Donnerstag, 14. Oktober 2010

„Gainsbourg“ von Joann Sfar

Zigaretten, U-Bahn-Tickets, leere Flaschen, die Fans schmücken Serge Gainsbourgs Grab in Montparnasse mit einem Sammelsurium an Erinnerungsstücken und Liebesbeweisen. Nicht viel anders funktioniert Joann Sfars Filmbiografie, die das Beste daraus macht, ein Künstlerleben zwischen Malerei und Musik, zwischen Chanson, Säuselpop und Reggae, zwischen Frauen wie Juliette Gréco, Brigitte Bardot und Jane Birkin auf rasant kurzweilige 121 Minuten zu verdichten. Und mittendrin, ein, zwei, im Grunde sogar drei Gainsbourgs: Denn Sfar, vor seinem Regiedebüt bereits ein gefeierter Comiczeichner, stellt Hauptdarsteller Eric Elmosnino weitere Serges, einen Gezeichneten und einen aus Pappmaché Geformten, zur Seite, ein überraschender wie genialer Kunstgriff. Hier stellen nicht mehr nur Schauspieler ein Promileben nach, hier wird dem Künstlerfuror, seinen Ängsten und Antriebskräften nachgestellt.

Diese Filmkritik erschien zuerst in „Sono“ September/Oktober 2010


Kommentare:

Kerstin Klein hat gesagt…

Mir hat der Film sehr gut gefallen und Benjamin auch. Und "die Fresse" war einfach nur super. :)

Dorin Popa hat gesagt…

Ja, vor allem, weil man gar nicht damit rechnet, schönes Überraschungselement.

Kerstin Klein hat gesagt…

Ja. Ich hatte vorher nichts über den Film gelesen und war wirklich positiv überrascht.