Mittwoch, 2. September 2015

Wiesn-Playmate 2015: Press-Nippel & Redaktionswirrwarr

Einerseits ist das Wiesn-Playmate eines der größten Oxymora: ein Medienformat, dessen Erfüllung gerade in nackten Tatsachen gipfelt, mutet sich den Trachtenfasching zu. Und die Press-Nippel der diesjährigen Siegerin Jessica Kühne (übrigens nach Sarah Nowak schon wieder ein Playmate aus Günzburg) zeigen, wie schief das gehen kann.
Aber Playmates klicken. Wiesn klickt. Und ein Wiesn-Playmate klickt so gut, daß es ausgerechnet als Politik-Meldung der sz.de (in memoriam Rainer Brüderle?) gleich „meistgelesen“ ist. Wie bitte, Ressort Politik? Auch ohne Sakko und Budapester? 
Nun ja, der Online-Desk der „Süddeutschen Zeitung“ war ja in letzter Zeit wiederholt für Verwirrendes gut. Da wird ein gut ausgefülltes Dirndl auch mal von der Frühschicht – oder als Agenturbeitrag automatisch? – um 7.30 Uhr in die Politik gequetscht: „Die Zutaten für ein erfolgreiches Oktoberfest: Bier, Brezen und Brüste. Zumindest Teil drei gab's jetzt schon mal zu sehen - Jessica Kühne, Wiesn-Playmate 2015.“

Vom SZ-Teaser neugierig geworden? Tja... Im Lauf des Vormittags wurde die Reportage – trotz hervorragender Google-Plazierung – offenbar nicht in ein passenderes Ressort verschoben, sondern gleich vollständig gelöscht. 404.
Frustrierende Zahlen auch bei der sonst tittengestählten BILD-Redaktion. Aus den 87-62-86 des Wiesnplaymates werden dort, nicht etwa im Politikressort, sondern im Münchner Lokalteil, die „Traummaße 87-82-86“. Sozusagen das Wiesn-Playmate Plus.



Dienstag, 1. September 2015

Forschungsgruppe Wahlen – „die mangelnde Transparenz ist das Verbrechen“

Bei meinem Dauerthema Exit Polls habe ich mich ja schon wiederholt an den Arbeitsmethoden und dem Kommunikationsverhalten der Forschungsgruppe Wahlen gestört. Im Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“ von heute ist nun ein äußerst spannendes Interview mit Andreas Diekmann, „einem führenden Kopf der empirischen Sozialforschung“, in dem er sich auch mehrere Absätze lang mit den fragwürdigen Methoden der Forschungsgruppe Wahlen auseinandersetzt. Etwa, um nur einen Absatz zu zitieren:
„Die Forschungsgruppe Wahlen behauptet, sie erhebe Zufallsstichproben. Ich behaupte: Das tut sie gar nicht. Sie macht nämlich nicht einmal öffentlich, wie hoch die sogenannte Ausschöpfungsquote ist, obwohl auf ihrer Internet-Seite ein Umfrage-Glossar zu finden ist und der Begriff 'Ausschöpfungsquote' da genau erklärt wird. Auf jedem Joghurtbecher muss stehen, was alles drin ist. Von Meinungsumfragen, die politisch ja zweifellos einflussreicher sind, oft sogar sehr folgenreich, erfährt man gar nichts außer den Ergebnissen. Aber Umfrageergebnisse, von denen man nicht weiß, wie sie zustande gekommen sind, sind eigentlich wertlos.“
(Link zu dem Interview via Blendle oder SZ-Paywall.)


Montag, 31. August 2015

Wochenplan

Herbstfest Rosenheim, Vernissage „Mein Bild von München“ / Praterstrand, Volksfest Freising, Pool X 5 Pre View / Pool, Fashion Show 2015 mit den Kandidatinnen von „Germany's Next Top Model“ / Riem-Arcaden, 20 Jahre Pool / P1, Pressevorführungen „Ich und Kaminski“, „Alles steht Kopf“, „The Walk“, „Knight of Cups“ (Foto) „Mia Madre“, „Max“, „Malala“, „Maze Runner“, „Captive“ und „Scultura“


