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Donnerstag, 19. Februar 2026

Erinnerungen an meinen Vater (39) und Berlin

In den Jahrzehnten, in denen mein Vater Ion Popa unter dem Pseudonym Ion Măgureanu bei Radio Free Europe in München arbeitete, betonte er wiederholt, dass er nicht nach Berlin reisen könne. Aus Furcht, dort entführt zu werden.

Diese Furcht scheinen nicht alle bei RFE geteilt zu haben. Der Leiter der rumänischen Redaktion, Noël Bernard, war, wie seine Witwe in ihrem Erinnerungsbuch berichtete, wiederholt in Westberlin, etwa um eine dort auftretende rumänische Theatertruppe zu besuchen. Aber Bernard wäre sogar einer Einladung ins kommunistische Bukarest gefolgt, wenn ihm das nicht aus Washington verboten worden wäre, schreibt zumindest Nestor Ratesh in seinem Kapitel „Radio Free Europe's Impact in Romania During the Cold War“ des Sammelbands „Cold War Broadcasting“.

Nun ist mein Vater während meiner Kindheit und damit während des Kalten Kriegs grundsätzlich wenig gereist, hat aber auch nie ähnliches von anderen Städten wie etwa Wien erwähnt.

Berlin schien etwas besonderes zu sein. 

Erst lange nach seinem Tod erfuhr ich von seinem Schwager Eugen „Nicu“ Filimon, dass mein Vater in Bukarest dafür bekannt gewesen sei, dass er die schicksten Krawatten aus Berlin trug.

Mein Vater hatte auch erzählt, dass er den Dirigenten Sergiu Celibidache von früher her kannte. Sie könnten sich in Iași begegnet sein, wo beide studierten, wenn auch sehr unterschiedliche Fächer. Wahrscheinlicher scheint mir aber, dass sie sich in Berlin kennengelernt haben, wo Celibidache seit 1936 lebte. Etwa im Grunewalder Salon der mit Werner Sombart verheirateten Rumänin Corina Leon. Als Celibidache dann 1979 Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker wurde, nahm mein Vater aber keinen Kontakt zu ihm auf.

Nun berichtet meine Schwester, dass mein Vater und seine erste Ehefrau Hortensia in Berlin gelebt hätten, weil er von 1937 bis 1944 Presseattaché an der Rumänischen Gesandtschaft gewesen sei. Das stünde nun meines Erachtens im Widerspruch zu seiner Arbeit als leitender Redakteur Ende der 1930er-, Anfang der 1940er-Jahre in Bukarest bei den Tageszeitungen „Cuvântul“ und „Cutrentul“ wie auch zu seiner Tätigkeit als Kriegsberichterstatter. 

Und sowohl  René Al. de Flers wie auch Ioanna Măgură Bernard betonen später, dass mein Vater unter all den ehemaligen Diplomaten bei Radio Free Europe einer der wenigen Berufsjournalisten gewesen wäre und eben kein ehemaliger Diplomat.

Es gibt aus den späten 1930er- und frühen 1940er-Jahren auch Fotos, die meinen Vater und seine erste Ehefrau in Rumänien zeigen.

Unbestreitbar ist aber, dass sie zumindest 1944 in Berlin lebten. Hortensia war schwanger und statt im zerbombten Berlin zu bleiben, fuhr sie nach Wien, wo meine Schwester Anka Maria dann am 26. Juli 1944 zur Welt kam.

(Screenshot aus „Funeral in Berlin“)

Sonntag, 19. März 2023

Fundsachen (43): Lufthansa Frequent Traveller Baggage Tag

Das letzte Mal bin ich wohl vor über zwölf Jahren geflogen. Inzwischen nehme ich, wo immer es geht, die Bahn. Aber früher, als mir der Klimawandel noch nicht so bewusst war, nutzte ich das Flugzeug ohne Skrupel.

Mitte der 1980er-Jahre pendelte ich alle drei, vier Tage zwischen München, wo ich arbeitete und Geld verdiente, und Westberlin, wo ich leben wollte. (Wenn ich kein Geld verdiente, wich ich auf Mitfahrgelegenheiten oder aufs Trampen aus.) Es war noch zu Zeiten des Besatzungsstatuts. Für die Lufthansa war Berlin tabu und ich flog entweder mit der Pan Am direkt von München-Riem nach Berlin-Tegel oder via Hannover mit der British Airways. In Riem gab es noch einen zentralen Check-in, und als mich das Bodenpersonal nach meiner Destination fragte, wusste ich einmal, verpennt, nicht, ob ich da gerade in München war und nach Berlin wollte oder umgekehrt. Von 1990 bis 1999 lebte und arbeitete ich dann nur noch in Berlin.

