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Donnerstag, 19. Februar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (39) und Berlin

In den Jahrzehnten, in denen mein Vater Ion Popa unter dem Pseudonym Ion Măgureanu bei Radio Free Europe in München arbeitete, betonte er wiederholt, dass er nicht nach Berlin reisen könne. Aus Furcht, dort entführt zu werden.

Diese Furcht scheinen nicht alle bei RFE geteilt zu haben. Der Leiter der rumänischen Redaktion, Noël Bernard, war, wie seine Witwe in ihrem Erinnerungsbuch berichtete, wiederholt in Westberlin, etwa um eine dort auftretende rumänische Theatertruppe zu besuchen. Aber Bernard wäre sogar einer Einladung ins kommunistische Bukarest gefolgt, wenn ihm das nicht aus Washington verboten worden wäre, schreibt zumindest Nestor Ratesh in seinem Kapitel „Radio Free Europe's Impact in Romania During the Cold War“ des Sammelbands „Cold War Broadcasting“.

Nun ist mein Vater während meiner Kindheit und damit während des Kalten Kriegs grundsätzlich wenig gereist, hat aber auch nie ähnliches von anderen Städten wie etwa Wien erwähnt.

Berlin schien etwas besonderes zu sein. 

Erst lange nach seinem Tod erfuhr ich von seinem Schwager Eugen „Nicu“ Filimon, dass mein Vater in Bukarest dafür bekannt gewesen sei, dass er die schicksten Krawatten aus Berlin trug.

Mein Vater hatte auch erzählt, dass er den Dirigenten Sergiu Celibidache von früher her kannte. Sie könnten sich in Iași begegnet sein, wo beide studierten, wenn auch sehr unterschiedliche Fächer. Wahrscheinlicher scheint mir aber, dass sie sich in Berlin kennengelernt haben, wo Celibidache seit 1936 lebte. Etwa im Grunewalder Salon der mit Werner Sombart verheirateten Rumänin Corina Leon. Als Celibidache dann 1979 Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker wurde, nahm mein Vater aber keinen Kontakt zu ihm auf.

Nun berichtet meine Schwester, dass mein Vater und seine erste Ehefrau Hortensia in Berlin gelebt hätten, weil er von 1937 bis 1944 Presseattaché an der Rumänischen Gesandtschaft gewesen sei. Das stünde nun meines Erachtens im Widerspruch zu seiner Arbeit als leitender Redakteur Ende der 1930er-, Anfang der 1940er-Jahre in Bukarest bei den Tageszeitungen „Cuvântul“ und „Cutrentul“ wie auch zu seiner Tätigkeit als Kriegsberichterstatter. 

Und sowohl  René Al. de Flers wie auch Ioanna Măgură Bernard betonen später, dass mein Vater unter all den ehemaligen Diplomaten bei Radio Free Europe einer der wenigen Berufsjournalisten gewesen wäre und eben kein ehemaliger Diplomat.

Es gibt aus den späten 1930er- und frühen 1940er-Jahren auch Fotos, die meinen Vater und seine erste Ehefrau in Rumänien zeigen.

Unbestreitbar ist aber, dass sie zumindest 1944 in Berlin lebten. Hortensia war schwanger und statt im zerbombten Berlin zu bleiben, fuhr sie nach Wien, wo meine Schwester Anka Maria dann am 26. Juli 1944 zur Welt kam.

(Screenshot aus „Funeral in Berlin“)

Mittwoch, 18. Februar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (38) und seinen Wandel zum Eremiten

Zwischen den Kriegen und auch während des Zweiten Weltkriegs war mein Vater offenbar kein Kind von Traurigkeit und selbst später im Exil und den damit verbundenen prekären Lebensumständen schien er das Beste daraus zu machen, pflegte regen Umgang und war auch dem Pariser Nachtleben nicht abgeneigt.

Nach dem Umzug mit Frau und Söhnen zu Radio Freies Europa in München war die Familie finanziell aus dem Gröbsten raus und mein Vater zeigte offenbar weiter Präsenz. Es gibt viele Fotos mit Kolleg*innen (hier der zweite von links auf dem 1959 entstandenen Bild), er ließ sich auch allein im Sender fotografieren und René Al. de Flers zufolge erschien mein Vater Ion Popa alias Ion Măgureanu samt Frau und Kindern auch außerhalb der Arbeitszeit, wenn der Chef zu sich nach Hause einlud. 

In seinem Erinnerungsbuch „Radio Europa Liberă şi exilul românesc: o istorie încă nescrisă“ (Radio Freies Europa und das rumänische Exil: eine noch ungeschriebene Geschichte) schreibt de Flers über Weihnachten 1959 (deutsche Rohübersetzung nach dem rumänischen Original): „În perioada lui Ghiță Ionescu, de când fusese numit director la Departamentul Român de Emisiuni, se stabilise un obicei; când veneau sărbătorile nașterii lui lisus Christos, el organiza sărbătoarea pomului de Crăciun la el acasă, la care erau invitați toți membrii Departamentului. Anul acesta fusesem invitat și eu. Secretara lui, Malila Szabados, fata profesorului universitar român Constantinescu de la Roma, mă anunțase de invitație, dar nu întrebase dacă aveam copii. Spunându-i soției, dânsa n-a vrut să mă însoțească. Mi-a răspuns că rămâne acasă cu copiii, dar eu să mă duc. M-am dus la Ghiță Ionescu împreună cu Madeleine. Ajuns acolo, lani Popa a venit la mine, se uita oarecum mirat și m-a întrebat imediat: Da unde este soția și unde sunt copiii? Nu știam ce să răspund, și am spus că eu fiind nou la München, nu cunoșteam obiceiurile de aici.
- Domnule Popa, nu mi-a spus nimeni că trebuia să-i aduc. Apoi, încă nu cunosc datinile voastre. 