Mittwoch, 26. August 2015

#TeeVsEspresso – Was bisher geschah

Bei Tinder würde ich mich auf keine Challenge mit Ingo Wohlfeil aka Jonas Grünanger einlassen, aber als er neulich trotz tatkräftigster Unterstützung während seines Second-Screen-Periscopes zum „Promi Big Brother“ es gerade mal auf an die 143 Zuschauer brachte, dachte ich mir in meinem präsenilen Größenwahn: Das schaffe ich locker, selbst wenn ich nichts anderes vor laufender Kamera bewerkstellige, als einen Espresso zu kochen. Kenner meiner Küchenkünste wissen, daß dabei durchaus die halbe Küche in Flammen stehen kann.
So leicht wollte es mir der früh ergraute Ingo aber nicht machen. Statt mich einfach nur mit einer Sendung seinen Peak von 143 anvisieren zu lassen, nahm er zwar durchaus todesmutig die Herausforderung an, wählte aber andere Waffen. Nicht mein Periscope-Auftritt gegen seinen Alten, bereits Gesendeten. Sondern ein ehrliches Duell, zwei aktuelle Streams. Ich sollte ruhig einen Espresso kochen, er wollte mit einer Teezeremonie dagegen halten. Wenn man es denn so nennen will, denn als Sendedauer hat er sich lumpige zwei Minuten vorgestellt. So schnell sprudelt nicht einmal mein Kaffee…
Überhaupt werden die Details dieser Wette nicht einfacher auszuhandeln sein als die Debatten US-amerikanischer Präsidentschaftskandidaten. Wer sendet zuerst? Wie lange? Und worum wetten wir überhaupt? Ingo, den es nächste Woche nach Los Angeles verschlägt, bot an, bei einer Niederlage mir dort eine Gefälligkeit zu erweisen. Sollte ich verlieren, müßte ich zu seiner Lesung nächsten Montag nach Köln reisen und vorab eifrig die Werbetrommeln dafür rühren.
Ich will hier jetzt nicht die Emotionen hochpushen oder unser freundschaftliches Geplänkel unnötig dramatisieren, aber Wohlfeil vs. Popa, das ist auch Berlin vs. München. BILD-Reporter vs. unabhängiger linker Blogger. Ein ehemaliges Mitglied der ruchlosen Nepper Schlepper Schlechte Rapper gegen die einst glockenhelle Stimme des Kirchenchors von St. Theresia.
Bevor es aber zum „High Noon“ kommt, die entscheidenden Fragen: Parallel senden, unmittelbar hintereinander oder mit Abstand? Alter vor Schönheit oder die Reihenfolge auslosen? Und worum sollen wir überhaupt wetten? Vorschläge sind hier oder via Twitter (#TeeVsEspresso) herzlich willkommen.
Vor allem aber solltet Ihr uns auf Periscope folgen, um das dämliche Duell auf keinen Fall zu verpassen.


Dienstag, 25. August 2015

Heidenau in den Köpfen der sz.de (Updates)

