

Zwar im Vorprodukt, aber nie veröffentlicht... Doch wie ich mir gestern abend von verschiedenen Besuchern des Media Coffee sagen ließ, werde ich eh unverhältnismäßig oft bei Turi zitiert.
Erst das Bundesverfassungsgericht konnte der Stadt München klar machen, daß Demonstrationsfreiheit ein wertvolles wie gebührenfreies Gut ist, weshalb es einen Gebührenbescheid des Kreisverwaltungsreferats für verfassungswidrig erklärte (BVerfG, 1 BvR 943/02 vom 25.10.2007) und den Vorgang ans Bayerische Verwaltungsgericht zurückverwies. Als ich mich dort nach dem Stand der Dinge erkundigte, erfuhr ich, daß das Verfahren ohne neues Urteil beendet worden sei. Den Grund hat mir jetzt Greenpeace verraten: 
Ex-Milchstraßen-Midas Dirk Manthey macht zur Zeit mit seinem nächste Woche startenden Branchendienst Meedia.de eine ziemliche Welle. Und bislang dachte ich, daß dies von Hamburg aus geschieht, „in der alten Piano-Fabrik am Schulterblatt“, wie der gewöhnlich gut informierte Thomas Knüwer nicht nur schreibt, sondern auch mit Bildern belegt. Doch dann las ich heute morgen bei Focus Online, Peter Turi würde „der Berliner Redaktion ein enormes Potenzial“ prophezeien. Also was nun, Hamburg oder Berlin? Vom gestrigen Media Coffee noch ganz aufgepeitscht und überzeugt, in dieser modernen Medienwelt nicht mehr nur Empfänger zu sein, sondern mit den Focus-Onlinern kommunizieren zu können, frug ich dann eben über deren Kommentarfunktion an, was denn nun richtig sei, Berlin oder Hamburg. Und bekam umgehend die Abfuhr: „Ihr Beitrag: Berlin - oder doch hamburg? In der Berliner Redaktion? Sitzt sie nicht am Schulterblatt in Hamburg? wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.“
Updates: Um 10.19 Uhr hat jemand bei Technorati nach „Jochen Wegner“ gesucht und von dort auf diesen Beitrag geklickt.
Um 11.44 Uhr hat Focus Online meinen Kommentar doch noch freigeschaltet.
Erst hielt ich Peter Schwierz' Angebot für das übliche unverbindliche Geschwurbel, aber beim Media Coffee heute abend wollte mich Peter Turi doch tatsächlich für seinen Koepfe2-Fragebogen vor die Kamera zerren, und auf meine sanften Einwände hin appellierte er sogar an den vermeintlich bloggertypischen Exhibitionismus. Glücklicherweise hatten dann doch Big Shots wie Hans-Jürgen Jakobs (im Bild), Mercedes Riederer und Dirk "Red Socks" Ippen Vorrang und ich konnte mich auf Rumänisch verabschieden. Aber da ich nun mal eine Rampensau bin, hier meine vorbereiteten Antworten auf Turis Fragen.
Sonst schreibt die „Süddeutsche“ gern und nett über Patricia Riekel, jetzt hat sich die „Bunte“ mal revanchiert und schenkt dem „SZ Magazin“ Traffic. Im Online-Voting des People-Magazins wird ein Interview mit den „Tatort“-Kommissaren Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec verquizt, und nicht ganz zufällig ist in der URL von sz-magazin_aid die Rede.
In der Berliner Ludwigkirchstraße, wo er zwischen smaragdgrün gestrichenen Wänden residierte, steht noch sein Name an der Klingel, und in meiner Erinnerung blieb er der alterslose, geistreiche, jugendlich neugierige Erotoman und Akademiker, und allein dieses Begriffspaar in ein und derselben Person vereinigt zu haben, ist eine Lebensleistung. Kennengelernt haben wir uns im Berlin der neunziger Jahre. Seine Mutter Corina, eine Rumänin, hatte zwischen den Weltkriegen einen Salon geführt, in dem unter anderem auch Sergiu Celibidache verkehrte. Und da mein Vater Celi kannte und damals auch als Korrespondent in Berlin war, bildete ich mir stets ein, wie sie alle in dem Grunewalder Salon aufeinander getroffen sein müßten. Und selbst wenn nicht, war die Spekulation für mich Grund genug, den Sohn, der altersmäßig mein Vater sein konnte, kennenzulernen.