In den 2000er-Jahren führte ich für die „freundin“-Redaktion oft Doppelinterviews mit Prominenten und ihrer besten Freundin: „Unter Freundinnen“. Die Strecke fotografierte Jim Rakete, was viele angefragte Berühmtheiten überhaupt erst dazu bewegte, mitzumachen. Damals flog ich – inzwischen mit der nach der Wiedervereinigung zugelassenen Lufthansa – immer morgens nach Berlin, um in Jim Raketes Kreuzberger Studio das Shooting zu begleiten und anschließend das Interview zu führen, wie hier mit Eve-Maren Büchner und Pamela Falcon. Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach München. Als wäre es der ÖPNV.

Der oben abgebildete Frequent-Traveller-Gepäckanhänger stammt wohl aus den 2000er-Jahren.

Sonntag, 27. November 2022

Dorin Popa (10): Friedrichstraße

Bei Google bin ich, wenn man Dorin Popa eintippt, nicht schlecht plaziert. Aber sobald man meinen Namen bei der Bildersuche eingibt, erscheinen überwiegend weit jüngere, weit muskulösere Namensvetter. Um da vielleicht endlich mal Abhilfe zu schaffen, werde ich jetzt hier wiederholt Bilder von mir posten. Vanity-SEO.


Montag, 30. Dezember 2013

Berliner Jahre (6): Ich gab mir 1990 die Kugel

Dieses Wochenende konnte man im Wirtschaftsteil der „Süddeutschen Zeitung“ groß lesen, wie Friedhelm Schatz in den letzten zwanzig Jahren das historische Ufa-Gelände mit dem Filmpark Babelsberg in einen Publikumsmagneten verwandelte. Eher dürr blieben die Fakten aus der Zeit vor 1993.
Der „frühere Manager der Münchner Bavaria-Studios“ hätte damals Ende der Achtziger „auf selbständiger Unternehmer im Bereich Entertainment umgesattelt“. 2010 dann: „Schatz schafft aus Berlin die große blaue Kugel heran, in der Sabine Christiansen einst mit Politikern und Prominenten talkte“.
Nun, die blaue Kugel kam nicht erst jetzt von Christiansen zu Schatz, im Grunde war sie lange vorher bereits einmal den umgekehrten Weg gegangen. Zu Westberliner Zeiten hatten ein paar Glücksritter, darunter die Münchner Friedhelm Schatz und – der später durch den „Marienhof“-Sponsoring-Skandal zu Ruhm gekommene – Andreas Schnoor (H+S, Kultur + Werbung) große Hoffnungen auf ihr 360°-Kugelkino „Panorama“ zwischen Zoo und Gedächtniskirche gesetzt. Am 20. Dezember 1989 war Eröffnung – und das erhoffte Geschäft aufgrund des zwischenzeitlich erfolgten Mauerfalls im Grunde schon perdu.
Anfang 1990 stieß ich dazu – frisch meiner damaligen Freundin von München nach Berlin gefolgt. Auch das dem Mauerfall geschuldet. Die gebürtige Berlinerin wollte die historische Zeit vor Ort in ihrer Heimat erleben und nicht aus dem fernen Bayern. Ich zog mit, heuerte als Pressesprecher der blauen Kugel an und ward bald Betriebsleiter von drei Angestellten und 16 Teilzeitkräften. Man könnte auch sagen: Verwalter des Untergangs. Beim Aktionismus der letzten Tage mußte ich als Chef während einer Versteigerung von Filmrequisiten im „Panorama“ offenbar mangels Nachfrage sogar selbst eine Statistenrolle im „Schimanski“ für 50 Mark ersteigern. Die „BZ“ berichtete ergebenst, wenn auch nicht ganz vollständig. Und ich habe natürlich nie mit Götz George gedreht.

Foto: (judith74/flickr)

Freitag, 6. September 2013

Roland Kaiser badet mit Fans im Gefühlsmeer

1998 – war da Casper überhaupt schon auf der Welt? Am 11. November 1998 habe ich jedenfalls in der „Berliner Morgenpost“ ein Konzert Roland Kaisers besprochen.