Die Seite Vier der „Süddeutschen Zeitung“, die Kommentarwüste aus der Hultschiner Straße, gibt sich elitär reduziert, trägt quasi Sakko. Kurze Überschriften und statt eines Anrisses nur ein oder höchstens ein paar wenige Schlagworte. Online tickt anders, Online ist schnell, Online will Klicks, Online geht mit der Zeit. Hoodie-Journalismus. Hoodies tragen auch Menschen mit zweifelhaften Ansichten.
Einer in der Online-Redaktion sah da offenbar seine große Stunde. Sei es hoffentlich nur, um Klicks zu generieren. Vielleicht aber auch aus der inneren Überzeugung eines, wie sagt man heute so schön, Asylkritikers.
Constanze von Bullion hatte für die heutige Print-Ausgabe der „SZ“ einen Kommentar zum Ost-West-Gefälle in der finanziellen Ausstattung von Kitas und Ganztagsschulen geschrieben. Überschrift: „Es gäbe jetzt Geld dafür“. Anriß, Vorspann oder genauer gesagt Rubrum: „Kitas“.
Ost-West-Gefälle? Osten? Da brodelt doch gerade etwas. Da sorgt doch etwas aktuell für Schlagzeilen. #Heidenau. Da kann man vielleicht den drögen Kommentar etwas aufpeppen. Und seit Franz Josef Strauß und seinem „Freiheit statt Sozialismus“ wissen wir Bayern, wie das funktioniert.
„Geld für Kinder statt Flüchtlinge“ heißt es plötzlich in der Überschrift der ja in solchen Dingen ausgesprochen unverdächtigen von Bullion, als ihr Text gestern abend um 18.48 Uhr vorab bei sz.de online geht. Und weiter im Anriß: „Bei der Kinderbetreuung herrscht in Deutschland ein inakzeptables Ost-West-Gefälle. Deshalb müssen freiwerdende Mittel aus dem Betreuungsgeld hier investiert werden – und dürfen nicht Flüchtlingen zugutekommen.“
Christopher Lauer (vom konkurrierenden Axel-Springer-Verlag) reagiert gestern gegen 23:01 Uhr: „Haha, bei der SZ darf jetzt einfach mal jeder aufschreiben was er so denkt“. Tatjana Kerschbaumer (die als Autorin u.a. für den konkurrierenden „Tagesspiegel“ schreibt) greift den Tweet auf, prangert um 23.06 Uhr den ungeheuerlichen Ansatz als „billigste Klick-Masche“ an (offenbar ohne den Kommentar überhaupt gelesen zu haben) und formuliert es gegen 23.24 Uhr präziser, aber auch direkter: „Nachgelesen: Bei @SZ nehmen #Flüchtlinge dt. Kindern im Teaser Geld weg, um im Text nicht mehr aufzutauchen. Widerlich.“
Weitere Twitterer greifen die Ungeheuerlichkeit, eine Ungeheuerlichkeit auch gegenüber der Autorin von Bullion, auf. Wenige Minuten nach der sich steigernden Tweet-Welle, aber eben erst Stunden, nachdem der Beitrag in dieser Form von der „Süddeutschen“ publiziert wurde, sind Überschrift und Vorspann dann korrigiert (Abbildung) und inzwischen noch weiter der Printversion angepasst. Über Nacht wurde auch die URL bereinigt. Twitter wirkt!
(SZ-Online-Chef Stefan Plöchinger und Constanze von Bullion sind mit der Bitte um Stellungnahme angefragt. Letztere über eine womöglich veraltete Mailanschrift.)

Updates: Plöchingers Antwort kurz nach elf beschränkte sich mehr oder weniger auf einen Link zu diesem Statement und der Bemerkung, es wäre ihnen nicht um Klicks gegangen.

Am Mittwoch, dem 26. August, schlägt dann derselbe oder ein anderer von der „Süddeutschen“ bei Facebook zu, wie mir eben hier bei den Kommentaren zugesteckt wurde.
Anläßlich von Merkels Besuch in Heidenau teaserte die Redaktion: „Im sächsischen Heidenau spricht die Bundeskanzlerin nur mit Flüchtlingen und Helfern. Weil sie für die Ängste der Menschen kein Ohr hat, schlägt Merkel Hass entgegen.“
Laut Versionsverlauf bei Facebook scheint diese Formulierung etwa 45 Minuten online gewesen zu sein, bevor der zweite Satz dann geändert wurde: „Merkel ignoriert die rechten Pöbler, deren Hass schlägt ihr entgegen.“


Sonntag, 23. August 2015

Wochenplan (Update)

Bartlmädult, Buchpremiere Günter Grass: „Vonne Endlichkait“ / Günter Grass Archiv Göttingen, Ulli Lommels „Jodeln is ka Sünd“ / Werkstattkino, Fantasy Filmfest, Vernissage Alexander Scharf / Kong, „Liebe mich!“ / Werkstattkino, LUNAparty / Blue Spa im Bayerischen Hof, Sommerfest in der Bayernkaserne, Pressevorführungen „Macbeth“, „Sicario“, „Cartel Land“, „Macho Man“, „Je suis à vous tout de suite“ und „The Visit“


Samstag, 22. August 2015

Ohne Titel (25)



Sonntag, 16. August 2015

Wochenplan (Updates)

„Neo Magazin Royale“ / ZDFneo, Bartlmädult / Landshut, Isarsprudel – Kunst am Fluß, Moby Dyke – a Temporary Lesbian Bar / Lothringer13_florida, Werkstattgespräch mit Hansi Voigt (watson.ch): Neue Medienmarke, neue Formate, wie geht das denn? / Media Lab,  Pool Tea Dance / Pacha, Pressevorführungen „A Royal Night“, „We are your Friends“, „Ricki“ und „Der Sohn des anderen“


Freitag, 14. August 2015

Feine erste Sätze (19)

„Eine Klingel, auf der Meier steht, gibt es nicht.“

Charlotte Theile im Intro zu ihrem Interview („Reden wir über Geld“) mit Dieter Meier (Yello) für die „Süddeutsche Zeitung“ vom 14. August 2015.


