Donnerstag, 29. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (29) und seine Abscheu vor dem Münchner Hauptbahnhof

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Als Jugendlicher liebte ich den Münchner Hauptbahnhof, weil es dort die ganzen internationalen Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen gab, von den „Cahiers du Cinéma“ über „Libération“ bis hin zum französischen „lui“ und den US-amerikanischen „Penthouse Letters“.

Mein Vater hatte dafür überhaupt kein Verständnis. Nicht wegen der erotischen Heftchen, sondern wegen des Ortes an und für sich. Für ihn verkehrten an Bahnhöfen nur Geheimagenten und Sex Worker.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (28) und die Bombardierung von Dresden

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Mein Vater erzählte, wie er die Bombardierung von Dresden erlebt hat. Die Detonationen, das Feuer, aus der Ferne, aber doch nah genug, dass er den Zug, in dem er damals unterwegs war, verlassen musste, um am Bahndamm Schutz zu suchen.

Nun waren mein Vater, seine Ehefrau, die gemeinsame Tochter und viele mit ihnen aus Berlin, Wien und dem übrigen Deutschen Reich deportierte Rumän*innen im Winter 1944/1945 in Krummhübel, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen, interniert, bis sie die russische Armee im Frühjahr befreite.

Weshalb nur der erste Luftangriff der „8th Air Force der USAAF mit 65 B-17 Flying Fortress auf die Industrie in Freital (Mineralölwerk der Rhenania-Ossag in Birkigt), das Industriegelände Gittersee und Wohnanlagen“ (Wikipedia) am 24. August 1944 in Frage käme. „Eine Bombe fiel auf Coschütz. Bei dem Angriff starben 241 Menschen.“

Deportiert und interniert worden waren die Rumän*innen wegen des sogenannten Königsputsches einen Tag zuvor am 23. August 1944, bei dem der junge König Mihai I. den Militärdiktator Ion Antonescu stürzte und Rumänien damit die Achsenmächte verließ und sich den Alliierten anschloss.  

Dienstag, 27. Januar 2026

Die Sparvorschläge von Partnerschaft Deutschland kommen manchem Referat vielleicht gelegen

Wofür bezahlt man ein Jahr lang eine Beratungsfirma wie Partnerschaft Deutschland? Damit sie – wie berichtet – drastische Sparmaßnahmen für die Landeshauptstadt München entwickelt, die dann im Papierkorb landen? Oder damit diese Vorschläge auch umgesetzt werden?

Ersteres könnte man glauben, wenn man die Fraktionsvorsitzende der Rathaus-SPD, Anne Hübner, liest: „Das werden so NIE die Pläne der Stadt.“ Anlass für diesen emotionalen Ausbruch nach vielen Wochen des Schweigens war der Versuch der konkurrierenden Linken, die Debatte über die Sparmaßnahmen auf die Zeit vor der Kommunalwahl am 8. März zu legen, während die grün-rote Rathaus-Koalition Ergebnisse wie Diskussion der Sparvorschläge erst nach der Wahl zulassen will.

Spielt es denn eine Rolle, wann zwischen guten und schlechten Vorschlägen, zwischen Töpfchen und Kröpfchen entschieden wird? Sind denn die berufsmäßigen Stadträt*innen, also die Referent*innen nicht auch nach dem 8. März weiter im Amt?

Wenn man sich mit dem Kulturreferenten Marek Wiechers unterhält, kommt man nicht umhin, annehmen zu müssen, dass ihm alle freiwilligen Leistungen seines Hauses am Herzen liegen und er wie eine Löwenmutter für sie kämpfen wird.

Aber es gibt auch andere Konstellationen, wo das Überleben mancher freiwilliger Leistungen eben nicht nur von der Referatsleitung abhängen wird, sondern von den möglicherweise wechselnden Mehrheiten im Rathaus.

Um ein Fallbeispiel aus meiner eigenen Erfahrung zu nehmen: Von 2019 bis 2022 war ich als Konfliktmanager für AKIM, dem beim Sozialreferat angesiedelten Allparteilichen Konfliktmanagement in München unterwegs. In derselben Abteilung sind auch die Moderation der Nacht (vulgo: Nachtbürgermeister*in)  und MUCAware angesiedelt.

