Dafür strahlte dann auf der Bühne umso mehr Sonne: Mascha Schilinskis bereits letztes Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes groß gefeierter Spielfilm „In die Sonne schauen" räumte auch Freitagabend beim Deutschen Filmpreis eine Lola nach der anderen ab. Bestes Maskenbild, bestes Kostümbild, bestes Szenenbild, beste Kamera/Bildgestaltung, bester Schnitt, beste Tongestaltung, bestes Drehbuch, beste Regie, Lena Urzendowsky (Foto) als beste Nebendarstellerin und schließlich sogar bester Spielfilm.
Pleiten, Pech und Pannen schienen ausgeräumt, selbst Staatsminister Wolfram Weimer, der umstrittene Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, erntete zumindest während des Livestreams keine Buhrufe.
Doch kurz nach 20 Uhr musste die Übertragung abrupt und ohne Erklärung für 40 Minuten unterbrochen werden. Eine Leinwand im Saal war ausgefallen.
Zeitdiebe kamen auch beim Preis für die besten visuellen Effekte zur Geltung, den „Momo" er-hielt. Senta Berger und Michael Wittenborn wurden für ihre Rollen als exzentrische Großeltern in Simon Verhoevens „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" ausgezeichnet. Der Preis für die beste Filmmusik und die silberne Lola für den zweitbesten Film gingen an
„Gelbe Briefe", Ilker Çataks Drama um die Einmischung eines rechtsautoritären Staates in die Kulturlandschaft.
„Wir feiern die Freiheit der Kunst“, betonte zuvor Moderator Christian Friedel, bevor er Weimer im Saal begrüßte, und äußerte später sein Bedauern, dass Iris Berben noch nicht Staatsministerin für Kultur sei. Aber schließlich sei ja stattdessen demnächst das Amt der Bundespräsidentin zu haben.
Versionen dieses Textes erschienen in der „tz“ und im „Münchner Merkur“ vom 30. Mai 2026.
(Fotos: Eventpresse Fuhr/Deutscher Filmpreis)


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