Sonntag, 9. August 2015

Wochenplan

Gäubodenvolksfest / Straubing, Dachauer Volksfest, „GQ“ First Look / Die Goldene Bar, „Neun im Fadenkreuz“ / Werkstattkino, Pressevorführungen „Everest“, „Suite Française“ und „Hitman: Agent 47“


Mittwoch, 5. August 2015

Auch Diplomatenwagen haben Pannen

Meine Mutter Florica Dragu und meine Großmutter Angela „Maia“ Dragu, geb. Paleologu, bei einer Autopanne. Angesichts des CD-Schilds offenbar vor 1945. Der sich bückende Mann ist wohl ein wenig zu korpulent und klein, um mein Großvater zu sein.


Dienstag, 4. August 2015

Heiner Müller, Horst Eckel und Magdalena Brzeska

„Ich habe in meinem Leben erst zwei Menschen interviewt. Heiner Müller und Horst Eckel. Sie sind der Dritte ...“ Moritz Rinke 2015 im Interview mit Jürgen Klopp für den Sammelband „Man muß ein Spiel auch lesen können“ (Vorabdruck heute in der „Welt“).
Na ja, es ist zwar nicht als Wortlautinterview veröffentlicht worden, aber ich konnte 1997 Moritz mit viel Geduld und Überredenskunst dazu bringen, Magdalena Brzeska für „Ticket“, die wöchentliche Veranstaltungsbeilage des „Tagesspiegel“, zu interviewen („Bist du ein Gummigirl?“) und ein Porträt zu schreiben.
„So endet dieses sehr kurze, aber sehr (ich gestehe!) intensive Interview: Mit einer künstlerischen Darbietung der Band- und Keulentechnik in der Senator-Lounge des Lufthansa. Bitte schreibt drunter, daß es erst 9 Uhr 55 war.“
(Ein paar Monate später porträtierte Rinke dann auch noch Henry de Winter für uns und traf ihn dazu „Punkt fünf zum Tee“.)


Sonntag, 2. August 2015

Wochenplan

5 Jahre Robinsons Bar, Vernissage Beastiestylez & Friends / Farbenladen, Gäubodenvolksfest / Straubing, Arte Caliente Fest / So.Cal, Premium Order Munich / MOC, Premium & Pool Party / Pacha, Pressevorführungen „Straight Outta Compton“, „Die Kleinen und die Bösen“, „Codename U.N.C.L.E.“ und „Hockney“


Sonntag, 26. Juli 2015

Wochenplan (Updates)

Jakobidult, Kundgebung „Platz da! Mia san ned nur mia“ / Max-Joseph-Platz, A perfect match – 50 Jahre PIN / Pinakothek der Moderne, „Guilty of Romance“ / Werkstattkino, LUNAparty / Blue Spa im Bayerischen Hof, ZDF-Pressetermin „Uli Hoeneß – Der Patriarch“ / Astor Cinema Lounge, Fünf-Seen-Film-Festival, Vernissagen „New York 60s – Sepp Werkmeisters Fotografien“ / Stadtmuseum, Sommerfest am SAG, Deeply Moved Livingroom / Schlossberghalle der Stadt Starnberg und 0,0001 M/S im Gang / Bayerischer Hof in Starnberg, 2. Borgmann Fußball Cup der Münchner Gastronomie (Goldene Bar, Bob Beaman, Heart, Kismet, Lucky Who, Schumann's u.a.) / Sportplatz Innere Wiener Straße, Pressevorführungen „Barbie – Eine Prinzessin im Rockstar-Camp“, „Southpaw“„Mission: Impossible – Rogue Nation“ und „You're ugly too“