Es war damals ein offenes Geheimnis, dass die Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD), eine Juristin, nicht verstand, warum sich das Sozialreferat um Konflikte im öffentlichen Raum kümmern sollte. Das sei doch Aufgabe der Polizei.

Gerade aber wo es an Hot Spots wie dem Wedekindplatz, der Messestadt West oder der Türken-/Ecke Schellingstraße parallel zu Einsätzen der Konfliktmanager*innen, Polizeieinheiten wie BePo oder USK und am Wedekindplatz zeitweise auch noch des Kommunalen Außendienstes kam, konnte man sehr wohl sehen, dass es einen Unterschied ausmacht, ob man den Bürger*innen deeskalierend oder mit Schlagstock entgegentritt.

Nur dem Einsatz der grünen Rathausfraktion und nicht etwa der Referatsleitung war es geschuldet, dass AKIM und die Moderation der Nacht gefördert wurden.

Als freiwillige Leistungen sind diese nun stark gefährdet, weil eben kaum Rückhalt in der Referatsleitung besteht.

Insofern war das Münchner Stadtmuseum vielleicht seiner Zeit voraus, als es bereits 2021 die AKIM-Weste für museal erklärte.

(Fotos: Jens Hartmann, Dorin Popa)

Erinnerungen an meinen Vater (27) Ion Popa alias Ion Măgureanu und Noël Bernard bei Radio Freies Europa

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Noël Bernard leitete von 1955 bis 1958 sowie von 1966 bis 1981 die rumänische Redaktion von Radio Freies Europa. In ihrem 2007 veröffentlichten Erinnerungsbuch „Directorul postului nostru de radio“ (Der Direktor unseres Radiosenders) schrieb seine Witwe Ioana Măgură Bernard (1940–2022) auch über meinen Vater (deutsche Übersetzung weiter unten):

„Prezentatorul programului politic a fost, vreme de vreo 20 de ani, lon Măgureanu. Nu era rudă nici cu cel de la SRI, serviciul român de informații, nici cu vreun altul, pentru bunul motiv că acesta era tot un pseudonim. Numele lui adevărat era lon Popa; lani pentru familie și prietenii apropiați; Popicu pentru colegi. Ziarist de profesie, se bucura de o mare popularitate pentru ascultători. Era un tip romantic, un gazetar democrat de factură veche și de stil latin, spre deosebire de pildă de Noël, prin excelență tipul de jurnalist anglo-saxon, riguros, sintetic și strict la obiect. Numele lui lon Măgureanu era legat indisolubil de programul politic. Într-un fel, se poate spune că și-au creat reciproc celebritatea. Prezentările lui Popicu erau directe, calde, originale și adesea pline de floricele. Ele debutau invariabil cu «dragi prieteni». Cînd începea să depene amintiri și să se lanseze în divagații, care veneau în contradicție cu însăși natura programului, Noël îi tăia pasaje întregi, ceeace îl supăra foarte tare, căci Popicu pe acestea le considera cele mai valoroase. Nu era vorba de cenzură, dar Noël nu voia ca prezentarea să se dilueze și, prin îndepărtarea de subiect și obiect, să piardă din acuitate și in ultimă instanță din impact. Cu toate acestea, îl aprecia mult pe lani – Noël așa îi spunea - atît ca ziarist cît și ca om. Popicu era un profesionist talentat, cu multă imaginație –  poate chiar prea multă – și un personaj deosebit de pitoresc. Avea chiar la 50 de ani înfățișarea unui bunic sfătos destul de scund, rotofei, cu părul alb și sprincene stufoase, oricînd bucuros să stea la taifas și să vorbească in pilde. Mi-l amintesc ieșind uneori din biroul lui Noël, încins și roșu la față, după vreo dispută profesională, care nu avea însă niciodată urmări. Dovada prețuirii de care se bucura, stă in faptul că Popicu a fost titularul programului politic pînă cînd a ieșit la pensie, în 1978.“

