Montag, 9. Juni 2008

Zoff bei den Nachtkonsum-Gründern?

Ein anonymer Kommentator hat heute hier und in einem meiner anderen Blogs heftige Vorwürfe gegen einen der beiden bisherigen Veranstalter des Nachtflohmarkts in der Unimensa erhoben. Offenbar hat sich die GbR aufgelöst, und es gibt Streit um die Einnahmen vom letzten Mal und das weitere Geschäftsverhältnis. Der Kommentar hat leider beleidigenden Charakter gehabt, weshalb ich ihn löschen mußte, da er anonym war und keine Belege bot für die darin geäußerten strafrechtlich relevanten Vorwürfe.

„Man beachte zB das neue Impressum auf www.nachtkonsum.com, wo nicht mehr die nachtkonsum GbR als Veranstalter genannt wird, sondern nur noch Herr L.“

Laut dem Kommentator wird es „daher in der Mensa in Schwabing leider keinen Nachtflohmarkt mehr geben, was ich persönlich sehr bedauerlich finde.“

Updates: Drohende Abmahnung gegen diesen Blogeintrag.
Der Nachtkonsum 2009.

Rechtssicherheit versus Verfassung

Nachdem das Bundesverfassungsgericht der Stadt München untersagt (BVerfG, 1 BvR 943/02 vom 25.10.2007) hat, für die bloße Anmeldung einer Demonstration Gebühren zu erheben, bat ich die Stadt nun um Aufhebung des Kostenbescheids für die von mir seinerzeit angemeldete Demo gegen den Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic.

Nun antwortete mir Verwaltungsamtsrat Jürgen Rappold: „Zum Zeitpunkt der Sie betreffenden Kostenentscheidung handelte das Kreisverwaltungsreferat in Übereinstimmung mit der geltenden Rechtslage und der höchsten bayerischen Verwaltungsrechtsprechung. Insoweit ist der Rechtssicherheit und der Bestandskraft gegenüber dem individuellen Interesse, den Bescheid aufzuheben, der Vorzug zu geben.“

Ich denke, das sollte noch nicht das letzte Wort sein...

(Foto: Andreas Bock)

Geschlechter-Remmidemmi

„Was muss die Welt schön gewesen sein, als es noch alte Chauvis und hässliche Emanzen gab. Immerhin haben wir dafür dreckige Mösen und zu kleine Schwänze.

In der Sehnsucht nach Einfachheit treffen sich Vergreisung und Infantilisierung unserer Gesellschaft auf wundersame Weise. Wer schlau ist, spielt mit und schöpft ab.“


Juli Zeh lästert heute in der „Süddeutschen Zeitung“ über Alice Schwarzer, Charlotte Roche und den Feminismusbetrieb

Statt Twitter (6)

Ups, wieder mal mein Handy daheim vergessen...

Jetzt oder nie

Bisher kannte ich nur den rumänischen Trinkspruch vom „Glück, Geld und Tod dem Feind“ (noroc şi bani şi moarte la duşmani), doch offenbar sind meine Landsleute auch sonst gern martialisch. Die „Abendzeitung“ verzichtet ausnahmsweise auf vampireske Anspielungen und veröffentlicht stattdessen heute den Text der rumänischen Nationalhymne „Deşteaptă-te, române“ – und ich hoffe, die französische, italienische und holländische Presse machen es auch, damit deren Mannschaften gleich Schiß kriegen... Rumäne, erwache aus deinem Todesschlaf, In welchen Dich barbarische Tyrannen versenkt haben! Jetzt oder nie, webe Dir ein anderes Schicksal, Vor welchem auch Deine grausamen Feinde sich verneigen werden! Jetzt oder nie, senden wir Beweise an die Welt, Dass in diesen Händen noch Römerblut fließt, Dass wir in unseren Herzen stets mit Stolz einen Namen tragen, Den Sieger seiner Kämpfe, den Namen von Trajan! Schaut, erhabene Schatten, Michael, Stefan, Corvin, Die Rumänische Nation, eure Urenkel, Mit bewaffneten Armen, euer Feuer in den Adern, "Leben in Freiheit, oder Tod!", rufen alle. Priester, geht voraus, mit den Kreuzen, denn das Heer ist christlich, Die Devise heißt Freiheit und der Zweck ist hochheilig, Lieber glorreich in der Schlacht sterben, Als wieder Sklaven auf unserem alten Boden zu sein!

Sonntag, 8. Juni 2008

Statt Twitter (5)

Oh Gott, ich sehe wie mein Bruder aus...

