Montag, 12. November 2007

Kameratrauma

Mein Vater ist schuld. Aber natürlich hatte er auch recht. Als Journalist gehört man nicht vor die Kamera, sondern hinter den Fotografen, erklärte er mir, und so fühle ich mich heutzutage, dreißig Jahre später immer noch unwohl, wenn mich jemand ablichten will. (Es sei denn, ich gehe mit dem Fotografen jahrzehntelang Kaffee trinken.) Man sieht es meinem verkrampftem Lächeln an, obwohl Volker Derlath, Meister seines Fachs, eine Menge Tricks anwandte, um mich zu entspannen, als er mich für die „Süddeutsche Zeitung“ neulich porträtierte. Mit geschlossenen Lippen lächeln, weil es besser wirkt. (Oder meine schiefen Zähne verbirgt?) Die Arme verschränken, um mir Halt zu verleihen. Es half alles nichts, obwohl das diesen Dienstag in der Zeitung abgedruckte Motiv vor dem Laden oder dieses hier fürwahr zu den Gelungeneren zählen. Schön war's trotzdem, für den Chronisten der Münchner Nacht- und Subkultur Modell stehen zu dürfen.

(Foto: Volker Derlath)


4 Kommentare:

Patrick hat gesagt…

Gerne genommen ist sonst auch das Zeigen, wobei das ohne Bücher noch besser kommen würde.

Blog Queen hat gesagt…

Ok, die Tipps vom Fotografen waren da nicht so dolle... Du siehst hier eher aus, wie ein verklemmtes Huhn (und woher phantasierst Du Dir jetzt schiefe Zähne? Wenn ich kein Problem habe, meinen Reißwolf ablichten zu lassen, solltest Du das erst recht nicht tun), aber das Bild aus der SZ war wirklich, hm, attraktiv.

Was ich für gutaussehende Männer kenne!

Narziss und Goldhund hat gesagt…

Ohne Dir zu Nahe treten zu wollen, Dorin, aber Du guckst auf dem Foto da so verklemmt und angespannt, wie eine schüchterne peruanische Beutelratte, der man gleich den Beutel wegnehmen will...

Dorin Popa hat gesagt…

Eben! Meine Rede. Werde morgen mal Volker Derlaths ganzen anderen Bilder aus meinem laden online stellen.