Montag, 7. September 2026
Wochenplan
Dienstag, 1. September 2026
Stühlerücken in der Landeshauptstadt: die Bezirksinspektion Mitte und das Mobilitätsreferat schlüpfen bei der Stadtbaurätin unter
Klötzchen wie sie die Modellwerkstätte des Referats für Stadtplanung und Bauordnung im Erdgeschoss des Dienstgebäudes an der Blumenstraße 28b/31 gern bastelt. An der Fassade im Innenhof die überdimensionierte Uhr, dahinter die Stadt im Miniaturformat in ihren Zeitläuften.
In dem Gebäudekomplex wird es künftig deutlich enger zugehen. Denn mit den schwindenden Finanzen der Landeshauptstadt wandeln sich auch die Umzugsusancen. Man spart, indem man zusammenrückt und angemietete Büroflächen aufgibt. Das Mobilitätsreferat und die Bezirksinspektion Mitte ziehen künftig ein in die bisher ausschließlich vom Team der Stadtbaurätin Elisabeth Merk genutzten Räumlichkeiten. Städtebaulich könnte man das Nachverdichtung nennen, nur dass nicht etwa im Innenhof neu gebaut oder auf dem Dach aufgestockt wird, sondern in der bestehenden Baumasse die städtischen Angestellten und Beamte einfach etwas enger zusammenrücken und Desksharing leben dürfen.
Nun ist der Wechsel des Mobilitätsreferats aus dem fünfjährigen Provisorium in der Implerstraße nicht unbedingt eine Verschlechterung. So großspurig Implerhöfe klingen, ist dem schmutzig-weißen Verwaltungsriegel zwischen Aldi-Filiale, Parkplatz und Jacques' Wein-Depot zumindest von außen eine Mischung aus Ennui und Tristesse nicht abzusprechen. Den rund 300 Beschäftigten des Mobilitätsreferats standen dort rund 7.600 Quadratmeter zur VerfügungDie Bezirksinspektion Mitte des Kreisverwaltungsreferats mit ihren ca. 45 Beschäftigten gibt ihrerseits rund 1300 Quadratmeter im Tal 31 auf.
„Zur Entlastung des städtischen Haushalts sollen die angemieteten Standorte Implerstraße 7-9 und Tal 31 dauerhaft aufgegeben werden“, erklärte mir das Kommunalreferat auf Anfrage. „Im Rahmen der nichtöffentlichen Sitzungsvorlage »Verwaltungsstandorte der Landeshauptstadt München – Flächenoptimierung und Anpassung der Standortstrategie« wird dem Kommunalausschuss am 29.10.26 u.a. die Aufgabe der beiden Standorte zur Entscheidung vorgelegt. Sofern der Stadtrat der Aufgabe der beiden Standorte zustimmt, erfolgt die weitere Umzugsplanung.“Montag, 31. August 2026
Wochenplan (Updates)
(Foto: Lotta Kilian/Jünglinge-Film/Plaion Pictures)
Donnerstag, 27. August 2026
Und die Augenbrauen tanzen Rumba: Dominique Horwitz singt Brel
Dieser Artikel erschien unter meinem Pseudonym Fredi Hallenberger in der „Berliner Morgenpost“ vom 4. Oktober 1998. Am 28. und 29. November 2026 tritt Dominique Horwitz mit einem gleichnamigen Programm wieder in der Berliner Bar jeder Vernunft auf. Nur dass ihn diesmal kein Quintett, sondern nur der Pianist Andreas Reukauf begleitet.
(Foto: Barbara Braun/Bar jeder Vernunft)
Mittwoch, 26. August 2026
Feine erste Sätze (76)
„Die Geschichte begann als Märchen, verwandelte sich in eine Farce und eskalierte zur Tragödie.“
Sebastian Herrmann in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 22./23. August 2026 über den Tod des Cambridge-Professors Jason Arday.
Montag, 24. August 2026
Wochenplan (Updates)
Donnerstag, 20. August 2026
Der Hans und ich: die Rentner-Gang von morgen
Kennengelernt habe ich den Hans im Venezia an der Leopoldstraße über einen gemeinsamen Bekannten. Dann trafen wir zufällig auf der Tanzfläche im P1 wieder aufeinander – und er lieh mir, ohne dass wir uns sonderlich gut kannten, spontan einen Fuffi. München in den 1980er-Jahren eben.
Er zog dann nach Berlin, um dort für Maredo zu arbeiten. Ich war in der Zeit mit einer Berlinerin liiert, die in München studierte und nach dem Mauerfall unbedingt zurück nach Berlin wollte. Also folgte ich ihr.