La pomul de Crăciun este obiceiul din străbuni să se împartă cadouri la copi, exact cum s-a petrecut și în seara aceea. Uitându-mă la copiii colegilor de sus care primeau cadouri, aveam o plăcere imensă să văd nesfarșita fericire care strălucea în ochii lor. Mã gândeam că nu mai era mult până voi remarca aceeași bucurie și în ochii copiilor mei, dar la mine acasă. Sărbătorile trecuseră, mă găseam din nou la mine în birou și m-am pomenit cu Malila venind să-și ceară scuze că nu mă invitase la Pomul de Crăciun împreună cu toată familia. Îmi adusese cadouri și pentru copii. N-am idee cine o fi spus lui Ghiță Ionescu că aveam copii, dar bănuiam că vinovatul era Popa.“

„Seit Ghita Ionescu die rumänische Redaktion leitete, hatte es sich eingebürgert, dass er anläßlich der Geburt Jesu Christi alle Mitarbeitenden zu einem Weihnachtsfest bei sich daheim einlud. In diesem Jahr bin ich auch eingeladen worden. Seine Sekretärin, Malila Szabados, die Tochter des rumänischen Universitätsprofessor Constantinescu in Rom, hatte mich wissen lassen, dass ich eingeladen sei, aber nicht gefragt, ob ich Kinder hätte. Als ich meiner Frau von der Feier erzählte, sagte sie mir, dass sie mich nicht begleiten wollte. Sie würde mit den Kindern zu Hause bleiben, aber ich solle hingehen. Gemeinsam mit Madeleine bin ich zu Ghiță Ionescu. Als ich eingetroffen war, kam Iani Popa auf mich zu, schaute verwundert und fragte mich sofort, wo denn meine Gattin und die Kinder wären. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte und erklärte ihm, dass ich als Neuankömmling in München nicht die Gepflogenheiten hier kennen würde.
- Herr Popa, es hat mir niemand gesagt, dass ich sie mitbringen sollte. Ich kenne Ihre Gebräuche noch nicht.

Am Weihnachtsbaum ist es von je her Brauch, Geschenke an die Kinder zu verteilen. Und so wurde es auch an diesem Abend gehandhabt. Als ich beobachtete, wie die Kinder der Redaktionskollegen beschert wurden, bereitete es mir großes Vergnügen, in ihren Augen die unendliche Freude erstrahlen zu sehen. Ich dachte daran, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis ich auch bei meinen Kindern diese glücklichen Augen sehen würde, nur eben bei mir daheim. Nach den Feiertagen schaute Malila bei mir am Arbeitsplatz vorbei, um sich zu entschuldigen, dass sie mich nicht samt meiner ganzen Familie eingeladen hatte, und brachte auch Geschenke für meine Kinder mit. Keine Ahnung, wer Ghiță Ionescu erzählt haben mag, dass ich Kinder habe, aber ich vermute, dass Popa der Schuldige war.“

Irgendwann Mitte der 1960er-Jahre änderte mein Vater dann drastisch sein Verhalten. Er verbot ausdrücklich, im Sender fotografiert zu werden, brach die Beziehungen zu allen Mitarbeitenden außerhalb der Arbeitszeit ab und fing an, sehr zurückgezogen zu leben.

Hing das mit Nicolae Ceaușescus Machtübernahme in Rumänien 1965 zusammen? Hatte sich die Gefahrenlage verändert? Oder war die Rückkehr Noël Bernards 1966 als Leiter der rumänischen Redaktion ein Auslöser? War mein Vater nur zu krank geworden, um irgendwelchen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen? Oder war er, nachdem 1963 seine in Rumänien zurückgelassene Tochter Anka Maria mit ihm plötzlich brieflich Kontakt aufgenommen hatte, nur vorsichtiger und rücksichtsvoller, um sie nicht zu gefährden und vielleicht zu ermöglichen, dass sie ihn 1968 ein erstes Mal in München besuchen durfte? Ich habe keine Ahnung. Aber der Ion Popa, den ich als Kind erlebte, war nicht zu vergleichen mit dem Lebemann, der er früher gewesen war.  Er war nun zum Eremiten geworden.

Donnerstag, 12. Februar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (37) als „Genosse Minister“

Unter den mir vorliegenden Erinnerungsbüchern diverser ehemaliger Mitarbeiter*innen von Radio Freies Europa geht René Al. de Flers' Buch „Radio Europa Liberă şi exilul românesc: o istorie încă nescrisă“ (Radio Freies Europa und das rumänische Exil: eine noch ungeschriebene Geschichte) am ausführlichsten auf meinen Vater Ion Popa ein.

1959 traf er meinen Vater zum ersten Mal im Münchner Sender (deutsche Rohübersetzung jeweils nach dem rumänischen Original):

„În drum spre Sectia românilor, ne-a ieșit în cale un domn scund, grăsuț, cu sprâncene stufoase, care de la distanță strigase lui Madeleine un sărut mâna. S-a oprit lângă noi și Madeleine mi l-a prezentat. Era Iani Popa care se ducea la studio. Creierul începuse iar să-mi bâzâie. Nu-l cunoșteam personal, dar pentru mine nu era nici el o persoană necunoscută. Ştiam cine era și eram chiar foarte documentat despre persoana lui. Fusese secretar de redacție la Curentul, ziarul lui Pamfil Şeicaru. Popa avea o voce caldă și plăcută. Mi se părea un om cu caracter blajin, foarte simpatic și iradia căldură. Nu făcea parte din grupul foştilor diplomați, era jurnalist de meserie. Celor care în România stăteau cu urechea lipită la radio, le era cunoscut ca lon Măgureanu.“

„Auf dem Weg zur rumänischen Redaktion kam uns ein kleiner, dicklicher Mann mit buschigen Augenbrauen entgegen. Von weitem begrüßte er Madeleine mit den Worten: Küß die Hand. Er blieb bei uns stehen, und Madeleine stellte ihn mir vor. Es war Iani Popa auf dem Weg ins Studio. Mein Kopf fing zu summen an. Ich kannte ihn nicht persönlich, aber für mich war er kein Unbekannter. Ich wusste, wer er war, und war sogar recht gut über ihn informiert. Er war Redaktionssekretär bei Curentul gewesen, der Tageszeitung von Pamfil Şeicaru. Popa besaß eine warme, angenehme Stimme. Er zählte nicht zu den ehemaligen Diplomaten, sondern war Berufsjournalist. Wer in Rumänien mit dem Ohr am Radiogerät klebte, kannte ihn als lon Măgureanu.“

Nestor Ratesh erwähnt in seinem Kapitel „Radio Free Europe's Impact in Romania During the Cold War“ des Sammelbands „Cold War Broadcasting“ auch, wie schwer es RFE in den 1950er-Jahren fiel, gelernte Journalisten im Exil zu finden, weshalb so viele ehemalige Diplomaten beschäftigt worden wären.

