5. Oktober 2008

21. Oktober 2008

Wie gewonnen – so zerronnen: Max von Thun bleibt ein Gutmensch und verläßt die Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ bereits, bevor es richtig losgeht: „Ich habe bei der ersten Castingshow festgestellt, dass wir als Team nicht funktionieren, was als Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit nötig gewesen wäre. Darum haben wir gemeinsam beschlossen, so nicht weiter zu machen.“
Arbeitsbeginn der Mitarbeiter des Münchner Apple Flagship Store ist laut Anstellungsvertrag der 15. November. Das wird aber kaum der Eröffnungstermin des Ladens sein, da die Leute wohl vorab noch intern geschult werden.
Evisco macht schöne Bilder. Für Burda, die HypoVereinsbank oder wer auch immer seine Tätigkeit freundlichst dargestellt kriegen will. Ist das Journalismus? Nicht unbedingt. Auch wenn es sich Fernsehen schimpft, wie das FCB.tv, das hausgemachte Progarmmangebot des FC Bayern. Ein kostenpflichtiges Programm, und damit der seltene Fall, daß man als Publikum für Propaganda auch noch zahlen soll. Nun wird FCB.tv auch von Evisco produziert, deren Geschäftsführer Jürgen Hausmann übrigens Stoibers Schwiegersohn ist. Diese Info nur als atmosphärischer Hintergrund. Bei den Auswärtsspielen tritt aber offenbar nicht die Evisco an, sondern die Streaming Company – auch nicht gerade ein Hort journalistischer Standards. Nun hat ein freier Mitarbeiter des Kölner Unternehmens nach dem letzten Spiel des FC Bayern es gewagt, Uli Hoeneß zu fragen, ob man eben wieder die Dusel-Bayern erlebt habe?, woraufhin dem gewohnt dünnhäutigen Bayern-Manager nur eine Antwort einfiel: „„Sie müssen sich in der nächsten Woche einen neuen Job suchen!“ Und Mediendirektor Markus Hörwick bestätigt der „Abendzeitung“: „Zu einem weiteren Einsatz wird es für den jungen Mann wohl nicht kommen.“ Laut der „Bild“ hat sich Hoeneß dagegen entschuldigt: „Ich habe überreagiert, mich in dem Moment einfach über die Frage geärgert, aber später dafür entschuldigt.“ Ihm zufolge darf der Mann „ganz normal weiter für uns arbeiten.“
„Niemand hat was gegen eine gute Nummer.“
Neulich wähnte die „Abendzeitung“ das Café Jasmin an der Grenze von Schwabing zur Maxvorstadt und lag damit anderthalb Kilometer daneben. Dann motzte (gestern?) ein anderer „AZ“-Schreiberling über den „Feind im Westen“, eben die Schwabinger, die angeblich „weite Teile der Maxvorstadt“ okkupierten. Gemeint ist das Univiertel, das, lieber Thomas Müller von der „Abendzeitung“, nur einen Besatzer kennt: nämlich die Maxvorstadt seit der unseligen Gebietsreform. Aber das sind nur liebevolle Neckereien unter Nachbarn. Richtig ärgerlich ist es dagegen, daß die Kollegen von Myspymunique jetzt die Münchner Innenstadt als „Mitte“ brandmarken. Dafür gehören die Jungs und Mädels mit Ringelstrumpfhosen gefesselt, ihnen die Umhängetasche über den Kopf gezogen und dann ab nach Berlin.
Drei Stunden Schlaf waren letzte Nacht definitiv zu wenig. Ob mir Stephan etwas aus seinem persönlichen Dopingvorrat spendiert, falls ich es heute noch schaffe, mich ins Schumann's zu schleppen?
1.026.596 mal wurde laut Meedia-Cover-Check die „Stern“-Ausgabe mit der Viagra-Popa-Story verkauft. Mehr als Heidi Klum, Charlotte Roche oder Barack Obama, aber schließlich war auch nicht ich auf dem Titel, sondern ein modernes Kamasutra, womit wir fast schon wieder bei der Muskelzerrung in meiner Bauchdecke wären...
