Dienstag, 27. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (27) Ion Popa alias Ion Măgureanu und Noël Bernard bei Radio Freies Europa

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Noël Bernard leitete von 1955 bis 1958 sowie von 1966 bis 1981 die rumänische Redaktion von Radio Freies Europa. In ihrem 2007 veröffentlichten Erinnerungsbuch „Directorul postului nostru de radio“ (Der Direktor unseres Radiosenders) schrieb seine Witwe Ioana Măgură Bernard (1940–2022) auch über meinen Vater (deutsche Übersetzung weiter unten):

„Prezentatorul programului politic a fost, vreme de vreo 20 de ani, lon Măgureanu. Nu era rudă nici cu cel de la SRI, serviciul român de informații, nici cu vreun altul, pentru bunul motiv că acesta era tot un pseudonim. Numele lui adevărat era lon Popa; lani pentru familie și prietenii apropiați; Popicu pentru colegi. Ziarist de profesie, se bucura de o mare popularitate pentru ascultători. Era un tip romantic, un gazetar democrat de factură veche și de stil latin, spre deosebire de pildă de Noël, prin excelență tipul de jurnalist anglo-saxon, riguros, sintetic și strict la obiect. Numele lui lon Măgureanu era legat indisolubil de programul politic. Într-un fel, se poate spune că și-au creat reciproc celebritatea. Prezentările lui Popicu erau directe, calde, originale și adesea pline de floricele. Ele debutau invariabil cu «dragi prieteni». Cînd începea să depene amintiri și să se lanseze în divagații, care veneau în contradicție cu însăși natura programului, Noël îi tăia pasaje întregi, ceeace îl supăra foarte tare, căci Popicu pe acestea le considera cele mai valoroase. Nu era vorba de cenzură, dar Noël nu voia ca prezentarea să se dilueze și, prin îndepărtarea de subiect și obiect, să piardă din acuitate și in ultimă instanță din impact. Cu toate acestea, îl aprecia mult pe lani – Noël așa îi spunea - atît ca ziarist cît și ca om. Popicu era un profesionist talentat, cu multă imaginație –  poate chiar prea multă – și un personaj deosebit de pitoresc. Avea chiar la 50 de ani înfățișarea unui bunic sfătos destul de scund, rotofei, cu părul alb și sprincene stufoase, oricînd bucuros să stea la taifas și să vorbească in pilde. Mi-l amintesc ieșind uneori din biroul lui Noël, încins și roșu la față, după vreo dispută profesională, care nu avea însă niciodată urmări. Dovada prețuirii de care se bucura, stă in faptul că Popicu a fost titularul programului politic pînă cînd a ieșit la pensie, în 1978.“

Grobe Übersetzung: Ungefähr 20 Jahre lang präsentierte lon Măgureanu die politische Sendung. Er war weder mit dem rumänischen Geheimdienstchef Virgil Măgureanu verwandt noch mit sonst jemandem diesen Namens, weil es sich bei diesem Nachnamen um ein Pseudonym handelte. In Wahrheit hieß er Ion Popa; Iani für seine Familie und engen Freunde; Popicu unter Kollegen. Als Berufsjournalist erfreute er sich großer Beliebtheit bei der Hörerschaft. Er war ein Romantiker, ein demokratischer Journalist alter Schule und romanischen Stils, im Unterschied zu Noël Bernard (Foto), der ein Paradebeispiel englischen Journalismus war, rigoros, prägnant und auf den Punkt. lon Măgureanu war untrennbar mit dem politischen Programm verbunden. Man könnte sagen, dass diese Kombination den Erfolg des Moderators und der Sendung begründete. Popicus Moderation war direkt, warmherzig, originell und somit auch blumig. Stets eröffnete er das Programm mit den Worten „liebe Freunde“. Wann immer er zu sehr abschweifte und sich nicht streng an den Kern des Programms hielt, strich ihm Noël ganze Passagen, was Popicu sehr erzürnte, weil er gerade diese Momente für die wertvollsten hielt. Man kann nicht von Zensur sprechen. Noël wollte nur nicht, dass die Inhalte verwässert werden und das Programm durch den Verlust an Focus auch an Schärfe und letztendlich an Wirkung einbüßt. Nichtsdestotrotz schätzte Noël Iani – so nannte er ihn – sowohl als Journalisten als auch als Menschen. Popicu war ein begabter Profi, mit großem, vielleicht sogar zu großem Einfallsreichtum und einer auffälligen Erscheinung. Mit gerade mal 50 Jahren wirkte er schon wie ein weiser Großvater, ziemlich klein und pummelig, weißhaarig und mit buschigen Augenbrauen. Stets zu einem Schwatz aufgelegt und bereit, Geschichten zum besten zu geben.Ich kann mich erinnern, wie er manchmal nach einem heftigen Streit aus Noëls Büro kam, erregt und im Gesicht rot angelaufen. Doch diese Auseinandersetzungen hatten niemals Folgen. Wie sehr Popicu geschätzt wurde, sieht man daran, dass er bis zu seinem Ruhestand 1978 die politische Sendung behielt.

