Messieursdames, Véronique Sanson!
Sonntag, 3. Juni 2007
Samstag, 2. Juni 2007
„Die Zeit“ zensiert Wolfgang Tillmans
SPIEGEL ONLINE: In der Version des "Zeit"-Feuilletons, die in der Münchner Ausstellung zu sehen ist, gibt es einen Text über Analverkehr mit dem Titel "Das arme Arschloch des Mannes". Dieser Artikel fehlt in der gedruckten Ausgabe. Warum?
Tilmans: Ich rechne es den "Zeit"-Redakteuren hoch an, dass sie mir alle Freiheiten gelassen haben, dennoch kam es eine Stunde vor Druckbeginn leider zu dieser Zensur. Dabei handelt es sich um einen zwar umgangssprachlich deftigen, aber harmlosen Text, der heterosexuelle Männer dazu auffordert, sich mit ihrem Anus zu beschäftigen. Der Autor Baltazar Castor hatte einen ähnlichen Artikel bereits in einer dänischen Zeitung veröffentlicht. Ich denke schon seit Jahren, dass es unglaublich weltverändernd wäre, wenn Männer sich ihrem Körper und ihrer Verwundbarkeit mehr öffnen würden. Leider fand das die Chefredaktion der "Zeit" nicht. Es ist schon verrückt, in dem Text geht es um Hintern, und ein Mann in Führungsposition kneift selbigen zusammen und sagt, das wäre Pornografie.
Noch ein Grund mehr, die Ausstellung zu besuchen...
Update: Die „taz“ hat Baltazar Castors Text inzwischen veröffentlicht.
Memento mori
Todesanzeigen gehören schon recht lang, gut zwanzig Jahre, zu meiner regelmäßigen Lektüre. Freunde, Bekannte, Verwandte, Kollegen, Autoren, sie alle waren früh dabei, und mit fortschreitendem Alter nimmt es zwangsläufig zu. Memento mori, Nachrichtenquelle, aber natürlich auch Vanitas-Symbol: Die toten Politiker und Wirtschaftsbosse, derer seitenlang ein Flickerlteppich von Institutionen gedenkt. Oder große Künstler wie Jörg Immendorf, für den sich ein großer Kreis an Trauernden auf eine einzige, diese Größe widerspiegelnde Anzeige in der „Süddeutschen Zeitung“ verständigt. Thomas Bach, Alfred Biolek, Daniel Barenboim und Bazon Brock finden da zueinander, um nur aus dem B zu zitieren, eine Koalition aus Olympischem Komitee, Fernsehen, Musik und Kunst. Und man fragt sich, wie so eine Koalition entsteht. Telefoniert da der Galerist sein Adreßbüchlein durch oder meldet sich Charles Saatchi aus London und sagt, Du, falls Ihr eine Anzeige schaltet, möchte ich dabei sein? Wird die Rechnung, ich schätze mal ein fünfstelliger Betrag gesplittet und bekommt jeder eine steuerlich absetzbare Quittung oder wahrt man hier die Würde? Schämt sich Gerhard Schröder seines Hannoverschen Wohnorts, daß er in der Anzeige Berlin als Heimat angibt? Und knallen bei Veronica Ferres die Champagnerkorken, weil sie in dieser illustren Runde Einlaß fand? Ganz nebensächliche Fragen in Stunden der Trauer. Aber bei einer ganzseitigen Todesanzeige komme ich einfach ins Grübeln. Vanitas vanitatum.
Freitag, 1. Juni 2007
„Kommunikationsmanager“ statt uniformierter Polizisten
Wenn heute abend die Attac-Sonderzüge gen Rostock losfahren, werden statt der angedrohten 15 uniformierten Bundespolizisten pro Zug lediglich zwei Kommunikationsmanager in Zivil eingesetzt, „die in Freiburg, München und Bonn zusteigen und sich den jeweiligen Zugverantwortlichen von Attac zu erkennen geben“. Falls jemand noch spontan Richtung Heiligendamm zusteigen will oder die Anti-G8-Demonstranten gebührend verabschieden will: Der Münchner Sonderzug fährt um 21.11 am Ostbahnhof ab.