25 Dienstjahre (Stand: 1998 – der Blogger) im deutschen Schlagergeschäft: Solch ein Showveteran genießt bereits unsere Sympathien, wenn er es noch nüchtern und schlank auf die Bühne schafft. Roland Kaiser gibt viel mehr. Er zieht in den Saal 2 des ICC ein wie ein Deutsche-Bank-Manager, der vor einer Sparkassenversammlung tritt: Das Auditorium gleicht einem bunten Fleckenteppich aus Fan-T-Shirts und Rüschenblusen, auf der Bühne steht der unterkühlt agierende Halbgott in feinstes, schwarzes Tuch gewandet, jeder Song ein Hit. Ein Hüne zum Anlehnen, ein Mann zum Ausweinen, ein Vorsänger zum Mitsingen und Mitschunkeln.
„Dich zu lieben, dich berühren, mein Verlangen, dich zu spüren…“ Kaisers Sehnsuchtshymne scheint den – keineswegs nur weiblichen – Fans Programm zu sein. Sie strömen an den Bühnenrand, erst um Geschenke gegen eine Umarmung zu tauschen, dann schließlich nur noch, um ihm Wangenküsse abzupressen, ihn zu begrapschen und zu herzen.
Vor 25 Jahren startete ein Berliner namens Ronald Keller seine Laufbahn als Roland Kaiser mit dem letzten Platz beim „Schlager der Woche“. Inzwischen füllt er mit Dauerbrennern wie „Joana“, „Sieben Fässer Wein“ oder „Santa Maria“ Konzerthallen bis zum letzten Platz. Doch noch immer leide er unter Lampenfieber, erklärt der Schlagerstar. Das mag auch der Grund sein für seinen auffällig hüftlahmen Auftritt, dessen schwerfällige Choreographie auch nach der Pause nicht lockerer wird, als der Barde seinen Sakko gegen eine edle Lederjacke tauscht.
Die Journalisten-Kollegen rechts und links nutzen die Unterbrechung zur Flucht, was dem Abend jedoch nicht ganz gerecht wird. Zwar sehen Bühnenbild und Orchester nach Sparausführung aus, und Kaiser scheitert bereits am simpelsten mimischen oder gestischen Ausdruck. Dennoch: Von der ersten Nummer an ist Party angesagt. Künstler und Publikum verschmelzen zu einem einzigen Klang- und Gefühlsmeer, das scheinbar grenzenlos ist.
„Ich neige dazu, zu überziehen“, verspricht Kaiser seinem Publikum und inszeniert ein Programm, das vor Zugaben nur so strotzt. Doch Glück kann eine verdammt gut geschmierte Maschinerie sein. Die Zuschauer haben den Eindruck, alles und noch viel mehr bekommen zu haben, und doch ist das Konzert auf die Sekunde genau um 22.37 Uhr beendet – wie im Ablaufplan kalkuliert. Aber wer will heutzutage noch einen Schlagerabend ernstnehmen, wo es doch reicht, ihn genießen zu können.

Dienstag, 6. März 2012

Nacktes Déjà-vu

Holla, das kommt mir doch bekannt vor, dachte ich mir heute morgen, als ich die „Bild“-Zeitung aufschlug. Nein, nicht Micalea Schäfers Brüste. Sondern der Kerl daneben. Die Nacktheit. Das Interview im Badezimmer.
„Bild“-Reporter Ingo Wohlfeil hat sich auch schon mal seriöser betätigt, in den neunziger Jahren, als Mitglied der Berliner Kultband Nepper, Schlepper, schlechte Rapper.
Für ein Porträt in der „Berliner Morgenpost“ waren Fotograf Sönke Tollkühn und ich 1997 auch ganz nah dran an den Jungs. Und ich kann mich wirklich nicht erinnern, wer die Idee hatte, das ganze nackt im Bad zu illustrieren. Aber die Idee funktioniert selbst heute, Jahre später noch.


Updates: In der „BILD“ vom 15. August 2014 zieht Ingo Wohlfeil für seinen Bericht über den Promi-Big-Brother-Container wieder blank.

Am 13. Juli 2015 veröffentlichte Wohlfeil unter seinem Pseudonym Jonas Grünanger das Sachbuch „Social Bettwork“, in dem er von seinen amourösen Erfahrungen mit Tinder & Co berichtet. Leider ohne weitere Nacktaufnahmen von sich.

