Posts mit dem Label Bayerischer Filmpreis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bayerischer Filmpreis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 25. Januar 2026

Der Bayerische FIlmpreis rettet Fatih Akim angesichts einer drohenden Insolvenz den Arsch

Fatih Akim gewann beim 47. Bayerischen Filmpreis (Time Code 1:52:42) mit „Amrum“ die Auszeichnung als Bester Film und bedankt sich für das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro: 

„Der Film war erfolgreich an der Kinokasse und wir hatten ganz viel Publikum. Aber jeder Film, vor allem wenn man selber auch Produzent ist, und wenn man irgendwie alles oder nichts, all in macht, ist immer so ein Risiko. 
Und ich weiß nicht warum, ich versuche immer pünktlich zu sein, die Drehpläne einzuhalten, und ich bin nicht irre. Aber nach jedem Film steh' ich gegen die Wand. Und nach jedem Film ist der Geist der Insolvenz da.
Also meine Firma, die Bombero-Film ist wie die Black Pearl bei »Pirates of the Caribbean«, und ihr habt mir gerade den Arsch gerettet.“

Donnerstag, 26. Mai 2022

Der Bayerische Filmpreis – Münchens exklusivste Sauna

Endlich wieder Preisverleihungen, endlich wieder rote Teppiche, endlich wieder großes Kino. Doch da die Filmbranche nicht nur in München, sondern weltweit aus dem coronabedingten Dornröschenschlaf erwacht, drängen sich die Termine. Und der Münchner Galadampfer gerät ins Heckwasser bedeutenderer Konkurrenten. Ob Ende Juni das Münchner Filmfest, dem der Deutsche Filmpreis mit der zeitgleichen Verleihung der Lolas reingrätschen wird. Oder der Bayerische Filmpreis, der Freitagabend ausgerechnet verliehen wurde, während sich die Kinogrößen (und auch Preisträgerin Sara Fazilat; Foto) beim wichtigsten Festival der Welt an der Côte d‘Azur tummeln. 
Auf wen konnte man da überhaupt noch im Prinzregententheater hoffen? „Wer geht da hin, die Filmbranche ist gerade in Cannes“, fragte sich auch Martin Blankemeyer von der Münchner Filmwerkstatt im Vorfeld. Nun, es wurde ein heimeliger Abend. Trotz oder gerade auch angesichts des Krieges in der Ukraine, wie Moderator Christoph Süss betonte. „Darf man das?“, fragte er und bekräftigte: Gerade in diesen Zeit bedürfe es der Kunst, um zu zeigen, wie friedvoll man unterschiedlicher Meinung sein und koexistieren könne. 
Glanzvoll die Ausgezeichneten, noch glanzvoller die Laudatoren wie Klaus Maria Brandauer, Tobias Moretti oder Doris Dörrie. Im Publikum blieb die heimische Filmfamilie eher unter sich versammelt: die Film- und Fernsehstars Maria Furtwängler, Verena Altenberger („Polizeiruf 110“), Saskia Vester, Rufus Beck, Herbert Knaup, Günther Maria Halmer, die Regisseurin Caroline Link und der Musiker Hans-Jürgen Buchner (Haindling). 
Aber so kennt man den Bayerischen Filmpreis auch, als eher intimes Familientreffen, bei dem das Prinzregententheater im Sommer unter den Scheinwerfern des Bayerischen Fernsehens zu Münchens exklusivster Sauna mutiert.
(BR-Aufzeichnung in der Mediathek.)

 Eine Version dieses Textes erschien in der „tz“ vom 21./22. Mai 2022

Freitag, 19. Januar 2007

Bayerischer Filmpreis: Unschlagbare „Vier Minuten“

Als gestern abend im ZDF ein Werbespot für Volker Schlöndorffs neuen Film „Strajk – Die Heldin von Danzig“ lief, war ich etwas irritiert. „Ab März im Kino“ versprach der Clip – seit wann haben Verleiher so viel Geld, daß sie sechs Wochen vor Filmstart kostbare Werbezeit verpulvern?

Aber vielleicht wollte man nur etwas Aufmerksamkeit für den Film schaffen, der heute zwei Mal beim Bayerischen Filmpreis abkassiert.

Aber der Reihe nach. Hier die Preise im Überblick:

Produzentenpreis und 200.000 Euro für „Wer früher stirbt ist länger tot“ an Annie Brunner (das ist doch die mit dem süßen Schweizer Südtiroler Akzent, oder?), Ursula Woerner und Andreas Richter, den ich jetzt schon so lange kenne, daß ich nicht mehr weiß, ob wir auf derselben Schule waren oder nur Uraltstammgäste im Schumann's?!

Regiepreis und 10.000 Euro an Tom Tykwer für „Das Parfum“. Ein mißlungener Film, aber Tom verdient jeden Preis...

Nachwuchsregiepreis und 10.000 Euro an Marcus H. Rosenmüller für „Wer früher stirbt ist länger tot“. Paßt scho!

Darstellerinnenpreis und 10.000 Euro an Monica Bleibtreu für „Vier Minuten“. Ein sensationell guter Film, der morgen um 18 Uhr im Münchner Arri Premiere hat. Unbedingt angucken!

Darstellerinnenpreis und 10.000 Euro an Katharina Thalbach für „Strajk – Die Heldin von Danzig“. Keine Ahnung, noch nicht gesehen.

Darstellerpreis und 10.000 Euro an Jürgen Vogel für „Emmas Glück“.

Nachwuchsdarstellerinnenpreis und 10.000 Euro an Hannah Herzsprung für „Vier Minuten“. Für mich die Schauspielüberraschung der letzten zwölf Monate...

Drehbuchpreis und 10.000 Euro an Chris Kraus für „Vier Minuten“. Klasse Skript!

Dokumentarfilmpreis und 10.000 Euro an Florian Borchmeyer und Matthias Hentschler für „Havanna – Die neue Kunst, Ruinen zu bauen“.

Jugendfilmpreis und 10.000 Euro an Gregor Schnitzler für „Die Wolke“.

Spezialpreis der Jury und 10.000 Euro an Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová für „Der letzte Zug“. Ist das der Amigo-Preis?

Beste Ausstattung und 10.000 Euro an Uli hanisch für „Das Parfum“.

Beste Bildgestaltung
und 10.000 Euro an Andreas Höfer für „Strajk – Die Heldin von Danzig“.

Nachwuchsproduzentenpreis der VGF an Meike und Alexandra Kordes für „Vier Minuten“.

Ehrenpreis des scheidenden Ministerpräsidenten für Michael Verhoeven. Na ja, wenn man Simon Verhoeven nicht zum Lebenswerk zählt...

Aber jetzt geht's erst einmal zum Neujahrsempfang des Förderkreises Informations- und Medien-Wirtschaft München und dann später auf die Filmpreisparty im Prinzregententheater.

(P.S. Bevor ich jetzt Ärger wegen Verletzung der Sperrfrist bekomme: Den Beitrag habe ich zwar, wie unten notiert, um 18.32 zu schreiben begonnen, aber natürlich erst nach 19 Uhr online gestellt.)