Wie sehr die rumänische Hörerschaft meinen Vater schätzte, führt de Flers anhand einer Anekdote aus: „Ajuns la Europa Liberă, Popa preluase prezentarea Programului politic, la care colaborau Vladimir Ionescu, Constantin Vulcan, Ion Haralamb și din când în când directorul sau adjunctul de director. Pentru cei care îl ascultau în România, prezentarea programului făcută de Popa era o desfătare. Le vorbea cu o voce caldă, pe limba lor simplă și fără ocolișuri. Vorbea pitoresc ca un bunic, de factura unui Ion Creangă. Faptul că prezentările politice făcute de Popa erau într-adevăr cele mai ascultate în România, se confirmase la revenirea lui Bernard. 

Într-o zi, Bernard primise vizita unui evreu din România. Se oprise la München și cum le era obiceiul, trebuia să treacă pe la radio să stea de vorbă cu... directorul postului nostru de radio. Popa având nevoie de un o.k., n-avea idee că la Bernard se găsea cineva. Fiind grăbit să se ducă în studio, dăduse buzna pe uşă. Bernard cum l-a văzut, s-a întors către vizitator, spunându-i ironic: - lată, îți fac cunoștință cu lon Măgureanu. Ce a urmat a fost un lucru foarte penibil pentru Bernard. Evreul se uita buimăcit la Popa, nu-i venea să creadă că Ion Măgureanu stătea în fața lui. Emoționat, s-a ridicat, s-a dus la Ion Popa și l-a luat în brate: - Domnule Măgureanu, nu mă aşteptam să am fericirea să te văd în carne și oase. Vocea dumitale este cea mai cunoscută voce în țară. Emisiunile dumitale sunt ascultate cu o evlavie de nedescris. 

Cine cunoaște exagerările lui Bernard în ceea ce privește prețuirea calităților proprii, își poate da seama de reacția ce a avut. Alb ca varul, a dat la repezeală o.k-ul și aproape că l-a împins pe Popa cu forța să iasă pe ușă afară.“

„Bei Radio Freies Europa übernahm Popa die Präsentation des politischen Programms, bei dem Vladimir Ionesco, Constantin Vulcan, Ion Haralamb und hin und wieder auch der Direktor und sein Stellvertreter mitwirkten. Bei der Hörerschaft in Rumänien kam Popas Art, das Programm zu präsentieren, gut an. Er moderierte mit warmer Stimme, in einfachen, unverblümten Worten. Dabei drückte er sich malerisch, großväterlich aus, im volkstümlichen Stil eines Ion Creangă. Der Umstand, dass Popas politischen Beiträge die meist gehörten in Rumänien waren, bestätigte sich auch nach der Rückkehr Noël Bernards 1966 als Direktor des rumänischen Programms im Sender.

Eines Tages empfing Bernard einen jüdischen Gast aus Rumänien. Dieser war auf Durchreise in München und ein Besuch beim Leiter des Radioprogramms war Pflicht. Zufällig brauchte Popa da gerade Bernards Zustimmung in einer Angelegenheit. Er hatte es eilig, da er ins Studio musste, weshalb er zur Tür hereinplatzte, nicht ahnend, dass Bernard gerade Besuch hatte. Bernard wandte sich daraufhin dem Gast zu und erklärte nicht ganz ernst gemeint: Darf ich Ihnen lon Măgureanu vorstellen? Daraufhin wurde es für Bernard etwas peinlich. Denn der jüdische Besucher blickte verwirrt auf Popa. Er konnte nicht glauben, dass tatsächlich lon Măgureanu vor ihm stand. Aufgewühlt erhob er sich, ging auf Ion Popa zu und umarmte ihn: Herr Măgureanu, ich hätte nicht das Glück erwartet, Dich leibhaftig erleben zu dürfen. Deine Stimme ist die Bekannteste im ganzen Land. Deinen Sendungen lauscht man mit unbeschreiblicher Ehrfurcht.

Wer Bernards überzogene Vorstellung hinsichtlich seiner eigenen Fähigkeiten kennt, mag sich vorstellen, wie er darauf reagierte, dass ein anderer in diesem Ausmaß gelobt wurde. Leichenblass nickte er Popas eigentliches Anliegen schnell ab und schob ihn dann nahezu gewaltsam aus seinem Büro. “

Mein Vater scheint eine Zeit lang auch die Hoffnung gehegt zu haben, dass Rumänien sich vom kommunistischem Joch befreien könnte und er dann auch eine politische Rolle übernähme. Zumindest schildert es de Flers so:

„Odată, găsindu-mă la Popa in pauza de prânz, începuse să-mi povestească planurile lui de viitor, în caz că țara va fi eliberată, spunându-mi și ce misiune mi s-ar da mie într-un nou guvern democrat. Må uitam amuzat la el și nu-mi puteam permite să-i spun că erau numai iluzii. Dar din ziua aceea începusem să-l numesc tovarășe ministru. Ceea ce nu știa Popa, era faptul că înaintea lui și alții îmi făcuseră astfel de propuneri. Mi se dăduse de înțeles că eram predestinat să preiau Ministerul de Interne și Serviciul Secret, ei fiind convinși că asta ar fi meseria mea. 