Mittwoch, 2. November 2011

re:publica 2012 – möglichst ohne Prekariat

Dinge ändern sich. So verläßt die re:publica die traditionelle, zu klein gewordene Wirkstätte in der Kalkscheune samt seltsamem Wurmfortsatz, dem Friedrichstadtpalast, und zieht nächstes Jahr ans Gleisdreieck und somit (zumindest für mich als ehemaligem Wahl-Berliner) ins Nichts. Und paart sich zudem mit der NEXT zur BerlinWebWeek. „Plug and play“? Nicht unbedingt!
Denn manche Dinge ändern sich nie. Es schmücken sich ja viele mit dem Rubrum „Digitale Bohème“, aber neben den besserverdienenden Werbe-Ikonen, Vortragsreisenden und Consultants gibt es eben auch genug, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Vor Konferenzen wie der re-publica liest man schon öfters den einen oder anderen Tweet, in dem nicht unbekannte Blogger um ein gesponsertes Ticket buhlen. (Wobei – nur um Mißverständnissen vorzubeugen, die re:publica mit Preisen ab 60 Euro für drei Konferenztage ausgesprochen preiswert ist! Aber das ist für manche immer noch sehr viel Geld.)
Ganz so schlimm war es bei mir noch nicht. Bisher konnte ich meine Eintrittskarte noch selber bezahlen. Da sah die Anmeldeprozedur via Amiando aber auch noch die Möglichkeit vor, das Earlybird-Blogger-Ticket online rechtzeitig zu blocken und den Kaufpreis dann zu überweisen. Heuer wurde diese Option gestrichen. Jetzt wollen die Berliner Netz-Herrschaften sofort Geld sehen: ob via Kreditkarte, Direct Debit oder PayPal (letzteres unter den politisch Denkenden in der Blogosphäre ja zumindest ein zweifelhafter Geschäftspartner seit den Vorkommnissen um Wikileaks und Kuba).
Das Team von Newthinking widersprach meinen zweifelnden Worten sofort via Twitter und behauptete erstmal, die Zahlungsmöglichkeiten hätten sich nicht geändert: „war schon immer so! (Zumindest wenn wir die Einstellung bei Amiando richtig im Griff hatte, hüstel)“ Noch bevor ich mit einem Griff in meine Buchhaltung die Belege fand, daß ich sowohl für die re:publica 2010, als auch für die re:publica 2011 das Geld überwiesen habe, die re:publica ihre Amiando-Einstellungen also offenbar über Jahre nicht im Griff hatte, korrigierten sich die Veranstalter: „OK. Für uns ist der Verwaltungsaufwand bei Überweisungen zu hoch.“ (Für uns? Läuft das nicht über Amiando?)
Nun hätte ich theoretisch vorhin sogar noch das letzte Earlybird-Blogger-Ticket abbekommen, aber ich besitze nunmal keine Kreditkarte, und sowohl mein Bankkonto, als auch mein PayPal-Koto (ja , ich gestehe, ich habe noch eines, obwohl ich deren Politik verurteile, aber ohne Kreditkarte ist es eben sehr hilfreich, wenn man öfters im Ausland bestellt), jedenfalls sind meine Konten auf null. Das wird sich zwar im Lauf der nächsten Wochen ändern, aber bis dahin sind die Blogger- oder Earlybird-Tickets vielleicht schon weg.
Man kann so eine buchhalterische Angelegenheit natürlich rein technisch, als „Verwaltungsaufwand“ betrachten. Andererseits sind Verwaltungsprozeduren immer auch der cleverste Weg zu selektieren. Wenn eine Lufthansa das Papierticket abschafft, erschwert man den Armen und Fremden, die keine Kreditkarte oder Kundenkarte besitzen, überhaupt zu fliegen. Überall wo das Handy Zahlungs- und Ticketfunktionen übernimmt, entledigt man sich des Prekariats, das kein Handy oder zumindest kein Smartphone besitzt. So jemand wie ich würde natürlich immer einen Weg finden. Die Kreditkarte von Freunden benutzen, das Direct Debit über ein fremdes Konto laufen lassen, einen Kumpel bitten, mein PayPal-Konto schnell aufzupimpen.
Aber solch eine erzwungene Entschleunigung hat auch immer ihre Vorzüge. Statt sich vom Hype mitreissen zu lassen, sich schnell ein Ticket zu sichern, hat man plötzlich Muse, darüber nachzudenken. Und wenn ich ehrlich bin, muß ich gestehen: Bei dieser re:publica habe ich ehrlich gesagt nichts zu suchen.

Update: Bloggen lohnt sich. Inzwischen bietet die re:publica auch Prepayment wieder als Zahlungsoption an.

Montag, 10. Oktober 2011

Wowigate: Wie die Süddeutsche Zeitung vertrauliche Schulunterlagen besorgt (Updates)

