Mein Vater Ion Popa war mindestens zweimal in Jugoslawien. Während des Zweiten Weltkriegs als Frontberichterstatter gemeinsam mit Curzio Malaparte, um über den Partisanenkampf gegen die Deutschen zu berichten. Und das letzte Mal unfreiwillig für längere Zeit nach seiner Flucht aus dem kommunistischen Rumänien Ende der 1940er-Jahre. Ihm gelang es zwar, die erste Grenze zu überwinden, dafür wurde er aber in Titos Jugoslawien erwischt und kam zur Zwangsarbeit in ein Bergwerk.
Dort gelang es ihm wiederum, zu entkommen. Aber nur mit Unterstützung Dritter. Eine jüdische Gruppe organisierte in der Mine die Flucht mehrerer jüdischer Zwangsarbeiter aus dem Bergwerk und Jugoslawien. Und obwohl wir keine Juden sind, sondern rumänisch-orthodox, halfen sie meinem Vater und nahmen ihn mit.
Er war sein Leben lang den Juden und dem Staat Israel dankbar. Und es ist kein Zufall, dass er – vor seiner Zeit als Ion Măgureanu bei Radio Free Europe – um 1950, 1951 herum für die Pariser „Radio Orient Telegram Press“, wohl unter den Pseudonymen J. P. Niopa und J. P. Lorkonits, sowie für „La libre Belgique“, möglicherweise unter der anonymen Autorenzeile „Correspondance particulière de la Libre Belgique“, auf Rumänisch und Französisch als Korrespondent aus Tel Aviv berichtete. Beiträge meines Vaters über Rumänien und Israel für „Radio Orient Telegram Press“ fanden sich im Archivnachlass des Exilpolitikers Ion Rațiu.
In dieser Zeit erhielten seine erste Ehefrau Hortensia und die gemeinsame Tochter Anka, die er nach seiner Flucht in Rumänien zurückgelassen hatte, auch regelmäßig Care-Pakete des American Jewish Joint Distribution Committee, obwohl sie nicht jüdischen Glaubens waren. Vermutlich hat das mein Vater von Israel aus organisiert.


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