Ion Popa, sau lani Popa, sau Popicul cum îi spuneau mai toți la radio, era moldovean. Bun, chiar un excelent jurnalist. Avea o voce moale, care te atingea la inimă. Înainte de război fusese redactor-șef la Cuvântul, ziar înființat de Pamfil Şeicaru cu ajutorul lui Titus Enacovici, iar în anii '40, fusese secretar de redacție la Curentul. A doua lui soție era fiica lui Ion Dragu, unul dintre cei mai străluciți jurnalişti din România. Dragu era o personalitate distinsă, elegant și cu o vastă cultură. Locuia la Paris, unde fusese ataşat de presă. Avea părul alb colilie și mergea drept de parcă ar fi înghițit o sabie. Vorbea o franceză excelentă. Discuțiile avute cu el au fost pentru mine întotdeauna o plăcere de nedescris. Știa despre mine ca persoană nu numai din Franța sau de la tovarășul ministru, ci și de la Pamfil Şeicaru, cu care era prieten.“

„Als ich einmal meine Mittagspause bei Popa verbrachte, begann er mir von seinen Plänen zu erzählen, falls unsere Heimat befreit werden würde. Und welche Aufgabe mir in einer neuen demokratischen Regierung zugeteilt werden würde. Ich schaute ihn amüsiert an, wagte es aber nicht, ihm zu sagen, dass das nur Wunschvorstellungen seien. Aber seit dem Tag hieß er bei mir nur noch Genosse Minister. Popa ahnte nicht, dass zuvor schon andere mit ähnlichen Vorschlägen an mich herangetreten waren. Man hatte mir zu verstehen gegeben, dass ich das Innenministerium und den Geheimdienst übernehmen sollte, weil man überzeugt war, dass das mein Beruf gewesen sei.

Ion Popa oder Iani Popa oder Popicu, wie ihn alle beim Sender riefen, war Moldauer. Ein guter, sogar herausragender Journalist. Er besaß eine weiche Stimme, die einen im Herzen berührte. Vor dem Krieg war er Chefredakteur von Cuvântul, einer Tageszeitung, die Pamfil Şeicaru mit Hilfe von Titus Enacovici gegründet hatte. In den 1940er-Jahren dann Redaktionssekretär bei Curentul. Seine zweite Ehefrau war die Tochter von Ion Dragu, einem der brillantesten Journalisten Rumäniens. Dragu war eine herausragende Persönlichkeit, elegant und mit einer breit gefächerten Bildung. Seine weißen Haare waren lockig und er ging so aufrecht, als ob er ein Schwert verschluckt hätte. Er sprach ausgezeichnet Französisch. Mit ihm zu diskutieren war für mich immer eine unbeschreibliche Freude. Er kannte mich nicht nur aus Frankreich und den Erzählungen des Genossen Minister, sondern auch aus den Erzählungen von Pamfil Şeicaru, mit dem er befreundet war.“

In seinem Buch streift de Flers auch die Fragen, wieso mein Vater einen griechischen Rufnamen trug, welche Rolle das Bukarester Lokal Capșa spielte, was meinen Vater mit dem französischen Politiker und Freimaurer Jacques Chaban-Delmas verband, wie mein Vater samt Familie Weihnachten mit seinem Chef feierte  und wie der Skandal mit Goebbels stattgefunden haben mag.

Dienstag, 10. Februar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (36) und das Schicksal, vergessen worden zu sein

Wohl die meisten Kinder halten ihren Vater für einen Helden. In meinem Falle wurde diese Vorstellung gefördert. Nicht von meinem Vater selbst, den ich eher immer nur leidend, zweifelnd, zurückgezogen erlebte, sondern von der Außenwelt. 

Dass ihn in den 1960er-Jahren ein Brief aus Rumänien erreichte, auf dem nicht mehr als sein Pseudonym Ion Măgureanu und die Ortsangabe Westeuropa stand, machte ihn in meinen Augen recht einzigartig.

Und jahrzehntelang schien jeder, der aus Rumänien stammte, meinen Vater Ion Popa zu kennen oder vielmehr sein Pseudonym und seine Stimme, weil sie seinen politischen Radiosendungen gelauscht hatten.

Nach der rumänischen Revolution 1989 hatte ich fest damit gerechnet, dass die Geschichte von Radio Europa Liberă und damit auch das Arbeitsleben meines Vaters aufgearbeitet werden würde. Doch nichts geschah. Zumindest mein Vater geriet in Vergessenheit. Es existiert nicht einmal ein Wikipedia-Beitrag.

Das lag zum einen sicher daran, dass er die letzten Jahrzehnte sehr zurückgezogen lebte und später als Rentner weiter schwieg und im Unterschied zu Kolleg*innen wie René Al. de Flers oder Ioana Măgură Bernard keine Erinnerungsbücher schrieb.

Und in den Werken Dritter tauchte er, wenn überhaupt, eher am Rand auf. Besonders auffällig erscheint mir das in Liviu Tofans „Antologia Radio Europa Liberă“. Tofan war 1973 aus Rumänien nach Deutschland ausgewandert, fing bei Radio Freies Europa an, wechselte dann aber in die Theaterwelt nach Konstanz und kehrte erst später wieder zu RFE zurück. Insofern hatte er zwar meinen Vater sicherlich noch anfangs kurz im Sender als Kollegen erlebt, aber den Schwerpunkt seiner redaktionellen Arbeit bei Radio Free Europe erst gehabt, als mein Vater bereits im Ruhestand war. 

In seiner Anthologie geht Tofan sehr detailverliebt auf das rumänische Programm des Senders ein. Die erste Sendung auf Rumänisch sei bereits am 14. Juli 1950 ausgestrahlt worden, die rumänische Redaktion aber erst am 29. Oktober 1951 gegründet worden.

Anfangs hätte man täglich nur eine halbe Stunde Sendezeit produziert, dann eine Stunde, schließlich fünf Stunden in den 1960er-Jahren. Zwischen 1970 und 1980 wären es täglich zwölf Stunden gewesen und sonntags sogar 17 Stunden.

Angefangen hätte die rumänische Redaktion mit drei Mitarbeiter*innen und schließlich mit 46 Leuten, inklusive Direktion, Redaktion, Verwaltung, Sekretariat und Technik den Höchststand erreicht. Nach der bulgarischen Redaktion sei es die zweitkleinste Redaktion im Haus gewesen. Trotz der kleinen Redaktion hätte aber das rumänische Programm die meisten Hörer*innen unter allen Programmen von RFE erreicht.

Das 50 Minuten dauernde „Programul Politic“ (Political Program) meines Vaters wäre immer um 17 Uhr ausgestrahlt und dann um 20.10 Uhr und 23.10 Uhr wiederholt worden.

Als Basisteam des „Programul Politic“ erwähnt Tofan nur Mircea Carp, Romilo Lemonidis, Raluca Petrulian, Ricks Vater Thomas Kavinian, Mircea Vasiliu und Viictor Eskenazy. Mein Vater bleibt in dem Zusammenhang unerwähnt.

