Freitag, 17. Juli 2026

Eine grobe Kostenschätzung nach der Heimlichtuerei um die Kinderoase der Technischen Universität München

Letzte Woche hat die Technische Universität München ihr neues Kitagebäude, die Kinderoase an der Gabelsbergerstraße vorgestellt.Es handelt sich dabei um ein schlüsselfertiges Geschenk der TUM-Ehrensenatorin und Mäzenin Ingeborg Pohl.

Ein Prestigebau mit Leuchtturmfunktion auf dem Stammgelände der TUM. Entworfen vom „Star-Architekten“, Pritzker-Preisträger und TUM-Professor Francis Kéré. Die Ausführungsplanung übernahm der emeritierte TUM-Professor Hermann Kaufmann.

Auf fünf Stockwerke verteilte 700 Quadratmeter für 60 Kinder. Die Stifterin: „Mit dieser Kinderoase erfüllt sich mein Wunsch, leistungsstarke Frauen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen.“ Wobei man jetzt diskutieren könnte, ob Pohl tatsächlich der Überzeugung ist, dass Kinderbetreuung weiterhin ausschließlich Frauensache sei und nicht auch Männer an der TUM davon profitieren könnten.

Durchaus diskutiert wurden dagegen die Kosten dieser Schenkung oder vielmehr das Schweigen dazu. Die Mäzenin Pohl, deren Vermögen der Wasseraufbereitung für Schwimmbäder und Whirlpools (Bayrol) zu verdanken ist, will sich nicht dazu äußern.

Um zumindest die Größenordnung abzuschätzen, bat ich eine Architektin und Spezialistin für Projektsteuerung um eine grobe Einschätzung: „Entscheidend für den Preis ist z.B. die Holzbauweise, die beengte Innenstadtlage und die geringe Größe des Bauvorhabens. Meine grobe Schätzung liegt bei 12 Millionen Euro plus/minus 20 Prozent (2,5 Millionen). 

Ohne Inneneinrichtung wie Möbel, Lampen, Gardinen, etc. Das kommt bei einem schlüsselfertigen Geschenk noch obendrauf. 

Die Inneneinrichtung ist so speziell, dass sie nicht über Vergleichsprojekten zu schätzen ist, sie muss aber extrem teuer gewesen sein. Es gibt sehr komplexe Einbauten wie in der Holzwand integrierte Sitzgelegenheiten usw.“

In den Sozialen Medien wird Pohl das Zitat zugeschrieben: „Andere reiche Menschen sammeln Villen und Yachten, ich investiere lieber in Wissenschaft und das Empowering von Frauen.“

Fotos: Astrid Eckert/TUM (3), Dorin Popa

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