So landeten Hans und ich nahezu gleichzeitig in einem wiedervereinigten Berlin und freundeten uns dort erst wirklich an. Über ihn lernte ich Britt Kanja, die Love Parade und das 90° kennen. Wir gaben ein paar wilde Partys in seiner Wohnung. Die 1990er-Jahre waren in Berlin eine aufregende wie einmalige Zeit.
Und selbst als ich die Stadt 1999 verließ, hielt der Kontakt noch einige Zeit. Ich blieb vorübergehend in der Hauptstadt mit einer Belarussin verbandelt und kam öfters übers Wochenende. Hans wiederum besuchte mich in Strasbourg und las später wiederholt in München in meiner Pop-up-Buchhandlung 100 Tage Bücher, bis wir uns dann irgendwann doch eher aus den Augen verloren.
Nun erreichen wir beide in einem Jahr das Rentenalter – und Hans nutzt die Gelegenheit, um in den kommenden Wochen und Monaten über seinen beruflichen Werdegang zu bloggen. Ich werde es mit Vergnügen lesen.
Montag, 17. August 2026
Wochenplan (Updates)
Samstag, 15. August 2026
Feine erste Sätze (75)
„Der Strand ist der Ort, an dem reiche Mitglieder westlicher Gesellschaften so tun, als seien sie locker.“
Julia Werner in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 4./5. Juli 2026 in ihrem Artikel „Reines Risiko“ anlässlich des 80-jährigen Jubiläums seit Erfindung des Bikinis.
Mittwoch, 12. August 2026
„Ausländerbehörde. Abwehrbehörde. Kränkungsbehörde“
Montag, 10. August 2026
Wochenplan (Updates)
Sonntag, 9. August 2026
Spott statt Anstand – Gloria von Thurn und Taxis lästert über Peter Maffay
Montag, 3. August 2026
Wochenplan (Updates)
Freitag, 31. Juli 2026
Ist das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt presse- wie technologiefeindlich?
Dennoch habe ich meine Instagram-Story dazu mit „Gerade von Scharpf ausgeladen worden“ übertitelt, was im Hause für Unmut und Widerspruch sorgte. Das war meinerseits zum einen der Zeilenlänge geschuldet, weil Referat für Arbeit und Wirtschaft ein Ungetüm ist und die Abkürzung RAW wenigen was sagt. Es war sicherlich auch boulevardesk zugespitzt, aber ich gehöre noch zu einer Generation, in der man Behördenchefs die Fehler ihres Hauses anrechnet. Genauso legitim ist es, mir diese Zeile vorzuwerfen.
Aber gehen wir auf Anfang zurück. In dieser Stunde findet in der Gaststätte Das Bad am Bavariaring, gegenüber der Theresienwiese, die jährliche Auftakt-Pressekonferenz Oktoberfest statt, an der ich letztes Jahr bereits als Journalist teilgenommen hatte.
Angekündigt wurde der Termin in der „Rathaus-Umschau“, der werktäglich zugemailten und online gestellten PR-Postille der Stadt München, mit deren Inhalten Lokaljournalist*innen nicht unbeträchtlich redaktionellen Raum füllen.
Über einen Link konnte man sich vor zehn Tagen für die Veranstaltung anmelden und erhielt daraufhin eine automatisch generierte Akkreditierungsbestätigung. Vorgestern Nachmittag folgte nun eine ebenfalls automatisch generierte Stornierung meiner Akkreditierung: „Leider müssen wir Ihre Teilnahme an der Auftakt-Pressekonferenz Oktoberfest 2026 am Freitag, den 31. Juli, um 10 Uhr in der Gaststätte "Das Bad" ablehnen, obwohl Sie bereits eine automatisch ausgestellte Bestätigung erhalten haben.“ Unterschrieben vom Presseteam Oktoberfest. Absender der Mail: noreply@muenchen.de.
Nun gibt es auf der Online-Seite zu der Veranstaltung den Disclaimer: „Unsere Pressetermine sind Veranstaltungen für journalistisch tätige Personen, die sich der neutralen und objektiven Berichterstattung verpflichtet haben. Grundsätzlich nicht zugelassen sind Influencer und Blogger (m/w/d) der Kanäle TikTok, Instagram, YouTube, X oder anderer Social Media Plattformen.“Das liest sich wie zwei unterschiedliche Punkte. Es geht – scharf getrennt – um Journalist*innen. Und es geht zudem um Influencer*innen und Blogger*innen.
Die Diskussion, ob Blogs journalistische Formate sein können, hielt ich seit rund 20 Jahren für erledigt. Der 2004 gegründete „BILDblog“, Stefan Aigners „Regensburg digital“ (2008), Hardy Prothmanns „Rheinneckarblog“, Kurt Nane Jürgensens „Flensburg Online“ waren Pioniere in den Nullerjahren.