Erst Seiten später schreibt Tofan dann, dass bei den rumänischen Redakteur*innen aus der Zeit von 1950 bis 1970 15 weitere erwähnt werden könnten. Darunter eben auch mein Vater Ion Popa. Im Personenregister des Buches taucht mein Vater überhaupt nicht auf.

Das ist zumindest seltsam, weil Ioana Măgură Bernard und Mircea Morariu zufolge mein Vater eben nicht nur ein Mitarbeiter unter vielen gewesen sei, sondern das politische Programm präsentierte und mit dessen Erfolg untrennbar verbunden gewesen sei.

Sonntag, 9. Juni 2024

Doamnelor și domnilor, dragi ascultători, iubiți prieteni!

Anläßlich des Todes des ehemaligen RFE-Mannes Mircea Carp beginnt der Nachruf von hotnews.ro mit einer längeren Passage von Mircea Morariu über meinen Vater Iani Popa aka Ion Măgureanu: 

„Până prin 1978, Programul politic, una dintre principalele emisiuni cu difuzare zilnică ale Departamentului românesc de la Radio Europa Liberă, a fost prezentat de cel pe care întreaga redacție de la München îl numea Iani Popa. Pentru ascultătorii din România, Ioan/Iani Popa, fostul secretar general de redacție de la Curentul, se numea Ion Măgureanu. Era, din câte se pare, un bonom și de fiecare dată începea programul cu formula de adresare Doamnelor și domnilor, dragi ascultători, iubiți prieteni! 

Iani Popa avea, din câte mi s-a povestit, ceva de bunic poate și fiindcă albise prematur, avea și darul povestirii, fapt care îl obliga foarte adesea pe Noel Bernard, directorul de atunci al postului, să îi mai ceară câteodată să-și scurteze intervențiile cu care introducea subiectele în principal de politică externă. 

Când Iani Popa a ieșit la pensie, pentru o vreme Programul politic a fost prezentat fie de Victor Cernescu (Romilo Lemonidis), fie de Radu Vrancea (Cornel Ianatoș), acesta din urmă transferat de la Radiomagazin.“

Samstag, 22. Juli 2023

Von Lausch- und anderen Angriffen

Ich bin ein Kind des kalten Krieges. Meine Initialen, wie auch die meiner beiden Brüder, DP, stehen für Displaced Person. Und obwohl in München geboren, habe ich Deutsch erst mit etwa drei Jahren auf der Straße gelernt, weil wir daheim Rumänisch sprachen. Daheim in der Gerner Tizianstraße, in einer Wohnung, die die USA für uns angemietet und mit Möbeln ausgestattet hatten, und die die deutschen Polizeibehörden nicht betreten durften. Das Besatzungsstatut schützte uns. 
Und auch wenn das später im Lehrerzimmer des Wittelsbacher Gymnasiums gestreute Gerücht, mich hätten Personenschützer zur Schule begleitet, nicht stimmte, so wuchs ich doch inmitten von Agenten und Doppelagenten, CIA, BND, MI6, SDECE und Securitate, Mord und Totschlag auf. Post wurde geöffnet, Telefone abgehört, die Nachbarn befragt. 
Wie Wien und Berlin war auch München in den 50er bis 80er Jahren eine Hochburg der Geheimdienste, nur leider ohne dass sich das in so schönen Spielfilmen wie „Finale in Berlin“ (Michael Caine! Paul Hubschmid! Eva Renzi! Oskar Homolka!) oder dem in Wien spielenden „Scorpio, der Killer“ (Alain Delon! Burt Lancaster!) widergespiegelt hätte. Selbst die Ermordung des Radiojournalisten Cornel Chiriac im Münchner Exil oder der im Auftrag Ceaușescus vom Terroristen Carlos durchgeführte Sprengstoffanschlag auf das Gebäude von Radio Freies Europa im Englischen Garten sind im kollektiven Münchner Gedächtnis inexistent.
Der Sender ist inzwischen längst nach Prag umgezogen. Meine im Visier der Geheimdienste stehende Verwandtschaft tot. Aber bis heute halte ich zufällige Begegnungen in der Regel erst einmal für von Geheimdiensten inszeniert und auf der Straße oft Ausschau nach verdächtigen Gestalten. Mit der Kindheit angeeignete Paranoia. Aber bloß, weil ich es aus Erfahrung für selbstverständlich halte, abgehört und überwacht werden zu können, bedeutet es noch nicht, mich damit etwa still abzufinden. Man wehrt sich, wie man kann. 

Sonntag, 11. April 2021

RFE: Rumanian Department Home-Telephones

Telefonliste der rumänischen Abteilung (Romanian Desk) von Radio Free Europe (RFE) – Radio Europa Liberă in München. Wohl in den 60ern oder 70ern aus der Zeit vor 1969, da Cornel Chiriac noch nicht darin erscheint. Die handschriftlichen Todeskreuze (†) stammen wahrscheinlich von meiner Mutter, Florica Popa, geborene Dragu.  

BERNARD Noel
Korrekt: Noël Bernard.
* 25.2.1925, † 23.12.1981. 
Redaktionsleiter der rumänischen Abteilung, also Director al departamentului român de la Radio Europa Liberă 1955–1958 şi 1966–1981.
Flori Bălănescu und Cristian Troncotă weisen in „România 1945–1989, Enciclopedia Regimului Comunist – Represiunea“, Vol. I, A–E, Bucureşti 2011, darauf hin, dass drei Leiter der rumänischen Abteilung: Noël Bernard, Mihai Cismărescu und Vlad Georgescu an Krebs gestorben sind, und vermuten, dass das kein Zufall sei, sondern die Securitate mit radioaktiven Stoffen den Krebs ausgelöst hätte.
Wikipedia.

BUNESCU Preda

POP Valeriu
Ich kannte ihn nur unter dem Rufnamen Valer Pop.