Updates: „Dass Günter Grass den Nobelpreis für Deutschland bekommen hat und nicht ich, das sagt doch schon alles über die Welt, wie sie heute ist.“ Sombart, zitiert von Volker Weidermann in dessen Nachruf in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 6. Juli.
Wer sich fragt, wie es der Bayerische Rundfunk geschafft haben mag, bereits Mitte des Jahres sein Produktionsbudget um 10 Millionen Euro zu überschreiten, sollte sich mal den Trailer unten mit Gerd Rubenbauer für den am Montag zu verleihenden Sportpreis des bayerischen Ministerpräsidenten anschauen, der mit einigem Aufwand in der Kuppelhalle der Staatskanzlei gedreht worden ist. Und ich weiß nicht, ob ich es cool finden soll, wie sich Günther Beckstein für diese Trickserei hergegeben hat, oder ob man sich ärgern soll, wie der Politiker hier den Sportmax markiert.
Um nicht immer nur über das Zeitalter der Finsternis zu klagen, will ich auch mal loben: „Die Zeit“ digitalisiert alte Beiträge aus der Pre-Web-Zeit wie diese Buchrezension, in der aus dem „Münchner Buch-Magazin“ zitiert wird. Nur Benedikt Erenz' Lob meiner zweisprachigen Ausgabe der Gedichte Emily Brontës im Popa-Verlag aus eben jener Zeit kann ich noch nicht online finden...
Was hat der neue DeLight Vibrator der Fun Factory mit dem iPod, adidas Bounce S oder BMW 3er Cabrio gemeinsam? Sie alle wurden letzte Woche für ihr hervorragendes Design mit dem red dot award 2008 ausgezeichnet. Der Edel-Brummer übrigens zusammen mit Naßrasierern, Sonnenschirmen und Saunen in der Kategorie „Wellness-Accessoire“. Ich hätte da eher auf Unterhaltungselektronik getippt...
Wahrscheinlich ist es nur mein subjektives Empfinden, aber inzwischen erfahre ich via Xing mehr interessante Personalien als über die einschlägigen Mediendienste. So etwa, daß Olaf Holzhäuser nach nicht einmal einem Jahr zu Burda zurückkehrt und zwar in die Verlagsleitung der „Elle“. Kein Wunder, das Social Marketing der Betroffenen ist nun mal fixer als der Schwurbelmechanismus der entsprechenden hauptamtlichen Verlagskommunikatoren.
Update: Einen Tag später auch offiziell bei Kress und Turi.
Nichts gegen meine Lieblingsdisse, aber wenn jetzt schon das P1 auf Revolte macht und für sein Sommerfest mit einem Bild der Kommune 1 wirbt, dann raufe selbst ich desillusionierter, zum Zyniker gewordener Alt-Nach-68er meine längst grau gewordenen Haare. Und das nicht nur, weil als Highlight dieser „Generation of love“-Party am 15. Juli ausgerechnet eine Modenschau der BH-Spießer von Triumph angekündigt wird. Fehlt nur noch, daß dort Natalie Avalon ihre Titten ins Blitzlichtgewitter hält...
Offenbar ist jetzt kein Münchner Media Coffee ohne Hans-Jürgen Jakobs denkbar, aber der Chefredakteur der sueddeutsche.de ist ja auch immer für streitbare Beiträge gut. Nur seltsam, daß die Veranstalter von der dpa-Tochter news aktuell immer noch nicht wissen, daß sich der Mann Jakobs und nicht Jacobs schreibt.
Gemeinsam mit drei Freundinnen trieb er die Idee voran, bis aus ihr 1997 die erste Ausgabe von „Mare“ geworden war. Ohne die Frauen, sagt er, „wäre wohl nur ein Mitteilungsblatt für Meeressüchtige herausgekommen“.
Gut geklaut (oder gekauft?) ist noch nicht gut geworben. Vor zwei Jahren sorgte Jill Greenberg mit einer Bilderserie (Update: Galeriesite derzeit offline) weinender Kinder weltweit für Furore und Empörung, jetzt wirbt Jung von Matt mit einer schlecht fotografierten Kopie dieser Ausstellung für ihren Kunden Sixt und dessen BMW-Cabrios: „Papa, ich will mehr Taschengeld! Sparen kannst du mit Sixt.“ Der Text funktioniert nicht, die Bilder funktionieren nicht und zwischen Greenbergs sensationellen wie zwiespältigen Bildern und dem Sixt-Abklatsch liegen Welten.
