Sonntag, 22. April 2007

Eisenbahnererotik

Kontrollverlust, Vertrauen, völlige Hingabe mag durchaus zum Sex dazu gehören, aber immer wenn ich ein kunstvoll verschnürtes Menschenpaket sehe, frage ich mich, ob da überhaupt eine sexuelle Spielform vorliegt oder nicht doch jemand in seinem Reihenhaus einfach nur die HO-Eisenbahn durch das kleine Bondage-Set ersetzt hat. Als Mann, der kaum seine Schnürsenkel oder Geschenkverpackungen adrett hinbekommt, will es mir nicht so recht in den Sinn, worin die erotische Spannung besteht, ein paar Meter roter Schnur in mühevoller Kleinarbeit akkurat zu verknoten, ganz zu schweigen von diesen Bilderserien pornografischer Rollbraten, die meist nur eines ausstrahlen: Mein Gott, was muß das für Arbeit gewesen sein, das arme Mädchen so zu verknoten. Statt der Märklin-Bahnhofsvorsteheruniform tragen die dominanten Jungs aus dem Hobbykeller jetzt vielleicht die nietenübersäte Ledermontur mit Kopfmaske, aber letztendlich verlegen sie nur statt der Gleise stramme Riemen. Nicht weniger ordentlich und in etwa ebenso erotisch. Aber vielleicht überkommt mich auf der BoundCon in der Münchner Kultfabrik doch noch die Erleuchtung...


4 Kommentare:

Kerstin Klein hat gesagt…

Und? Bist Du nun erleuchtet worden?

Dorin Popa hat gesagt…

Nein, war nicht in Knotenstimmung und habe den Termin geschwänzt! Vielleicht war jemand anderes da und kann berichten?

Kerstin Klein hat gesagt…

Ich war am letzten Tag dort und habe mir 3 oder 4 Bühnenshows angeschaut. Bis auf eine, waren alle toll und bei einer Show hat sogar der ganze Saal vor Erotik geknistert. Das konnte man auch bei den meist männlichen Zuschauern beobachten.
Ich glaube, dass war das Erotischte, was ich je live zwischen 2 Menschen gesehen habe. (Aber das war nur in dieser einen Show so.)

Dorin Popa hat gesagt…

Na ja, ich denke, daß es in einem Saal voller Märklin-Sammler auch angesichts einer BR80 vor Erotik knistern würde... Jedem Tierchen sein Pläsierchen.