CISMARESCU Mihai
Korrekt: Mihai Cismărescu aka Radu Gorun. Vollständiger Name Barbu Mihail Cismărescu laut jurnalul.ro und „România 1945–1989, Enciclopedia Regimului Comunist – Represiunea“, Vol. III, P–R.
* 1.4.1916 Craiova, † 26.2.1983 München.
Director al departamentului român de la Radio Europa Liberă 1981–1983.
„Barbu Mihail Cismărescu (1916–1983}, avocat, rămas in Occident după 23 august 1944. A lucrat la Europa Liberă din 1952, fiind director la Secţiei Române din 1981. Era cunoscut ascultătorilor sub numele de Radu Gorun. A fost răpus de cancer, ca şi alţi directori ai Secţiei Române.“ („România 1945–1989, Enciclopedia Regimului Comunist – Represiunea“, Vol. I, A–E, Bucureşti 2011)
Flori Bălănescu und Cristian Troncotă weisen in „România 1945–1989, Enciclopedia Regimului Comunist – Represiunea“, Vol. I, A–E, Bucureşti 2011, darauf hin, dass drei Leiter der rumänischen Abteilung: Noël Bernard, Mihai Cismărescu und Vlad Georgescu an Krebs gestorben sind, und vermuten, dass das kein Zufall sei, sondern die Securitate mit radioaktiven Stoffen den Krebs ausgelöst hätte.


ACKER Hans Joachim
Liviu Tofan erwähnt in seinem Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ einen Hannes Acker alias Mircea Ioanid, der Nachrichtenredakteur gewesen wäre.

ANTONESCU Lieselotte

BANUSH Max
Möglicherweise korrekt: Banuş. Sein Sohn Patrick Banush ist Regisseur und Radiojournalist in Berlin. Patrick hat ein mehrfach ausgezeichnetes Radiofeature über den ermordeten RFE-Mitarbeiter Cornel Chiriac realisiert.

BRAUN Gertrud

BURILIANU Artistide
Liviu Tofan nennt ihn in seinem Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ Aristide Burileanu und ordnet ihm das Pseudonym Ștefan Aldea zu.

CAVANIAN Tomas
Eingedeutscht: Thomas Kavanian alias Tomi Bărbulescu. Redakteur bei „Programul Politic“. Vater des Schauspielers und Komikers Rick Kavanian. 

CIFARELLI Alessandro
Liviu Tofan nennt ihn in seinem Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ Alexandru Cifarelli alias Sandu Greceanu. Cifarelli hätte bei der Sendung „Lumea Comunistă“ mitgearbeitet.

CISEK Hortense

CUNEA Sorin
Liviu Tofan schreibt in seinem Buch „Antologia Radio Europa Liberă“, dass Cunea zuletzt die Unterhaltungssendung „Radio Magazin“ präsentiert hätte.

DANGA Andrei

FILDERMAN Violette
Liviu Tofan nennt sie in seinem Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ Violeta Filderman und ordnet ihr das Pseudonym Ioana Făgărăşanu zu.

FRANKLIN Andrea

GURIAN Armand

HEIDEL Vroni

IANATOS Corneliu
Trug laut Liviu Tofans Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ das Pseudonym Radu Vrancea und wirkte bei der Sendung „Radio Magazin“ mit.

von KLIMESCH Marta

KURDIGYAN Irma

LEMONIDI Galatea

LEMONIDIS Romilo
Alias Victor Cernescu, Redakteur bei „Programul Politic“. 

MALTOPOL Radu

MALUSCHEK Stefan

MOSCHUNA-SION Irene
Möglicherweise korrekt: Moşuna-Sion.

MOTAS Edouard
Korrekt: Motaş. Liviu Tofan schreibt in seinem Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ den Vornamen Eduard und ordnet ihm das Pseudonym Radu Cristea zu.

MUNTEANU Nicolae
Sportredakteur bei RFE. Sein Sohn Alwin wurde nach dem Springreiter Alwin Schockemöhle benannt. Heute ist Al Munteanu ein bekannter Filmproduzent in München.
Liviu Tofan erwähnt ihn in seinem Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ als langjährigen Sportredakteur, ein paar Zeilen zuvor aber auch einen Neculai Constantin Munteanu, der bei der Sendung „Actualitatea Românească“ mitgewirkt hätte. Möglicherweise nur ein Namensvetter.

POPA Iani
aka Ion Popa aka Popicu aka Ion Măgureanu. Mein Vater.
* 1.1.1913 Focşani, † 28.10.1982 München

POPPER Iacob

RAFAEL Edgard
Laut Liviu Tofans Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ nutzte er das Pseudonym Virgil Galaction.

RUSSU-SIRIANU Gh
Vermutlich korrekt: Russu-Şirianu.

SCHMIDT Marcel

VASILIU Mircea
Redakteur bei „Programul Politic“. 

VORVOREANU Anca

VUIA Octavian
* 31.8.1914 Budapest, † 11.12.1989 Freiburg. 
Philosoph, Heidegger-Schüler und ab 1957 bei Radio Freies Europa in München. Zuständig für die Sendung „Lumea creştină“ (Die christliche Welt). Laut Liviu Tofans Buch „Antologia Radio Europa Liberă“ nutzte er das Pseudonym Lucian Loga.
Weitere Quelle: Zenovie Cârlugea, „Constantin Brâncuşi – Oamenii din viaţa lui. Dicţionar monografic“, Tipo Moldova, Iaşi 2020. 

ZAHARIA Carol

STERIOPOL Dolly


Free Lancers

IONESCU Vladimir
† München. Ein Nennonkel von mir. Ich kannte ihn nur unter seinem Spitznamen Gigi. War verheiratet mit Maria „Coca“ Ionescu, geborene Iorgulescu.
Vor dem Kriegsende im diplomatischen Dienst und mit meinem Großvater Ioan Dragu befreundet. 1943/1944 war Vladimir Ionescu wohl Presseattaché an der Königlich Rumänischen Gesandtschaft am Vatikan und dort vor allem auch mit Angelegenheiten der königlichen Familie beschäftigt. René Al. de Flers erwähnt Gigi und Coca in seinem Erinnerungsbuch „Radio Europa Liberă şi exilul românesc: o istorie încă nescrisă“ (Radio Freies Europa und das rumänische Exil: eine noch ungeschriebene Geschichte) und widmet ihnen sogar zwei ausführlichere Seiten. Ihm zufolge sei Coca sogar Hofdame bei der Königinmutter Elena gewesen.
1952 und 1956 wird Ionescu als Repräsentant des Comitet Naţional Român (CNR) in Italien aufgeführt.
(Quelle: Diana Mandache: „Exilul Regelui“, Curtea Veche Publishing, Bucureşti 2016, Seiten 49, 53, 104 und 113)

EKER Vladislav

LAHNI Helene

WOLFE Mimi

STROESCU Nicolae

SIMIONESCU Radu

IOANID Ion

DELESCU Jolanda 

Mein Vater (3. von links) mit Mitarbeiter*innen von Radio Freies Europa in München (Octavian Vuia 3. von rechts).