Montag, 26. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (26), den 54er-Bus und die Tramlinien 4, 20 und 22

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Meine Eltern besaßen bis in die 1970er-Jahre ein Auto, einen Ford Taunus 17 M, aber mein Vater fuhr immer öffentlich zum Sender.  Auf dem Weg zu Radio Freies Europa am Englischen Garten nahm er wohl, wie ich nach Rücksprache mit dem Stadtneurotiker vermute, am Rotkreuzplatz die Tramlinie 22 und stieg dann am Nikolaiplatz auf den 54er-Bus Richtung Tivolistraße um.

Zum Rotkreuzplatz lief er von  unserer Wohnung in der Tizianstraße zu Fuß, vielleicht nahm er für das Stück gelegentlich die Tramlinie 4.

Wann immer ich meinen Vater im Sender besuchte, nahm ich auch Tram und/oder Bus.

In den Tagen, in denen meinen Vater aufgrund seines Dolviran-Missbrauchs Ausfallserscheinungen hatte, kam es, wie ich bereits erzählt habe, vor, dass er abends überfällig war und ich dann Richtung Rotkreuzplatz lief. Meist fand ich ihn dann auf einer Parkbank im Grünwaldpark im Dämmerzustand.

Jahre zuvor will mein Vater beim Umstieg am Rotkreuzplatz meinen Bruder Dinu beim Betteln auf der Straße gesehen haben. Aber weder er noch ich sprachen mit ihm jemals darüber.

Gelegentlich müssen wir aber eine andere Route genommen haben, als die über Schwabing. Wohl die Tramlinie 20 von RFE Richtung Innenstadt und dann der Umstieg auf die Linie 4 über Maximilianstraße und Lenbachplatz Richtung Gern.

Denn ich kann mich erinnern, dass wir einmal am Stiglmaierplatz ausgestiegen sind, weil mein an der Prostata erkrankter Vater dringend aufs Klo musste. Er ging in den Löwenbräukeller, um sich zu erleichtern, während ich als Kind davor wartete. Seitdem bin ich auch so auf das Thema Öffentliche Toiletten fixiert.

(Oberes Foto: Reinhard Fuchs/Sammlung Straßenbahnfreunde München e.V.)

Wochenplan (Updates)

