
Kunstakademie 2.0: Für die
Jahresausstellung der Akademie der bildenden Künste in München hat
Beate Zollbrecht keine eigenen Werke produziert. Stattdessen hat sie Arbeiten von Hobby-Malern und unbekannten Künstlern auf eBay ersteigert, um sie nun inmitten all der Studentenarbeiten und Meisterklassen auszustellen. Gleichzeitig werden die Bilder erneut auf eBay
versteigert.
Auch sonst fällt heuer auf, daß das Drumherum oft weit aufregender ist, als die damit präsentierte Kunst. Transportkisten, Guckkästen, Bilderräder, kein Aufwand wird gescheut, um dann eher Banales darin zu präsentieren. Nur zwei, drei Werke haben mich beeindruckt, etwa die tintenschwarz gedeckte Festtafel, in der Gläser und Besteck verschwimmen. So wenig wie
noch noch nie bei einer Jahresausstellung.
„Der Raum ist auch sehr schön“,
„Die denken, sie wären der Skandal, dabei sind wir der Skandal“, zufällige Gesprächsfetzen, aber auch kein Zufall, daß Äußerlichkeiten im Mittelpunkt standen.
So bleibt in den verbleibenden zwei Ausstellungswochen die Hoffnung, daß wenigstens das Gartenfest und das Seifenkistenrennen am Freitag für etwas Glanz sorgen.