Dienstag, 17. März 2026

Erinnerungen (43) an meinen Vater, meinen Großvater und deren schwieriges Verhältnis untereinander

Mein Vater Ion Popa und sein Schwiegervater Ion Dragu mochten sich nicht sonderlich. Dabei verband sie einiges: Beide waren Journalisten, beide lebten in den 1930er-Jahren in Bukarest, beide arbeiteten zeitweise für Pamfil Șeicarus Tageszeitungen, beide flüchteten ins Pariser Exil, teilten dort während der 1950er-Jahre dieselbe Adresse in der 6, rue Albert Samain im 17. Arrondissement, wenn nicht sogar dieselbe Wohnung, und als meine Großmutter nach einem häuslichen Unfall querschnittgelähmt war, zogen Opa und Oma in den 1970er-Jahren vorübergehend aus Paris zu uns nach München, wo wir dann zu siebt in einer 5-Zimmer-Wohnung lebten.

Ich dachte immer, dass mein Vater als geborener Journalist meinen eher großspurig zwischen Offizierskarriere, Diplomatie, Regierungsarbeit und Presse changierenden Großvater nie wirklich ernst genommen hat.

Meine Schwester erzählte dagegen neulich, dass umgekehrt mein elitärer Großvater wohl meinen Vater als Selfmademan und Emporkömmling aus schlichten Verhältnissen nie sonderlich geschätzt hätte. 

Auf der Suche nach Bildern meines Vaters in den 1930er- und 1940er-Jahren bin ich nun auf ein Foto gestoßen, das in der Zeitschrift „Realitatea Ilustrata“ vom 3. Oktober 1939 erschienen ist. 

In der Mitte steht mein Großvater Ion Dragu im Nadelstreifenanzug mit Einstecktuch. Er war damals Pressesprecher des rumänischen Außenministeriums. Ganz rechts am Bildrand steht nun ein Mann, bei dem es sich meines Erachtens um meinen Vater Ion Popa handelt. 

Und vom selben Termin beim neu ernannten rumänischen Propagandaminister Alexandru Radian ist am 1. Oktober 1939 ein weiteres Foto in der Bukarester Tageszeitung „Curentul“ abgedruckt worden, wo mein Vater Redakteur war, mit meinem Großvater am linken Bildrand und meinem Vater am rechten Bildrand.

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