Jahrespressekonferenz / Städtische Galerie im Lenbachhaus; Cheers – Treffen der Münchner Musikszenen / DNA; Vorstellung der Evaluation der Fußgängerzone in der Weißenburger Straße mit anschließender Diskussion / Katholische Stiftungshochschule; Mobilitätsausschuss / Rathaus; Lagerverkauf Kostümverleih Breuer / Outlet Massenhausen; Pressekonferenz zum Münchner Straßenfasching / Silbersaal des Deutschen Theaters; Presselunch LabCampus / Flughafen; Vernissagen James Turrell / Metropol-Kunstraum, „DesIgnoranz – Sehen im rassistischen Nebelfeld“ / NS-DokumentationszentrumPaula Kamps: „My Neighbour's Flowers“ / Christine Mayer, „Antifascism Now“ / Lothringer 13 und Corina Gertz: „The Averted Portrait – The Quiet Language of Textiles“ / Ira Stehmann Fine Arts; Verleihung der Ernst-Hoferichter-Preise an Quint Buchholz und Narges Kalhor / Literaturhaus; Sozialausschuss / Rathaus; Verhandlungstermin zu „Vermächtnis – Die Kohl-Protokolle“ / Bundesgerichtshof; Symposium „Fotografie in München“ / Pinakothek der Moderne; „Medientrends“ / Mediennetzwerk Bayern & Livestream; Dani Ploeger: „Einführung in die neuere Geschichte des Deepfakeismus“ / Wavelab; Lesung Lisa Poettinger: „Klimakollaps und soziale Kämpfe“ / Barrio Olga Benario; Buchvorstellung Jannis Brühl: „Disruption“ / Amerikahaus; Max-Weber-Lectures – Armin Nassehi: „Gesellschaft - Was ist das eigentlich? Über Herausforderungen und Umbrüche in einer desillusionierten Zeit“ / Bayerische Akademie der Wissenschaften; Grimy Gritty New York City: „Summer in the City“, „Midnight Cowboy“, „Joe“, „Klute“, „The French Connection“, „Super Fly“, „The Panic in Needle Park“ & „Across 110th Street“ / Werkstattkino; Neujahrsempfang der Münchner Lions & Leos / Italienisches Generalkonsulat; Uschi & Pamplemousse / Glockenbachwerkstatt; „Echoes: Skin Contact“ ft. Kara-Lis Coverdale (Foto), Ed Atkins, Gabriel Abrantes, OMSK Social Club, PILLBERT & Fine / Haus der Kunst; Lagerverkauf Kostümverleih Breuer / Outlet Massenhausen; Abschlussveranstaltung „Bavaria ruft!“ mit Luise Kinseher, Ilse Aigner, Ulrike Scharf u. a. / Bavaria; Tag der offenen Akademie / Prinzregententheater; Artist Talk mit Britta Färber & Charmaine Poh / Galerie Behncke; LUNAparty / Bayerischer Hof; Verleihung des Karl-Valentin-Ordens an Christoph Maria Herbst / Narhalla-Ball im Deutschen Theater; „Future Made in Munich“ mit Mona Fuchs, Franziska Brantner, Heike Freund & Jay Anna Harris-Theis / Amari-Bar; Grammy Awards / Magenta-TV

Sonntag, 25. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (25) als Raucher

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Mein Vater hat immer viel geraucht. Während seiner Zeit als Ion Măgureanu bei Radio Freies Europa scheint die Zigarette in seiner Linken nahezu unvermeidlich gewesen zu sein und auch daheim wurde gepafft. Wenn auch etwas diskreter. Meine Mutter ließ ihn in der Tizianstraße nur auf dem hinteren Klo mit dem kleinen Fenster seiner Sucht frönen.

In den ersten Jahren, an die ich mich zurückerinnern kann, rauchte er noch P&S aus dem hellblauen Softpack. Später stieg er auf Marlboro um.

Die Zigaretten kaufte er in der Regel in dem inzwischen längst abgerissenen Kiosk an der Waisenhausstraße, unweit der Klugstraße, den ein Sinti oder Roma führte. Herr Paluch, wenn ich mich richtig erinnere. Auf dessen Unterarm habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine KZ-Häftlingsnummer tätowiert gesehen.

Oft holte ich für meinen Vater die Zigaretten im Kiosk, und es kam auch vor, dass ich das Geld auslegte, wenn mein Vater gerade nicht mehr flüssig war.



Der Bayerische FIlmpreis rettet Fatih Akim angesichts einer drohenden Insolvenz den Arsch

Fatih Akim gewann beim 47. Bayerischen Filmpreis (Time Code 1:52:42) mit „Amrum“ die Auszeichnung als Bester Film und bedankt sich für das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro: 