Sonntag, 19. Juli 2015

Wochenplan

Love, Beats & Happybass / Max-Joseph-Platz, „Als das Nichtkönnen produktiv wurde“ – Podiumsdiskussion mit Michaela Mélian, Diedrich Diederichsen und Wolfgang Müller / Haus der Kunst, „Under the skin“ / Werkstattkino, Buchpremiere von Natascha Sagorskis „In 80 Tagen zu Dir“ / Tian, PR-Slam & Ham mit Jennifer Schwanenberg, Ulf Pillkahn und Nektarios Vlachopoulos / Reitschule, Vernissagen Rudolf von Alt / Staatliche Graphische Sammlung, Karl Blossfeldt / Pinakothek der Moderne und Social Freezing / Galerie Huren & Soehne, Umbau-Fertig-Party/ Daherkomma, Zentrum für politische Schönheit: „Wo graben wir in Bayern?“ / Akademie für bildende Künste, Sommer T. Fest / James T. Hunt, Kare Rooftop Opening, Sommerfest im Kunstverein, Lisa Cholodenkos „High Art“ mit Ally Sheedy und Radha Mitchell / Werkstattkino (Foto),  Pressevorführungen „Picknick mit Bären“, „I want to see the manager“ und „Der Chor – Stimmen des Herzens“


Donnerstag, 16. Juli 2015

Feine erste Sätze (17)

„Wie eigentlich alle Liebenden ist auch der Fußballfan im Kern ein Leidender.“

Streiflicht der „Süddeutschen Zeitung“ vom 15. Juli 2015.


Sonntag, 12. Juli 2015

Wochenplan

Verleger Martin Balle zieht nach einem Jahr „Abendzeitung“ Bilanz / Presseclub, Sommerfeste im Lenbachhaus, Salong und in der Villa Stuck, „GQ“ First Look ft. San2 and his Soul Patrol / Goldene Bar, Vernissagen Hot Town, Summer in the City / Galerie Christine Mayer und Jahresausstellung / Akademie der Bildenden Künste, HFF Jahresschau, Kocherlball / Chinesischer Turm, Pressevorführung „Ich und Kaminski“ und  „Magic Mike XXL“


Freitag, 10. Juli 2015

Blue Glow (31)



Mittwoch, 8. Juli 2015

Déja-vu (1997): Publikumsbeschimpfung mit flotten 140 Silben pro Minute

Heute vor zwanzig Jahren veröffentlichten die Nepper Schlepper Schlechte Rapper ihren Kultsong „Sommer in Berlin“. Ich schrieb in den Neunzigern u.a. für die „Berliner Morgenpost“ über Transen, Tattoos, Althippies, Sexsekten und was sonst noch im Feulleton stattfand, ohne dem klassischen Kulturbegriff zu entsprechen. So eben auch in der Ausgabe vom 25. Juli 1997 über Christophe Azone, Ingo Wohlfeil, Stefan Rupp und Mitri Sirin von den Neppern, deren Song sich in den seit der Veröffentlichung vergangenen zwei Jahren zumindest lokal zum veritablen Ohrwurm entwickelt hatte.

Sprühsahne, Fesselspiele, Publikumsbeschimpfung – wenn Funkmaster Confetti, Mallorca Joe, Der Sturm und Sugar Macho Nova einen Auftritt planen, spielen die kleinen geplanten Attentate zwischen den Gesangsnummern eine wichtigere Rolle als das Liedgut an und für sich. Gerade weil die vier Berliner in ihren bürgerlichen Jobs als Radio-Anarchisten bei Kiss FM, Energy und RTL nur mit dem Mund Blödsinn machen können, inszenieren sie bei ihren gemeinsamen Liveauftritten als Nepper Schlepper Schlechte Rapper ein Spektakel, bei dem nicht nur Plattenspieler zertrümmert werden, sondern auch die Illusion vom politisch engagierten oder populistisch unterhaltenden Rap.

Nepper Schlepper Schlechte Rapper nehmen nichts ernst, das aber in einem Tempo von 140 Silben per Minute. Und wenn ihnen ein Hardcore-HipHopper „Verrat an der Szene“ vorwirft, schmieden diese fantastischen Vier umeghend eine Nummer daraus. Daß bei dieser Schlagfertigkeit ihr musikalisches Werkverzeichnis mit zwanzig Titeln in zwei Jahren eher übersichtlich blieb, liegt denn auch nicht an kreativem Unvermögen, sondern am eitel ausgelebten Selbstverständnis, die faulste Band der Welt zu sein.