Grobe Übersetzung: Ungefähr 20 Jahre lang präsentierte lon Măgureanu die politische Sendung. Er war weder mit dem rumänischen Geheimdienstchef Virgil Măgureanu verwandt noch mit sonst jemandem diesen Namens, weil es sich bei diesem Nachnamen um ein Pseudonym handelte. In Wahrheit hieß er Ion Popa; Iani für seine Familie und engen Freunde; Popicu unter Kollegen. Als Berufsjournalist erfreute er sich großer Beliebtheit bei der Hörerschaft. Er war ein Romantiker, ein demokratischer Journalist alter Schule und romanischen Stils, im Unterschied zu Noël Bernard, der ein Paradebeispiel englischen Journalismus war, rigoros, prägnant und auf den Punkt. lon Măgureanu war untrennbar mit dem politischen Programm verbunden. Man könnte sagen, dass diese Kombination den Erfolg des Moderators und der Sendung begründete. Popicus Moderation war direkt, warmherzig, originell und somit auch blumig. Stets eröffnete er das Programm mit den Worten „liebe Freunde“. Wann immer er zu sehr abschweifte und sich nicht streng an den Kern des Programms hielt, strich ihm Noël ganze Passagen, was Popicu sehr erzürnte, weil er gerade diese Momente für die wertvollsten hielt. Man kann nicht von Zensur sprechen. Noël wollte nur nicht, dass die Inhalte verwässert werden und das Programm durch den Verlust an Focus auch an Schärfe und letztendlich an Wirkung einbüßt. Nichtsdestotrotz schätzte Noël Iani – so nannte er ihn – sowohl als Journalisten als auch als Menschen. Popicu war ein begabter Profi, mit großem, vielleicht sogar zu großem Einfallsreichtum und einer auffälligen Erscheinung. Mit gerade mal 50 Jahren wirkte er schon wie ein weiser Großvater, ziemlich klein und pummelig, weißhaarig und mit buschigen Augenbrauen. Stets zu einem Schwatz aufgelegt und bereit, Geschichten zum besten zu geben.Ich kann mich erinnern, wie er manchmal nach einem heftigen Streit aus Noëls Büro kam, erregt und im Gesicht rot angelaufen. Doch diese Auseinandersetzungen hatten niemals Folgen. Wie sehr Popicu geschätzt wurde, sieht man daran, dass er bis zu seinem Ruhestand 1978 die politische Sendung behielt.

Montag, 26. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (26), den 54er-Bus und die Tramlinien 4, 20 und 22

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Meine Eltern besaßen bis in die 1970er-Jahre ein Auto, einen Ford Taunus 17 M, aber mein Vater fuhr immer öffentlich zum Sender.  Auf dem Weg zu Radio Freies Europa am Englischen Garten nahm er wohl, wie ich nach Rücksprache mit dem Stadtneurotiker vermute, am Rotkreuzplatz die Tramlinie 22 und stieg dann am Nikolaiplatz auf den 54er-Bus Richtung Tivolistraße um.

Zum Rotkreuzplatz lief er von  unserer Wohnung in der Tizianstraße zu Fuß, vielleicht nahm er für das Stück gelegentlich die Tramlinie 4.

Wann immer ich meinen Vater im Sender besuchte, nahm ich auch Tram und/oder Bus.

In den Tagen, in denen meinen Vater aufgrund seines Dolviran-Missbrauchs Ausfallserscheinungen hatte, kam es, wie ich bereits erzählt habe, vor, dass er abends überfällig war und ich dann Richtung Rotkreuzplatz lief. Meist fand ich ihn dann auf einer Parkbank im Grünwaldpark im Dämmerzustand.

Jahre zuvor will mein Vater beim Umstieg am Rotkreuzplatz meinen Bruder Dinu beim Betteln auf der Straße gesehen haben. Aber weder er noch ich sprachen mit ihm jemals darüber.

Gelegentlich müssen wir aber eine andere Route genommen haben, als die über Schwabing. Wohl die Tramlinie 20 von RFE Richtung Innenstadt und dann der Umstieg auf die Linie 4 über Maximilianstraße und Lenbachplatz Richtung Gern.