„Der Film war erfolgreich an der Kinokasse und wir hatten ganz viel Publikum. Aber jeder Film, vor allem wenn man selber auch Produzent ist, und wenn man irgendwie alles oder nichts, all in macht, ist immer so ein Risiko. 
Und ich weiß nicht warum, ich versuche immer pünktlich zu sein, die Drehpläne einzuhalten, und ich bin nicht irre. Aber nach jedem Film steh' ich gegen die Wand. Und nach jedem Film ist der Geist der Insolvenz da.
Also meine Firma, die Bombero-Film ist wie die Black Pearl bei »Pirates of the Caribbean«, und ihr habt mir gerade den Arsch gerettet.
Das glaubt man immer nicht, weil man immer Fame mit Moneten verwechselt. Das ist nicht so. Wir sind eine ganz anständige Firma bei Bombero. Wir rechnen immer richtig korrekt ab. Wir schaffen keine Schlupflöcher, dass wir so Geld haben für Häuser oder Tennisplätze oder so was. Alles geht in die Filme und die Filme geben immer alles und ihr gebt das zurück. Vielen Dank.“

Samstag, 24. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (24) und die italienischen Verhältnisse

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Nachdem die Russen meinen Vater Ion Popa, seine erste Frau Hortensia und die gemeinsame Tochter Anka aus dem Außenlager Krummhübel des KZ Groß-Rosen befreit hatten, ging die Familie 1945 erst einmal nach Italien. Sie lebten in Rom, wo Anka getauft worden ist. Mein Vater soll auch viel Zeit in Assisi verbracht haben. Offenbar hat man ihnen die Wohnung oder das Haus in Rom zum Kauf angeboten, aber sie schlugen das Angebot aus. Ob nur aus finanzieller Not oder aus anderen Beweggründen, ist unbekannt. 

1946 zogen sie zum Schwager nach Nizza, von wo aus mein Vater allein nach Rumänien zurückkehrte. Seine Frau folgte ein Jahr später mit der gemeinsamen Tochter. Dann fiel der Eiserne Vorhang, und mein Vater flüchtete schließlich allein aus Rumänien in de Westen, wo er später erneut heiratete.

Italien war nun nur noch ein Urlaubs- oder Reportageziel. Erst Venedig mit seiner zweiten Ehefrau Florica, geborene Dragu. Dann für Radio Freies Europa zu den Olympischen Spielen 1960 in Rom, wo ich angeblich gezeugt worden bin, wobei das rechnerisch nicht aufgeht.

Später mit uns Söhnen nach Rimini, Albenga und Ischia. Eine meine ersten Erinnerungen ans Kino führt auch nach Albenga zurück. Neben unserem Hotel gab es ein Freilufttheater, das 1968 oder 1969 Peter Sellers' „Der Partyschreck“ zeigte. Vom Balkon aus konnte ich den Film sehen. 

Das war auch die letzte Urlaubsreise, die mein Vater mit uns unternahm. Danach verließ er München nicht mehr. Mit meiner Mutter war ich noch einmal in Rom, bevor das italienische Kapitel endgültig geschlossen wurde, und meine Mutter mit mir nur noch nach Nizza an die Côte d'Azur fuhr.





Freitag, 23. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (23) Ion Popa, Curzio Malaparte und wie sie ein Partisanenlager plünderten

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Während des Zweiten Weltkriegs war mein Vater Ion Popa als Frontberichterstatter unterwegs. Er schüttelte Adolf Hitler die Hand, begegnete dem finnischen Oberbefehlshaber Carl Gustav Mannerheim, und war wiederholt in Kriegsgebieten wie Finnland oder dem Balkan mit Curzio Malaparte unterwegs, der seinerseits für den „Corriere della Sera“ berichtete. In seinem Roman „Kaputt“ erwähnt Malaparte einmal das Redaktionsgebäude von „Curentul“ in Bukarest, wo mein Vater eine Zeit lang geschäftsführender Redakteur gewesen war.

Malaparte und mein Vater griffen bei ihrer Arbeit auch zu ungewöhnlicheren Methoden. So waren sie in Jugoslawien mit einem Beobachtungsballon unterwegs, der aber in einem Feld notlanden musste. Dort hatten sich Partisanen versteckt, denn Malaparte und mein Vater entdeckten ein offenbar fluchtartig verlassenes Lagerfeuer, auf dem noch Hähnchen brutzelten. Ausgehungert wie die Journalisten waren, ergriffen sie die Chance und aßen alles auf.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (22) und die CIA, die selbst meinen Bruder Dinu im Blick hatte

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Mein Bruder Dinu Popa war Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre Kommunist oder sympathisierte zumindest mit ihnen. In der von meinen Eltern für meine beiden älteren Brüder angemieteten Wohnung um die Ecke in der Wilhelm-Düll-Straße 1 unterhielt er eine am Boden sitzende Lesegruppe, in der man gemeinsam „Das Kapital“ von Karl Marx studierte, während ich gelegentlich daneben saß.

