Donnerstag, 29. Januar 2009

Turi2 vor Gericht

Vor zweieinhalb Wochen hatte ich mich gewundert, mit welcher Selbstverständlichkeit Mediendienste wie Turi2 oder Meedia öffentliche Adreßlisten plündern, um den dort aufgeführten Medienprofis ihren Newsletter unaufgefordert zuzusenden. Turi, der laut eigenen Angaben 20.700 Abonnenten hat, gestand mir unlängt, daß die „unaufgefordert Angeschriebenen rund ein Drittel aller Neuabos“ ausmachten. Nun hat einer der Kressköpfe sich juristisch dagegen gewehrt. Andreas Ludyk hat sich den Spam nicht einfach nur verbeten, sondern gleich seinen Anwalt in Marsch gesetzt. Zwar nahm ihn Turi2 dann auch aus dem Verteiler, weigerte sich aber, die geforderte strafbewehrte Unterlassungserklärung zu unterschreiben sowie die gegnerischen Anwaltskosten zu übernehmen, weshalb es heute vormittag zu einem Gerichtstermin am Amtsgericht Wiesbaden (Aktenzeichen 92 C 37/09 - 12) kam. Mit dem Ergebnis, daß Peter Turi „auf Vorschlag der Richterin“ die gewünschte Unterlassungserklarung abgab, dem Kläger keine weiteren Mails zu schicken, und jetzt auch die Gerichtskosten zu tragen hat.

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Kommentare:

Sascha hat gesagt…

Ich frage mich gerade mal ganz bewusst, wer hier eigentlich der groessere linkbaiter ist. Turi, der Spam versendet oder der Lappen, der gleich seinen Anwalt lossendet.

Beides sind fuer mich ganz arme Wuerstchen! Selbstverstaendlich nur bezueglich dieser Nummer, sonst kenne ich die beiden Racker nicht persoenlich ;)

Dorin Popa hat gesagt…

Da bin ich ganz bei Dir.

Ich kann gut verstehen, daß Peter einen auf stur gemacht hat, als der Ludyk gleich mit dem Anwalt kam.

Andererseits kann ich nicht verstehen, wie man Leute unaufgefordert mit Newslettern zumüllt. Da steht Turi2 leider nicht allein da.

Anonym hat gesagt…

Ja, der Turi spamt, denkt, die kress Köpfe "gehören" ihm.

Ich finde es ärgerlich, wenn eine für persönliche Kontakte gedachte Adresse ungefragt für Newsletter mißbraucht wird. Macht Pressetext.at übrigens auch, aber bei denen kann man wenigstens noch die Mails dahin umleiten, wo man Newsletter empfängt, bei Turi nicht. Außerdem lügt er, sagt, man würde nur 14 Tage beliefert, sodaß man das ständige Gepiepe am Handy erträgt, statt sich durch das Abmelden zu kämpfen. Und dann hört der Scheiß einfach nicht auf, 2x am Tag piept das Hand lo "hier ist Peter Turi, ich will was von Dir, dies ist eine persönliche Kontaktaufnahem, die eilt, kein Newsletter!"

Die Folge: ich kann sein Ding gar nicht lesen (es sind ja dauernd Links, und die kann mein Handy nunmal nicht. Aber Peter Turi will nunmal brandeilig auf mein Handy und nicht in die Redaktion auf den PC. Der will nerven, nicht gelesen werden.

Ich hab ihn dann halt schließlich als Spam markiert. Jetzt landet er halt bei allen Leuten mit web.de im Spam. Ist ihm ja wurscht, er will nicht gelesen werden, sondern möglichst viele Adressen zuscheißen.

Mal ehrlich: Ich mag Abmahner & Co auch nicht, aber auf den Prozeß hat doch jetzt die halbe Branche gewartet :-)

Anonym hat gesagt…

Naja, die Tatsachen liegen doch anders:

Ich habe zu Beginn zweimal den unangeforderten Newsletter abgelehnt, fünf weitere direkte Anschreiben mit Wunsch der Löschung aus dem Verteiler an Turi gesendet, nach Änderung der Mailadresse unter "KressKöpfe" erneut zweifach den Newsletter erhalten, wiederholt freundlich um Einstellung gebeten, nochmal Mailadresse geändert.

Fazit: Wieder neuer Newsletter...

Das man dann aufgrund fehlender Reaktion (oder schlichtweg kalkulierter Ignoranz) einen Anwalt einschaltet und Herrn Turi wegen der Adress-Grabberei und Zumailerei zur Verantwortung zieht, ist mehr als legitim!

Der Newsletter kam übrigens noch zwei Tage vor der zweiten terminierten Verhandlung ;-).

AL

Dorin Popa hat gesagt…

Danke für die zusätzlichen Infos!

Anonym hat gesagt…

Es gibt Leute, die fühlen sich nur mit Anwalt wohl!