Er war ein bunter Vogel: Inmitten all der Displaced Persons, Heimatvertriebenen, Geheim- und Doppelagenten brachte er den Pop in den kalten Krieg: Cornel Chiriac, ein junger, lustiger Rumäne, den es – Anfang der siebziger Jahre? – zu Radio Freies Europa nach München verschlug, in den weißen Flachbau beim Tivoli am Englischen Karten, wo heute die LMU als Nachmieter sitzt. Ein schwärmerischer, für den Sender ungewöhnlicher Musikbesessener, der schon damals erkannt hat, daß der richtige Sound manchmal politisch überzeugender sein kann als ein ausgefeilter Kommentar. Ich kann mich nur noch vage an ihn erinnern, sah ihn ein paar Mal, als ich meinen Vater in Radio Free Europe besuchte. Die Erinnerung ist so unbestimmt, weil Cornel 1975 in Schwabing erstochen worden ist. Kein ungewöhnlicher Tod in einer Zeit der Doppelspiele, Attentate, konkurrierenden Agenten. Aber ein ungewöhnliches Opfer, das – kaum tot – schon der üblichen Rufmordkampagne der Geheimdienste ausgesetzt war. Patrick Banush,
Daß „Deutschland sucht den Superstar“ die alten Juroren rausschmeißt und in der sechsten Staffel 2009 auf Promikinder setzt – geschenkt! Neben Dieter Bohlen machen sich Nina Eichinger und Max von Thun sicherlich gut, aber neben der alten Lederhaut sähe selbst ich jugendlich frisch aus. Sorgen mache ich mir eher, wie Gutmensch Max bei der Castingmetzelei bestehen soll. Habe ich ihn unterschätzt und kann er tatsächlich mal so richtig von Herzen fies und unerbittlich sein. Max? Zerstört bitte nicht mein Weltbild.
Wer sich noch wundert, warum die Mitarbeiter der San Francisco Coffee Company meist schlecht gelaunt sind, sollte die „Süddeutsche Zeitung“ (Seite 60) von heute lesen. Behinderung der Gründung eines Betriebsrats, überwiegend befristete Arbeitsverträge, überfälliges Urlaubsgeld, Probezeitketten von bis zu zwei Jahren und Stundenlöhne wie bei McDonald's oder Pizza Hut, obwohl die Preise für den small Cappuccino to stay für diese Art liebloser Systemgastronomie im Luxussegment angesiedelt sind: Die Vorwürfe der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sind massiv. „Wir möchten, daß die Mitarbeiter sich anstrengen“, entgegnet Geschäftsführerin Katharina Bernau-Seiguer darauf.
Die Besetzung der Podiumsdiskussion am 29. Oktober steht nun fest. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Journalismus und PR im Web 2.0“ am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU treffen sich am 29. Oktober von 12 bis 14 Uhr in den Räumen des Kommunalen Arbeitgeberverbands in der Hermann-Lingg-Straße 3:
Nachdem ich mich schon gewundert habe, wieso Quelle Rechnungen stellt, ohne eine Steuernummer anzugeben oder die gesetzliche Mehrwertsteuer auszuweisen, kommt mir die Otto-Gruppe nicht weniger doof: Seit Einführung eines Treibstoffzuschlags erspart es sich deren Paketdienst Hermes einfach, auf den Quittungen eine Mehrwertsteuer anzugeben. Wie groß muß man als deutsches Unternehmen eigentlich sein, um in Wildwest-Manier gesetzliche Vorschriften ignorieren zu dürfen? Auch nicht besser: Nachdem Hermes es eine Woche lang nicht geschafft hat, ein Päckchen von München nach Saarbrücken zuzustellen, habe ich telefonisch nachgefasst, was nur über eine 0900er-Nummer geht. Dafür soll ich nun weitere 3,01 Euro zahlen, und weil ich das nicht einsehe, gleich noch einmal vier Euro Mahngebühren. Soviel zum Thema Kundendienst und Nachbesserung bei Leistungsverzug.

Wie die „Wirtschaftswoche“ vorab meldet, startet am Donnerstag während der Popkomm der neue deutsche Videoclip-Sender Musikfernsehen.tv. Mit Unterstützung des VIVA-Gründers Dieter Gorny wollen Tobias Trosse und Rainer Schütz das zeigen, was die Pioniere MTV und Viva schon lange vernachlässigen: Videoclips, aus denen sich die User ein individuelles Programm zusammenstellen können. Angesichts der Möglichkeiten auf YouTube, Dailymotion oder Last.fm nicht unbedingt eine zwingende Geschäftsidee.