Freitag, 10. April 2026

Erinnerungen (46) an meinen Vater Ion Popa als Berliner Korrespondent der Agentur Rador

Im „Curentul“ vom 4. April 1942 wurde ein Ion Popa als Berliner Korrespondent der Agentur Rador zitiert. Demnach hat mein Vater nicht nur nach dem Krieg für Radio Orient Telegram Press (Rador Telepress) aus Israel berichtet, sondern bereits während des Zweiten Weltkriegs für die Nachrichtenagentur Rador als Korrespondent im Deutschen Reich.

Die Frage ist nur, ob er das nach seiner Tätigkeit als Presseattaché der rumänischen Gesandtschaft in Berlin getan hat, parallel zu seiner diplomatischen Tätigkeit oder ob er seine Tätigkeit als Presseattaché an der Gesandtschaft überhaupt nur als Vertreter der seit 1925 verstaatlichten Nachrichtenagentur Rador ausübte.

Die Bukarester Tageszeitung „Timpul“ berichtete am 4. September 1942 von einem Empfang, den mein Vater Ion Popa zum einjährigen Bestehen des Berliner Korrespondentenbüros gegeben hätte. Da Dumitru Cristian Amzăr in seinem „Jurnal Berlinez“ (Berliner Tagebuch) am 23. August 1941 die bevorstehende Ankunft meines Vaters an der Berliner Gesandtschaft erwähnte, scheint die Rolle meines Vaters in der Gesandtschaft wohl darin bestanden zu haben, Rador in der Reichshauptstadt zu vertreten.

Die rumänische Nachrichtenagentur Rador (Radio Orient) wurde am 16. Juni 1921 vom rumänischen Diplomaten Vasile Stoica als Kapitalgesellschaft gegründet, lieferte Nachrichten auf Rumänisch sowie Französisch und war zwischen den Weltkriegen die wichtigste Nachrichtenagentur des Landes. Sie ist aber nicht identisch mit der gleichnamigen, 1990 gegründeten Nachrichtenagentur Rador (Radio Observator) des öffentlich-rechtlichen rumänischen Rundfunks, Radio România.

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