Denn ich kann mich erinnern, dass wir einmal am Stiglmaierplatz ausgestiegen sind, weil mein an der Prostata erkrankter Vater dringend aufs Klo musste. Er ging in den Löwenbräukeller, um sich zu erleichtern, während ich als Kind davor wartete. Seitdem bin ich auch so auf das Thema Öffentliche Toiletten fixiert.

(Oberes Foto: Reinhard Fuchs/Sammlung Straßenbahnfreunde München e.V.)

Wochenplan (Updates)

Jahrespressekonferenz / Städtische Galerie im Lenbachhaus; Cheers – Treffen der Münchner Musikszenen / DNA; Vorstellung der Evaluation der Fußgängerzone in der Weißenburger Straße mit anschließender Diskussion / Katholische Stiftungshochschule; Mobilitätsausschuss / Rathaus; Lagerverkauf Kostümverleih Breuer / Outlet Massenhausen; Pressekonferenz zum Münchner Straßenfasching / Silbersaal des Deutschen Theaters; Presselunch LabCampus / Flughafen; Vernissagen James Turrell / Metropol-Kunstraum, „DesIgnoranz – Sehen im rassistischen Nebelfeld“ / NS-DokumentationszentrumPaula Kamps: „My Neighbour's Flowers“ / Christine Mayer, „Antifascism Now“ / Lothringer 13 und Corina Gertz: „The Averted Portrait – The Quiet Language of Textiles“ / Ira Stehmann Fine Arts; Verleihung der Ernst-Hoferichter-Preise an Quint Buchholz und Narges Kalhor / Literaturhaus; Sozialausschuss / Rathaus; Verhandlungstermin zu „Vermächtnis – Die Kohl-Protokolle“ / Bundesgerichtshof; Symposium „Fotografie in München“ / Pinakothek der Moderne; „Medientrends“ / Mediennetzwerk Bayern & Livestream; Dani Ploeger: „Einführung in die neuere Geschichte des Deepfakeismus“ / Wavelab; Lesung Lisa Poettinger: „Klimakollaps und soziale Kämpfe“ / Barrio Olga Benario; Buchvorstellung Jannis Brühl: „Disruption“ / Amerikahaus; Max-Weber-Lectures – Armin Nassehi: „Gesellschaft - Was ist das eigentlich? Über Herausforderungen und Umbrüche in einer desillusionierten Zeit“ / Bayerische Akademie der Wissenschaften; Grimy Gritty New York City: „Summer in the City“, „Midnight Cowboy“, „Joe“, „Klute“, „The French Connection“, „Super Fly“, „The Panic in Needle Park“ & „Across 110th Street“ / Werkstattkino; Neujahrsempfang der Münchner Lions & Leos / Italienisches Generalkonsulat; Uschi & Pamplemousse / Glockenbachwerkstatt; „Echoes: Skin Contact“ ft. Kara-Lis Coverdale (Foto), Ed Atkins, Gabriel Abrantes, OMSK Social Club, PILLBERT & Fine / Haus der Kunst; Lagerverkauf Kostümverleih Breuer / Outlet Massenhausen; Abschlussveranstaltung „Bavaria ruft!“ mit Luise Kinseher, Ilse Aigner, Ulrike Scharf u. a. / Bavaria; Tag der offenen Akademie / Prinzregententheater; Artist Talk mit Britta Färber & Charmaine Poh / Galerie Behncke; LUNAparty / Bayerischer Hof; Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an Christoph Maria Herbst / Narhalla-Ball im Deutschen Theater; „Future Made in Munich“ mit Mona Fuchs, Franziska Brantner, Heike Freund & Jay Anna Harris-Theis / Amari-Bar

Sonntag, 25. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (25) als Raucher

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Mein Vater hat immer viel geraucht. Während seiner Zeit als Ion Măgureanu bei Radio Freies Europa scheint die Zigarette in seiner Linken nahezu unvermeidlich gewesen zu sein und auch daheim wurde gepafft. Wenn auch etwas diskreter. Meine Mutter ließ ihn in der Tizianstraße nur auf dem hinteren Klo mit dem kleinen Fenster seiner Sucht frönen.