Es dürfte auch kein Zufall gewesen sein, dass er zeitweise an der Ludwig-Maximilians-Universität Chinesisch studierte.

Und eines Tages hat er offenbar vor dem US-amerikanischen Generalkonsulat an der Königinstraße gegen die Amis demonstriert und dabei auch Tomaten auf das Gebäude geworfen. Es wird wohl, wie bei unserer Diskussion daheim in diesen Jahren, um den Vietnamkrieg gegangen sein.

Dieser Demobesuch blieb nicht unbemerkt. Die CIA fotografierte meinen Bruder nicht nur, sondern scheint ihn auch identifiziert zu haben. Denn am Arbeitsplatz meines Vaters, dem erst Anfang der 1970er Jahre der Aufsicht durch die CIA entzogenen Sender Radio Free Europe, wurde meinem Vater ein Foto meines demonstrierenden Bruders gezeigt. 

Ausgerechnet bei der Trauerfeier für meinen Bruder Dinu im Januar 2025 hielt dann ein Exilrumäne eine flammende Rede, in der er meine Familie als antikommunistische Elite gefeiert wurde, was bei jedem anderen Anlass ein Grund zum Lachen gewesen wäre.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (21) und das kyrillische Rumänisch

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Schriftsprache war Kirchensprache. Und die orthodoxen Nationen nutzten im Unterschied zu den Katholiken nicht das lateinische Alphabet, sondern die aus dem Phönizischem abgeleiteten griechischen oder kyrillischen Schriftsysteme. So auch Rumänien seit dem 16. Jahrhundert, obwohl es sich bei Rumänisch nicht um eine slawische Sprache handelt, sondern um eine romanische.

Erst Mitte der 1860er-Jahre wurde das rumänisch-kyrillische Alphabet – nach einer Zwischenphase mit einem Übergangsalphabet, das Buchstaben beider Schriften enthielt – durch die lateinischen Schrift abgelöst. Doch die kyrillische Schrift blieb vereinzelt bis in die 1920er-Jahre in Gebrauch.

Und mein 1913 geborener Vater Ion Popa erzählte, dass er als Kind im westmoldauischen Focșani gelernt hat, noch auf Kyrillisch zu schreiben.

(Foto: Anton Panns „Bazul teoretic și practic al muzicii bisericești sau Gramatica melodică“, 1845, via Wikipedia)

Dienstag, 20. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (20) Ion Popa und seine Zeit in Krummhübel, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen. 
 
Während des Zweiten Weltkriegs gehörte das vom faschistischen Diktator General Ion Antonescu geführte Rumänien zu den Achsenmächten. Das war im Ersten Weltkrieg noch anders gewesen. Da kämpfte Rumänien in der Entente an der Seite Frankreichs und Großbritanniens gegen Deutschland und Italien, worauf es von den Deutschen besetzt wurde. Mein Großvater mütterlicherseits, Ion Dragu, der über seine Kriegserlebnisse eine Bestseller-Triologie geschrieben hatte, erzählte mir Jahrzehnte später mit größtem Bedauern, dass er damals einen bayerischen Gebirgsjäger erschossen hätte. Der Deutsche hatte seine Arme hoch gerissen, um sich zu ergeben. Aber bis mein Opa das begriff, hatte er schon reflexhaft abgedrückt.

Am 23. August 1944 stürzte der junge König Mihai I. in einem Staatsstreich den Militärdiktator Antonescu und Rumänien wechselte an die Seite der Allierten. Daraufhin wurden die rumänischen Diplomat*innen in Berlin und Wien, sowie weitere Journalist*innen und Künstler*innen, die sich im Deutschen Reich aufhielten, interniert.

Drei Tage und Nächte lang sollen sie im Zugwaggon unterwegs gewesen sein, ohne zu wissen, wohin man sie bringt. Mein Vater, seine erste Ehefrau Hortensia und ihre wenige Monate alte Tochter kamen mit der „diplomatischen Austauschgruppe“ ins niederschlesische Krummhübel (auf Polnisch Karpacz), einem Außenlager des KZ Groß-Rosen, wo sie am Rande von Rübezahls Riesengebirge das Haus Brandenburg bezogen.