Bei der SPD ist man vorsichtig: Natürlich bietet das Willy-Brandt-Haus ein offizielles Pressefoto Klaus Wowereits online zum Download an, doch bevor ich es redaktionell veröffentliche, bedarf es „generell der vorherigen Genehmigung des SPD-Parteivorstands“. Beim Berliner Landesverband ist man ein wenig großzügiger in rechtlichen Fragen, es reicht ein Plazet der Pressestelle. Aber immerhin: gefragt will man werden, geht ja schließlich um Imagepflege.
Wie es hinter der Fassade des Regiermeisters aussieht, versuchte heute Constanze von Bullion auf der Seite Drei der „Süddeutschen Zeitung“ zu ergründen, weshalb sich die Berlin-Korrespondentin nicht nur dem „alten Leitwolf“ im ungemütlichen tête-à-tête stellte, sondern auch in seinem alten Revier Witterung aufnahm. Und man kann dem Artikel nicht entnehmen, inweit bei den privateren, datenschutzrechtlich relevanten Informationen noch lange gefragt wurde, ob Wowereit damit einverstanden war.
Nun ist man nicht zuletzt seit der Schaffung eines eigenen investigativen Ressorts von der „SZ“ einiges an Wühlarbeit gewohnt, aber in zwei Absätzen setzt von Bullion doch neue Maßstäbe – und droht, den guten Ruf des Hauses zu verspielen.
„X. (Anonymisierung durch mich, im Artikel steht der volle Name) war viele Jahre Rektor am Gymnasium in Lichtenrade, jetzt ist er über siebzig und ein munterer Herr, der seinem alten Haus in Treue verbunden ist. Die Schulschlüssel hat er nie abgegeben, und weil Ferien sind an diesem Tag, ist er so nett, die Tür zu seinem früheren Amtszimmer aufzuschließen. Jetzt steht er hier und zerrt ein dickes Buch aus dem Schrank. Der Ledereinband wird brüchig und das Papier ist vergilbt, es sind Abiturzeugnisse aus dem Jahr 1973.
Klaus Wowereit, steht da, darunter ein Panoptikum eher begrenzter Strebsamkeit. Deutsch X, Politische Weltkunde X, Englisch X, Mathe X, Sozialwissenschaften X, Sport X.“ (X-ungen durch mich)
Mit jedem Satz dünsten diese Sätze die Ehrpusseligkeit alter Zeiten aus, als Berlin (West) noch Posemuckel war, und es reichte, den richtigen Mann zu kennen, um recht zu haben und Recht zu bekommen. Doch die Zeiten haben sich geändert, wir leben in der Ära des Datenschutzes und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung.
Was in der Zeitung so gemütlich wie ein Rührstück aus dem dritten Fernsehprogramm herüberkommt, ist natürlich ein dreister Recherche-Übergriff, wobei ich nicht weiß, worüber ich mich mehr aufregen kann: die Art und Weise, wie von Bullion gleich einem Hardboiled-Schnüffler an ihre Informationen kommt, oder die Unverfrorenheit, mit der sie ihre Quelle bloßstellt und somit ausliefert.
Wenn es schon der Pensionär nicht ahnt, so hätten doch die Journalistin oder ihr Ressortleiter Alexander Gorkow wissen müssen, daß weder die Art der Informationsbeschaffung, noch die Veröffentlichung der Schulnoten zulässig sind. Und es wird niemand behaupten wollen, daß dieser pittoreske Ausflug in Wowis Schulzeit einen redaktionellen Notstand rechtfertige. 
Anja-Maria Gardain, Pressesprecherin des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, bestätigt die beiden Problembereiche: Natürlich unterliegen Abiturzeugnisse der informationellen Selbstbestimmung und dürften – selbst bei einer Person des öffentlichen Interesses – nicht ohne Rechtsgrundlage oder Einwilligung des Schülers veröffentlicht werden. (Eine Anfrage dazu an die Senatskanzlei läuft.) Und selbstverständlich darf ein ehemaliger Rektor nicht weiterhin Zugang zu Amtsräumen und somit Zugriff auf personenbezogene Daten haben, geschweige denn auch noch diesen mit einer Journalistin teilen.

Updates: In einem Vorwurf muß ich mich korrigieren. Offenbar hat Constanze von Bullion doch insofern Rücksicht auf ihre Quelle genommen, als daß sie mit der Veröffentlichung gewartet hat, bis der pensionierte Rektor verstorben war. Was aber wiederum den Schluß zulassen könnte, daß ihr selbst der Vorgang nicht ganz korrekt erschien, denn warum hätte sie sonst mehrere Jahre warten sollen?
Eine Zeit, die möglicherweise auch die damals gewonnenen Erkenntnisse getrübt hat. Denn aus der mittlerweile vorliegenden, per cc auch an fünf weitere Amtsstellen adressierten Stellungnahme der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung geht hervor, daß das Originaldokument, also Klaus Wowereits Abiturzeugnis, falsch zitiert wird.
Die Veröffentlichung der Noten hält auch die Senatsverwaltung für unzulässig, den Zugang zu den Schulräumen nicht („für sich kaum zu beanstanden“). Die Tatsache, daß von Bullion ja offenbar einen ganzen Band mit Abiturzeugnissen, also die persönlichen Daten vieler Schüler in Händen hielt, wird nicht thematisiert. Hier die vollständige Antwort aus Berlin:

„Die Geschichte von der Zeugniseinsicht ist offenbar schon vor langer Zeit entstanden und jetzt erst von der Autorin für ihren Artikel verwendet worden, denn der im Text genannte Lehrer ist bereits seit einigen Monaten tot. Da er zuvor längere Zeit krank war, könnte die beschriebene Szene sogar aus dem Jahr 2009 oder noch viel früherer Zeit stammen. 
Dass der langjährige Schulleiter zuletzt noch Zugang zum Haus hatte, ist nicht zwingend zu beanstanden, da er die Schule auch noch nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst regelmäßig in ihrer Arbeit unterstützt hat. 
Die Überprüfung der Angaben der SZ in ihrem Artikel haben ergeben, dass es Abweichungen zum Originaldokument gibt. 
Es lässt sich daher nicht zweifelsfrei klären, ob die Angaben zu den Noten im Artikel der SZ tatsächlich - wie durch den Text nahe gelegt - aus unmittelbarer Kenntnis des Dokuments oder aus anderen Quellen erwachsen sind. 
Auch wenn wir den Regierenden Bürgermeister für eine absolute Person der Zeitgeschichte halten, was weitgehende Rechte der Presse nach sich zieht, wird das Zeugnis doch als Dokument der Privatsphäre zugerechnet, für das das Recht auf informationelle Selbstbestimmung einschlägig ist. Unsere Juristen schreiben dazu: 
"Bei einem Abiturzeugnis handelt es sich um personenbezogene Daten, für deren Übermittelung an Dritte, auch die Presse, es der Rechtsgrundlage bedarf. Die Daten unterliegen dem informationellen Selbstbestimmungsrecht. Eine Einsichtnahme in ein Zeugnis für einen Dritten beinhaltet eine Datenübermittlung personenbezogener Daten. Die Voraussetzungen für eine Datenübermittlung nach Schulrecht in § 64 Abs. 5 SchulG liegen nicht vor." 
Die bezirkliche Schulaufsicht hat den örtlichen Datenschutzbeauftragten eingeschaltet. 
Uns ist nicht bekannt, dass die Noten bereits anderweitig veöffentlich worden wären - können es aber auch nicht ausschließen. 
Aus dem Gesagten ergibt sich bereits, dass der offenbar lange zurückliegende und für sich kaum zu beanstandende Besuch der SZ in der Schule mit unserem Haus nach heutiger Kenntnis eben so wenig abgestimmt war wie die Veröffentlichung der Noten.“

„Viel Trara“, findet Klaus Graf, „Schule ist keine solipsistische Veranstaltung, sondern Sozialsphäre“. Daher bat ich ihn gleich um Zusendung seines Abiturzeugnisses. Vielleicht können wir ja daraus ein Meme kreieren: Bullioning!

Martin Rath spitzt die Kritik sogar noch zu: „Weil sich die Vertreter politischer Parteien heute kaum noch durch ideologische/ programmatische Überzeugungen auszeichnen, sollte es der Öffentlichkeit möglich sein, sich wenigstens ein Bild von soetwas wie biographischer Kohärenz (oder Brüchen im Lebenslauf) machen zu können. (...) Abiturnoten einer Kernregion des Persönlichkeitsrechts zuzuordnen, finde ich allerdings etwas albern. Und auch gefährlich für die öffentliche Auseinandersetzung, wenn man bedenkt, was sich alles hinter dem Schleier des Datenschutzes verbergen ließe.“

Sonntag, 5. Juni 2011

R.I.P. Curth Flatow

Es gibt Gesprächspartner, wie Rainer Langhans, bei denen ich besten Gewissens abstreiten würde, sie je interviewt zu haben. Und andere, an die ich mich nicht erinnern kann, wie Brigitte Mira. Bei beiden widerlegt ein Blick in die Mappe veröffentlichter Artikel mein Gedächtnis. Und dann gibt es Curth Flatow, der bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Nur nicht in meiner Mappe. Denn aufgrund einer mißglückten Datenübertragung an die Druckerei ist zwar seinerzeit Florian Bolks Bild abgedruckt worden, aber nicht mein Text. Stattdessen erschienen ein paar alte Seiten aus der Ausgabe zuvor noch einmal. Eben Mash-up.

Samstag, 4. Dezember 2010

Berliner Jahre (5):
Kohl, Vogts, Kruse, Popa (1998)

Als der Berliner „Tagesspiegel“ sich 1995 mit „Ticket“ im Stadtzeitungsmarkt versuchte, war ich als freier Autor und – unter dem Pseudonym Dolce Rita – Klatschkolumnist mit von der Partie. Dann mutierte das ambitionierte, von Moritz Müller-Wirth konzipierte Kulturmagazin zum dünnen Supplement, aber es machte doch noch Spaß, nicht nur mitzumischen, sondern das Blatt sogar zwei Jahre als Redaktionsleiter mitzuprägen und die West-Berliner Abonnenten, etwa mit unserer Attacke auf „Tagesspiegel“-Herausgeber Hellmuth Karasek, zu verunsichern. Silvester 1998 hatte ich dann genug. Hier der in Heft 53/98 erschienene Abschiedsgruß meines Redaktionskollegen Christian Beck:

Popa?
Popa!
Vorname??
Dorin.
???
Wie Doris.
????
Nur mit n.
Noris?????
Alles hat ein Ende, nur dies' Ticket-Jahr hat zwei. Beziehungsweise drei. Oder vier: den 31. Dezember; den Abschied des Art Directors und Objektleiters Volkart Kruse; die Demission dessen Redaktionsleiters Dorin Popa; und beider letztes Heft, das Sie, geneigte Leserschaft, gerade offenbar in Händen halten. Der Rest ist Anfang. Doch dazu nächstes Mal. Denn vor den Ritt in die Zukunft unter neuem Kommando hat der alte Commandante die Rückschau gesetzt. Auf drei bis vier Jahre Ticket, von denen einiges bleiben wird, auch wenn nun beide Alt-61er mit Überschreitung der 37er-Grenze ins wirkliche Leben entlassen werden.
Erinnern wir uns an „Dolce Vita“ mit der unvergeßlichen Dolce Rita, das „Stehrumchen“, die „Amuse-gueule“: Noris, wie er leibte und lebte. Ein griffiges „Möpse Mörder Mutationen“ über Pamela Andersons besten Stücke zum Thema „10 Jahre Fantasy Filmfest“: Noris, wie er liebte und ins Wesentliche lappte. Den Hinweis „Falls man beim Dolly-Buster-Video nicht aufgepaßt hat, kann man bei der Rückgabe auch gleich die Hose für 2,99 wieder reinigen lassen“ über die L&M Voll-Reinigungs/Videowelle im legendären Videothekentest: Noris, wie er laberte und läpperte.
Schade nur, daß eine höhere weibliche Instanz (Apropos: Danke, Anke!) ihrem Nachfolger seine Weihnachtswitze 96 nicht durchgehen ließ: „Süßer die Glocken nie klingen“ und „Hängepartie unterm Weihnachtsbaum“ hätten – mit der entsprechendem Optik – Kollegen Kruse, Art Director von Ticket-Beginn an und seinerzeit längst auch schon so eine Art Direktor, sicher mindestens ebenso gut gefallen wie ihrem Schöpfer. So mußte El Chefe bis Weihnachten 98 warten, bis er der anderen großen Führungspersönlichkeit der westlichen Welt ihrer beiden Lebensmotto returnieren konnte: Freßetage im KaDeWe? „Schmeckt gut!“
Mindestens so gut wie die Weihnachtssuppe eines alten Kruse-Spezis aus seligen taz-Tagen: Wiglaf Droste. Oder desselben Meinung zum Thema „Das Magazin“, die bekanntlich nicht jedem im Hause und dem Hause verbundenen Partnerhäusern so gut mundete. Aber so ist es eben, wenn die Gedanken frei sind, ein Journalist eine eigene Meinung haben darf, und Synergieeffekte und Vetternwirtschafterei der Wahrheit von souveränen Blattmachern zumindest gelegentlich noch mal ein Stück weit aus dem Weg gehalten werden.
Bahn frei, Kartoffelbrei! Und nach Kruse und Popa die Sintflut konkurrierender Medien, die sich an Tickets Wirken und Werken mitunter enger orientieren, als man gern glauben möchte. Jetzt dürfen andere von beider Fähigkeiten profitieren – von ihrer Gelassenheit, ihrem Spielwitz, ihrer Kreativität: uns doch wurscht!
Nehmt euren Prosecco, für den ihr – je nach Fasson – weit über die Grenzen der Redaktion hinaus berühmt und/oder berüchtigt seid, und verpißt euch! Wie „Hut ab“! Nur mit a: Haut ab! Bis nächstes Mal...

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Berliner Jahre (4): Das Florian, 1996