In den ersten Jahren, an die ich mich zurückerinnern kann, rauchte er noch P&S aus dem hellblauen Softpack. Später stieg er auf Marlboro um.

Die Zigaretten kaufte er in der Regel in dem inzwischen längst abgerissenen Kiosk an der Waisenhausstraße, unweit der Klugstraße, den ein Sinti oder Roma führte. Herr Paluch, wenn ich mich richtig erinnere. Auf dessen Unterarm habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine KZ-Häftlingsnummer tätowiert gesehen.

Oft holte ich für meinen Vater die Zigaretten im Kiosk, und es kam auch vor, dass ich das Geld auslegte, wenn mein Vater gerade nicht mehr flüssig war.



Der Bayerische FIlmpreis rettet Fatih Akim angesichts einer drohenden Insolvenz den Arsch

Fatih Akim gewann beim 47. Bayerischen Filmpreis (Time Code 1:52:42) mit „Amrum“ die Auszeichnung als Bester Film und bedankt sich für das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro: 

„Der Film war erfolgreich an der Kinokasse und wir hatten ganz viel Publikum. Aber jeder Film, vor allem wenn man selber auch Produzent ist, und wenn man irgendwie alles oder nichts, all in macht, ist immer so ein Risiko. 
Und ich weiß nicht warum, ich versuche immer pünktlich zu sein, die Drehpläne einzuhalten, und ich bin nicht irre. Aber nach jedem Film steh' ich gegen die Wand. Und nach jedem Film ist der Geist der Insolvenz da.
Also meine Firma, die Bombero-Film ist wie die Black Pearl bei »Pirates of the Caribbean«, und ihr habt mir gerade den Arsch gerettet.
Das glaubt man immer nicht, weil man immer Fame mit Moneten verwechselt. Das ist nicht so. Wir sind eine ganz anständige Firma bei Bombero. Wir rechnen immer richtig korrekt ab. Wir schaffen keine Schlupflöcher, dass wir so Geld haben für Häuser oder Tennisplätze oder so was. Alles geht in die Filme und die Filme geben immer alles und ihr gebt das zurück. Vielen Dank.“

Samstag, 24. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (24) und die italienischen Verhältnisse

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Nachdem die Russen meinen Vater Ion Popa, seine erste Frau Hortensia und die gemeinsame Tochter Anka aus dem Außenlager Krummhübel des KZ Groß-Rosen befreit hatten, ging die Familie 1945 erst einmal nach Italien. Sie lebten in Rom, wo Anka getauft worden ist. Mein Vater soll auch viel Zeit in Assisi verbracht haben. Offenbar hat man ihnen die Wohnung oder das Haus in Rom zum Kauf angeboten, aber sie schlugen das Angebot aus. Ob nur aus finanzieller Not oder aus anderen Beweggründen, ist unbekannt. 

1946 zogen sie zum Schwager nach Nizza, von wo aus mein Vater allein nach Rumänien zurückkehrte. Seine Frau folgte ein Jahr später mit der gemeinsamen Tochter. Dann fiel der Eiserne Vorhang, und mein Vater flüchtete schließlich allein aus Rumänien in de Westen, wo er später erneut heiratete.

Italien war nun nur noch ein Urlaubs- oder Reportageziel. Erst Venedig mit seiner zweiten Ehefrau Florica, geborene Dragu. Dann für Radio Freies Europa zu den Olympischen Spielen 1960 in Rom, wo ich angeblich gezeugt worden bin, wobei das rechnerisch nicht aufgeht.

Später mit uns Söhnen nach Rimini, Albenga und Ischia. Eine meine ersten Erinnerungen ans Kino führt auch nach Albenga zurück. Neben unserem Hotel gab es ein Freilufttheater, das 1968 oder 1969 Peter Sellers' „Der Partyschreck“ zeigte. Vom Balkon aus konnte ich den Film sehen. 

Das war auch die letzte Urlaubsreise, die mein Vater mit uns unternahm. Danach verließ er München nicht mehr. Mit meiner Mutter war ich noch einmal in Rom, bevor das italienische Kapitel endgültig geschlossen wurde, und meine Mutter mit mir nur noch nach Nizza an die Côte d'Azur fuhr.