Weitere Bewohner in den Häusern Brandenburg und Brodtbaude waren der Dichter Vintilă Horia mit seiner Frau Olguța, der Maler Eugen Drăguţescu, der Dirigent Ionel Perlea, der Opernsänger Tomel Spataru, Viorel Gligore, Arzt an der rumänischen Gesandtschaft in Berlin, Hildegard Marie Praglowski vom Generalkonsulat in Wien, Maria Panteli, Henry Holban, Bucur Ţincu, Darascu Padureanu, Ioan Enescu. (Es fielen auch die Namen Silvestri und Solaculu). Manche sprachen von der Elite Rumäniens.

Ein Teil der rumänischen Austauschgruppe kam im benachbarten Brückenberg ins Haus Ermel.

In den Arolsen Archives findet sich eine Akte mit „Gesuchen von rumänischen Internierten (diplomatische Austauschgruppen) an das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes um die Erlaubnis der Übermittlung von Nachrichten an ihre Angehörigen“ in Rumänien. 

Der darin auftauchende Ion Popa war aber wohl nur ein Namensvetter, da er in Brașov ansässig war, mein Vater dagegen in Bukarest.

Auch wenn Krummhübel das Außenlager eines Konzentrationslagers war, wurde die rumänische Gruppe deutlich besser behandelt als die übrigen KZ-Häftlinge oder Zwangsarbeiter*innen. Sie sollten nicht vernichtet, sondern nur interniert werden. Wie man auf dem Foto sieht, behielten sie ihre Garderobe. Mangels Weihnachtsdekoration sollen die rumänischen Lagerinsass*innen zu Heiligabend 1944 ihren Christbaum mit ihren eigenen Juwelen und Schmuckstücken verziert haben.

Für meine Schwester bastelte man als Geschenk an ihrem ersten Weihnachsfest eine Mappe, die ein ihr gewidmetes Weihnachts- und Heimatgedicht Horias und zwei Porträtzeichnungen aus der Hand Drăguţescus enthielt.

Mein Vater und seine Familie blieben im Lager, bis sie von den Russen im Frühjahr 1945 befreit wurden. Vintilă Horia scheint zuvor ins österreichische Mariapfarr verlegt worden zu sein, wo ihn die Briten befreiten.

Doch auch wenn die Lagerbedingungen vergleichsweise gut gewesen zu sein scheinen, traumatisierten sie meinen Vater. Als er Jahrzehnte später im Krankenhaus war, triggerte der Umgang mit dem deutschen Arzt- und Pflegepersonal Ängste aus der KZ-Zeit.

Montag, 19. Januar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (19) Ion Popa und das einzige Mal, dass ich ihn weinen sah

Als ich vor ein paar Wochen einen Arzttermin bei einer Humangenetikerin wahrnahm, musste ich feststellen, dass ich sehr detailliert Bescheid wusste über meine Vorfahren mütterlicherseits, aber nahezu nichts über die Familie meines Vaters. Durch seine Flucht aus dem kommunistischen Rumänien und seine Arbeit für Radio Freies Europa waren alle Kontakte gestört, wenn nicht völlig unterbrochen. Ich besitze keine familiären Unterlagen aus der Zeit vor dem Exil, kenne kaum lebende Verwandte aus dem Zweig der Familie. Was mir bleibt sind nur die Fakten vom Hörensagen, die Erzählungen meines Vaters Ion Popa alias Ion Măgureanu. Bei meiner Geburt war mein Vater bereits 48 Jahre alt. Und da er mit zunehmendem Alter oft krankgeschrieben war, verbrachte ich als Kind und Jugendlicher viel Zeit mit ihm. Zeit, in der er mir viel aus seinem Leben erzählte. Vielleicht gebe ich nach 50, 60 Jahren manche Details falsch wieder, vielleicht habe ich sie schon beim ersten Mal als Kind nicht ganz begriffen. Aber so lange ich mich noch daran erinnere, möchte ich sie schriftlich festhalten. Tag für Tag, in ungeordneter Reihenfolge. Nicht zuletzt, um in den kommenden Monaten dem einen oder anderen Detail in Archiven nachzugehen und gegebenenfalls bei den entsprechenden Anekdoten zu ergänzen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater öfters ferngesehen hätte. Das war eher die Domäne meiner Mutter, während mein Vater lieber am Radio hing, das den ganzen Tag lief und Nachrichten lieferte.