Einen Manager und einen Produzenten haben sie mit diesem Phlegma schon verheizt. Die Plattenfirma hält ihnen noch mißtrauisch die Treue, obwohl die Gruppe bislang nur eine Single veröffentlicht hat. Vom ungemein geschmeidigen „Sommer in Berlin“ wurden in Berlin sogar 4500 CDs verkauft, auswärts nur weitere 500. Da das nun bereits ein Jahr her ist, haben die Vier ihrer Plattenfirma den gleichen Song als neuerliche Single-Veröffentlichung angeboten.

Dabei gäbe es genug weiteres Material. Zwar verfügt nur der Sommerhit über melodiöse Eleganz (und zahlreiche Textvarianten von „Winter in Berlin“ bis „Dienstags um halb fünf in Berlin“), doch inhaltlich deckt das übrige Repertoire der Sexmaniacs alle gesellschaftlich relevanten Bereiche wie Politik („Helmut Kohl – Sexsymbol“) und Völkerverständigung („Türkische Mädchen, worauf stehen sie?“) ab.

Heute abend um 21 Uhr werden Nepper Schlepper Schlechte Rapper mit fraulicher Unterstützung von Dani „Der Mund“ Schulze das Publikum des Soon-E-MC-Konzerts im Pfefferberg am Prenzlauer Berg anheizen.


Montag, 6. Juli 2015

En passant (1): Lavinia Wilson



Sonntag, 5. Juli 2015

Wochenplan

Medienpanel der CSU mit Tilo Jung, Mathias Müller von Blumencron, Susanne Pfab, Manfred Sauerer, Horst Seehofer und Isa Sonnenfeld / Mathäser, CSU-Mediennacht / Heart, Vernissagen Jüdisches Europa heute / Jüdisches Museum und 13. RischArt-Projekt „Wartezeit“ / Hauptbahnhof, Black Pearl Sommerfest / P1, Willy Michl / KulturstandMax Brym liest aus „Es begann in Altötting“ / DGB-Haus, „Das Triadische Ballett“ & „Le Sacre du Printemps“ / Prinzregententheater, M94,5 Sendergeburtstag / Milla, Pressevorführungen „About a Girl“, „Knight of Cups“ (Foto) „Margos Spuren“ und „Dating Queen“


Freitag, 3. Juli 2015

Petit Déjeuner Musical (109): Laurie Darmon

Messieursdames, Laurie Darmon!


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Dienstag, 30. Juni 2015

Blue Glow (30)



Montag, 29. Juni 2015

Prima Stylerina & Co: Konkordanz cooler Tätigkeiten laut InStyle

„InStyle“ ist nicht nur ein Modeglossy, „InStyle“ will mit dem Look der Stars punkten: Nur leider sind die coolsten Promis oder auch nur die weniger berühmten, aber dafür besonders hübsch fotografierten Protagonisten der greifbaren Bildmotive dem deutschen Leser vielleicht nicht immer ein Begriff. Kein Problem für die Burda-Redakteure oder Praktikanten. Griffig erklären sie, warum der Abgebildete in der Welt der Moderedakteure genug Bedeutung besitzt, um es in die deutsche „InStyle“ zu schaffen.
Künftig wird hier eine Konkordanz der dabei verwendeten, gelegentlich überaus originellen Berufsbezeichnungen geführt. Und natürlich auch eine Übersicht der happy few, die man auch ohne Tätigkeitsangabe für wichtig genug hielt. Vielleicht reichte bei diesen aber auch nur der verfügbare Platz nicht aus, um neben dem Namen eine Berufsangabe mit rein zu quetschen.

Aussie-Sänger
Bloggerin
Bondlegende
Brit-Pop-Sängerin
Designerin
DJ
DJ & Produzent
Fashion-Bloggerin
Fashion-Star
Filmikone
Formel-1-Star
Fotograf
Graffitikünstler
Hip-Hop-Künstler
HSV-Trainer
Maroon-5-Frontmann
Model
Model und DJ
Model und NYC-Künstler
Moderatorin
Modeprofi
Musiker
Musikgigant
Popstar
Prima Stylerina
PR-Lady
Rapper
Reality-TV-Star
Sänger
Sänger & Produzent
Sängerin
Schauspieler
Schauspielerin
Skater und Model
Socialite
Sohn
Songwriter
Star-Stylist
Stylist
Superstar
Superstar DJ
Tänzer/Choreograf
„Tatort“-Kommissarin
Topmodel
Unternehmer
US-Schauspielerin
US-Tänzer/-Entertainer
US-TV-Moderator
Vicoria's-Secret-Model

