Freitag, 14. November 2008

Stehrumchen der Woche: BuchMarkt e Baccalà

In einem früheren Leben war ich Verleger. Doch seitdem liegt es wohl nicht nur gefühlte zwanzig Jahre zurück, daß ich das „BuchMarkt“-Stehrumchen bei Vini & olii beehrte, bei dem das Branchenblatt nicht nur der Münchner Bücherschau huldigt, sondern auch den Geburtstag seines Herausgebers Christian von Zittwitz feiert. Der, bei meinem letzten Mal 19?? noch am blonden Schopf erkennbar, ist nun auch ergraut, aber immer noch im Kreise der üblichen Verdächtigen: Volker Neumann, Gudrun Rohe, Josef „Yussuf“ Schaaf, Gina Ahrend, Liane Kolf, Rainer Rossipaul...

Wodurch unterscheidet sich nun ein Buchhändlerfest von anderen Stehrumhchen? Die Klientel kann schreiben und darf ihr Namensschildchen daher auch selbständig ausfüllen.






Der Buchhändlernachwuchs war auch präsent.






Und solange zumindest die vom Buchhandel alimentierten Werber sich noch Benzin leisten können, scheint es der Branche offenbar nicht allzu schlecht zu gehen.


Wie auch die Speisekarte vermuten ließ: Kürbisflan mit Parmesan, Kaninchenterrine mit Paprika, Fasanen-Terrine, Polenta mit Stockfisch-Mousse, Gemüsetarte, mit Kürbis gefüllte Ravioli, Risotto mit Amarone, Risitto mit Stockfisch, gefülltes Kaninchen, Enten-Rollbraten, in Amarone geschmorter Rinderbraten, Polenta mit Stockfisch und Waldbeerentorte mit Recioto-Soße.

Froschselig

Von Fröschen und Prinzessinnen? Samstag abend – zum Glück erst nach der Sportschau! – präsentieren Candelilla unter der Lothringer 13 ihren ersten Videoclip (siehe unten). Außerdem: Weitere Kurzfilme aus Berlin, Montreal, Bosnien und Japan sowie meine Münchner Lieblingsband natürlich auch live in concert!

Updates:
Candelilla zu Gast bei Undertube.

Mattias Wrights Musikvideo zu „Neun“, das mir leider gar nicht gefällt:

Mittwoch, 12. November 2008

Hausdurchsuchung statt Trojaner

Bisher hielt ich es immer für eine frühkindlichen Kalter-Krieg-Traumata zuzurechnende Paranoia, daß ich immer nervös bin, wenn – wie gestern nachmittag oder heute früh – Streifenwägen oder Wannen bei mir vor der Tür stehen. Andererseits hat Blogger Burks heute gestern Hausbesuch von unseren Freuden & Helfern gehabt und seinen Rechner aushändigen dürfen... (Blogosphäre dazu)

Fritz Preßmar R.I.P.

An den Nachmittag mit Nicholas Roegs „Bad Timing“ 1980 oder 1981 kann ich mich zurückerinnern, als ob es gestern gewesen wäre, aber auch sonst habe ich einen Großteil meiner Filmkultur in den siebziger und achtziger Jahren in seinen Kinos genossen: Fritz Preßmar, Doyen der Münchner Filmtheater (Sendlinger Tor, Tivoli-Theater) ist verstorben. Und erst jetzt fällt mir auf, daß er mit seinem Haus auch einer der Namenspaten dieses Blogs war...

Grüne versus Google Street View – ein Treppenwitz

Die Fraktion der Münchner Grünen und Rosa Liste wollen es Google verbieten lassen, unsere Stadt zu fotografieren und die Bilder bei Street View online zu stellen. Wie lange ist es nun her, daß die Aufnahmen in München abgeschlossen sind, 16 Wochen?

Die Superhelden von B5 aktuell

Welche Assoziationen mögen Schlagworte wie Kunst, Stau oder Katastrophe auslösen? Eine mögliche Antwort liefert ab morgen Medienkünstler Bjørn Melhus auf den Seven Screens vor dem Osram-Haus am Mittleren Ring. Mit Hilfe einer Klang- und Spracherkennungssoftware verwandelt sich auf den Bildschirmen das aktuelle Nachrichtenprogramm von Bayern 5 live in Bild- und Textsequenzen – und in Sprechpausen haben die „Screensavers“ ihren Auftritt, Superhelden, die mich an Max Headroom erinnern...

