“ geblockt hatte. Ich wollte es ihnen im Trennungsschmerz nicht allzu einfach machen, meine Recherchen weiter zu nutzen. Oder einige Piraten, die ich beim Bohei um die Konrad-Zuse-Crew geblockt hatte. Längst vergeben und vergessen. (Nicht die Zuse-Crew, aber die anderen Piraten, mit denen ich deretwegen im Streit lag.)

Um so mehr überrascht es mich immer, wer mich so alles blockt oder zeitweise geblockt hat:

  • Sibylle Berg Vermutlich ein Kollateralschaden, weil ich auf Twitter mit @Nouveaubeton, einem ihrer Haßobjekte, befreundet bin.
  • Julia Knolle Da muß ich erstmal googeln, wer das überhaupt ist.
  • Annett Meiritz („SPIEGEL“) Als Seehofer im Mai 2012 ins P1 lud, fragte sie via Twitter, wie dort der Dresscode wäre. Ich antwortete kollegial, daß im Stüberl erfahrungsgemäß die Absätze hoch und die Röcke kurz seien. Daraufhin blockte sie mich.
  • Quartz Africa Ich wußte nicht einmal auswendig, daß es diesen User gibt. Geschweige denn, daß und warum er mich blockt.
  • Johnny Haeusler (Spreeblick). Er selbst behauptet, davon nichts zu wissen. Aber ich habe offenbar so oft über die re:publica und Johnnys Offenbarungen aus dem Canisius-Kolleg gelästert, daß er mich dann eben mal vorübergehend blockte.
  • Armin Rohde Als Katja Reimann und Armin Lehmann die Volontärsausbildung beim „Tagesspiegel“ übernahmen, verlas ich mich und twitterte gleich: „Las erst Katja Riemann & @ArminRohde und war schockiert“. Das hat offenbar gereicht.
  • Alex Rühle („Süddeutsche Zeitung“). Das begreife ich bis heute nicht.
  • Roland Tichy (Xing). Vier ihn lobende Tweets zwischen 2011 und 2015 und als einzige, indirekte Kritik ein Verweis auf einen (gelöschten) Tweet von Mathieu von Rohr im Januar 2013. War's deshalb? 

Der Allererste aber, der mich je geblockt hat, war natürlich Gunnar Jans 2009, damals noch Social-Media-Hauptbeauftrager der „Abendzeitung“. Kein anderer hat mir aber so schnell verziehen oder vielmehr erkannt, wie mein Humor funktioniert. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Manchmal läßt es sich nachvollziehen. meistens nicht. Und natürlich handelt es sich hier um eine Momentaufnahme. Schließlich überprüfe zumindest ich nicht laufend, wer mir noch – warum auch immer – gram ist.

Samstag, 29. November 2014

Die Süddeutsche, Nouveaubéton und der Schwanz

Geht es um den Unterleib, sind selbst Twitterer ungewohnt zurückhaltend und schreiben gern #Penis. Aber vielleicht ändert sich das nun, wo sogar die Ellenbogenschoner tragenden Redakteure aus Münchens Hultschiner Straße wagen, das große, seltsamerweise verfemte Worte in den Mund zu nehmen respektive auf die altehrwürdige Seite Drei zu setzen. Marquis de Sade sei Dank.