SZ: Aufschub beim Umzug nach Sibirisch-Steinhausen

Wie die „Welt am Sonntag“ heute aus dem Intranet des „Süddeutschen Verlags“ zitiert, bleibt den Mitarbeitern der „Süddeutschen Zeitung“, „w&v“, „Kontakter“ & Co die Aussiedlung in die Steinhauser Pampa zumindest ein paar weitere Wochen erspart: „'Bedingt durch bauliche Verzögerungen sowie die Auswirkungen eines Wasserschadens', werde das Gebäude nicht wie geplant zum 1. Juli bezugsfertig sein. 'Aus heutiger Sicht' müsse man 'voraussichtlich von circa zwei Monaten Verzögerung ausgehen'.“ Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unterstellt, daß es nach dieser Nachricht bei der „SZ“ im alten Redaktionsgebäude in der Innenstadt „vor lauter Freude zu ersten Champagnerschäden gekommen“ sei.

Update: Das „SZ-Magazin“ am Vorabend des Umzugs über Wehmut und Verlustängste.

Axel Hacke traut sich nach Sibirisch-Steinhausen und besucht fürs „SZ-Magazin“ seine ehemaligen Kollegen am neuen Arbeitsplatz.

Juristenschleuder

Woran erkennt man einen Jurastudenten: am roten oder hellblauen, ziegelschweren Wälzer in der Hand. Die einen tragen ihn nackt mit sich, die Spießer in seinem pappfahlen Schuber. Sarah Haug und Christina Rößler haben diesem Juristenelend ein Ende bereitet und schmucke Henkeltäschchen für Loseblattsammlungen wie Schönfelder, Sartorius, Dürig oder Ziegler-Tremel genäht, die sie über DaWanda unter Namen wie Capri, Nero oder Casablanca (7,90 bis 14,90 Euro je Tasche) vertreiben. (via „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“)

Frauen treuer als die „AZ“ schlagzeilt

Jetzt ist die Münchner „Abendzeitung“ unter Arno Makowsky schon so tief gesunken, daß der BILDblog sich ihrer annehmen muß. Aber der Umgang mit Statistiken erforderte schon immer ein Quentchen Intelligenz, gerade auch wenn es um Sex geht und die eingängige wie falsche Schlagzeile, daß jede zweite Frau untreu sei.

Freitag, 6. Juni 2008

Warum Bloggen durchaus subversiv ist

Als ich die – gar nicht rhetorisch gemeinte – Frage in die Bloggerrunde warf, ob unsere Kommunikationsform subversiv sei, war ich ob des Echos doch ein wenig erstaunt. Nicht daß die lieben Kollegen gänzlich unrecht hätten, aber mit so massivem Widerspruch hätte ich nicht gerechnet. Nun kommt es auf die Definition an, aber wenn man sich an die reine Lehre orientiert, derzufolge etwa Kommentare zuzulassen sind oder Korrekturen nicht klammheimlich zu erfolgen hätten, sondern durch sichtbare Durchstreichung sichtlich zu machen wären, sind Blogs nun mal durchaus die subversivste Kommunikationsform, weil sie den unfehlbaren, ex cathedra dozierenden Sender in ein menschliches Wesen verwandeln, das Fehler einräumt sowie dabei Transparenz und Widerspruch zuläßt. Es mag traurig sein, daß das heutzutage schon reicht, um subversiv zu sein, aber ich denke, und die Auswirkungen sind ja auch längst allerorten zu bewundern, ich bin wirklich mehr denn je überzeugt, daß Bloggen deshalb – im Unterschied zu Playstations und Fahrrädern – per se einen subversiven Standpunkt in unserer Medienwelt darstellt.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Mirakulöser Zufall

Oh, im Seminar heute war auch die Bassistin von Candelilla.

Liveblog Kommunikations- und Medienguerilla

16:21
Vorab: Ich gehe fremd. Zwar bin ich meinem Beuteschema treu geblieben und blogge mit einem PowerBook MacBook Pro, aber nicht mit dem mir Angetrauten, sondern mit dem Leihkoerper eines Studenten. Irgendwie hat mein Mac den Uniclient nicht schlucken wollen, der hier in der LMU den Weg ins Netz ebnet.

Mit im Saal vielleicht zwanzig Studenten, Alt- oder vielmehr Exblogger Stefan Knecht und der Praschl kommt aneblich auch noch.

16:25
Nicht nur, dass es nicht mein Rechner ist, aber er hat auch noch eine englische Tastatur, und Blogspot will auch nicht so wie ich will, dass heisst ich muss auch immer noch ein bisschen tricksen, um den Post zu aktualisieren.

16:28
Mal sehen, ob ich ein paar Bilder aus dem Hoersaal hochgeladen kriege. Hoffentlich sind auf meiner Kamera keine schmutzigen Bilder, nicht, dass ich auf meine alten Tage noch aus der Uni fliege.