(Foto: Stephan Kausch/Osram Seven Screens)

Kaufhausschubse Barbara Becker

Die schlechte Nachricht vorab: Es gibt keine Happy Digits, falls man seine Weihnachtseinkäufe bei Louis Vuitton im Oberpollinger tätigt, der Shop-in-shop hat sein eigenes Kassensystem. Nichtsdestotrotz hat der Karstadt-Konzern Humor bewiesen und zum Pressefrühstück heute Barbara Becker mit einem eigenen Mitarbeiterschildchen ausgestattet. Babs begleitete schwer verliebt und dementsprechend strahlend Arne Quinze, der zum Boutiquen-Opening ein kleines Kunstwerk in die Fußgängerzone gepackt hat.

Dienstag, 11. November 2008

Sammlerstück

Auf 56 Seiten erinnert die „Süddeutsche Zeitung“ heute in einer Sonderbeilage an ihre Zeit in der Sendlinger Straße und streicht die Vorzüge ihres neuen Büroturms in Sibirisch-München heraus.

Montag, 10. November 2008

Loch für Loch


Der Party-Pudel und der schöne Marcel – ich weiß nicht, was mich mehr irritiert: Daß Münchens schönste Männer sich nun ausgerechnet über Facebook zum Golf verabreden oder daß Wolfrum offenbar die blutjungen Mädchen in seiner Hand durch Golfschläger ersetzt hat...

Sonntag, 9. November 2008

Doris Dörrie zwischen Realität und Regie

Nachdem ich heute schon nicht bei Gesine Schwan war, gehe ich Montag abend vielleicht auch nicht zu Doris Dörrie: Im Audimax unterhält sie sich ab 20 Uhr auf Einladung des „Spiegel“ mit Redakteurin Susanne Weingarten über das Verhältnis zwischen Kunst und Leben: „Erleuchtung garantiert?“ Angesichts ihres „SZ“-Interviews zum Thema Geld kann man dem Abend nur mit freudiger Erwartung entgegensehen. Wenn ich nur nicht dieses Audimax-Trauma hätte...

(Foto: Constantin Film)

Alles Pilcher oder was?

„Arte, 22.35 Uhr: 'König der Spione - John le Carré'. Die Dokumentation stellt den Bestseller-Autor vor und zeigt, dass Cornwalls Literatur-Szene nicht nur aus Rosamunde Pilcher besteht.“ turi2

„Die Dokumentation von André Schäfer und Werner Köhne sollte man sich schon deshalb anschauen, weil sie beweist, dass Cornwalls literarische Landschaft nicht nur aus Rosamunde Pilcher besteht.“ „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“

Fleischliche Allgemeine Sonntagszeitung

Die heutige „F.A.S.“ ist ganz nach meinem Geschmack: Im Gesellschaftsteil wird der Genuß von Nieren, Herz, Lunge, Bries, Zunge, Hirn und Kutteln groß gefeiert. Das Wissenschaftsressort klärt darüber auf, daß der menschliche Körper viel zu wertvoll sei, um ihn zu beerdigen und verrät, wie selbst Haut, Sehnen und Knochen verwertet werden: „Die menschliche Leiche gilt als Schatz des 21. Jahrhunderts.“ Und in der Reise begibt sich Christian Tröster (!) auf die Spur heiliger Reliquien: „So wird von dem heiligen Franziskus berichtet, dass er auf einer Reise von Siena nach Assisi einen weiten Bogen um die Stadt Perugia machte, weil er befürchtete, dort schon vor seinem natürlichen Tod zu einer Reliquie verarbeitet zu werden. Von dem mittelalterlichen Theologen Thomas von Cantimpré weiß man, dass er der heiligen Luitgard von Tongern noch zu Lebzeiten einen Finger abschwatzte – der dann nach ihrem Tod für ihn abgetrennt wurde.“