Der Beitrag wird laufend ergänzt. Sobald ich zu einzelnen Kolleginnen und Kollegen meines Vaters genug Informationen zusammen habe, bekommen sie zusätzlich eigenständige, hier verlinkte Beiträge.

Samstag, 20. Juni 2020

Fundsachen (39): Caius Văleanu, Berlin 1941

Meine Großeltern Ion „Ionel“ und Angela „Maia“ Dragu 1941 mit meiner Mutter Rica zu Besuch in Berlin. Neben ihnen Caius Văleanu, der erste Sekretär der rumänischen Botschaft in Berlin. 

Nach dem Krieg war Caius Văleanu laut René Al. de Flers' Buch „Radio Europa Liberă şi exilul românesc: o istorie încă nescrisă“ (Radio Freies Europa und das rumänische Exil: eine noch ungeschriebene Geschichte) 1959 Redakteur bei Radio Freies Europa in München.

„Valeanu, First Secretary of the Romanian Embassy in Berlin, 1942?
First Secretary Valeanu protested the proposed deportations of the Jews from Romania. Valeanu presented to the German Foreign Ministry a paper stating that Romanians would not permit discrimination against Romanian Jews.“
[Browning, Christopher R. The Final Solution and the German Foreign Office: A Study of Referat D III of Abteilung Deutschland 1940-43. (New York: Holmes & Meier Publishers, 1978), pp. 103-104.] via Rescue in the Holocaust/ Rescue in the Holocaust by diplomats

„Memorandum of KLINGENFUSS on his discussion with the First Secretary of the Rumanian Embassy, VALEANU, concerning disagreements about the treatment of Rumanian Jews in Germany.“
Document number NG2355, The Wiener Holocaust Library

„In a July 1942 meeting in Berlin with Counselor Valeanu, Kligenfuss, a German Foreign Office official, asserted that Ion Antonescu “had agreed with Ambassador Killinger that Romanian citizens of Jewish ancestry in Germany and the occupied territories should be treated in the same fashion as German Jews.“ (sic!)
Ion Calafeteanu: „Regimul…”, p. 131/132 (via Final Report of theInternational Commission on the Holocaust in RomaniaPresented to Romanian President Ion Iliescu, November 11, 2004, Bucharest, Romania, page 82/83).

„Davor stand Strempel (ein hoher Beamter im A.A.), neben ihm der rumänische Botschaftsrat Valeanu, von einer kleinen Gruppe dunkelhaariger Landsleute umgeben. Valeanu warf sich mir an den Hals und rief: «Tout a péri, aussi l’appartement des jumelles! J’emmène mon petit troupeau à la campagne, à Bu- ckow!» Inzwischen haben nämlich alle ausländischen Missionen Ausweichquartiere ausserhalb der Stadt. Und in der Tat standen die rumänische sowie die finnische Gesandtschaft etwas weiter unten als rauchende Ruinen da.“
„Die Berliner Tagebücher der Marie Missie Wassiltschikow 1940–1945“, November 1943, Seite 141

Donnerstag, 14. August 2014

Samstag, 25. Juni 2011

Wochenplan

Münchner Filmfest, Nadaville-Lesung „Das Böse in uns“ / Kulturstrand an der LMU, Teamworx-Empfang / Filmfest-Lounge, „Stimmen der Freiheit – Radio Free Europe im Kalten Krieg“ – Ausstellung zum 60. Geburtstag von RFE / Bayerischer Landtag, DLD women, Vernissage „Gralglas“ / Pinakothek der Moderne, 15 Jahre FilmFernsehFonds Bayern / Praterinsel, Lovelybooks Sommerfest & 2. Tischkick-Meisterschaft der Buchbranche, Präsentation der Benetton Minikollektion / UCB Megastore, Hadassah – Dinner & Dance for Health & Peace / Spiegelsalon, „Revolution im Netz“ – Tagung zur Veränderung politischer Kommunikation durch das Internet / Akademie für politische Bildung Tutzing, „Rokugatsu No Hebi“ / Filmmuseum

Donnerstag, 25. Juni 2009

În caz de identificare, să fie reţinut *

Aus der Fahndungskartei der Securitate über meinen Vater Ion „Iani“ Popa (aka Pancrator aka Ion Măgureanu aka Popicu) und meinen Großvater mütterlicherseits Ion „Ionel“ Dragu ( aka Ioan Dragu aka Ionel Drăgescu aka Jean Dragu):

1656. – POPA IOAN, zis IANI, fiul lui Ignat şi Ecaterina, născut la data de 1 ianuarie 1913 în Vereşti, cu ultimul domiciliu în Bucureşti, str. Dr. Tomescu nr. 10, ziarist.

Semnalmente: talia mijlocie, părul negru, ochii negri, vorbeşte cu accent moldovenesc.

Rude:
- POPA ECATERINA, cu domiciliul în Focşani, str. Cezar Boliac nr. 11, reg. Galaţi (mamă).
- POPA DUMITRU, profesor, domiciliat în Focşani, str. Cezar Boliac nr. 11, reg. Galaţi (frate).
- FILIMON POLIXENIA, domiciliată în Bucureşti, str. Parfumului nr. 28 (soră).
- BALABAN VASILICA, casnică, domiciliată in Focşani (soră).
- DIACONESCU HORTENSIA, domiciliată in Bucureşti, str. Dr. Tomescu nr. 10 (fostă soţie).
- POPA ANCA MARIA, domiciliată in Bucureşti, str. Dr. Tomescu nr. 10 (fiică).