16:29
Ah, Foucault. Den habe ich als Schueler verschlungen, und die Lektuere hat mich zur ersten Guerillaaktion gebracht. Wir haben an unserer Schule in Konkurrenz zur offiziellen Schuelerzeitung eine Gegenschuelerzeitung gegruendet, in der ich unseren Direx mit einem Gefaengnisdirektor verglichen habe. Ergebnis: Fuer mich ein Disziplinarverfahren und beinahe den Schulausschluss, der Direktor wurde im Gegenzug von der Jungen Presse Bayern mit dem Silbernen Maulkorb ausgezeichnet.

16:30
Die Professorin (Dozentin?) ist jetzt auch schon da.

16:39
f.k. bloggt auch live oder?

16.40
Lobo, die Pflaume, hat nichts zu unserem Blogkarneval beigetragen, aber immerhin wird er jetzt im Referat zur digitalen Boheme gewuerdigt. Digitale Boheme, ich nenne es ja immer: das Cafe wird zum Buero, wo wir frueher beim Cappuccio immer diskutiert, geflirtet und den Passanten auf dem Weg zur Arbeit nachgeschaut haben, hocken wir jetzt jeder fuer sich allein im Cafe, den Blick starr auf den Monitor gerichtet und schreiben, bloggen, skyppen, konzipieren, mailen, statt uns untereinander zu unterhalten, kennenzulernen oder einfach nichts zu tun. Seit wann arbeitet die Boheme?

16:47
Jetzt geht es um Web 2.0, social software und gerade eben hoerte ich den Ausdruck "Beziehungsmanagement", als ob ich ihn noch nie gehort haette, Beziehungsmanagement, bin ich nur gerade schlecht drauf oder klingt das wirklich so schrecklich desillusionierend, aeh, knallgrau, aeh, langweilig... Ich will nicht einmal meine Businesskontakte managen....

16:49
Wann kommt denn Blog Queen endlich nach Hause. Noch kein einziger Live-Kommentar in diesem Live-Blog.

16:53
Oh, Blog Queen kommt wohl nicht und weiss nicht zu wuerdigen, dass wir hier an Deutschlands akademischer Zukunft arbeiten, waehrend um uns herum in den Cafes das Leben tobt.

16:59
"Bloggen ist so neunziger Jahre", meinte Stefan Knecht zur Begruessung, was nur wieder beweist, wie zeitlos jung ich bleibe. 1992 sass ich auch das letzte Mal in einem Hauptseminar, schon damals einige Jahre nach dem Abbruch meiner gluecklosen Studienversuche, aber meine damalige Freundin musste sich zu Semesterbeginn in der Rostlaube der Freien Universitaet Berlin fuer ein Referat eintragen, und da sie es an dem Tag nicht in die Uni schaffte, uebernahm ich die Aufgabe. Seitdem hat sich in den Unis, ob Muenchen oder Berlin, optisch nicht viel veraendert - bis auf die Rollstuhlrampen und die Muelltrennung.

17:09
Back to my baby. Man braucht nur die richtige Stimmung, kaum geht es bei den Referaten um den Chaos Computer Club, schon schlüpft mein eigener Rechner ins Uni-Netz, und ich kann jetzt wieder mit Heimvorteil bloggen.

17:18
Da soll noch einer behaupten, man würde von der Uni nichts fürs wahre Leben mitbekommen. Als Handout haben wir alle gerade neue Fingerabdrücke bekommen.

17:23
Oh, die neue Weblogumfrage der Forschergruppe Online-Kommunikation am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich ist jetzt da und hier zu lesen.

17:31
Vier von 40 Anwesenden lesen oder schreiben Blogs. Zehn Prozent.

17:33
Mehrere Mitglieder des CCC anwesend, und ich blogge hier ungeschützt...

17:37
Schicke Brille!

17:41
Das Handout mit den wichtigsten Stichpunkten zu dem Thema und einigen interessanten Links und Fundstellen stelle ich nachträglich noch online, um den Wissensdurst von Blog Queen & Co zu stillen.

17:44
Jetzt kommt der Schlußmonolog von Frau Ort. Mal sehen, wer danach noch mit mir und Stefan Knecht einen trinken geht. Ich würde ja Wünsche äußern, aber dann redet Markus nie mehr mit mir.

17:45
Frau Ort wird auch noch Futter für uns auf ihre Website legen.

17:50
So ein Hauptseminar ist nun mal keine Oscar-Verleihung, da kann man nicht so schnell oberflächlich über Outfits und Dankesreden bloggen, sondern müßte tief in die Materie eindringen, aber überzogen wird auch hier.