Geduld, Toleranz und die Fähigkeit zuzuhören, das sind Qualitäten, die die Nürnbergerin Ute Gilow als Hauswirtschaftsleiterin gelernt hat. Waren es früher Altersheimbewohner und Rabauken aus dem Kinderheim, so sind es heute Künstler und Kulturmanager wie Matthieu Carrière, Meret Becker, Conny Konzack und Vadim Glowna, die ihre Aufmerksamkeit beanspruchen.
1978 wechselte die Fränkin in die Gastronomie, als Künstlerfrau gewohnt, ein offenes Haus mit anspruchsvollen Gästen zu führen. „Nun sollten die Gäste auch dafür bezahlen.“ Mit dem Schöneberger Gottlieb ging es los. Die Studentenkneipe war zwar nur gepachtet, zeichnete sich aber bereits durch Utes fränkisch-bayerische Küche aus. Und durch eine kellnernde Jura-Studentin, Gerti Hofmann, mit der die Wirtin nicht nur den fränkischen Zungenschlag gemeinsam hatte, sondern bald auch den Traum von der eigenen Wirtschaft, von einem Goldenen Schwan oder Schwarzen Ochsen, in dem man etwas feiner essen können sollte.
Die Wahl fiel schließlich auf eine Immobilie in der Grolmanstraße und den Namen Florian, für den Frankens einziger Freiheitsheld Florian Geyer Pate stand. Utes Mann schuf noch ein „Wunderwerk an Tresen“, das ein Schiff darstellt, dann blieben sich Ute und Gerti in dem Zweimäderlhaus allein überlassen. Die Ältere in der Küche, die Jüngere hinterm Tresen, beide unterstützt von einer kuriosen Schar dilettierender Violinvirtuosen, Theologiestudenten und anderer Gelegenheitskellner, von denen einige nach vierzehn Jahren* immer noch dabei sind und „es inzwischen können“.
Das künstlerisch angehauchte Publikum kam aus dem Zwiebelfisch und der Paris Bar – und schließlich von einem Nachtdreh, der die Legende vom Florian als Filmkantine schuf. Peter Keglevic drehte mit Brigitte Horney, Erland Josephson und Krystyna Janda um die Ecke und bekam nach Drehschluß zu später Stunde nur im Florian noch etwas zu essen. Produzent von Vietinghoff und die Schar der Filmtechniker sind dem Florian seitdem treu geblieben. Die Wirtschaft wurde zum Filmertreff, und Ute erlitt ihre Kachelkrise.
Ständig in der Küche zu stehen und zu schwitzen, während vorne das Leben tobte, das war nicht mehr auszuhalten. So beschlossen Ute und Gerti, in Zukunft nur noch Gastgeberinnen zu sein und die Küchen- wie die Tresenarbeit Angestellten zu überlassen. Die Speisekarte umfaßt seitdem nicht mehr nur Utes „Kochküche“, sondern auch Kurzgebratenes und Edleres wie Scampi.
Das eingespielte Duo, das sogar zusammen wohnt, versuchte bereits mehrmals, die gemeinsame Stärke andernorts zu nutzen. So sehr auch die Stammgäste im Florian quengeln, sobald ihre Mamis nicht vollzählig anwesend sind. Bereits Mitte der 80er Jahre gründeten Ute und Gerti mit einer weiteren Partnerin ein Lokal am Halleschen Ufer, das aber nicht so richtig ankam beim Publikum. Nachdem die Gründungsschulden abgetragen waren, zogen sie sich aus der Partnerschaft zurück.
André Heller begeisterte sie dann für seinen Traum eines Künstlerlokals im neuen Wintergarten an der Potsdamer Straße. Doch die Realität verlangte nach einer Veranstaltungsgastronomie, wie sie Ute und Gerti nicht bieten wollten. Erfolgreicher ist ihr Engagement in der Bar jeder Vernunft, wo die Ladies nicht in eigener Regie, sondern eher „beratend“ für das leibliche Wohl der Zeltgäste sorgen. Während Gerti mit ihrem Glück in der Grolmanstraße zufrieden zu sein scheint, träumt Ute von einem Landgasthof im Oranienburger Raum.
*Dieses Porträt erschien in der Kulturbeilage des Berliner „Tagesspiegel“: „Ticket“ 21/1996, am 23. Mai 1996 im Rahmen einer Serie über „Berlins wichtigste Wirte“.

(Foto: Hans Brückner)

Sonntag, 15. August 2010

Berliner Boulevard at it's best – die schrägsten Zeitungsschürzen der 90er Jahre

Bei uns in München stand die „BILD“-Zeitung schon immer im Schatten der großen Boulevardschwestern „tz“ und „Abendzeitung“, aber als ich in den achtziger Jahren das erste Mal nach Westberlin zog, war ich doch überrascht, wie viel unbedeutender Deutschlands größte Tageszeitung dort war. Im Grunde nicht mehr als ein Wurmfortsatz im Springer-Konzern, der an der Spree mit der „BZ“ den Boulevard beherrschte. (Die „Bild am Sonntag“ gab's in Berlin bis zum Mauerfall sogar überhaupt nicht, um die Sonntagsausgabe der „Berliner Morgenpost“ zu schützen.)
Nach der Wende setzten dann Aboblätter wie der „Tagesspiegel“ (Giovanni di Lorenzo, Hellmuth Karasek!) oder die „Berliner Zeitung“ (Erich Böhme, Michael Maier, der Traum von der „deutschen Washington Post“) vorübergehend auf eine Qualitätsofffensive, aber die „BILD“ hatte nun neben der altverhaßten „BZ“ auch noch weitere Konkurrenten: den im Ostteil der Stadt übermächtigen „Berliner Kurier“ sowie – wenn auch nur etwas über ein Jahr lang – die von Burda verbrochene „Super!“ („Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen – Ganz Bernau ist froh, daß er tot ist.“).
Nun kläffen kleine Köter gern besonders laut, wie man an den Schlagzeilen sieht, mit denen die „BILD“ in den neunziger Jahren sich vor allem gegen den hauseigenen Konkurrenten profilieren und die Berliner Käufer locken wollte. Manches klingt, als wären die Redakteure beim Titeln mit dem Kopf gegen den Balken geknallt.
Der Fotograf Henrik Jordan, mit dem ich Mitte der neunziger Jahren für den „Tagesspiegel“ unterwegs war, sammelte die schönsten Zeitungsschürzen der „BILD“ und „BZ“ und veröffentlicht sie jetzt nach und nach auf Facebook. Hier eine Auswahl.



Mittwoch, 5. Mai 2010