Blogs seien „schlampige, gehetzte, unreflektierte Aufmerksamkeitsfallen, geschrieben von selbstsüchtigen Menschen“. Die Macher der Zeitschrift „n+1“, Benjamin Kunkel, Keith Gessen, Mark Greif und Marco Roth, zitiert von Julia Encke in der gestrigen „F.A.S.“ anläßlich der Veröffentlichung einer Anthologie mit Artikeln der Zeitschrift bei Suhrkamp.
In der heutigen „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ empfahl Maxim Biller auf Seite 22 einen „Klassiker, der in diesen Ferien dran ist“: „Serge Gainsbourg, ' Die Kunst des Furzens '. Popa-Verlag (antiquarisch). Dreißig Jahre vor Charlotte Roche erzählte der größte Komponist aller Zeiten, dass auch ein Arschloch schön sein kann, und schrieb darüber diesen soooo traurigen Roman.“
Dov Charney, dirty old man der Modebranche, macht jetzt nicht mehr nur in Strumpfhosen, T-Shirts, Slips und sonstiger Bekleidung. Zumindest in den USA und Kanada verscherbelt er bei American Apparel auch den Hitachi Magic Wand Vibrator, einen, äh, Klassiker („Die Mutter aller Vibratoren“)… Ob's dafür ebenfalls Studentenrabatt gibt? (via Les Mads)
Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Ausgerechnet im heute erschienenen Schwerpunktheft „Wirtschaft und Ethik“ verschachert das „Süddeutsche Zeitung Magazin“ sein Cover. Denn die beiden auf dem Titel montierten Klappfenster mit der Motorala-Werbung für die Razr Luxury Edition darunter sind nicht als Anzeige gekennzeichnet und entsprechen auch sonst nicht gerade der Trennung von Redaktion und Werbung.
Wenn ich nur einen einzigen Film des diesjährigen Filmfests empfehlen dürfte, dann Robert Altmans* „McCabe & Mrs Miller“ in der Julie-Christie-Retrospektive. Ein Film wie ein Eispickel, der sich ganz langsam in dein Herz bohrt. Der amerikanische Traum als winterlicher Alptraum. Alles ist machbar, ob Geschäfte oder die Eroberung einer Frau. Alles kann zugrunde gehen. Das Leben als einziger Bluff. Und so oder so ist man seines eigenen (Un-)Glückes Schmied. Atemberaubend gut verkörpert von Warren Beatty. Die Musik von Leonard Cohen. Und so schwül es in München auch sein mag, an diesem Abend wird man frösteln.
Dafür, daß Christiane zu Salm 2007 noch gar nicht bei Burda war, sondern ihr Amt erst zum 1. April 2008 antrat, ist Sie in der Bilanz recht häufig präsent...
Die wunderbaren Achternbusch-Skulpturen stehen etwas versteckt neben der Rolltreppe im Foyer, das Botero-Weib vor dem Gasteig übersieht man trotz seiner barocken Dimension, nur die Limousinen des Sponsors sind unübersehbar plaziert, aber das darf einen heutzutage ebensowenig wundern, wie der weiträumig abgesperrte rote Teppich. Filmfest ist. Und so lange der Vorrat reicht, sollte man sich unbedingt im Gäste- und Pressezentrum im zweiten Stock die Achternbusch-/Valentin-Bierdeckel des Goethe-Instituts holen.
Eine erste Überraschung bot Burdas Jahresrückblick 2007 zumindest schon beim flüchtigen Blättern: 
Oder hat König Karl auf seine alten Tage nicht nur bei GTA Grand Theft Auto IV Geschmack am Benzingeruch gefunden? (Fashionistas können das Plakatmotiv mit der Schutzweste als pdf hier herunterladen.)
Offenbar hat mich meine ehemalige Offenburger Chefin, Susanne Walsleben, in guter Erinnerung behalten. Jedenfalls schreibt sie in der aktuellen „myself“: „Popa ist der Beste!“, wenn das auch nicht direkt auf mich gemünzt ist, sondern auf „die neuen Popas“, ältere Männer, die im Opa-Alter Papa werden und „vielleicht die besseren Väter“ sind. Ich arbeite daran!