In anul 1949 a fugit din RPR în Franţa, unde s-a încadrat în "Asociaţia gazetarilor români din exil".
Este folosit de postul de radio Paris, ca şpiker pentru emisiunile în limba română. Este cunoscut ca agent al lui OPRAN MIHAIL.

În caz de identificare, să fie reţinut.
Dosar UŢ nr. 4.610 la Dir. a II-a MAI.


642. – DRAGU ION, născut la 5 noiembrie 1889 la Constanţa, fiul lui Ioachim şi Aurelia, de profesie zianst, cunoscut cu ultimul domiciliu in Bucureşti, str. Slătineanu nr. 4.

Semnalmente: talia mijlocie, gras, faţa rotundă, părul alb, chelie frontală, sprâncenele negre, stufoase, nasul mare, semne particulare nu are.

Rude:
- DRẮGESCU HORIA, cu domiciliul în Bucureşti, str. Slătineanu nr. 4 (frate).
- STEFẮNESCU ANGELA, cu domiciliul în Craiova, str. Simion Bărnuţiu nr. 30 (soră).
- DRẮGESCU MARIANA, cu domiciliul în Bucureşti, str. Lt. Dumitru Lemnea nr. 2 (nepoată).

În anul 1944, fiind rechemat în ţară din Franţa, unde fusese consilier de presă pe lângă Legaţia Română din Vichy, a refuzat să se întoarcă. S-a încadrat în organizaţiile fugarilor români care duc activitate duşmănoasă împotriva RPR.

Are legături de spionaj cu OPRAN MIHAIL.

În caz de identificare, să fie reţinut.
Dosar UŢ nr. 4.066 la Dir. a II-a MAI.

* Bei Identifizierung festzunehmen

Mittwoch, 4. Februar 2009

Bumm Bumm Bäng Bäng

Die Geschichte von Radio Freies Europa ist auch eine Münchner Geschichte, im Guten wie im Bösen, denn mit all den rumänischen, polnischen, ungarischen, bulgarischen und tschechoslowakischen Mitarbeitern des Exilantensenders kamen auch die Geheimdienste, Bombenattentäter, Meuchelmörder und osteuropäischen Sippschaften an die Isar, deren Brut dann so wie ich dieser Stadt noch verhaftet blieben, als der Sender selbst bereits längst nach Prag weitergezogen und
sein weißer Flachbau am Englischen Garten in die Hand unschuldiger LMU-Studentinnen gefallen war. Heute abend strahlt nun arte um 21 Uhr Christian Bauers Dokumentation „Liebesgrüße nach Moskau – The Great Radio War: Radio Freies Europa und der kalte Krieg“ aus, die bereits während der Produktionszeit für viel Gerede sorgte. Ich habe sie noch nicht gesehen, aber die „Süddeutsche“ scheint beeindruckt.

(Fotos: BR/Richard H. Cummings)

Freitag, 10. Oktober 2008

Der Beat des kalten Kriegs (Updates)

Er war ein bunter Vogel: Inmitten all der Displaced Persons, Heimatvertriebenen, Geheim- und Doppelagenten brachte er den Pop in den kalten Krieg: Cornel Chiriac, ein junger, lustiger Rumäne, den es – Anfang der siebziger Jahre? – zu Radio Freies Europa nach München verschlug, in den weißen Flachbau beim Tivoli am Englischen Karten, wo heute die LMU als Nachmieter sitzt. Ein schwärmerischer, für den Sender ungewöhnlicher Musikbesessener, der schon damals erkannt hat, daß der richtige Sound manchmal politisch überzeugender sein kann als ein ausgefeilter Kommentar. Ich kann mich nur noch vage an ihn erinnern, sah ihn ein paar Mal, als ich meinen Vater in Radio Free Europe besuchte. Die Erinnerung ist so unbestimmt, weil Cornel 1975 in Schwabing erstochen worden ist. Kein ungewöhnlicher Tod in einer Zeit der Doppelspiele, Attentate, konkurrierenden Agenten. Aber ein ungewöhnliches Opfer, das – kaum tot – schon der üblichen Rufmordkampagne der Geheimdienste ausgesetzt war. Patrick Banush, wahrscheinlich der Sohn von Max Banuş, einem Kollegen meines Vaters, hat nun ein Radiofeature produziert: „Lost in Music – Die Cornel Chiriac Story", das morgen um 13.05 Uhr auf Bayern 2 läuft.

Updates: Nina Berendonk am 13. Juni in der „Süddeutschen Zeitung“ dazu anläßlich der erneuten Ausstrahlung des Radiofeatures

Deutschlandradio Kultur wiederholt das gerade mit dem Prix Europa ausgezeichnete Radiofeauture in der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober 2009 um 0.05 Uhr.

Auf dem Filmfest München 2016 präsentierte Anca Miruna Lăzărescu „Die Reise mit Vater“. Ihr erster Spielfilm stützt sich auf die Geschichte ihrer eigenen Familie und läßt auch Cornel Chiriac auftauchen. Zwar nicht im Bild, aber als Stimme aus dem Radio, als Moderator, der einen wichtigen Bezugspunkt im Leben der Protagonisten darstellt. Erst mit seiner Sendung „Metronom“ im staatlichen Radio România und später, im Münchner Exil, mit seiner Sendung bei Radio Freies Europa.

Bei den Filmfestspielen in Cannes 2022 lief in der Reihe Un certain regard Alexandru Belcs „Metronom“, ein rumänischer Film vor dem Hintergrund von Cornel Chriacs legendärer Radioshow und Chriacs Münchner Exil. Belc wurde in Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

Belcs „Metronom“ eröffnet am 9. November 2023 das Rumänische Filmfestival im Münchner Filmmuseum. Der Hauptdarsteller Vlad Ivanov wird anwesend sein.

Mittwoch, 16. April 2008

Pervasive Computing

Udo Helmbrecht, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), hält dieses Semester ab dem 6. Juni eine Vorlesungsreihe über die Gefahren der Vernetzung an der LMU: Freitags, 14 Uhr ct, am Institut für Informatik, Oettingenstraße 67, Raum 1.14. Passenderweise die Immobilie, die früher Radio Free Europe/Radio Liberty beherbergte und quasi mein Spielplatz war... (via „Süddeutsche Zeitung“)