Ohne Berufsbezeichnung
Hailey Baldwin
Tom Beck
Justin Bieber
Kate Bosworth
Rameet Chawla
Alexa Chung
Jennifer Connelly
Cara Delevingne
Robert Downey jr
Ansel Elgort
Chiara Ferragni
Hugh Grant
Chris Hemsworth
Ricky Hilfiger
Kendall Jenner
Joshua Katz
Abbey Lee Kershaw
Karlie Kloss
Tine Andrea Lauvli
Leandra Medine
Taylor Momsen
Hanneli Mustaparta
Robert Pattinson
Elena Perminova
Jeremy Piven
Michael Polish
Evan Ross
Portia de Rossi
Anja Rubik
Sarah Rutson
Til Schweiger
Christy Turlington
Sofie Valkiers
Erin Wasson

(Foto: Steffen Kugler/Getty Images für Hubert Burda Media)



Sonntag, 28. Juni 2015

Wochenplan

Filmfest München, Ufa Fiction Reception / Reitschule, Tage der deutschsprachigen Literatur (Bachmannpreis) mit Ronja von Rönne (Foto) u.a. / 3sat, „ELLE“ Pop-up-Store, LUNAparty Summertime / Blue Spa im Bayerischen Hof, FFF Empfang / Praterinsel, Jonathan Glazers „Birth“ / Werkstattkino, „Bussi – Das Musical. Those Crazy Munich Eighties“ / Reithalle, Japan-Dult / Glockenbachwerkstatt, Pressevorführungen „Frank“ und „True Story – Spiel um Macht“


Freitag, 26. Juni 2015

Puschel auf Reisen (17): Werkstattkino



Sonntag, 14. Juni 2015

Wochenplan

Moriarty / Kranhalle, Vea Kaiser liest aus „Makarionissi oder Die Insel der Seligen“ / Literaturhaus, Vernissagen Helmut Mauró & Bernd Zimmer: „White Sulphur“ / Galerie Karl Pfefferle und Sheila Metzner & Roland Hagenberg: „Körperlandschaft“ / Ponyhof Artclub, Liviu Petcu: The Art of the Piano / Jazzbar Vogler, new faces award: Film / ewerk, 100for10 / Registratur, Nachtschatten BDSM-/Fetisch-Filmfestival mit einem Büchertisch der 100 Tage Bücher / Werkstattkino, Ehemaligen-Treffen des Wittelsbacher Gymnasiums / Augustiner-Keller, Deutscher Filmpreis / Palais am Funkturm & ZDF,  Koa Dritte Festival / Am Sportplatz Freising, Rave Politica / Fachschaft Politik der LMU, Die rote Nacht der Bars11. Tutzinger Radiotage / Akademie für politische Bildung, Pressevorführungen „Die Liebe seines Lebens“, „Minions“, „Thule Tuvalu“, „Southpaw“„Escobar – Paradise Lost“ und „Am grünen Rand der Welt“


Sonntag, 7. Juni 2015

Wochenplan

Pressekonferenz zum Münchner Filmfest 2015 / BR-Funkhaus, G.Rag und die Landlergschwister / Braunauer Eisenbahnbrücke, Förderpreis für junge Kunst des Kunstclub13 / Platform, GQ First Look ft. B.O.X.E.R. (Foto) / Goldene Bar, KW-abseits mit Claus von Wagner: „Glaubwürdigkeit des Journalismus – Vertrauen in die Medien“ / LMU Große Aula, Vernissagen Olga Wiedenhöft: „Flesh“ / Einstein, Monika Höfler: „Russischer Sommer“ / Stadtmuseum, Anton Höger: „Verortung“ / Størpunkt und „Philomena – Göttlich künstliche Kunst“ / Galerie Angermeier, DJ Flashdance aka Jan Delay / P1, Pressevorführungen „It follows“, „Becks letzter Sommer“, „Jurassic World“, „Hördur“, „Big Business“ und „Es ist kompliziert“


Ohne Titel (24)