Multitasking ist doch für Männer erfunden worden, meinte neulich eine Freundin. Rumänien – Niederlande live auf ZDF infokanal via Zattoo. Frankreich – Italien live in der großen Glotze. Die Rumänienfahne liegt bereit, und Blond ist hoffentlich die Zukunft.
Wie die „Süddeutsche Zeitung“ heute in ihrer Spät-, der Lokalausgabe auf der Medienseite nachmeldet, sollen die Fernsehredaktionen des Bayerischen Rundfunks in Freimann ihren Etat bereits um zehn Millionen Euro überzogen haben. „Freimann brennt“, hieße es dazu im BR-Intranet. Der wöchentliche „Blickpunkt Sport“ mache deswegen eine kurzfristig anberaumte Zwangspause bis zum 11. August, weitere Sendungen wie „Kontrovers“ und die „Münchner Runde“ wären ebenfalls von einer vorübergehenden Abschaltung bedroht.
Facebook entnehme ich gerade, daß das Barcamp Munich bereits einen Termin für 2008 festgelegt hat: Das Wochenende vom 11. und 12. Oktober, also eine Woche nach Wiesn-Ende, wobei dieses Mal 99 Plätze für Rookies reserviert sind und die Anmeldungen entsprechend nach Neulingen und alten Hasen unterschieden werden. Sechs Wochen vorher steigt bei Holtzbrincks eLab das erste Barcamp für Frauen. Mein Barcamp findet täglich am 61er-Tresen statt...
Vor einer Woche bin ich durch einen Kommentar darauf aufmerksam gemacht worden, daß es bei den Gründern des Nachtkonsum-Flohmarkts in der Unimensa offenbar zu Streitereien gekommen ist. Da ich den Kommentar juristisch bedenklich fand, habe ich ihn gelöscht, aber über den Vorgang gebloggt.
Nächsten Montag geht's um 22.10 Uhr los mit den Doppelfolgen der sechsten Staffel von „24“ auf Pro Sieben.
Wer schon einmal im Flieger stapelweise Burda-Titel entdeckt, von freundlichen Hostessen die „Welt am Sonntag“ geschenkt erhalten, ein „SZ“-Probeabo aufgeschwätzt bekommen oder sich nur gewundert hat, warum die „Frankfurter Allgemeine“ zuhauf in Münchner Cafés kostenlos ausliegt, der weiß, daß die Vertriebsabteilungen deutscher Printtitel oft weit einfallsreicher sind als die Redakteure. Ohne den Geschäftsführer einer Stadtzeitung zu vergessen, der sich ein Kinderstempelset gekauft hat, um Kioskquittungen zu fälschen. Aber ich will gar nicht von Vertriebsmethoden reden, um mich über Hans-Jürgen Jakobs zu echauffieren, der sich als Chefredakteur von sueddeutsche.de in „Horizont“ (via Rivva) tatsächlich beklagt hat, daß die Konkurrenz durch Suchmaschinenoptimierung „journalistische Wettbewerbsverzerrung“ betreibe. Denn Suchmaschinenoptimierung ist für das Internet so selbstverständlich und journalistisch wie eine einprägsame Headline oder eine pfiffige Illustration im Print. Information, die hilft, den Inhalt zu verkaufen. Und statt „eine Konvention über statthafte und unstatthafte Maßnahmen“ der Verlagshäuser zu fordern, sollten die Schnarchnasen von der SZ online vielleicht weniger am Viktualienmarkt herumhängen, stattdessen einfach mal zu kapieren versuchen, wie das Internet funktioniert (zum Beispiel: SEO oder outgoing links!) und generell mit ihren Stories etwas schneller in die Gänge kommen.
„Unmenschliche Zustände“ herschen bei einem Puma-Zulieferer in China vor, wie das Unternehmen jetzt gegenüber der „Wirtschaftswoche“ bestätigen mußte. Die Vorwürfe, die die Bürgerrechtsorganisation China Labor Watch am Montag präsentieren wird, reichen von wöchentlich 20 unbezahlten Überstunden (Puma: „freiwillig“) über gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen bis zu Mißständen bei der Lohnzahlung, Kranken- und Unfallversicherung.