Der „Spiegel“ hat irgendwie immer recht
Jean-Claude Brialy ist gestorben, und „Spiegel“-Redakteur Lars-Olav Beier erinnert sich in sehr anrührenden Worten an das kürzlich mit ihm für die Romy-Schneider-Titelgeschichte geführte Interview. Hinsichtlich dieses Gesprächs hatte ich mich neulich gewundert, welchen Film Brialy gemeint haben könnte, als er eine Anekdote von Dreharbeiten mit Romy Schneider und Gérard Dépardieu erzählte. Denn die beiden standen nie zusammen vor der Kamera. Elegant, wie sich auf meine Anfrage hin der „Spiegel“ dazu aus der Äffäre zieht: „Wir kennen auch keinen Film, in dem Schneider und Depardieu zusammen gespielt haben. Wir gehen davon aus, dass Brialy sich richtig erinnert hat und Depardieu aus irgendeinem Grund auf dem Set mit dabei war.“
Donnerstag, 31. Mai 2007
Teddy Tillmans
Bisher habe ich mir den Teddy immer als glücklichen kleinen Knuddelbär vorgestellt, aber seit ich heute Wolfgang Tillmans getroffen habe, weiß ich, daß auch ein langer Lulatsch zum Anbeißen knuffig sein kann. Insbesonders wenn er neben einem Museumsdirektor, dem Subtext schwurbelnden Stefan steht. Unprätentiös und scharfsinnig, charmant und aufschlußreich präsentierte Wolfgang Tillmans seine Fotoausstellung „Beugung“, die morgen abend im Kunstverein München eröffnet wird (DJs Princess Julia und Lovely Jonjo). 
Update: Tillmans'
Davorka-Alarm
Bei aller Liebe zum P1 muß ich gestehen, daß ich es nüchtern kaum ertrage. Nun kann ich dort zwar anschreiben lassen, aber zum einen steht dann der Barmann für die Zwischenfinanzierung meines Lasters gerade und nicht das Käfer-ROK-Imperium. Andererseits will ich jetzt, wo ich meine persönlichen Dinge ordne und kaum etwas verdiene, nicht unbedingt Schulden anhäufen. Also derzeit kein P1. Aber heute mache ich eine Ausnahme. Sicher nicht weil die Ofarim-Bälger mit ihrer Band Zoo Army live spielen. Auch nicht, weil Fashion TV Gastgeber spielt, der Sender mit dem nettesten Geschäftsführer und der attraktivsten Art Directorin. Sondern weil wie beim letzten Mal mit Davorka Tavilo Tovilo zu rechnen ist. PR-Leute hassen sie, weil das Partygirl mit nackten prallen Tatsachen den Stars die Show stiehlt. Frauen hassen sie, weil die Kleine die Blicke aller Männer auf sich zieht. Männer hassen sie, weil sie sie nicht kriegen können. Ich liebe sie dagegen, weil München mit ihr jetzt viele Jahre nach Graf Horror Charly und der Nachtigall von Ramersdorf endlich wieder eine schräge Type hat, die man nicht besser erfinden könnte. Und wie eine zuverlässige Quelle berichtet, die früher mit Davorka studiert hat, soll sie auch ausgesprochen smart und intelligent sein...
Mehr zu Davorka hier.
Mehr zu Davorka hier.
Dienstag, 29. Mai 2007
Der Sieger von Cannes kommt bei uns ins Kino!

Schön, daß ich mich in diesm Fall mal geirrt habe: Cristian Mungius mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Film „Vier Monate, drei Wochen, zwei Tage“ wird dank des Concorde Filmverleihs auch in Deutschland noch dieses Jahr ins Kino kommen. Vorbildlich!
Update: Das Münchner Filmfest wird in drei Wochen Cristian Mungius Film auch präsentieren! Und das wird eine der seltenen Gelegenheiten sein, ihn in der Originalfassung mit Untertiteln erleben zu können.
Montag, 28. Mai 2007
Polen 2.0
Seit gestern existiert die Rzeczpospolita Wiślania, die Republik Wislanien, und was diese, Polen nachempfundene Web-Nation besonders sympathisch macht, ist daß wir uns alle dort einbürgern lassen können, um die Geschicke dieser jungen Republik mitzugestalten und vielleicht sogar für vier Monate Prezydent zu werden.
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