Montag, 2. März 2026

Wochenplan

Pressetag der Harlem Globetrotters mit Lou Danbar, Mark Blount & Zavian Jackson / SAP-Garden; Pressekonferenz zu den Südtiroler Gastrowochen / Fink's Südtiroler Knödelküche; Buchpräsentation von Annette Doms' „Von Gutenberg zu ChatGPT“ / Unpainted; Munich Jewellery Week: Maja Stojkovska & Flatz / mim und Gabi Dziuba & Friends: „The Long Tomorrow“ / Baader-Café; Vernissagen „Wieso seid ihr noch am Leben? – Der Holodomor 1932/33“ / Ludwig-Maximilians-Universität, „Foreign Bodies“ ft. Sawa Aso, Danni Chen, Joohee Han, Hyewon Jang, Meeree Lee, Yumiko Matsunaga, Saika Matsuda, Makiko Mitsunari & Jianling Zhang / Kunstpavillon und „Artificial? Spuren des Gegenwärtigen“ ft. Lavinia Berton, Jan Davidoff, Hedwig Eberle, Annemarie Faupel, Gregor Hildebrandt, Maria Justus, Katharina Koch, Suse Kohler, Christian Muscheid, Florian Nöthe, Gabriele Pöhlmann, Joan Saló, Doreh Schütz, Franz Stein, Rosalie Werthefrongel & Martin Wöhrl / Galerie Koko im Hotel Bachmair Weissach; Dreharbeiten als Komparse zu „Aktenzeichen XY“ / Gröbenzell; Zukunft findet Stadt: „Stadt im Umbau“ / Stadtbibliothek im HP8 Gasteig; „report München“ mit Aufnahmen aus der „tz“-Redaktion / ARD; LUNAparty / Bayerischer Hof; Vollversammlung des Münchner Stadtrats / Rathaus & Livestream; Pressegespräch anlässlich der Wiedereröffnung der Mittelalter-Säle / Bayerisches Nationalmuseum; „Traqués – Gejagt“ mit Mélanie Laurent und Benoît Magimel / Apple TV; Jahresempfang des Deutschen Bundeswehrverbands in Bayern / Universität der Bundeswehr; „Auf dem Nockherberg – Die Starkbierprobe mit Derblecken und Singspiel“ / Paulaner am Nockherberg & Bayerisches Fernsehen; Münchner Premiere von „Gelbe Briefe“ in Anwesenheit des Regisseurs İlker Çatak / City; Pressetermin zur automatisierten Drohne / Feuerwache 4 Schwabing; Podiumsdiskussion „Perspektiven für Stadtentwicklung & Tourismus“ mit Dieter Reiter, Dominik Krause und Clemens Baumgärtner / Bayerischer Hof & München TV; „Vladimir“ / Netflix; Kristen Stewarts „The Chronology of Water“ (Foto) mit Imogen Poots, Thora Birch u. a. / Werkstattkino; Ulrich Mannes und Rolf Aurich präsentieren das Buch „Hans Schifferle. Berufung: Kritiker“ mit Vorführung von Kenneth Angers „Scorpio Rising“ und Jean Cocteaus „Orphée“ / Filmmuseum; GG Bavaria / Kleine Olympiahalle; Eröffnung der Bücherschau junior / Forum der Zukunft; Krause trifft Ude / Das neue Dings; Boxwerk vs. Racism: Podiumsdiskussion mit Roger Rekless, Achim Waseem Seger, Nick Trachte & Priscilla Hirschhausen und Vorführung der Filme „Voices“ und „G.O.A.T.“ / Das neue Dings; Kommunalwahl; Feminism Unstoppable – We Won't Shut Up / Rindermarkt, Glockenbachwerkstatt & Bellevue di Monaco: Münchner Premiere von „No Mercy“ mit Regisseurin Isa Willinger / Theatiner; „Wer stieht mit die Show?“ mit Andrea Petković, Till Reiners, Nico Santos & Joko Winterscheidt/ Pro Sieben & Joyn

(Foto: Ella Knorz / if Productions / Alamode-Film)

Sonntag, 1. März 2026

Bettgeschichten

Freitagabend ist mein Bett zusammengekracht. Und der Anlass war alles andere als ekstatisch. Während Lustschreie im Rhythmus der knarzenden Liegestatt derzeit allabendlich meiner Nachbarwohnung vorbehalten sind, frästen sich bei mir nur die Schrauben der Leiste, die das Lattenrost trug, durchs Holz, bis sie jeden Halt verloren.