Vor drei Wochen erst hat der Bayerische Journalisten-Verband auf seiner Mitgliederversammlung bestätigt, dass Blogger*innen selbstverständlich Mitglied werden können oder Presseausweise erhalten, wenn sie hauptberuflich journalistisch bloggen.
Jede*r Blogger*in mit amtlich anerkanntem Presseausweis, den das RAW nur des Bloggens wegen von Presseterminen ausschließt, könnte die Landeshauptstadt vor dem Verwaltungsgericht in Grund und Boden klagen.
Während längst Altmedien wie der BR, das ZDF, „Die Zeit“, die „Süddeutsche Zeitung“ & Co. selbstverständlich auf diesen Plattformen Journalismus betreiben.
Aber ausgerechnet das RAW, das sich gerne selber auf die Schulter klopft, weil es allein Niederlassungen von Technologiekonzernen wie Amazon, Apple, Google oder TikTok nach München geholt hätte, hält im Jahre 2026 Blogs, Instagram, TikTok & Co. für neumodischen Schnickschnack und weist Journalist*innen, die sich darauf konzentrieren, die Tür.
Letztes Jahr wurde Supermunich von der Auftaktpressekonferenz Oktoberfest wieder ausgeladen. Heuer traf es vier weitere Social-Media-Kanäle. Und eben mich.
Denn manchmal sperrt das RAW Journalist*innen aus, weil man bei einer flüchtigen Recherche entdeckt, dass die Person (auch) bloggt. Also ab ins Kröpfchen. (Wie ich nachträglich erfahren habe, hat das RAW beim Wiesnanstich 2017 dagegen durchaus einen Blogger von Mucbook akkreditiert.)
Die Pressestelle Oktoberfest behauptet in einer schriftlichen Erklärung zu dem Vorgang: „Da Sie bei Ihrer Anmeldung keine Zugehörigkeit zu einer Redaktion oder eine Tätigkeit als freier Journalist angegeben, sondern der von Ihnen angegebene Link ausschließlich auf Ihren Blog (https://nice-bastard.blogspot.com/) führt, wurden sie automatisch als Blogger eingestuft und erhielten - ebenso wie vier weitere Angemeldete – eine Absage.
Nach den für diese Veranstaltung geltenden Akkreditierungsrichtlinien werden Blogs sowie Kanäle auf Social-Media-Plattformen grundsätzlich nicht berücksichtigt. Aufgrund von erhöhtem Arbeitsaufkommen auch im Vorfeld der Pressekonferenz war uns eine weitergehende Prüfung nicht möglich und wir entschuldigen uns dafür.
In Ihrer Funktion als hauptberuflicher Journalist sind Sie selbstverständlich auf unserer PK morgen willkommen.“
Montag, 27. Juli 2026
Wochenplan (Updates)
Sonntag, 26. Juli 2026
Von der Angst und gelebtem Widerstand: Maxim Znak als Hausgast im Literarischen Colloquium Berlin
Damals saß der zu zehn Jahren Haft verurteilte Jurist noch zusammen mit Maria Kalesnikawa und den anderen Mitgliedern des oppositionellen belarussischen Koordinierungsrates im Gefängnis.
Die Buchpremiere seiner bei Suhrkamp verlegten, großartig verdichteten Knast-Anekdoten wurde daher am 5. Februar 2023 in seiner Abwesenheit im Berliner Gorki-Theater gefeiert. Herta Müller (Foto) las die Miniaturen aus dem Gefängnisalltag. Tatsiana Khomich – Schwester der Aktivistin und Künstlerin Kalesnikawa und Repräsentantin für politische Gefangene des Koordinierungsrates von Belarus, die Lektorin Katharina Raabe und Müller sprachen anschließend über die Texte Znaks und die Situation der politischen Gefangenen in Belarus.Nach mehreren Jahren Einzelhaft und dann gelockerten Bedingungen wurde Znak schließlich gemeinsam mit Kalesnikawa und weiteren 121 Gefangenen auf Vermittlung der USA am 13. Dezember 2025 freigelassen und in die Ukraine abgeschoben.