Sonntag, 31. Mai 2015

Wochenplan

#SNMUC Talk mit Stefan Plöchinger (sueddeutsche.de) / Niederlassung, Munich Mash Pressekonferenz, Relegationsspiel TSV 1860 – Holstein Kiel / Allianz-Arena, LUNAparty / Blue Spa im Bayerischen Hof, Ein Abend mit Werner Enke („Es wird böse enden“) / Praxis Buchhandlung & Verlag Antje Kunstmann, Ella Josaline & Manel Rodriguez / Pigalle, 15 Jahre Gomma / Kammerspiele, Breakout Challenge / Geschwister-Scholl-Platz, Vernissage „Beziehungsweise“ / Farbenladen, Cosplay-Tag @ Comic Festival / Alte Kongreßhalle, „Open Doors“ Sommerfest / Super + Unholzer, Olli Dittrichs „‚Schorsch‘ Aigner – der Mann, der Franz Beckenbauer war“ / ARD, Pressevorführungen „Miss Bodyguard“, „Taxi Teheran“, „Dior und ich“ und „Entourage“


Mittwoch, 27. Mai 2015

Puschel auf Reisen (16): BoundCon 2015

Mehr Bilder von meinem Stand auf der BoundCon da.


Dienstag, 26. Mai 2015

Wochenplan

Books, Booties & Booze – „Panthertage“ Release-Party / Robinson Bar, Vernissagen Magdalena Wosinska (Foto) / Ingo Seufert – Galerie für Fotografie der Gegenwart und Ray Moore & Malcolm Andre Davis II: „Fernbedienung“ / Galerie Huren & Söhne, Maximilian Bildhauer präsentiert den dritten Band seines Kneipenführers „Munich Boazn“: Isarvorstadt & Altstadt / Theater im FraunhoferMonticule / Lost Weekend, Pressevorführungen „Trash“, „Therapie für einen Vampir“, „Mollath – und plötzlich bist du verrückt“, „Heil“, „The Vatican Tapes“, „About a Girl“, „Mama gegen Papa“ und „Men & Chicken“


Samstag, 23. Mai 2015

Blue Glow (29)



Sonntag, 17. Mai 2015

Wochenplan

Motown: Detroit–München & zurück / Rationaltheater, Buchpräsentation von Ruben Wester-Ebbinghaus' „Better Burger“ / Holy Burger, Pressekonferenz Gegen Kunst – Entartete Kunst, NS-Kunst, Sammeln nach 1945 / Pinakothek der Moderne, Super+ Unholzer Opening, Eurovision Song Contest, Vernissagen Pathos und Idylle – Italien in Photographie und Malerei / Neue Pinakothek und Tomohide Ikeya / Galerie Micheko (Foto),  5 Jahre Heart Club, 100 Tage Bücher @ BoundCon / Zenith, Hofflohmarkt Maxvorstadt, Pressevorführungen „Hirschen“, „Das dunkle Gen“, „Amy“, „Poltergeist“, „Spy – Susan Cooper Undercover“, „San Andreas“ und „Die Frau in Gold“

(Foto: Tomohide Ikeya, 2011, Breath #074 / Galerie Micheko)


Donnerstag, 14. Mai 2015

Selfie mit Pep oder: ausnahmsweise hat Alexander Gorkow recht

Beim „irgendwie unberührbaren Fußballtrainer Pep Guardiola“ meinte Alexander Gorkow gemeinsam mit zwei Kollegen für eine viel beachtete Seite Drei der „Süddeutschen Zeitung“ am Wochenende vom 18./19. April ein besonderes Phänomen zu beobachten: „Guardiolas viel zitierte Aura besteht nämlich aus einer säurehaltigen Membran. Diese bewirkt, dass der Unglaubliche tatsächlich essen kann, ohne dass auch nur ein einziger Mensch in dieser Bar auf die Idee käme, ihn anzuquatschen und um ein selfie zu bitten. Sofort würde man zersetzt werden.“
Und tatsächlich muß ich dieses eine Mal meinem speziellen Freund Alexander Gorkow zustimmen: Natürlich bittet man erst nach dem Essen um ein Selfie. Ob nun als Kellner oder Stammgast, in der Bar selbst oder unmittelbar davor am Odeonsplatz.

(Foto: sponsored Facebook-Posting, Name des Gastes der Redaktion bekannt)