Eines Abends war aber ein rumänisches Folklore-Ensemble in einer deutschen Fernsehshow zu Gast. (In meiner vagen Erinnerung war es Wim Thoelkes „Der große Preis“, aber das Format scheint eher keine solchen Programmelemente ausgestrahlt zu haben.)

Mein Vater schaute sich den Auftritt an. Und es war das einzige Mal, dass ich ihn weinen sah.


Wochenplan (Updates)

Overflow Studio / Genève; Gemeinsame Pressekonferenz zu den Präsidentschaften der Bildungsminister- und Wissenschaftsministerkonferenz / Literaturhaus; Munich History Lecture: „The Decline of Humanity – A Conversation with Mary Beard“ / LMU; Filmgespräch mit Stefan Sick zu „Das fast normale Leben“ / Rio-Filmpalast; Pressekonferenz zur Vorstellung der Ergebnisse der aktuellen Münchner City-Befragungen / Presseclub; Pressekonferenz  Gemeinsames Bündnis Stadt für alle zur Kommunalwahl / Werk 3; Münchner Filmwoche / Mathäser; Vernissagen „Die Schönheit des Unvollkommenen“ / DG Kunstraum, Tabata von der Locht: „Witness with Closed Eyes“ / Florida Lothringer 13, Susanne Mansen: „Entre chien et loup“ / Françoise Heitsch, Veronika Günther: „Popular Problems“ / The Tiger Room, Paula Kamps: „My Neighbour's Flowers“ / Christine Mayer und Alvaro Barrington: „On the Road (TMS)“ / Thaddaeus Ropac Salzburg; „Klarna's Back to the Future“ / Astor im Bayerischen Hof; „München vor der Wahl – Wie blickt die Münchner Lokalpresse auf die Stadtpolitik?“ Podiumsgespräch mit den Rathausreporter*innen Christina Hertel, Heiner Effern und Sascha Karowski / Einstein 28; Podiumsdiskussion „Braucht es einen Mietendeckel?“ mit Moritz Burgkardt, Stefan Jagel, Simone Burger & Svenja Jarchow / Condrobs Viva Clara; Panda-Pressekonferenz / Tierpark Hellabrunn; Eröffnung des Solarparks durch Jochen Schweizer und Markus Söder / Jochen-Schweizer-Arena; Fish & Blues: Chris Void & the Incredible Strange Creatures Who Stopped Living and Became Mixed-Up Zombies / Glockenbachwerkstatt; Dan Ariely & Gut Katz: „About the Path to Hate – Am Evening on the Psychology of Antisemitism“ / Jüdisches Gemeindezentrum; Grüne Fraktionsklausur / Bayerischer Landtag; Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen; 30 Jahre Rosa Liste im Rathaus / Zunfthaus; Buchpräsentation „Dichtung der Verdammten – Eine Anthologie ukrainischer Dichtung“ / Historisches Kolleg; Trauerfeier Franz Kotteder / Erlöserkirche München-Schwabing; Marie Theres Relin & Michael Halberstadt: „Yes we schell!“ / Lach- und Schieß-Gesellschaft; Bayerischer Filmpreis / Prinzregententheater; Fantasy Filmfest White Nights / City; „Bürgerinitiativen fragen, Politiker antworten“ / Hansa-Haus; Deutscher Filmball / Bayerischer Hof; „Komm tanzen“ / Blofeld-Villa; Alex Garlands „Civil War“ mit Kirsten Dunst, Wagner Moura & Cailee Spaeny / Pro Sieben & Joyn; Festakt 75 Jahre Neues Residenztheater mit Eva Illouz, Juliane Köhler, Ewald Palmetshofer, Odile Gakire Katese u. a. / Residenztheater; Toni & Max Uthoff (Foto): „Einer zuviel“ / Alte Kongresshalle