Zur Zeit wohnt der sonst in Warschau lebende Znak im Literarischen Colloquium am Berliner Wannsee mit 17 weiteren Autor*innen aus aller Welt. Alle paar Wochen stellen sich ein paar von ihnen in einer Art literarischem Speed-Dating vor: „Food for Thoughts – Das Hausgäste-Bankett“ tischt für günstige neun Euro Eintritt – so lange der Vorrat reicht – ein Drei-Gänge-Menü auf, das letzten Dienstag sieben Mal durch einen siebenminütigen Auftritt dort residierender Schriftsteller*innen unterbrochen wurde. Mal gibt es Lyrik, mal ein paar Seiten aus einem unveröffentlichten Romanmanuskript. Am 24. August etwa mit Zuzana Husárová, Chris Lauer, Dror Mishani, Júlia Sentís, Gerd Sulzenbacher und Zach Williams sowie am 24. September mit Banu Mushtaq, Dahlia de la Cerda, Annegret Liepold, Hugo Tepest und Marit Heuß.Znak trat letzte Woche gleich zweimal auf. Zu Beginn empfing er bereits die eintrudelnden Besucher*innen mit ein paar belarussischen Liedern, ohne vorgestellt zu werden. Am Ende der Veranstaltung, sozusagen als Haupt-Act und ohne jede zeitliche Beschränkung auf nur sieben Minuten, wurde er dann namentlich eingeführt und sang weitere Lieder auf Englisch und Belarussisch.
Er erzählte von den Bedingungen der Einzelhaft und wie er seine Manuskripte aus dem Gefängnis schmuggelte. Während die Oppositionellen zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt worden waren, saßen unter ihnen auch normale Kriminelle, die bereits nach wenigen Monaten auf freien Fuß kamen. Und freundlicherweise Znaks Schriften mitnahmen.
Diesen Herbst wird sein nächstes Buch auf Belarussisch und dann im Februar bei Suhrkamp auf Deutsch erscheinen.
Zuvor wird der Jurist auf einer Vortragsreihe die US-amerikanischen Spitzenuniversitäten abklappern, um mit Rechtswissenschaftler*innen darüber zu reden, wie man verhindern kann, dass ein Rechtsstaat in den Totalitarismus abgleitet.
Znak singt und schreibt aber nicht nur. Er schwimmt auch täglich vor der Haustür im Wannsee. Dem Vernehmen nach eine mehrere Kilometer weite Strecke bis zum Grunewald und zurück.Montag, 20. Juli 2026
Wochenplan (Updates)
Sonntag, 19. Juli 2026
Es läuft dank Peter Thiel, Bari Weiss und dem Axel-Springer-Verlag
Dank dem Axel-Springer-Verlag mal wieder ein Tweet mit sechsstelliger Reichweite … Sonst muss ich dafür die AfD trollen.
Freitag, 17. Juli 2026
Eine grobe Kostenschätzung nach der Heimlichtuerei um die Kinderoase der Technischen Universität München
Ein Prestigebau mit Leuchtturmfunktion auf dem Stammgelände der TUM. Entworfen vom „Star-Architekten“, Pritzker-Preisträger und TUM-Professor Francis Kéré. Die Ausführungsplanung übernahm der emeritierte TUM-Professor Hermann Kaufmann.
Auf fünf Stockwerke verteilte 700 Quadratmeter für 60 Kinder. Die Stifterin: „Mit dieser Kinderoase erfüllt sich mein Wunsch, leistungsstarke Frauen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen.“ Wobei man jetzt diskutieren könnte, ob Pohl tatsächlich der Überzeugung ist, dass Kinderbetreuung weiterhin ausschließlich Frauensache sei und nicht auch Männer an der TUM davon profitieren könnten.
Durchaus diskutiert wurden dagegen die Kosten dieser Schenkung oder vielmehr das Schweigen dazu. Die Mäzenin Pohl, deren Vermögen der Wasseraufbereitung für Schwimmbäder und Whirlpools (Bayrol) zu verdanken ist, will sich nicht dazu äußern.Um zumindest die Größenordnung abzuschätzen, bat ich eine Architektin und Spezialistin für Projektsteuerung um eine grobe Einschätzung: „Entscheidend für den Preis ist z.B. die Holzbauweise, die beengte Innenstadtlage und die geringe Größe des Bauvorhabens. Meine grobe Schätzung liegt bei 12 Millionen Euro plus/minus 20 Prozent (2,5 Millionen).
Ohne Inneneinrichtung wie Möbel, Lampen, Gardinen, etc. Das kommt bei einem schlüsselfertigen Geschenk noch obendrauf.
Die Inneneinrichtung ist so speziell, dass sie nicht über Vergleichsprojekten zu schätzen ist, sie muss aber extrem teuer gewesen sein. Es gibt sehr komplexe Einbauten wie in der Holzwand integrierte Sitzgelegenheiten usw.“In den Sozialen Medien wird Pohl das Zitat zugeschrieben: „Andere reiche Menschen sammeln Villen und Yachten, ich investiere lieber in Wissenschaft und das Empowering von Frauen.“


