Andere behelfen sich dann vorübergehend mit Ziegelsteinen als Stütze, ich packte einen Stapel Bücher unter die linke Betthälfte. Drei Jahrzehnte hat mir mein Doppelbett nun gute Dienste geleistet. Erworben habe ich es Mitte der 1990er-Jahre in Berlin, in einem Fachgeschäft in der Potsdamer Straße, das regelmäßig im „tip“ warb. Wenn ich mich recht erinnere Kirschholz, um die 1500 Mark.

Als ich 1983 das erste Mal nach Westberlin gezogen war, hatte ich noch eins jener Betten dabei, mit denen Radio Freies Europa den Haushalt meiner Eltern Mitte der 1950er-Jahre aus US-Army-Beständen ausgestattet hatte. Etwas länger und breiter als die deutschen Normbetten. Irgendwann, bei meinen ständigen Umzügen innerhalb von und zwischen München und Berlin ging es dann kaputt und ich stieg auf ein Pappbett um, das erstaunlich stabil war und mir lange gute Dienste bot. 

Die Betten wechselten, aber etwas blieb. Stets weiße Bettwäsche und immer Kissen und Decken für zwei, selbst wenn ich allein lebte. (Als ich während meiner Münchner Jahre mal in Berlin zu Besuch war und in einer Pension landete, in der sonst Drückerkolonnen absteigen, musste ich in einem schmalen Bett mit Michael-Schumacher-Bettwäsche übernachten. Widerwillig, äußert widerwillig.)

Oft war mein Bett auch bei Freunden im Keller oder bei Zapf eingelagert, weil ich als Untermieter von möblierter Wohnung zu möblierter Wohnung zog. Das Berliner Modell: Lebenskünstler mit Wohnberechtigungsschein vermieteten ihre billige Sozialwohnung mit Aufschlag an Leute wie mich und leben von der Differenz. Dann konnte ich mir schließlich wieder eigene Wohnungen leisten. In Straßburg (Burda!) und München (Springer!) sogar Drei-Zimmer-Wohnungen. Eines zum Fernsehen, eines zum Arbeiten, eines zum Schlafen. Bis mir das zu dumm war und ich mich auf ein Zimmer gesundschrumpfte.

Mein massives Berliner Doppelbett überstand die Ortswechsel gut. Parkettböden bekamen ihm dagegen weniger gut, da neigte es dazu, durch den Raum zu wandern, wenn ich nicht allein war und nicht schlief. Gummistopper unter den vier Bettpfosten beendeten die Wanderlust. Möglicherweise ein Fehler, denn die kinetische Energie suchte sich einen anderen Weg: Das Bett krachte mitten im Akt zusammen. Wir hatten mit unseren Schwingungen den Holzpfeiler, der den Lattenrost in der Mitte des Bettes stützte, gecrasht. Und konnten darauf nur mit herzlichem Lachen reagieren. 

Mein Bett war auch eine begehrte Kulisse. Als der „Stern“ einmal über das Sexleben der Generation 40+ berichtete und auch mich dafür interviewte („Lust ohne Last, Sex ohne Scham, Gefühle ohne Grenzen“), musste ich zur Bebilderung unter anderem im Gaddafi-T-Shirt auf meinem Bett stehend posieren.

Ein Jahr später hatte ich mal wieder einen Durchlauf meines Pop-up-Stores 100 Tage Bücher, aus dem ich täglich in einem eigenen Blog berichtete. Nur sonntags gab es nichts zu berichten, weil der Laden geschlossen war. Also kreierte ich die Rubrik Sleepy Sunday, in der ich statt aus der Buchhandlung mehr oder weniger nackte Tatsachen aus meinem Bett bloggte.

Auch Frauen nutzten mein Bett gern als Requisite. Sei es I. für ihr Fotoprojekt, bei dem sie im Alter von Ende 20, Anfang 30 sonst für Profis posierte, um dann zu ihrem 40. eine Ausstellung dieser Aktbilder au präsentieren. Sei es L., die freizügige Bilder wünschte, um sie ihren zahlreichen Lovern zukommen zu lassen.

Vielleicht war das alles meinem Bett zu viel geworden. Auch wenn sich inzwischen weit weniger Aufregendes darauf abspielt. Wenn jetzt ab Februar die Sonne hoch genug steht, um über die Dächer zu scheinen, ist mein Bett der bequemste Platz, um mich bei geöffnetem Fenster zu sonnen. So lange die Bücher mich noch tragen.