Freitag, 23. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (23) Ion Popa, Curzio Malaparte und wie sie ein Partisanenlager plünderten

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Während des Zweiten Weltkriegs war mein Vater Ion Popa als Frontberichterstatter unterwegs. Er schüttelte Adolf Hitler die Hand, begegnete dem finnischen Oberbefehlshaber Carl Gustav Mannerheim, und war wiederholt in Kriegsgebieten wie Finnland oder dem Balkan mit Curzio Malaparte unterwegs, der seinerseits für den „Corriere della Sera“ berichtete. In seinem Roman „Kaputt“ erwähnt Malaparte einmal das Redaktionsgebäude von „Curentul“ in Bukarest, wo mein Vater eine Zeit lang geschäftsführender Redakteur gewesen war.

Malaparte und mein Vater griffen bei ihrer Arbeit auch zu ungewöhnlicheren Methoden. So waren sie in Jugoslawien mit einem Beobachtungsballon unterwegs, der aber in einem Feld notlanden musste. Dort hatten sich Partisanen versteckt, denn Malaparte und mein Vater entdeckten ein offenbar fluchtartig verlassenes Lagerfeuer, auf dem noch Hähnchen brutzelten. Ausgehungert wie die Journalisten waren, ergriffen sie die Chance und aßen alles auf.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (22) und die CIA, die selbst meinen Bruder Dinu im Blick hatte

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Mein Bruder Dinu Popa war Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre Kommunist oder sympathisierte zumindest mit ihnen. In der von meinen Eltern für meine beiden älteren Brüder angemieteten Wohnung um die Ecke in der Wilhelm-Düll-Straße 1 unterhielt er eine am Boden sitzende Lesegruppe, in der man gemeinsam „Das Kapital“ von Karl Marx studierte, während ich gelegentlich daneben saß.

Es dürfte auch kein Zufall gewesen sein, dass er zeitweise an der Ludwig-Maximilians-Universität Chinesisch studierte.

Und eines Tages hat er offenbar vor dem US-amerikanischen Generalkonsulat an der Königinstraße gegen die Amis demonstriert. Es wird wohl, wie bei unserer Diskussion daheim in diesen Jahren, um den Vietnamkrieg gegangen sein.

Dieser Demobesuch blieb nicht unbemerkt. Die CIA fotografierte meinen Bruder nicht nur, sondern scheint ihn auch identifiziert zu haben. Denn am Arbeitsplatz meines Vaters, dem erst Anfang der 1970er Jahre der Aufsicht durch die CIA entzogenen Sender Radio Free Europe, wurde meinem Vater ein Foto meines demonstrierenden Bruders gezeigt. 

Ausgerechnet bei der Trauerfeier für meinen Bruder Dinu im Januar 2025 hielt dann ein Exilrumäne eine flammende Rede, in der er meine Familie als antikommunistische Elite gefeiert wurde, was bei jedem anderen Anlass ein Grund zum Lachen gewesen wäre.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (21) und das kyrillische Rumänisch

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Schriftsprache war Kirchensprache. Und die orthodoxen Nationen nutzten im Unterschied zu den Katholiken nicht das lateinische Alphabet, sondern die aus dem Phönizischem abgeleiteten griechischen oder kyrillischen Schriftsysteme. So auch Rumänien seit dem 16. Jahrhundert, obwohl es sich bei Rumänisch nicht um eine slawische Sprache handelt, sondern um eine romanische.

Erst Mitte der 1860er-Jahre wurde das rumänisch-kyrillische Alphabet – nach einer Zwischenphase mit einem Übergangsalphabet, das Buchstaben beider Schriften enthielt – durch die lateinischen Schrift abgelöst. Doch die kyrillische Schrift blieb vereinzelt bis in die 1920er-Jahre in Gebrauch.

Und mein 1913 geborener Vater Ion Popa erzählte, dass er als Kind im westmoldauischen Focșani gelernt hat, noch auf Kyrillisch zu schreiben.

(Foto: Anton Panns „Bazul teoretic și practic al muzicii bisericești sau Gramatica melodică“, 1845, via Wikipedia)